Hennweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirner Land an.

Geographie Hennweiler liegt im südlichen Hunsrück. Nördlich der Gemeinde erhebt sich der Lützelsoon, westlich liegt das Hahnenbachtal, östlich liegt das Kellenbachtal. Wenige Kilometer südlich fällt der Hunsrück zum Nahetal (Richtung Pfalz) ab.

Zu Hennweiler gehören auch die Wohnplätze Algendellerhof, Landhaus Lang, Schlößchen Wasem und Eignerhof.

Geschichte Die Gemarkung von Hennweiler ist schon seit ältesten Zeiten besiedelt. Aufgrund archäologischer Forschungen kann dort die Ansässigkeit von Menschen bis in den Zeitraum von 600 bis 400 v. Chr. nachgewiesen werden.

Mit der römischen Besitznahme des linksrheinischen Raumes im letzten vorchristlichen Jahrhundert wurde in der Folgezeit das Kulturgut des keltisch-germanischen Mischvolkes der Treverer von römischem Kulturgut überlagert und angereichert. Verschiedene Bodenfunde aus keltischer und römischer Zeit bezeugen in Hennweiler die Besiedlung durch Angehörige dieser Kulturvölker.

Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den Namen eines fränkischen Siedlers zurück, der sich „Hagano“ oder „Hano“ nannte und im Zuge der fränkischen Landnahme (6./7. Jahrhundert) hier eine Siedlung gründete oder einer bestehenden Siedlung durch Umbenennung seinen Namen gab.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 992, als König Otto III. unter der Federführung des Mainzer Erzbischofs Willigis das Königsgut „Hanenwilare“ dem kurz zuvor errichteten Stift St. Stephan in Mainz schenkte.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass unter dem Einfluss dieses Stiftes die Erbauung der Pfarrkirche als Mutterkirche im Pfarrbezirk Hennweiler erfolgte. Dieser Bezirk war im Mittelalter mit der Vogtei Hennweiler identisch, die – als ein Gerichts- und Verwaltungsbezirk – die Orte Hennweiler, Oberhausen, Guntzelnberg, Rode, Heinzenberg und den Eigener Hof umfasste. Die Siedlungen Guntzelnberg und Rode – an der Grenze zum Hahnenbacher und Bruschieder Bann – wurden vermutlich schon vor dem Dreißigjährigen Krieg verlassen und wüst.

Die Vogtei Hennweiler war als Lehen der Grafen von Veldenz im 13./14. Jahrhundert an die Herren von Heinzenberg vergeben. Dieser Verwaltungsbezirk bildete ab dem 16. Jahrhundert unter der Bezeichnung „Amt Hennweiler“ zusammen mit dem Bezirk „Amt Hahnenbach“ die Reichsherrschaft Wartenstein mit Verwaltungssitz auf Burg Wartenstein. Im 16. Jahrhundert waren die Herren von Schwarzenberg, im 17./18. Jahrhundert die freiherrliche Familie von Warsberg die Ortsherren von Hennweiler.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung stark an und das Dorf erweiterte sich. Im Sommer 1781 brannte der Ort zu mehr als zwei Drittel ab. 1790/92 wurde das Kirchenschiff der Pfarrkirche neu erbaut.

Nach der französischen Besitzergreifung des linksrheinischen Raumes (1792/94) erfolgte die französische Verwaltungsreform (1798/1800/1802). Unter napoleonischer Herrschaft wurden die Einwohner staatsrechtlich Franzosen (1802–1813/14). Hennweiler war Bestandteil der Mairie Kirn im Arrondissement Simmern, das zum Departement Rhein-Mosel gehörte.

Der Eigener Hof war Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts ein beliebter Schlupfwinkel für Schinderhannes und seine Gefolgsleute. Hier wurde er am 12. April 1800 beinahe festgenommen.Infotafel im Schinderhannesturm, Simmern

Nach dem Ende der französischen Herrschaft und einer kurzen Übergangsverwaltung wurde der Ort 1817 in den preußischen Kreis Kreuznach im Regierungsbezirk Koblenz eingegliedert und die Mairie Kirn in Bürgermeisterei Kirn umbenannt. Seit 1858 bildeten die ihr angehörenden Landgemeinden eine eigene Landbürgermeisterei, die vom Bürgermeister der Stadt Kirn in Personalunion mitverwaltet wurde. Im Jahr 1896 wurde diese Personalunion aufgehoben.

Am 1. Oktober 1968 wurde die bisherige Bezeichnung der Gebietskörperschaft „Amt“ in Verbandsgemeinde umbenannt. Seit der Gebietsreform im Jahr 1969 wurde Hennweiler Bestandteil der Verbandsgemeinde Kirn-Land, der 20 Ortsgemeinden angehörten.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hennweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 563 1835 686 1871 693 1905 779 1939 885 Jahr Einwohner 1950 925 1961 1.082 1970 1.177 1987 1.211 1997 1.305 Jahr Einwohner 2005 1.304 2011 1.247 2017 1.235

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Hennweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGS WGJ WGL Gesamt 2024 per Mehrheitswahl (WGS) 16 Sitze 2019 per Mehrheitswahl 16 Sitze 2014 11 5 – 16 SitzeWahlband Kommunalwahlen 2014 (wahlen.rlp.de) 2009 11 – 5 16 SitzeWahlband Kommunalwahl 2009 (wahlen.rlp.de) 2004 per Mehrheitswahl 16 Sitze WGS = Wählergruppe Schmidt WGJ = Wählergruppe Jung WGL = Wählergruppe Lützelsoon

Bürgermeister Ortsbürgermeister ist Michael Schmidt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 81,60 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 68,5 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wappen

Freizeit Durch Hennweiler verläuft der Lützelsoon-Radweg zwischen Kirn und Kirchberg. Zu Wanderungen und Radtouren bieten sich der nahe Lützelsoon an.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Hennweiler

Persönlichkeiten Friedrich Wilhelm Wagner (1892–1931), Schriftsteller Tilman Röhrig (* 1945), Schriftsteller und Schauspieler

Weblinks

Hennweiler auf der Homepage der Verbandsgemeinde Kirner Land

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung 992