In Österreich leben gegenwärtig (per 1. Juli 2025) 9.200.931 Menschen – 3.718 Personen bzw. 0,04 % mehr als zu Jahresbeginn 2025.
Die Bevölkerungszahl steigt seit Jahren, insbesondere durch eine verstärkte Einwanderung. Für das Jahr 2050 wird eine Bevölkerungszahl von knapp 9,8 Millionen Einwohnern erwartet; die Hauptstadt Wien hat bereits im Jahr 2023 die 2-Millionen-Marke überschrittenTabelle zum Bevölkerungsstand und Bevölkerungsbewegung in Wien (5.2.13) https://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerungsstandLandestatistik Wien: Wien ist wieder Zwei-Millionen-Metropole: Wie es dazu kam. 6. Oktober 2023, abgerufen am 2. Oktober 2025..
Österreich weist im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Staaten eine relativ ausgewogene Altersstruktur auf.
Bevölkerungsentwicklung
Jahresdurchschnitts-bevölkerunglaut Statistik Austria Datum Einwohner um 1527 1.500.000 um 1600 1.800.000 um 1700 2.100.000 1754 2.728.000 1780 2.970.000 1790 3.046.000 1800 3.064.000 1810 3.054.000 1821 3.202.000 1830 3.476.500 1840 3.649.700 1850 3.879.700 1857 4.075.500 1870 4.520.000 1880 4.941.000 1890 5.394.000 1900 5.973.000 1910 6.614.000 1913 6.767.000 1919 6.420.000 1923 6.543.000 1930 6.684.000 1939 6.653.000 1951 6.935.000 1961 7.086.000 1971 7.500.000 1981 7.569.000 1988 7.585.000 1991 7.755.000 2001 8.042.000 2011 8.389.000 2016 8.740.000 2022 9.052.856 2024 9.158.750 Quellen vor 1870: unbekanntab 1870 Bevölkerungsgeschichte Die Volkszählung in Österreich-Ungarn 1869 war die erste Volkszählung, die heutigen Kriterien entspricht. Auf dem Staatsgebiet der heutigen Republik Österreich stieg die Einwohnerzahl bis 1910, der letzten Zählung vor Beginn des Weltkrieges, stetig an. Bis zum „Auseinanderbrechen“ des Habsburgerreiches 1918 am Ende des Ersten Weltkriegs war die starke Bevölkerungszunahme auf dem heutigen Gebiet der Republik zu einem beträchtlichen Teil auf die Binnenwanderung aus den Kronländern zurückzuführen. Die arbeitssuchenden Übersiedler aus ärmeren Regionen ließen sich vor allem in den Großstädten nieder, insbesondere in Wien. Bürger Altösterreichs und Altungarns konnten sich auf dem Gebiet der Donaumonarchie frei bewegen und überall niederlassen.
Als Folge des Ersten Weltkrieges schrumpfte die Bevölkerung um 347.000 Personen. Auch waren viele vormalige Staatsbedienstete aus den ehemaligen Kronländern in ihre neuen Nationalstaaten „zurückgekehrt“. Die Bevölkerungszahl stieg bis 1935 kontinuierlich an und nahm dann bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs (1. September 1939) auf 6.653.000 Personen ab. Als 1946 die ersten Einwohnerzahlen nach Ende des Krieges auf Grundlage der Lebensmittelkarten ermittelt wurden, zählte man rund 7.000.000 Menschen. Eine Ursache des Anstiegs war die große Zahl von Menschen, die in der letzten Phase des Krieges nach Österreich geflüchtet waren.
Bis 1953 – Flüchtlinge und Displaced Persons waren großteils in ihre Heimat zurückgekehrt oder weitergewandert – sank die Einwohnerzahl auf 6.928.000 Personen. Nachdem sowjetische Truppen im November 1956 den Ungarischen Volksaufstand blutig niedergeschlagen hatten, flohen über 200.000 Ungarn nach Österreich. Etwa 70.000 von ihnen blieben dauerhaft in Österreich. Hohe Geburtenraten ließen die Einwohnerschaft im Jahr 1974 auf 7.599.000 Personen in Österreich ansteigen - ein neuer Höchststand. Danach wechselten sich Rückgang und Zuwachs ab, bis ab 1987 die Bevölkerungszahl wieder merklich zu steigen begann (die Baby-Boomer gründeten Familien; nach dem Fall des Eisernen Vorhangs (1989/90) immigrierten Menschen aus dem ehemaligen Ostblock; während der Jugoslawienkriege (März 1991 bis August 2001) und danach kamen zahlreiche Kriegsflüchtlinge nach Österreich). Österreich hatte Ende 2004 8.260.000 Einwohner; dies entsprach 1,8 % der EU-Bevölkerung.
Zwischen 1754 und 1857 war die anwesende Zivilbevölkerung gezählt worden. Von 1869 bis 1981 basierten die Zahlen auf den alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählungen, wobei es zwischen den Zählungen Fortschreibungen gab. Von 1869 bis 1923 wurde die anwesende Zivilbevölkerung gezählt und von 1934 bis 1981 die Wohnbevölkerung. 1982 bis 2001 wurden weiterhin Volkszählungen abgehalten; außerdem wurde rückwirkend aus Fortschreibungen die Jahresdurchschnittsbevölkerung ermittelt. Seit 2002 basieren die Bevölkerungszahlen auf dem Zentralen Melderegister, aus dem sie jederzeit ermittelt werden können. Volkszählungen zur Ermittlung des Einwohnerstandes sind daher in Österreich nicht mehr nötig.
Prognose Laut Prognosen der Bundesanstalt Statistik Österreich halten sich Geburten und Sterbefälle in Österreich noch für etwa 20 Jahre die Waage, danach werden die Geburten- voraussichtlich unter den Sterbezahlen liegen, was zu einem höheren Altersdurchschnitt führen wird. Durch Zuwanderung wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 allerdings auf rund 9,8 Millionen anwachsen.Statistik Austria: Bevölkerungsprognosen für Österreich und die Bundesländer
Bevölkerungsbewegung Heute ist Österreich – als einer der wohlhabendsten Staaten der Welt – ein Einwanderungsland. Das war jedoch nicht immer so. Zur Zeit der Industrialisierung gab es zwar eine große Binnenwanderung aus Böhmen und Mähren, wo damals die gleiche österreichische Staatsbürgerschaft galt wie im heutigen Österreich. Nach 1918 wanderten aber bis zum Zweiten Weltkrieg in der Regel jährlich mehr Österreicher aus, als Ausländer einwanderten.
Ausnahmen der traditionellen Auswanderungstendenz aus Österreich waren die Einwanderungswellen aus Ungarn, erstmals um 1920 aufgrund politischer Turbulenzen, und dann 1956 nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes durch die Sowjetunion, sowie aus der Tschechoslowakei 1968 nach Beendigung des Prager Frühlings. Eine Ausnahme war auch die kurzfristige Zuwanderungstendenz aus dem Deutschen Reich, als 1933 die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Macht erhielten und vor allem Juden zur Flucht drängten. Diese fand spätestens 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ihr Ende.
Seit dem enormen Wirtschafts- und Wohlstandswachstum, das in den 1950er-Jahren begann und Österreich bis heute zu einem wohlhabenden Land machte, drehte sich die Wanderungsbilanz um. Gastarbeiter wurden gezielt angeworben, später erreichten Österreich immer wieder Flüchtlingsströme, etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien während der Jugoslawienkriege. Aus der Türkei kamen viele Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa und damit auch nach Österreich. In den letzten Jahren verstärkte sich auch die Zuwanderung aus Deutschland nach Österreich, da hier die Chancen auf einen Arbeitsplatz größer empfunden wurden oder werden als dies in Deutschland der Fall war/ist. Deshalb trieb es viele Deutsche, vor allem aus den Gebieten der östlichen Bundesländer, in die österreichischen Tourismusgebiete. Heute sind die deutschen Staatsbürger mit 109.000 (Stand 1. Jänner 2007) nach den Serben und Montenegrinern, sowie den Türken bereits die drittgrößte Gastarbeitergruppe in Österreich. Statistik Austria, September 2007.
Im Jahr 2008 hatten rund 1.441.500 Österreicher einen Migrationshintergrund. Darunter versteht man die Zuwanderer der 1. und 2. Generation, also jene Personen, die im Ausland geboren wurden und nach Österreich zugewandert sind (1. Generation), sowie jene Personen, die im Inland als Kinder von im Ausland geborenen Eltern zur Welt gekommen sind (2. Generation). Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt in Österreich bei 17,5 % der Gesamtbevölkerung. Den höchsten Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund weist Wien auf (35,4 %).
Auswanderung mini|Als Österreich noch Auswanderungsland war: Österreichisch-Ungarische Passagiere auf einem Schiff in die Vereinigten Staaten Anfang des 20. Jahrhunderts. Zur Zeit der Industrialisierung, ab etwa 1850, liegen erstmals Aufzeichnungen über Auswanderung aus Österreich vor. Damals zählten allerdings auch noch zahlreiche Gebiete zu Österreich, die heute eigenständige Nationen sind oder anderen Nationen angehören.
Zwischen 1876 und 1910 wanderten rund 3,5 Millionen (andere Zahlen geben bis zu 4 Millionen an) Einwohner der Doppelmonarchie aus, da sie arbeitslos waren und anderswo bessere Lebensbedingungen erhofften. Von diesen rund 3,5 Millionen waren 1,8 Millionen aus der cisleithanischen Reichshälfte und 1,7 Millionen aus der transleithanischen Hälfte. Fast 3 Millionen von ihnen hatten als Reiseziel die Vereinigten Staaten, 358.000 wählten Argentinien als neue Heimat aus, 158.000 gingen nach Kanada, 64.000 nach Brasilien und 4.000 nach Australien. Der Rest verteilte sich auf andere Länder.
Allein 1907 wanderte eine halbe Million Menschen aus. Die Regierungen Österreichs und Ungarns waren besorgt, da unter den Auswanderern viele arbeitsfähige junge Männer waren. Auf die Ursachensuche machte man sich erst später. Sicher ist der Zusammenhang von Auswanderung, Industrialisierung und Landflucht. 1901–1905 wurden allein in Österreich 65.603 Liegenschaften, davon 45.530 kleine Parzellen, öffentlich versteigert. Ausgewanderte Bekannte und Familienangehörige schrieben oft begeistert von „drüben“ zurück – manchmal waren gleich bezahlte Schiffsfahrkarten beigelegt. Aus dem Burgenland wanderten in den 1920er Jahren über 60.000 Personen aus.50 Jahre Burgenländische Gemeinschaft auf ORF vom 23. März 2007
Die wichtigsten Ausgangshäfen für die Auswanderer waren Hamburg und Bremen, von wo aus mit den großen deutschen Reedereien, dem Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika-Linie, abgereist wurde. Dauerte eine Schifffahrt nach New York zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit den ersten Dampfschiffen noch rund einen Monat, so betrug die Fahrtzeit um 1900 bei gutem Wetter nur noch eine Woche. Von Triest aus, wo die Austro-Americana die einzige österreichische Auswandererlinie war, dauerte eine Reise jedoch noch 15 Tage. Jährlich wurden 32 bis 38 Fahrten in die USA durchgeführt. Die Reisebedingungen waren für die zumeist armen Auswanderer oft miserabel. Für die Reedereien, die am Komfort für die weniger wohlhabenden Passagiere sparten, wo sie konnten, war das Auswanderergeschäft äußerst lukrativ und daher sehr hart umkämpft.
Die meisten Auswanderer kamen aus Galizien im heutigen Polen und in der Ukraine. 1907–1912 waren es 350.000, wie aus einer Interpellation von polnischen Reichsratsabgeordneten an verschiedene österreichische Minister am 12. März 1912 hervorging.H. F. Mayer, D. Winkler: In allen Häfen war Österreich – Die Österreichisch-Ungarische Handelsmarine. Wien 1987, S. 88 ff.