mini|Johannes Van Raay and son: Amsterdam, um 1835 (Musikinstrumentenmuseum, Brüssel) Das Giraffenklavier ist ein weiterentwickeltes Harfenklavier, dessen Resonanzraum aufrecht nach oben steht. Es sieht aus wie ein hochgestellter, aufrecht stehender Flügel, dessen Saiten in einem vertikal stehenden, einseitig gewölbten Gehäuse verlaufen. Giraffenklaviere gehören zu den Hammerflügeln und waren am Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch.
Als Erfinder des Forte-Piano en Giraffe gelten die Wiener Klavierbauer Joseph Wachtl, Jakob F. Bleyer und Martin Seuffert, die erste Instrumente dieser Art um 1805 bauten. Dokumentiert ist ein Streit um die Urheberschaft, innerhalb dessen Bleyer in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom November 1811 eine Historische Beschreibung der aufrechtstehenden Forte-Pianos veröffentlichte, in der er schreibt:
Seuffert erwiderte ein halbes Jahr später im gleichen Blatt als Rechtfertigung:
Aufrecht stehende Hammerflügel kannte man bereits Ende des 18. Jahrhunderts. Um 1800 wurde beispielsweise die Ditanaklasis gebaut. Bleyer bemängelte die Qualität der Arbeiten seiner Vorgänger, welche Instrumente gebaut hätten, die „nur als Leckerbissen ganz selten aufgetischt“ wurden und denen man „ordentlich die Schweisstropfen des Erfinders“ ansah. Er nahm für seine Werkstatt in Anspruch, die ersten brauchbaren Instrumente des vertikalen Typs hergestellt zu haben, deren erstes ein pyramidenförmiges Gehäuse hatte – die asymmetrische Form fand erst bei den nachfolgenden Modellen Verwendung.
Literatur Curt Sachs: Giraffenklavier. In: Real-Lexikon der Musikinstrumente. Julius Bard, Berlin 1913, S. 158 b ().
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