mini|Neubau der Stadtwerke Bochum mini|Altes Gebäude der Stadtwerke Bochum mini|225x225px|Altes Logo Die Stadtwerke Bochum sind ein kommunales Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Bochum, das unter der Stadtwerke Bochum Holding GmbH zusammengefasst ist. Das Unternehmen versorgt Privat- und Gewerbekunden mit Strom, Gas, Wasser und Wärme und bietet Energiedienstleistungen an. Zudem ist die Stadtwerke Bochum Holding GmbH über die Glasfaser Ruhr GmbH & Co. KG im Bereich der Erbringung von Telekommunikations- und Infrastrukturdienstleistungen tätig. Zur Stadtwerke Bochum Gruppe gehören die Vertriebsgesellschaft, Stadtwerke Bochum GmbH, sowie die Netzgesellschaft, Stadtwerke Bochum Netz GmbH als 100%ige Tochterunternehmen.
Die Stromkreislänge belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt 4.352,51 km, die Gasnetzlänge umfasste 1.499,3 km.Stadtwerke Bochum Netz GmbH, Jahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 1.1.2022 bis zum 31.12.2022, veröffentlicht im Unternehmensregister am 8. Dezember 2023, abgerufen am 26. März 2024. Das Wassernetz bestand aus einem Rohrnetz von 1.171,7 km. 2022 waren insgesamt rund 750 Mitarbeiter für die Stadtwerke-Bochum-Gruppe tätig.
Geschichte Die Stadt Bochumer Gas-Anstalt wurde am 13. April 1855 gegründet, um die öffentliche Gasbeleuchtung einzuführen. Die Gas-Anstalt, die erste in Westfalen, befand sich neben dem Bochumer Verein an der Gußstahlstraße. Im ersten Jahr versorgte die Gas-Anstalt 150 Haushalte der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt 6600 Einwohner zählte und es wurden 54 Gaslaternen betrieben. 1871 installierten die Stadtwerke Bochum die erste Wasserleitung in der Stadt. Zudem errichteten die Stadtwerke 1892 das erste Elektrizitätswerk in der Nähe des Bochumer Rathauses.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerten die Stadtwerke ihre Verwaltung in die Nähe des neu errichteten Hauptbahnhofs. Die Pläne für das moderne Stadtwerkehochhaus wurden 1952 von dem Architekten Ferdinand Keilmann vom städtischen Hochbauamt entworfen. 1954 starteten die Stadtwerke den Aufbau des Bochumer Fernwärmenetzes. Seit 1964 halten die Stadtwerke Bochum Anteile an der „Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlerevier AG“, der Vorgängerin der Gelsenwasser AG.
1972 wurden die Stadtwerke Bochum in eine GmbH umgewandelt. Drei Jahre später erfolgte die Inbetriebnahme des Kraftwerks Hiltrop.
1995 startete das Unternehmen die Bochumer Biogasnutzung durch die Inbetriebnahme des Deponiegas-Blockheizkraftwerks Kornharpen. Im Jahr 1998 gründeten die Bochumer Stadtwerke gemeinsam mit den Stadtwerken Herne und Witten die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH. Das Unternehmen ist vorrangig in den Bereichen der Beschaffung und Handel von Energie und Wasser für die Stadtwerke Bochum, Stadtwerke Herne und Stadtwerke Witten tätig.Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 5. Januar 2023, abgerufen am 4. März 2024.
Im Jahr 2003 übernahmen die Stadtwerke Bochum und die Stadtwerke Dortmund von E.ON 80,5 % der Aktien der Gelsenwasser AG in Gelsenkirchen. Dadurch halten die beiden Unternehmen über die gemeinsame Tochtergesellschaft Wasser und Gas Westfalen GmbH (WGW), an der die Stadtwerke mit jeweils 50 % beteiligt sind, 92,9 % an der Gelsenwasser AG.
Im Dezember 2004 erfolgte der Umzug der Stadtwerke Bochum in ein neues Verwaltungsgebäude mit einer Höhe von 56 Metern und 16 Etagen, darunter 5 Flachgeschossen. Das Gebäude erstreckt sich über eine Bruttogeschossfläche von 21.300 m² und wurde nach Niedrigenergiestandard konzipiert. Die Architekten waren Gatermann + Schossig und Generalunternehmer die Walter Bau AG.
2007 nahmen die Stadtwerke das Solarkraftwerk Gnodstadt in Betrieb. Zwei Jahre später erwarb der Bochumer Energieversorger Windenergieanlagen in Bremerhaven.
2010 übernahmen die Bochumer Stadtwerke gemeinsam mit der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH, der Energieversorgung Oberhausen AG und der Dortmunder Stadtwerke AG sowie den Stadtwerken Essen, Dinslaken und Duisburg im Rahmen der gemeinsam gegründeten Kommunale Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (KSBG) 51 % des Stromerzeugers Steag GmbH.Kartellamt billigt Übernahme von Steag. In: Heilbronner Stimme. 23. Februar 2011.Stadtwerke-Gruppe will bei Steag einsteigen. In: Leipziger Volkszeitung. 10. Juli 2010. Vier Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme des Stromerzeugers.Stadtwerke. In: Rheinische Post. 26. November 2014.Stadtwerke. Die Eigentümer der Steag. In: Rheinische Post. 5. Dezember 2014.
2015 wurde das modernisierte Heizkraftwerk in Hiltrop in Betrieb genommen, das ab diesem Zeitpunkt rund 50 % der Fernwärmeerzeugung für Bochum leistete. Zudem ging 2015 der Trianel Windpark Borkum (TWB) als erster von einem kommunalen Zusammenschluss betriebene Offshore-Windpark in Betrieb. Die Stadtwerke Bochum waren mit einem Anteil von 18,46 % und einem Investitionsvolumen von 180 Mio. Euro der größte der insgesamt 34 Anteilseigner.
2016 beteiligten sich die Stadtwerke Bochum an dem Bau des zweiten Abschnitts des Trianel Windpark BorkumBochum beteiligt sich an TWB II. In: Energate Energie News. 22. Dezember 2016. sowie an der Trianel Erneuerbare Energien.Bochum und Solingen investieren in Trianel-Tochter. In: Energate Energie News. 22. Februar 2016. Zudem starteten die Stadtwerke die Kampagne Bock auf Bochum. Seit 2016 gründen die Stadtwerke Bochum regelmäßig sogenannte Energieeffizienz-Netzwerke für Bochumer Unternehmen. Das Ziel der Netzwerke ist es, durch energetische Maßnahmen Energieeinsparungen zu erreichen.
2018 nahm das neue Heizkraftwerk der Unique Wärme GmbH & Co. KG seinen Betrieb auf, um die Wärmeversorgung von Querenburg und der Ruhr-Universität sicherzustellen. Die Entwicklung des Projekts erfolgte in Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Bochum und der Ruhr-Universität Bochum, was zur Gründung der Unique Wärme GmbH & Co. KG geführt hatte. Außerdem wurden rund 1.500 Meter neue Fernwärmeleitungen in der Stadt verlegt.
Die Stadtwerke gaben 2018 zudem bekannt, im Stadtteil Laer gemeinsam mit dem GeothermieZentrum Bochum ein Energiekonzept für den Gewerbestandort Mark 51°7 zu planen. Im Rahmen des Projektes sollte nach erfolgtem Umbau des Geländes der Adam Opel AG Werke Bochum I zukünftig hauptsächlich Grubenwasser für die Wärme- und Kälteversorgung verwendet werden. Laut dem Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie handelt es sich bei dem Projekt um das modernste Wärme- und Kälteerzeugungs- und Verteilsystem in Deutschland. Stand 2024 befindet sich die Versorgungstechnik im Bau und soll etwa 2026/2027 in Betrieb gehen.
Zum 10. Juli 2019 gründeten die Stadtwerke für den Bereich E-Mobilität die eingetragene Marke Stadtwerkedrive.Stadtwerke Bochum GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2019 bis zum 31.12.2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 2. November 2020, abgerufen am 29. Februar 2024. Im Folgejahr erfolgte der Aufbau eines flächendeckenden LoRaWAN-Netzes in Bochum. Zudem beteiligten sich die Stadtwerke ab 2020 an der neu gegründeten Trianel Wind und Solar GmbH & Co. KG.Davina Spohn: Stadtwerke Bochum setzen auf Ökostrom. In: Powernews. 15. Februar 2022.
2021 bündelten die Bochumer Stadtwerke die Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation und Infrastruktur. Es entstand die Glasfaser Ruhr GmbH & Co. KG, eine 100%ige Tochter der Stadtwerke Bochum Holding GmbH. Im Folgejahr wurden die Geothermiebohrungen auf dem Mark 51°7-Gelände abgeschlossen.
Seit März 2022 bietet das Unternehmen Neukunden ausschließlich regenerativen Strom an, der hauptsächlich aus Wasserkraft erzeugt wird. Im selben Jahr wurden die ersten Mieterstromanlagen in Betrieb genommen. Hierbei handelt es sich um Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern. Die erzeugte Energie wird an die Kunden innerhalb des Hauses geliefert. Der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Hierbei kommen intelligente Messsysteme zum Einsatz, die für die Mieter verbaut werden. Die Stadtwerke Bochum GmbH ist der Eigentümer und Betreiber der Anlagen und liefert den Mieterstrom an die Kunden.
Ab 2023 beteiligten sich die Stadtwerke Bochum mit 20 % am Wasserstoffzentrum Hamm GmbH & Co. KG. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit den Gesellschaftern Trianel, Stadtwerke Hamm, Stadtwerke Bochum und der DSW21 Dortmunder Stadtwerke am Aufbau eines 20-MW-Elektrolyseurs am Standort des Trianel-Gaskraftwerks in Hamm-Uentrop. Im selben Jahr veräußerte die Kommunale Beteiligungsgesellschaft ihre Beteiligungen an der Steag an den spanischen Infrastrukturinvestor Asterion Industrial Partners.Jonas Jansen: Plötzlich gute Laune. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. August 2023.
Konzernstruktur Die Stadtwerke Bochum Holding GmbH ist ein Tochterunternehmen der Holding für Versorgung und Verkehr GmbH Bochum (HVV), die ein Tochterunternehmen der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (ewmr) ist. Eigentümer der Stadtwerke Bochum sind die Stadt Bochum (5 %) und die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet (95 %), die ihrerseits zu 57 % im Besitz der Stadt Bochum ist. Die anderen Anteilseigner der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet sind die Städte Herne und Witten.
Die Bochumer Stadtwerke und die Dortmunder Stadtwerke besitzen je 50 % der Wasser und Gas Westfalen GmbH. Diese hält 92,9 % der Anteile der Gelsenwasser AG. Durch eine zusätzliche Eigenbeteiligung von 1,09 % hält Bochum insgesamt 47,56 % an der Gelsenwasser AG. Darüber hinaus sind die Stadtwerke Bochum an weiteren Unternehmen im städtischen Umfeld von Immobilienwirtschaft, Entsorgung und Energieerzeugung sowie Energieverteilung beteiligt; beispielsweise an folgenden Unternehmen:
USB Bochum GmbH (100 %) und USB Service GmbH (100 %) Stadtwerke Bochum GmbH (100 %) und Stadtwerke Bochum Netz GmbH (100 %) Glasfaser Ruhr GmbH & Co. KG (100 %) FUW GmbH (100 %) VBW Bauen und Wohnen GmbH (68,89 %) Trianel Wind und Solar GmbH & Co. KG (19,6 %) Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG (18,5 %) Trianel GmbH (14,1 %) Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG (TEE, 12,2 %) Trianel Windkraftwerk Borkum II GmbH & Co. KG (10 %) Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG (7,5 %)
Über die zu 99,9 % bestehende Beteiligung der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH an der Holding für Versorgung und Verkehr GmbH ist die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet zu 95 % an der Stadtwerke Holding GmbH beteiligt. Zudem hält die Stadt Bochum 5 % an der Stadtwerke Holding GmbH. Die direkte Beteiligung an der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet unterteilt sich in die Stadt Bochum (75 %), Stadt Herne (27,8 %) und Stadt Witten (15,2 %).
Produkte Die Stadtwerke Bochum sind in den Bereichen der Strom-, Gas-, Wasser-, Wärmeversorgung und deren Verkauf sowie weiteren energienahen Dienstleistungen tätig. Die Stadtwerke Bochum Holding GmbH und die Tochtergesellschaften Stadtwerke Bochum Netz GmbH und Stadtwerke Bochum GmbH unterhalten Verträge für die Erbringung von Dienstleistungen. Hierbei bietet die Stadtwerke Bochum Holding GmbH kaufmännische und allgemeine Verwaltungsdienstleistungen für beide Tochtergesellschaften an. Gleichzeitig bezieht sie Dienstleistungen wie die Betriebsführung des Wassernetzes und verschiedene gewerbliche Aufgaben von der Stadtwerke Bochum Netz GmbH. Zudem ist die Stadtwerke Bochum Holding GmbH über die Glasfaser Ruhr im Bereich der Erbringung von Telekommunikations- und Infrastrukturdienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden tätig.
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