Inés Brock-Harder (* 30. September 1964 in Elgersburg) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), die von 2009 bis 2024 Mitglied im Stadtrat von Halle (Saale) war. Sie war von 2000 bis 2006 eine der beiden Landesvorsitzenden ihrer Partei in Sachsen-Anhalt.
Leben Nach einem Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik von 1983 bis 1989 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg war Inés Brock-Harder als Schwangeren- und Familienberaterin tätig und erhielt im Jahr 1999 die Approbation als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. 2010 promovierte sie an der Martin-Luther-Universität in Erziehungswissenschaften. Seit 2011 arbeitet sie selbstständig als Lehrtherapeutin in der Ausbildung von Psychotherapeuten und als Supervisorin. 2011 gründete sie das Nathusius-Institut für Psychologie, Bildung und Beratung mit Sitz in Halle (Saale). Seit dem Wintersemester 2018/19 ist sie nach eigenen Angaben als Dozentin am Studienzentrum MEU der privaten Diploma Hochschule tätig. Inés Brock-Harder ist Autorin von Fachbüchern und wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln.
Brock-Harder hat vier erwachsene Söhne und ist seit 2022 verheiratet.Tanja Goldbecher: Grünen-Stadträtin aus Halle Inés Brock gibt das Ja-Wort auf einem Schiff, mz.de, Mitteldeutsche Zeitung, 29. Juli 2022, abgerufen am 14. Juli 2026
Politik In der Wendezeit engagierte sich Inés Brock-Harder beim Neuen Forum. Seit 1997 ist sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt und war von 2000 bis 2006 eine der beiden Vorsitzenden des Landesverbandes. 2001 war Inés Brock-Harder stellvertretende Sprecherin der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit, Soziales, Arbeitsmarkt und Mitglied der Kinderpolitischen Kommission. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006 war sie Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen; die Grünen verpassten aber mit 3,6 Prozent den Einzug in den Landtag. Im Jahr 2009 wurde sie erstmals in den Stadtrat von Halle (Saale) gewählt. 2013 wurde sie Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im hallischen Stadtrat. Ab 2019 führte sie die Fraktion gemeinsam mit Melanie Ranft und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dennis Helmich. Im Jahr 2020 beteiligte sie sich an einem öffentlichen Appell zu Gunsten von Boris Palmer, der wegen umstrittener Äußerungen zu Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie bundesweit in der Kritik stand. Darüber hinaus wurde sie 2013 im erzkonservativen Verband kinderreicher Familien Deutschland Mitglied im wissenschaftlichen Beirat, 8. Februar 2013, zuletzt abgerufen am 14. September 2021. und dessen Werbebotschafterin. Zur Bundestagswahl 2021 kandidierte sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Halle und auf Listenplatz 3 von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt. Sie verpasste im September 2021 den Einzug in den Bundestag über ihren Wahlkreis und über die Landesliste. Im Oktober 2021 kündigte sie ihren parteipolitischen „Rückzug aus der ersten Reihe“ an und erklärte ihren sofortigen Rücktritt als Co-Vorsitzende der grünen Stadtratsfraktion. Im September 2022 wurde sie Vorsitzende des Bundesverbandes für Kinder- und Jugendlichentherapie e. V. (bkj). Zur Kommunalwahl 2024 trat sie nicht mehr als Kandidatin für den Stadtrat von Halle (Saale) an.
Publikationen (Hrsg.) Bruderheld und Schwesterherz. Geschwister als Ressource. Reihe Therapie & Beratung. Psychosozial-Verlag, Gießen 2015, ISBN 978-3-8379-2457-2. (Hrsg.) Wie die Geburtserfahrung unser Leben prägt. Perspektiven für Geburtshilfe, Entwicklungspsychologie und die Prävention früher Störungen. Reihe Therapie & Beratung. Psychosozial-Verlag, Gießen 2018, ISBN 978-3-8379-2718-4.
Weblinks Persönliche Website von Inés Brock-Harder Persönliche Website von Inés Brock-Harder (alt) Inés Brock-Harder auf der Website der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Halle
Einzelnachweise
Kategorie:Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Frau