Besonders zu Zeiten der Habsburgermonarchie verfügte Wien als Hauptstadt eines großen Reichs über zahlreiche militärische Einrichtungen, die der Verwaltung und dem Dienstbetrieb des Heeres dienten. Zahlreiche heute zivil genutzte Gebäude und Institutionen besitzen eine militärische Vorgeschichte.

Arsenal Die Errichtung des Arsenals, ursprünglich k.k. Artillerie-Arsenal, war eine Folge der Revolution des Jahres 1848. Heeresgeschichtliches Museum

Kaiserliches Arsenal Im 16. Jahrhundert verstand man in Wien unter dem Begriff „Kaiserliches Arsenal“ hauptsächlich Werften, die Kriegsschiffe für die Donau herstellten. ältestes Kaiserliches Arsenal 2. Kaiserliches Arsenal 3. Kaiserliches Arsenal

Kaiserliche Zeughäuser Das Kaiserliche Zeughaus, auch „Oberes Arsenal“ genannt, befand ich im 1. Wiener Gemeindebezirk in der Renngasse und diente von 1587 bis 1848 als Depot für die kaiserliche Waffensammlung (heute Hofjagd- und Rüstkammer, Kunsthistorisches Museum, Neue Burg). Das Kaiserliche Zeughaus, auch „Unteres Arsenal“ genannt, befand sich im 1. Wiener Gemeindebezirk an der Seilerstätte 22 und diente von 1677 bis 1869 dem Gießen großer Geschütze und als Kaserne.

Bürgerliches Zeughaus Das Bürgerliche Zeughaus befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk auf dem Platz Am Hof Nummer 10. Heute beherbergt es die Zentrale der Wiener Berufsfeuerwehr, der ältesten der Welt.

Wiener Stadtmauern

Burgmauer Zwischen dem 11. Jahrhundert bis etwa 1200 diente die entsprechend adaptierte und weitgehend erhalten gebliebene römische Lagermauer als Stadtmauer. Der künstlich geschaffene Graben verlief im Bereich Graben und Naglergasse. Ansonsten schützten natürliche Gewässer die Burgmauer. Ringmauer

Ungefähr zwischen 1200 und Ende des 16. Jahrhunderts beziehungsweise Anfang des 17. Jahrhunderts schützte die mit dem Lösegeld für den englischen König Richard Löwenherz bezahlte Ringmauer gemeinsam mit dem Stadtgraben die erweiterte Stadt. Nach ihrer Fertigstellung wurde die Burgmauer aufgelassen. Festungsmauer

Nach der Ersten Türkenbelagerung wurde zwischen 1531 und 1672 die Ringmauer durch einen Befestigungsgürtel mit Basteien, Kurtinen, Ravelins und dem Stadtgraben (mit Ausnahme des Abschnitts entlang dem heutigen Donaukanal) ersetzt.

Vor dem Abzug der Franzosen 1809 wurden Teile der Stadtmauer gesprengt. Zwischen 1817 und 1824 wurde die Festungsmauer zwischen Löwel- und Augustinerbastei bis zur heutigen Wiener Ringstraße vorverlegt. 1854 bis 1857 wurden die Biber- und die Dominikanerbastei abgebrochen, um Platz zu schaffen für die Kaiser-Franz-Joseph-Kaserne. 1817 wurde auch der Charakter Wiens als Festung von Kaiser Franz I. aufgehoben und die meisten Basteien zur Promenade freigegeben. Am 20. Dezember 1857 ordnete Kaiser Franz Joseph I. den Abbruch der Befestigungen und die Verbauung des Glacis an. Stadtgraben

Der Stadtgraben umgab die gesamte Stadt mit Ausnahme des am heutigen Donaukanal gelegenen Teils. Geflutet werden konnte er vom Donaukanal aus, vom Ottakringer Bach und vom Wienfluss. In Friedenszeiten wurde er als Weideplatz für das Vieh genutzt. 1452 beherbergte er für Ladislaus Postumus einen Tiergarten, der nach dessen Tod aber wieder aufgelassen wurde. Ab 1530 wurde er zur Fischzucht benutzt, bis er 1637 wieder trockengelegt wurde. Nach der Türkenbelagerung 1683 wurde er zum Teil mit Bäumen bepflanzt und war nach den Franzosenkriegen eine beliebte Promenade. Die Idee, den Stadtgraben zu überdachen und darin eine Pferdebahn zu errichten, wurde nicht verwirklicht. Beim Abbruch der Stadtmauer ab 1858 wurde der Stadtgraben planiert. Linienwall

Der Linienwall wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts zum Schutz der Vorstädte vor Einfällen aufständischer Ungarn geschaffen und erhielt später vor allem fiskalische Bedeutung als Einhebungsgrenze für städtische Verbrauchssteuern. Der Linienwall wurde in den 1890er Jahren entfernt. Der frei werdende Platz diente u. a. zum Ausbau der schon vorher errichteten Wiener Gürtelstraße.

Schießplätze Die Schießplätze in Wien dienten zu Übungen in der Handhabung von Schusswaffen für militärischen Gebrauch, sportliche Verwendung und zum Selbstschutz der Bürger, falls sie ihre Stadt verteidigen mussten. Elementarschießplatz Schießplatz Mauer Schießplatz Stammersdorf

Exerzier- und Paradeplätze Im kaiserlichen Wien gab es in der Nähe der Kasernen zahlreiche Exerzierplätze, von denen aber die wenigsten im militärischen Besitz waren. Ärarisches Eigentum waren das Josefstädter Glacis und die Schmelz. Josefstädter Glacis

Das Josefstädter Glacis erstreckte sich zwischen der heutigen Auersperg- und Lenaugasse, der Wiener Ringstraße, Universitätsstraße und dem Schmerlingplatz. Militärisch genutzt als Exerzierplatz wurde das Areal von 1783 bis zur Errichtung des Neuen Rathauses ab 1872. Kaiser Franz Joseph I. erteilte die Genehmigung zur Verbauung gegen die Vorstellungen des Heeres. Schmelz

Die Schmelz ist ein ehemals sehr großer Parade- und Exerzierplatz, dessen unverbaute Reste heute zur Gänze im 15. Wiener Gemeindebezirk, Rudolfsheim-Fünfhaus, liegen.

Flaktürme Durch die Errichtung der Flaktürme (Flak = Fliegerabwehrkanone) sollte Wien vor den Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges geschützt werden.

Gaugefechtsstand Wien, „Schirachbunker“ Der Gaugefechtsstand Wien, auch „Schirachbunker“ genannt, befand sich im 16. Wiener Gemeindebezirk und wurde 1940 am Gallitzinberg bei der Jubiläumswarte errichtet. Die unterirdische Anlage wurde 1942–1945 gebaut.

Veterinärmedizinische Universität Wien Die Veterinärmedizinische Universität Wien wurde 1765 von Maria Theresia gegründet und ab 1795 als „Militair-Thierarzneyschule“ geführt.

Josephinum mini|Das Josephinum an der Währinger Straße Das Josephinum befindet sich (heute im 9. Wiener Gemeindebezirk) in der Währinger Straße 25. Aufgabe der 1783–1785 errichteten k.k. medizinisch-chirurgischen Militärakademie war die Ausbildung von Ärzten und Wundärzten für das Heer.

Militärspitäler Garnisonsspital I Das Militär-Garnisonshauptspital I befand sich im 9. Wiener Gemeindebezirk zwischen der Sensengasse und der Van-Swieten-Gasse hinter dem Josephinum. Zu diesem Spital gehörte auch das Offiziersspital in der Sensengasse. Vorgänger war der Kontumazhof, der später in ein Armenhaus umgebaut wurde.

Garnisonsspital II Das Militär-Garnisonshauptspital II befand sich im 3. Wiener Gemeindebezirk in der Rennweger Artilleriekaserne am Rennweg 89. Erzherzog-Rainer-Spital mini|Hanusch-Krankenhaus

Das Erzherzog-Rainer-Spital (Landwehrtruppenspital) befindet sich im 14. Wiener Gemeindebezirk in der Heinrich-Collin-Straße. Seit 1945 wird es unter dem Namen Hanusch-Krankenhaus von der Wiener Gebietskrankenkasse geführt.

Die sieben Baracken-Notspitäler Wiens des Ersten Weltkrieges Kriegsspital Nr. 1 Während des Ersten Weltkrieges wurde am Rand des Areals des Wilhelminenspitals im 16. Wiener Gemeindebezirk das Kriegsspital Nr. 1 in Form eines Barackenlagers errichtet. Erst 1932 wurden diese Baracken durch zwei neue Pavillons ersetzt bzw. entfernt. Kriegsspital Nr. 2 Das Kriegsspital Nr. 2 wurde 1914/1915 südlich des Kaiser-Franz-Josef-Spitals bei der Spinnerin am Kreuz (Triester Straße) errichtet.Die „Kamilluskirche“ im Wilhelminenspital, WSP-Journal, Nachrichten des Wilhelminenspitals der Stadt Wien, Ausgabe 5/2010, S. 81–83. Es besteht nicht mehr. Kriegsspital Nr. 3 Das Kriegsspital Nr. 3 wurde ebenfalls 1914/1915 in Baumgarten, damals im 13., seit 1938 im 14. Wiener Gemeindebezirk, errichtet.Oberbaumgartner Pfarrkirche Es besteht nicht mehr. Kriegsspital Nr. 4 Während des Ersten Weltkrieges wurde zwischen der Meidlinger Trainkaserne und der Hasenhutgasse im 12. Wiener Gemeindebezirk das aus 39 Baracken bestehendes Kriegsspital Nr. 4 errichtet. Aus der provisorischen Lagerkapelle entstand die so genannte Gatterhölzlkirche. Kriegsspital Nr. 5 Das Kriegsspital Nr. 5 war im 10. Wiener Gemeindebezirk. Kriegsspital Nr. 6 Das Kriegsspital Nr. 6 befand sich im 11. Wiener Gemeindebezirk im Dreieck Hasenleitengasse – Ostbahn – Am Kanal (parallel zur Aspangbahn). Geplant als Barackenspital für 4500 Patienten und 1915 errichtet, war es gegen Ende des Krieges weit überbelegt. Einer der Ärzte des Spitals war zeitweise Alfred Adler.Clara Kenner: Der zerrissene Himmel: Emigration und Exil der Wiener Individualpsychologie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-45320-9, S. 64. Die Baracken wurden nach dem Krieg mit Zwischenwänden zu Notunterkünften für Obdachlose umgebaut. Später entstand dort die Wohnsiedlung Hasenleiten.Renate Weinmüller: 75 Jahre Hasenleiten – Vom k. u. k. Kriegsspital zur Wohnsiedlung. Bezirksmuseum Simmering, Heft 35, 1990. Kriegsspitäler Nr. 7 und 8 Das Kriegsspital Grinzing wurde im 19. Wiener Gemeindebezirk zwischen Grinzinger Allee und Daringergasse errichtet, an der Station Oberdöbling der Vorortelinie und an der Straßenbahnlinie 38. Es war mit 60 Baracken für 6.000 Menschen geplant, besonders für verwundete Soldaten. Die Leitung hatte Oberstabsarzt Arnold Durig. Einer der Ärzte des Spitals war zeitweise Alfred Adler.

Militär-Medikamenten-Direktion Die Militär-Medikamenten-Direktion („Militär-Medikamentenregie“) befand sich im 3. Wiener Gemeindebezirk am Rennweg 12.

Geniedirektionsgebäude mini|Ehemalige Geniedirektion Das Geniedirektionsgebäude am Getreidemarkt 9 im 6. Wiener Gemeindebezirk wurde 1862–1865 erbaut. Daran anschließend wurde in der Lehargasse 2–4 1880 die k.u.k. Kriegsschule errichtet.

Infanteriekadettenschule, Breitenseer Kommandogebäude, „Kommandogebäude General Körner“

Das Breitenseer Kommandogebäude befindet sich in der Hütteldorfer Straße 126 im 14. Wiener Gemeindebezirk.

Auf Teilen des Areals wurden das ehemalige Bezirkspolizeikommissariat und die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt errichtet.

Invalidenhaus

Am 24. Jänner 1727 erwarb Erzbischof Kardinal Sigismund Graf Kollonitz mit Unterstützung von Gönnern ein Palais im 3. Wiener Gemeindebezirk (heute Invalidenstraße 1 – 11) und wandelte es in ein Armenhaus um. Ab 1784 wurde es umgebaut und wesentlich erweitert und ab 1787 mit Militärinvaliden besiedelt. 1909 wurde es geschlossen und abgebrochen. Militärinvalidenhaus: Nach der Schließung des Invalidenhauses im 3. Gemeindebezirk wurden für die Militärinvaliden im Jahr 1909 im 13. Wiener Gemeindebezirk in der Fasangartengasse 101 in einer Grünanlage Wohnhäuser und die Invalidenhauskirche errichtet. Nach beiden Weltkriegen fanden hier Militärinvalide Unterkunft. Seit dem Zweiten Weltkrieg bestimmt das Sozialministerium über die Einquartierungen, was auch Bundesbediensteten Wohnmöglichkeiten bietet. Invalidenhauskirche

Die Invalidenhauskirche im 13. Wiener Gemeindebezirk, Fasangartengasse 101, wurde am 5. Mai 1910 als zentraler Bau des Militärinvalidenhauses in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. geweiht.

Yppenheim mini|Yppenheim Das Yppenheim (auch: Filiale des Militärinvalidenhauses) befindet sich im 16. Wiener Gemeindebezirk am Lerchenfelder Gürtel 57 in Wien.

Gegründet wurde das Yppenheim als Invalidenhaus von Simon Peter Freiherr von Yppen, einem Offizier im österreichisch-niederländischen Militärkontingent. Dieser hatte einen großen Grundbesitz vor dem Linienwall erworben und ihn in seinem Testament zu einer Stiftung für Invalide bestimmt.

Auf einem Teil des Grundstücks wurde das Invalidenhaus errichtet, der Rest des Grundstücks diente bis 1848 als Exerzierplatz. Anfang der 1870er Jahre wurden der Exerzierplatz und angrenzende Felder parzelliert und als Baugründe verkauft.

Auf Anordnung des Kriegsministeriums wurde auf diesem Areal ein Park angelegt und auf Wunsch des Invalidenfonds Yppenplatz genannt. Das alte Invalidenhaus wurde 1874 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Heute dient es als Wohnhaus für Angehörige des Bundesheeres.

Kasernen