Cupido (Originaltitel: Retribution) ist der Titel des ersten Romans der US-amerikanischen Autorin Jilliane Hoffman aus dem Jahr 2003 und ist dem Genre Kriminalroman/Thriller zuzuordnen.

Handlung Im Mittelpunkt des Romans steht die Staatsanwältin C.J. Townsend aus Miami, die die Anklage gegen einen mutmaßlichen Serienkiller (genannt „Cupido“) vertritt. Sie erfährt, dass der auf der Anklagebank sitzende William Rupert Bantling der Mann ist, der vor 12 Jahren in ihre Wohnung eindrang und sie gefoltert und vergewaltigt hat – ein Erlebnis, das sie nur knapp überlebte und das bei ihr ein schweres seelisches Trauma zurückließ. Nun steht sie vor einem Gewissenskonflikt: Eigentlich wäre sie verpflichtet, den Fall abzugeben, andererseits hat sie nun die Möglichkeit, sich an ihrem Vergewaltiger zu rächen. Ohne es zu wissen, befindet sich Townsend jedoch selbst in Lebensgefahr. Townsend nimmt die Ermittlungen auf und hofft, sich endlich an Bantling rächen zu können. Es stellt sich heraus, dass nicht Bantling „Cupido“ ist, sondern ihr langjähriger gemeinsamer Psychiater Gregory Chambers, trotzdem wird Bantling zum Tod durch die Giftspritze verurteilt.

Inhaltsangabe Im Juni des Jahres 1988 hat die attraktive Jurastudentin Chloe in New York City ein Date mit Michael, ihrem Freund, und erhofft sich, dass er an diesem heißen Sommerabend, der auch gleichzeitig ihr Jahrestag ist, nach einer emotionalen Krise endlich ihre Verlobung bekanntgeben wird. Was sie nicht weiß ist, dass ein mit einer Clownsmaske maskierter Sexualtäter im Immergrünstrauch vor ihrem Appartement lauert. Als sie von dem Rendez-Vous, welches nicht den erwarteten Ausgang erbracht hatte, zurückkehrt, steigt der Clown in ihre Wohnung ein, bringt sie in seine Gewalt, misshandelt sie schwer und vergewaltigt sie die ganze Gewitternacht hindurch bis in den nächsten Morgen hinein.

Am nächsten Morgen wird sie von ihrer Freundin Marie Catherine entdeckt, mit der sie zum Aerobic verabredet war. Sie findet die schwerverletzte Chloe und bringt sie ins Jamaica Hospital des Stadtteils Queens. In der dortigen Unfallmedizin kann ihr Leben gerettet werden. Der Täter hat ihr innere Verletzungen zugefügt (“Mann, dieser Psycho hat sich wirklich in ihr ausgetobt”Cupido. Weltbild Verlag, Augsburg 2004, ISBN 3-8289-8640-4, S. 49.), sie trägt Stichwunden, Schnittverletzungen am Brustkorb (der Täter hatte versucht, sie aufzuschlitzen und auszuweiden) und hat starke innere Blutungen. Unter anderem muss ihre Gebärmutter entfernt werden. Da sie Opfer eines Sexualverbrechens geworden ist, wird sie von Detective Amy Harrison befragt. Die Fahndung nach dem Täter verläuft jedoch ins Leere. Die körperlichen Wunden verheilen, doch die seelischen bleiben. Chloe nimmt die Hilfe ihrer Eltern in Anspruch und zieht in eine neue Wohnung, die im 18. Stockwerk der Rocky Hill Road liegt. Die Tat hat sie schwer traumatisiert und ihr komplettes Leben verändert. Examen, Job und Verlobung spielen jetzt keine Rolle mehr. Michael trennt sich kurz nach der Vergewaltigung von Chloe und hat eine neue Beziehung mit seiner Sekretärin. Chloe ist überängstlich geworden, hat schwere Schlafstörungen bekommen und leidet immer noch sehr unter den Folgen der Tat.

Dann macht die Geschichte einen Zeitsprung und setzt im September des Jahres 2000 ein. Miami wird von einer Serie brutaler Morde an jungen Frauen erschüttert. Die Miami State Police hat eine Sonderkommission gebildet, die sich mit der Aufklärung der Taten an elf Opfern beschäftigt. An der sogenannten “Wall” sind Vorher-/Nachher-Fotos der Opfer befestigt, die allesamt blond sind, um anhand der bestialischen Taten ein bestimmtes Muster ableiten zu können. Die Leichen der Mädchen wurden an unterschiedlichen Orte, wie einer Zuckerfabrik in den Everglades, einem verlassenen Raketensilo der US-Navy oder einem leerstehenden “Crack-Haus” in Liberty City, gefunden. Die jungen und auffällig hübschen Mädchen wie Marilyn Sibas (19), Andrea Galagher (23), Hannah Cordova (22), Krystal Prince (18) und andere, waren zum großen Teil Models, die nachts häufig die Partyszene von Miami South Beach aufsuchten und vermutlich auch dort ihrem Mörder begegnet sind. Die Autopsie der Leichen gestaltet sich schwierig, da im heiß-feuchten Florida die Verwesung schnell voranschreitet.

Bei einer zufälligen Polizeikontrolle wird ein gewisser William Bantling gefasst, der im Kofferraum seines Luxuswagens Jaguar die verstümmelte Leiche von Ana Prado versteckt hat. Die Polizei ist sich sicher, dass es sich bei Bantling um den lang gesuchten “Cupido” handeln muss. Die Ergreifung des mutmaßlichen Serienmörders löst einen großen Medienrummel aus. Auch die Staatsanwältin C.J. Townsend wird von ihrer Sekretärin Marisol über diese Neuigkeiten informiert.

C.J. Townsend ist Chloe Larson, die nach ihrem Umzug von New York nach Miami eine neue Identität angenommen hat, um mit ihrem alten Leben und den schlimmen Erinnerungen abzuschließen. Townsend gehört zu den zehn besten Staatsanwälten des Bundesstaates Florida und hat eine Verurteilungsquote von 100 % aufzuweisen. Richter Irving Kratz ordnet nach einer Anhörung Untersuchungshaft für Bantling an und lehnt die von seiner Strafverteidigerin Lourdes Rubio geforderte Freilassung auf Kaution strikt ab, da die Indizien eindeutig dafür sprechen, Ana Prado ermordet zu haben. Der mutmaßliche Täter, der immer davon ausging, dass niemand ihm etwas anhaben könnte, verliert auf einmal die Nerven, kämpft dagegen an, ins Gefängnis zu müssen und es kommt im Gerichtssaal zu einem Eklat. C.J. Townsend erkennt an der sichelförmigen Narbe, die der Beschuldigte an seinem Handgelenk trägt, ihren damaligen Peiniger wieder und verlässt fluchtartig die Anhörung. Sie kann sich erst wieder sicher fühlen, als sie erfährt, dass sich Bantling in Hochsicherheitsgewahrsam befindet. Sie beginnt in seiner Vergangenheit Nachforschungen anzustellen und erfährt in einem Telefonat von der New Yorker Polizei, dass die an ihr begangene Vergewaltigung nach fünf Jahren verjährt ist.

Der Miami Herald hat bereits seine Schlagzeile: “Verstümmelte Leiche des zehnten Opfers im Kofferraum!” und auch das FBI unter der Leitung des unbeliebten Special Agent Mark Gracker beginnt mit den Ermittlungen, was zu einem Kompetenzgerangel mit den lokalen Behörden führt. Bantlings luxuriöses Haus in der La Gorce Avenue in Midbeach wird daraufhin von der Spurensicherung durchsucht. Die Räume werden mit Luminol behandelt, um Blutspuren nachzuweisen. Sie finden das Medikament Haloperidol (Haldol), welches bei Wahnzuständen verschrieben wird und mehrere Homevideos mit gewaltpornographischen Szenen, bei denen nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, dass es sich um den mutmaßlichen Täter Bantling handelt, welcher Frauen vor laufender Kamera quält. Schließlich wird eine Metallpritsche gefunden, auf der vermutlich Ana Prado zu Tode gefoltert wurde.

C.J. Townsend empfindet große Gewissensbisse, da sie zwar perfekt in den Fall eingearbeitet ist, sie allerdings aufgrund der eigenen Erfahrung als befangen anzusehen ist und der Fall ihr aus rechtlichen Gründen entzogen werden müsste. Es quält sie, dass der Serienmörder für das, was er ihr angetan hat, nicht mehr belangt werden kann und sie möchte ihn unbedingt auf dem Elektrischen Stuhl sehen. Die Staatsanwältin ist besessen davon, Bantling endlich seiner gerechten Strafe zuzuführen, und hat 21 Tage Zeit, um Anklage gegen ihn zu erheben. Der Einzige, der von ihrer Vergewaltigung weiß, ist der Psychiater Dr. Chambers, dem sie sich anvertraut hat. Sie erzählt ihm von ihrem Gewissenskonflikt und eröffnet ihm, dass sie endlich wieder die Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnen will. Später im Gerichtsmedizinischen Institut wird nachgewiesen, dass Nicolette Torrance und Ana Prado an ihren Armen Einstiche von Injektionen aufweisen und außerdem hohe Konzentrationen von Haloperidol in ihrem Blut haben. Dies wurde ihnen als starkes Narkotikum verabreicht, um sie verschleppen zu können. Anhand der Leichenflecken kann eindeutig festgestellt werden, dass Ana Prado liegend auf der Metallpritsche starb. Außerdem hat der Täter ihnen Mivacuriumchlorid verabreicht, welches als Muskelrelaxans wirkt. Die Opfer sollten regungslos sein aber bei vollem Bewusstsein mitbekommen, wie sie ausgeweidet werden. Außerdem wurden ihnen die Augenlider fixiert, so dass sie diese nicht mehr schließen konnte. Diese Erkenntnis schockiert die Ermittler und es kommt die Befürchtung auf, bei all der Grausamkeit, die der Täter den Frauen angetan hatte, könne die Verteidigung auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren. Mit dem Hintergrund, dass Bantling schon nach wenigen Jahren in der Psychiatrie wieder entlassen wird.

Townsend findet heraus, dass Bantling von April 1987 bis April 1989 in Flushing, nur wenige Kilometer von ihrem damaligen Appartement und ihrem Aerobic-Studio, lebte. Es kommt heraus, dass er ihre, sowie auch die seiner anderen Opfer, Lebensgewohnheit mit großer Akribie studiert haben muss. Ihr fällt auf, dass es für ein Jahrzehnt lang keine neue Fälle mehr gegeben hatte und sie fragte sich, wie lange er seinen kranken Trieb für eine so lange Zeit wohl unterdrückt haben muss. Es ist bekannt, dass gewalttätige Sexualtäter ihre Zwangsvorstellungen und die daraus resultierenden Taten immer weiter eskalieren, die Hemmschwelle immer weiter sinkt und damit die Gewaltspirale sukzessiv nach oben schrauben und von sich aus nicht mit dem Quälen und Morden aufhören, es sei denn, sie werden durch Gefängnis oder Tod gestoppt. „Alles passiert nur in seinem Kopf, wo keiner sieht, wie die hässlichen, zersetzenden Gedanken kochen und blubbern, bis sie schließlich überlaufen wie Lava, und alles auf ihrem Weg verzehren.“Cupido. Weltbild Verlag, Augsburg 2004, ISBN 3-8289-8640-4, S. 209.

C.J. Townsend begreift, dass sie in ihrem damaligen Leben als Chloe Larson kein Zufallsopfer war, sondern von Bantling mit Bedacht auserwählt wurde. Aus polizeilicher Sicht ist der Möbeleinkäufer ein Musterknabe, der sich nie etwas hat zuschulden kommen lassen. Es lässt sich feststellen, dass Bantling in New York City, Los Angeles, San Diego und schließlich in Miami lebte, wo die Cupido-Mordserie im April 1999 begann. Townsend sucht im Internet nach der Kombination „Frau, … vergewaltigt, … Messer, … Clown, … Maske“. In der Los Angeles Times finden sich schließlich vier Fälle, auf die der Modus Operandi passt. Januar 1993 ein Fall mit einer UCLA-Studentin, Juli 1993 mit einer Kellnerin. Im Dezember 1993 in Santa Barbara, abermals eine Studentin und der vierte Fall in San Luis Obispo. Alle Vergewaltigungen haben gemeinsam, dass die Opfer in einer Erdgeschosswohnung lebten und dass sie mit unerhörter Brutalität ausgeführt wurden. Die Taten wurden mit einem Messer mit gezackter Klinge ausgeführt und zogen schwere Verletzungen der Frauen im Vaginal- und Uterusbereich nach sich. Außerdem war Bantling geschäftlich in Brasilien, Venezuela, Argentinien, Mexiko, Philippinen, Indien und Malaysia, wo er möglicherweise mit weiteren Morden in Verbindung steht.

Es beginnen Befragungen in William Bantlings Umfeld bei seinem Chef, Mitarbeitern, Nachbarn und seinen zahlreichen Freundinnen. Das Ermittlerteam fragt sich, warum niemand bemerkt hatte, dass er eine grausame Bestie, ein “Wolf unter Lämmern” war. Der Lebenslauf des Engländers, der seine Eltern verlor und 1982 in die USA auswanderte, ist mehr oder weniger unauffällig. Nachbarn sagen aus, dass er nett wirkte, man aber nichts über ihn sagen konnte. Er galt als fleißig und knallhart im Geschäftsleben, hatte keine Freunde. Sein Chef Tommy Tan sagt aus, dass der heterosexuelle und familienlose Bantling sein bester Einkäufer war. Es wird immer deutlicher, dass der alleinstehende Mann unter einer Art gespaltenen Persönlichkeit, so wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde, litt: „Ein Gentleman im Geschäft und ein Arschloch im Bett.”