mini|Willi Schaeffers und Lene Ludwig mit Maske Schaeffers’, 1938 Willi Schaeffers (* 2. September 1884 in Landsberg an der Warthe, Provinz BrandenburgGeburtsregister Standesamt Landsberg/Warthe, Nr. 561/1884 als Friedrich Wilhelm Richard Schäffer; † 10. August 1962 in München) war ein deutscher Kabarettist, Conférencier, Kabarettleiter und Schauspieler. Er wirkte in über 40 Filmen mit.

Leben Willi Schaeffers war ein Sohn des Buchhändlers und Journalisten Richard Schaeffer und seiner Ehefrau Hedwig geb. Schachert. Seine Schwester Elfriede war Geigerin und Ehefrau des Malers Raoul Hausmann. Schaeffers wuchs in Berlin auf und besuchte das Realgymnasium in Seesen, wo er bereits im Alter von 15 Jahren ein Schüler-Kabarett inszenierte.Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp. Sämtliche deutsche Spielfilme von 1929–1945 mit zahlreichen Künstlerbiographien Jahrgang 1933 und 1934, herausgegeben vom Autor Karlheinz Wendtland, Berlin, Kapitel: Filme 1934, Film Nr. 28 mit Biografie Willi Schaeffers. 1902 trat er erstmals an Wanderbühnen in Ostpreußen und Schlesien auf. Er war Schüler an der Schauspielschule des Düsseldorfer Schauspielhauses bei Louise Dumont und wurde Ensemblemitglied des Stadttheaters Posen. Schaeffers Begegnung mit dem Kabarettisten Rudolf Nelson führte zu einer 17 Jahre andauernden Verbundenheit.

Zu dieser Zeit begann Schaeffers, der ab 1909 in Berlin lebte, als Kabarettist aufzutreten. Gastauftritte führten ihn nach Hamburg und München. 1910 kam er zum Stummfilm. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat. Nach einer Verwundung betätigte er sich als Unterhaltungskünstler in Lazaretten und Kasernen.

Gleich nach dem Ersten Weltkrieg erschien er wieder auf den Berliner Bühnen. Vor allem in Operetten und Revuen hatte er zahlreiche Auftritte. 1928 erhielt er den Harry Lamberts-Paulsen Ring. Besonders bekannt wurden seine Darbietungen als Conférencier im Kabarett der Komiker, dessen Direktor er von 1938 bis 1944 war. Im ersten deutschen Tonfilm Die Nacht gehört uns von 1929 war er in einer Chargenrolle besetzt, was symptomatisch für seine Filmrollen war.

mini|Grabstein von Willi Schaeffers auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend

In verschiedenen Spielfilmen übernahm Schaeffers kleine Nebenrollen. Seine Spezialität war die Karikierung von Wichtigtuern und Besserwissern bis hin zum Kaiser von China in Prinzessin Turandot. Stärker im Mittelpunkt stand er bei einigen Kurzspielfilmen, die im Vorprogramm gezeigt wurden.

Seit 1910 war er mit Gertrud „Traute“ geb. Noack verheiratetHeiratsregister Standesamt Schöneberg I, Nr. 1264/1910; die Ehe wurde 1959 geschieden. Der gemeinsame Sohn Peter war Filmproduzent, Schlagertexter und Musikverleger.

Willi Schaeffers starb am 10. August 1962 im Alter von 77 Jahren in einem Münchener Krankenhaus an einem Hirnschlag.Willi Schaeffers, Altmeister des Kabaretts, gestorben. In Hamburg begann seine Karriere. In: Hamburger Abendblatt. Sonnabend/Sonntag, 11./12. August 1962. S. 9. Abgerufen am 15. November 2019. Beigesetzt wurde er auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße im heutigen Ortsteil Berlin-Westend (Grablage: 15-157).Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2006, ISBN 978-3-7759-0476-6. S. 199. Die letzte Ruhestätte von Willi Schaeffers war von 1975 bis 2001 als Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet. Vorlage – zur Kenntnisnahme – über die Anerkennung und weitere Erhaltung von Grabstätten namhafter und verdienter Persönlichkeiten als Ehrengrabstätten Berlins (PDF, 158 kB). Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 14/1607 vom 1. November 2001, S. 6. Abgerufen am 15. November 2019. Das Grab wurde inzwischen aufgelöst, der Grabstein ist jedoch als Gedenkstein neben der Grabstelle erhalten geblieben.Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin: Prominentengrabstätten auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße. Aushang auf dem Friedhof. Stand: November 2012. Abgelesen am 3. Dezember 2019.

Im Rahmen einer TV-Dokumentation über Kabarettisten während der Nazi-Zeit wurde Schaeffers irrtümlich eine zynische Aussage über „Konzertlager“ zugeordnet, die aber von Kurt Wallner vorgetragen wurde.Eingesehen und ausgewertet, aus Der Spiegel 31/1999.

Filmografie 1913: Die blaue Maus 1913: Die blaue Maus, 2. Teil 1920: Der Reigen 1920: Der Fakir der Liebe 1921: Ein Erpressertrick 1921: Cocain (Regie) 1922: Sie und die Drei 1927: Die Frau ohne Namen (2 Teile) 1928: Küsse, die man nicht vergißt 1929: Gestörtes Ständchen (Kurzfilm) 1929: Und Nelson spielt (Kurzfilm) 1931: Gassenhauer 1931: Kabarett-Programm Nr. 1 (Kurzfilm) 1931: Kabarett-Programm Nr. 5 (Kurzfilm) 1932: Peter Voß, der Millionendieb 1932: Kiki 1934: Der schwarze Walfisch 1934: Was bin ich ohne Dich 1934: Der kühne Schwimmer 1934: Spiel mit dem Feuer 1934: Da stimmt was nicht 1934: Jede Frau hat ein Geheimnis 1934: Ich tanke, Herr Franke (Kurzfilm) 1934: Mucki (Kurzfilm, Drehbuch) 1934: Ich heirate meine Frau 1934: Prinzessin Turandot 1934: Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund 1935: Alle Tage ist kein Sonntag 1935: Der mutige Seefahrer 1935: Alles weg'n dem Hund 1935: Wenn die Musik nicht wär' 1935: Im weißen Rößl 1935: Die lustigen Weiber 1936: Familienparade 1936: Der Streithammel (Kurzfilm) 1936: Das Schloß in Flandern 1936: Der verkannte Lebemann 1936: Männer vor der Ehe 1937: Womit schnurrt die Katze? (Kurzfilm) 1937: Menschen ohne Vaterland 1937: Jürgens riecht Lunte (Kurzfilm) 1937: Brillanten 1937: Der Lachdoktor 1938: Monika – Eine Mutter kämpft um ihr Kind 1938: Das Ehesanatorium 1938: Das Geheimnis um Betty Bonn 1938: Es leuchten die Sterne 1938: Narren im Schnee 1938: Der Fall Deruga 1938: Rote Orchideen 1938: Träume sind Schäume (Kurzfilm) 1939: Ein schwieriger Fall 1949: Diese Nacht vergess ich nie! 1953: Damenwahl 1953: Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein 1953: Schlagerparade 1954: Aus Kindern werden Leute 1957: Das Glück liegt auf der Straße 1957: Die große Chance 1958: Sebastian Kneipp – der Wasserdoktor

Werke Alles gestohlen. Ein merkwürdiges Gemisch von Blödsinn, Geschmacklosigkeiten und geistreich sein sollenden Gedichten in 7 Abteilungen. Borngräber, Berlin 1910. Ich warne Neugierige oder Wer's zu spät liest wird bestraft! 1 Lehrlingsstück, 3 Gesellenstücke, das andere alles (327) Meistervortragsstücke aus der Werkstatt von Schaeffers and sons Ltd. Borngräber, Berlin 1912. mit Hans Gerbeck: Revolution im Bienenkorb. Komödie in 3 Akten und einem Vorspiel. Meisel, Berlin 1912 (Unverkäufliches Bühnenmanuskript). als Herausgeber: Bunte Platte. Ein Vortragsbuch für Jedermann. Staneck, Berlin 1953. Tingeltangel. Ein Leben für die Kleinkunst. Aufgezeichnet von Erich Ebermayer. Broschek, Hamburg 1959.

Literatur

Jörg Schöning: Willi Schaeffers – Schauspieler, Kabarettist. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 7, 1986. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 72 f.

Weblinks

Willi Schaeffers bei www.cyranos.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1962 Kategorie:Mann