Schelesnogorsk (; bis 1994 Krasnojarsk-26) ist eine geschlossene Stadt mit Einwohnern (Stand ) in Russland. Sie liegt in der Region Krasnojarsk im Föderationskreis Sibirien, etwa 60 km nordöstlich der Regionshauptstadt Krasnojarsk unweit des Flusses Jenissei. Die nächstgelegene Stadt ist Sosnowoborsk, 16 km südwestlich von Schelesnogorsk. Weitere zum Stadtkreis gehörende Orte sind Podgorny, Nowy Put, Tartat, Dodonowo und Schiwera.

Geschichte Die Stadt entstand ab 1950, als hier vom sowjetischen Atomenergieministerium die Produktion von waffenfähigem Plutonium in der kerntechnischen Anlage Schelesnogorsk (auch „Bergbau- und Chemiekombinat“, , genannt) aufgebaut wurde. Der Standort der Anlage wurde aus strategischen und technischen Gründen gewählt: Sie liegt von den Landesgrenzen weit entfernt, und zur Aufbereitung von Kühlwasser konnte der Jenissei genutzt werden.

1954 wurde dem Ort der Stadtstatus verliehen. Der Ortsname Schelesnogorsk besteht seit dem gleichen Jahr und bedeutet so viel wie „Stadt der eisernen Berge“. Aufgrund des geheimen Status der Atomindustrie trug die Stadt zur Sowjetzeit offiziell nur den Tarnnamen Krasnojarsk-26 und war auf keiner Landkarte verzeichnet. Auch bis heute ist Schelesnogorsk eine geschlossene Stadt, somit ist das Betreten für Ortsfremde nur mit Sondergenehmigung möglich.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2002 93.875 2010 84.795 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr Von den knapp 100.000 Einwohnern von Schelesnogorsk arbeiten rund 8000 Beschäftigte in der kerntechnischen Anlage. Die andere große industrielle Anlage ist die ISS Reshetnev, ein Hersteller von Kommunikationssatelliten. Über siebzig Prozent der russischen Satelliten wurden in Schelesnogorsk gefertigt. (englisch), Meldung vom 26. Februar 2005. Mitte April 2010 wurde der letzte Reaktor Russlands zur Produktion von waffenfähigen Plutonium in Schelesnogorsk abgeschaltet.Ceremony marks end of a nuclear era

Die Stadt hat einen eigenen Eisenbahnanschluss über eine 30 km lange Strecke, die in Krasnojarsk von der Transsibirischen Eisenbahn abzweigt. Drei Stationen der Strecke liegen innerhalb der Stadt. Eine dieser drei Stationen (Kombinat) befindet sich unter der kerntechnischen Anlage und ähnelt von der Konstruktion her einem U-Bahnhof.

Söhne und Töchter der Stadt

Jewgeni Sudakow (* 1963), BoxerСудаков Евгений Борисович, infosport.ru (russisch) Nikolai Chrenkow (1984–2014), Bobanschieber Dmitri Poljanski (* 1986), Triathlet Jewgeni Frolow (* 1988), Fußballtorwart

Weblinks

Webseite der Stadtverwaltung (russisch) Bergbau- und Chemiekombinat (russisch) Zheleznogorsk – Die eiserne Stadt (deutsch) Inoffizielle Stadtwebseite (russisch) Schelesnogorsk auf mojgorod.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Krasnojarsk

Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1954 Kategorie:Ort am Jenissei