Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. (DGGG) ist eine wissenschaftliche Vereinigung von Psychologen, Sozialwissenschaftlern, Biologen, Juristen, Praktikern und Medizinern, die in der Alterskunde und Altersheilkunde tätig sind. Der Verein fördert Forschung und Lehre über das Altern in den unterschiedlichen Fachdisziplinen. Sie ist Mitglied im Weltverband der Wissenschaftlichen Gerontologischen Gesellschaften und in der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Organisation Es gibt vier Sektionen: Sektion I: Gesellschaft für Experimentelle Gerontologie Sektion II: Gesellschaft für Geriatrische Medizin Sektion III: Gesellschaft für Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie Sektion IV: Gesellschaft für Soziale Gerontologie und Altenarbeit
Die Sektionen regeln ihre spezifischen Angelegenheiten selbständig. Jede Sektion hat einen Vorsitzenden und mindestens einen Stellvertreter, die zusammen mit dem Präsidenten, dem Präsidenten-elect, dem Past-Präsidenten und dem Sekretär das Präsidium bilden.
Tagungen In zweijährigem Abstand veranstaltet die Gesellschaft Kongresse, auf denen Themen der Gerontologie und Geriatrie auf interdisziplinärer Basis behandelt werden.
Leitlinien zur Behandlung Die Gesellschaft entwickelt zu Themen ihres Fachgebiets medizinische Leitlinien, die im Rahmen des AWMF-Leitlinienprogramms veröffentlicht werden.
Max-Bürger-Preis Ab 1976 vergab die Gesellschaft den seit 1967 jährlich verliehenen Max-Bürger-Preis alle zwei Jahre im Rahmen ihrer Kongresse. Der Preis, den etwa Ursula Lehr 1973 erhalten hatte, war mit einem Betrag von zuletzt 12.500 Euro dotiert, der durch Unternehmen gestiftet wurden, so beispielsweise im Jahr 2004 durch Pfizer.Varia Preise: Max-Bürger-Preis, Meldung im Deutschen Ärzteblatt, 2002, 99(47), aufgerufen am 15. Mai 2022 Im Jahr 2014 wurde die Vergabe ausgesetzt, um Bürgers Biografie von Wolfgang Wippermann historisch wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Die Mitglieder der Gesellschaft entschieden auf der Mitgliederversammlung am 26. September 2014 mit deutlicher Mehrheit, der Empfehlung des Präsidiums zu folgen, die Namensgebung nicht fortzuführen.Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie vom 1. Oktober 2014."Kritischer Liebigstraßenrundgang – die Uniklinik Leipzig in der NS-Zeit" (Station VI), auf der Webseite von Kritmed Leipzig, aufgerufen am 15. Mai 2022 Der Max-Bürger-Preis wurde von 2016 an umbenannt in „Großer Preis der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie“. Er ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das unter mehreren Bewerbern aufgeteilt werden kann.
Geschichte 1938 gründete der Internist Max Bürger in Leipzig die „Deutsche Gesellschaft für Altersforschung“, die sich ein Jahr danach in „Deutsche Gesellschaft für Alternsforschung“ umbenannte.Stichtag 5. Februar 1966 Max Bürger stirbt in Leipzig, Artikel vom 5. Februar 2016 auf ww1.wdr.de, aufgerufen am 15. Mai 2022 Im Nachkriegsdeutschland wurde die Gesellschaft bis 1964 in der DDR zunächst weitergeführt.
Der Verein wurde 1992 auf ihrem gemeinsamen 1. Kongress nach der deutschen Wiedervereinigung in Berlin als bundesweite Gesellschaft umgegründet. Sie fasste die seit 1966 in der Bundesrepublik bestehende Deutsche Gesellschaft für Gerontologie (DGG) mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie der DDR zusammen.Hans-Werner Wahl, Vera Heyl: Gerontologie. Einführung und Geschichte. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-17-026125-9.
Präsidenten 1966–1977 René Schubert 1977–1980 Hans Thomae 1980–1985 Erich Lang 1985–1987 Ingeborg Falck 1987–1991 Rudolf M. Schütz
bzw. in der DDR (Gesellschaft für Alternsforschung der DDR) 1966–1969 Werner Ries 1969–1973 H. Siggelkow 1973–1979 Friedrich-Horst Schulz 1979–1984 W. Rühland 1984–1991 J. Haase
nach 1991 (DGGG) 1991–1997 Rudolf-Maria Schütz 1997–1998 Ursula Lehr 1998–2002 Wolf Oswald 2002–2004 A.-K. Meyer 2004–2008 Thomas Klie 2008–2010 Clemens Tesch-Römer 2010–2012 Manfred Gogol 2012–2014 Andreas Simm 2014–2016 Astrid Hedtke-Becker
Literatur Hendrik Thiene: Max Bürger – Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Leipziger Medizinischen Universitätsklinik 1937–1945 und 1947–1957. Dissertation Leipzig 2010.
Weblinks Offizielle Website Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Einzelnachweise
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