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Klein-Auheim ist ein Stadtteil von Hanau in Hessen.
Geographie mini|hochkant=1.2|Klein-Auheim von Norden Der Ort liegt auf einer Höhe von 104 m über NHN, etwa 4 km südlich des Stadtzentrums von Hanau. Es grenzt im Nordwesten an den Stadtteil Steinheim, im Norden und im Osten an den Stadtteil Großauheim, im Südosten an die Gemeinde Hainburg, im Süden an die Stadt Obertshausen (beide Landkreis Offenbach), sowie im Westen an den Stadtteil Lämmerspiel der Stadt Mühlheim am Main (Landkreis Offenbach).
Geschichte Mittelalter Auheim lag im fränkischen Maingau. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes könnte ein für 806 genanntes Euuicheim oder Ewichheim sein. Die Nennung findet sich in der Kopie einer Schenkungsurkunde von Irminrat und ist im Codex Eberhardi kopiert.Edmund E. Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10, Bd. 1, Nr. 521, S. 503. Der Name könnte sich vom Personennamen Ewic ableiten. Die Endung -heim ist typisch für eine Ortsgründung in fränkischer Zeit. Da die Originalurkunde aber nicht vorliegt, nur die Abschrift in einem Kopiar, scheint es möglich, dass hier ein Übertragungsfehler vorlag und der Kopist eine ursprünglich Schreibung Ennicheim als Euuicheim gelesen und übertragen hat. Bei Ennicheim bezöge sich der Eintrag auf Enkheim.Peter Jüngling: Hanau-Kesselstadt – Zur Archäologie einer Pfarrkirche in Hanau = Hanauer Schriften zur Archäologie und Geschichte 1. Hanau, 2004, S. 26f.
In erhaltenen Urkunden späterer Zeit wurde Klein-Auheim unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Oweheim (1062), Auheim (1255), Auheim bi Steinheim (1343), Clein Awheim (1532), Auvhaim bey Stainhaim (1577) und Clein Awheim (1594). 1270 wurden Klein- und Großauheim erstmals getrennt erwähnt.
1255 wird in Auheim eine Kirche genannt. Deren Patrozinium lag bei den Aposteln Peter und Paul, das Kirchenpatronat beim Mainzer Domkapitel.
Klein-Auheim lag im Amt Steinheim, das zunächst den Herren von Eppstein gehörte und ab 1371 als Pfand je zur Hälfte den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau. 1393 gelangte das Pfand insgesamt an die Herren von Cronberg. 1425 verkaufte Gottfried von Eppstein das Amt Steinheim an das Kurfürstentum Mainz.
Frühe Neuzeit In den Jahren von 1631 bis 1634, während des Dreißigjährigen Kriegs, beschlagnahmte König Gustav II. Adolf das Amt Steinheim – und damit auch Klein-Auheim – als Kriegsbeute und stattete die nachgeborenen Hanauer Grafen Heinrich Ludwig von Hanau-Münzenberg (1609–1632) und Jakob Johann von Hanau-Münzenberg (1612–1636), die mit ihm verbündet waren, damit aus.Richard Wille: Hanau im Dreißigjährigen Krieg. Hanau 1886, S. 91, 593f. Da beide Grafen schon bald starben und der Westfälische Friede auf das Normaljahr 1624 abstellte, kam Klein-Auheim wieder an Kurmainz, wo es bis 1803 verblieb, als es im Zuge der Säkularisation an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die 1806 zum Großherzogtum Hessen wurde, fiel.
Verwaltungsmäßige Zugehörigkeit Bis 1821 nahm das Amt Steinheim Verwaltung und Rechtsprechung in Klein-Auheim wahr. Mit der Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen in diesem Jahr wurden auch hier auf unterer Ebene Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Für die Verwaltung wurden Landratsbezirke geschaffen, die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichten übertragen. Der Landratsbezirk Seligenstadt erhielt die Zuständigkeit für die Verwaltung unter anderem für das gleichzeitig aufgelöste Amt Steinheim. Durch verschiedene Verwaltungsreformen gehörte Klein-Auheim dann ab 1832 zum Kreis Offenbach, 1848 zum Regierungsbezirk Darmstadt und 1852 wieder zum Kreis Offenbach. Dieser wurde 1939 in „Landkreis Offenbach“ umbenannt.§ 1 Abs. 3 Dritte Verordnung über den Neubau des Reichs. In: RGBl. I S. 1675.
Zum 1. Juli 1974 wurde Klein-Auheim – wie auch das benachbarte Steinheim – im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Hanau eingegliedert. 2006 feiert der Ort, wie auch sein Nachbarort Großauheim, die 1200-Jahr-Feier, bezogen auf die älteste erhaltene Erwähnung.
Gerichtliche Zuständigkeit Bei der Reform 1821 übernahm das Landgericht Steinheim die erstinstanzliche Rechtsprechung in Klein-Auheim, die zuvor das Amt Steinheim wahrgenommen hatte. Der Sitz des Gerichts wurde zum 1. Juli 1835 nach Seligenstadt verlegt und die Bezeichnung in „Landgericht Seligenstadt“ geändert.Bekanntmachung, die Verlegung des Landgerichtssitzes von Steinheim nach Seligenstadt betreffend vom 12. Mai 1835. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 29 vom 21. Mai 1835, S. 277. Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz von 1877 wurden Organisation und Bezeichnungen der Gerichte reichsweit vereinheitlicht. Zum 1. Oktober 1879 hob das Großherzogtum Hessen deshalb die Landgerichte auf. Funktional ersetzt wurden sie durch Amtsgerichte.§§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f. So ersetzte das Amtsgericht Seligenstadt das Landgericht Seligenstadt. Infolge der hessischen Gebietsreform 1874 wurde auch die gerichtliche Zuständigkeit für Klein-Auheim auf das Amtsgericht Hanau übertragen..
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Klein-Auheim 7350 Einwohner. Darunter waren 744 (10,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 1272 Einwohner unter 18 Jahren, 3207 zwischen 18 und 49, 1479 zwischen 50 und 64 und 1395 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 3282 Haushalten. Davon waren 1026 Singlehaushalte, 963 Paare ohne Kinder und 954 Paare mit Kindern, sowie 276 Alleinerziehende und 66 Wohngemeinschaften. In 675 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2289 Haushaltungen lebten keine Senioren. Einwohnerentwicklung 1576: 35 Familien 1961: 1174 evangelische (= 20,01 %), 4567 katholische (= 77,84 %) Einwohner
Religion Klein-Auheim war traditionell römisch-katholisch, da es in der Zeit der Reformation zum Kurfürstentum Mainz gehörte. Die römisch-katholische Kirche des Ortes ist St. Peter und Paul.St. Peter und Paul-Kirche, abgerufen am 7. April 2012. Die evangelische Erlöserkirche wurde erst am 27. April 1958 eingeweiht.
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen links|100px|Wappen von Klein-Auheim Blasonierung: „Auf rotem Schild das Mainzer Rad mit aufgelegtem Eppsteiner Schild, den roten Sparren auf silbernen Grund.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Klein-Auheim im Landkreis Offenbach am 6. September 1956 durch das Hessische Innenministerium genehmigt, gestaltet wurde es durch den Heraldiker Georg Massoth.
Es kombiniert die Wappen des Kurfürstentum Mainz (Mainzer Rad) mit dem der Herrschaft Eppstein, zu denen der Ort früher gehörte.
Flagge Die Flagge der Gemeinde Klein-Auheim wurde am durch das Innenministerium am 28. Januar 1957 genehmigt und wird, wie folgt beschrieben wird: „Auf weißer Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Gemeindewappen.“
Sehenswürdigkeiten Naturdenkmal Eine Stieleiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,10 m (2014) ist das einzige Naturdenkmal Klein-Auheims. Der Baum steht im Naturschutzgebiet Untere Fasanerie von Klein-Auheim und ist von öffentlichen Wegen aus nicht sichtbar.
Fasanerie mini|Haupteingang von Wildpark und Forstmuseum Klein-Auheim
Bei Klein-Auheim befindet sich der Wildpark Alte Fasanerie, ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und weit über die Grenzen Hanaus bekannt.
Wirtschaft und Infrastruktur Klein-Auheim war bis 1968 Sitz des bekannten Zweiradherstellers Bauer. Zudem befand sich in Klein-Auheim die Peter-BRT Gummiwerke AG (Vorstandsvorsitzender war Helmut DietzWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 224.).
Bildung In Klein-Auheim befindet sich eine Grundschule, die Friedrich-Ebert-Schule. Weiterführende Schulen sind im benachbarten Steinheim am Main, in Großauheim, Großkrotzenburg sowie in der Kernstadt Hanau vorhanden.
Verkehr Die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 43a führt an Klein-Auheim vorbei und bindet den Ort an das überregionale Autobahnnetz an.
Klein-Auheim besitzt mit dem Bahnhof Hanau-Klein Auheim einen Anschluss an die Odenwaldbahn. Die Hanauer Straßenbahn AG bedient Klein-Auheim mit Bussen der Linien 4 und 6S. Zudem führt die Regionalbuslinie OF 87 durch Klein-Auheim und bietet eine direkte Verbindung zum Hanauer Hauptbahnhof sowie dem benachbarten Ort Hainburg und führt weiter bis zum Bahnhof Seligenstadt.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Stadtteils Willi Rehbein (1911–1995), Altbürgermeister (1960–1974) Waldemar Klein (1920–2010), Ehrenpräsident der Offenbacher Kickers Gustav Neudecker (1921–2009), Hornist und Musikpädagoge Emil Horn (1927–1982), Politiker, Mitglied des Hessischen Landtags
Literatur Erhard Bus: Die Einwohner daselben arbeiten sehr fleißig.... Ortschronik zur Geschichte Klein-Auheims anlässlich des 1200. Jahrestages der urkundlichen Ersterwähnung 2006. 2005. 536 S. Carolin Krumm: Kulturdenkmäler in Hessen – Stadt Hanau. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 2006, ISBN 3-8062-2054-9, S. 516–531. Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 386–388. Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 127. Georg Schäfer u. a.: Kreis Offenbach = Teilband von: Rudolf Adamy: Die Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen. 1885, S. 94–96.
Weblinks
Regionalportal 's Blättsche, Klein-Auheim und Umgebung, Aktuelles und Geschichtliches aus der Region. Portal wird zum 31. Oktober 2025 eingestellt.
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Hanau Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ersterwähnung 806