Werner Kremm (* 7. Oktober 1951 in Sânnicolau Mare (), Volksrepublik Rumänien) ist ein rumänischer Autor und Journalist.

Leben Kremm entstammt der Volksgruppe der rumäniendeutschen Banater Schwaben. Er studierte Germanistik und Rumänistik in Timișoara. Er war Gründungsmitglied des Literaturkreises Aktionsgruppe Banat, der von 1972 bis 1975 bestand. Die Autorengruppe wurde zeitweilig toleriert, später aber vom rumänischen Geheimdienst Securitate drangsaliert. Kremm zog sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück. Als einziges Mitglied der Gruppe verblieb Kremm in Rumänien; die anderen Mitglieder reisten bis 1988 in die Bundesrepublik Deutschland aus.Die Zeit: Drangsaliert von der Securitate, 19. November 2010

Werner Kremm arbeitete darauf als Journalist für die Tageszeitung „Neuer Weg“, heute die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien.Cicero: Später war er als Leiter der Redaktion der Banater Zeitung tätig.Banater Zeitung, Balthasar Waitz: , 22. Juni 2011 Er veröffentlichte unter anderem im TagesspiegelDer Tagesspiegel: Vor dem Referendum in Rumänien – Putsch per Stimmzettel, 28. Juli 2012 und arbeitete als Übersetzer.Deutschlandradio, Thomas Wagner: Angst vor der Akteneinsicht, 27. November 2010

Kremm in der rumäniendeutschen Diskussion Um 2010 verdichte sich der Verdacht gegen einige rumäniendeutsche Autoren, darunter Oskar Pastior,Frankfurter Allgemeine Zeitung, Felicitas von Lovenberg: Der Mensch Pastior muss neu bewertet werden, Interview mit Stefan Sienerth, 17. November 2010Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die Fortsetzung der Verleumdung, Interview mit Herta Müller, 23. November 2010 mit der Securitate zusammengearbeitet zu haben.Frankfurter Allgemeine Zeitung, Richard Wagner: Bespitzelung bis in den letzten Vers, 16. Dezember 2009, S. 29Der Spiegel: Wir wollen ihn ja nicht hängen sehen, Interview mit Richard Wagner, 14. Dezember 2009Frankfurter Allgemeine Zeitung: Seine Freundschaft war von der Securitate verordnet, Interview mit Richard Wagner, 21. Februar 2010

In der resultierenden intellektuellen Debatte rumäniendeutscher Autoren meinte Kremm, dass wenn ihm „absurderweise ein Pastior-Preis angeboten würde, würde ich ihn nicht annehmen - eben weil ich keinen Preis annehmen würde, der letztendlich von einem ehemaligen Securitate-Spitzel gestiftet wurde.“ Pastior hätte immerhin eine Vorbildfunktion für die junge rumäniendeutsche Literatur gehabt, so auch für die Aktionsgruppe. Kremm bezog die Position, dass „eine Aufarbeitung [...] durch die schreibende Intellektualität Rumäniens [...] nahezu inexistent“ sei. Nach der Rumänischen Revolution 1989 habe er gehofft, „jetzt würde endlich die Schubladenliteratur veröffentlicht werden. Nichts ist passiert: Es hat keine Schubladenliteratur gegeben, weil die rumänische Intellektualität mentalitätsmäßig nicht dazu neigt, revolutionär zu sein.“

Literatur William Totok: Die Zwänge der Erinnerung. Aufzeichnungen aus Rumänien, Hamburg 1988 Ernest Wichner (Hrsg.): Ein Pronomen ist verhaftet worden. Die frühen Jahre in Rumänien. Texte der Aktionsgruppe Banat, Frankfurt am Main 1992 Anton Sterbling: Am Anfang war das Gespräch. Reflexionen und Beiträge zur „Aktionsgruppe Banat“ und andere literatur- und kunstbezogene Arbeiten, Hamburg 2008

Weblinks 40 Jahre Aktionsgruppe Banat - 40 de ani Grup de Acțiune Banat, în: Halbjahresschrift - hjs-online, 2. April 2012 Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik: Securitate-Einsatz an der unsichtbaren Front, 29. August 2009

Einzelnachweise

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