mini|Bronzeglocke im Sensō-ji (1692) mini|Statue von Saigō Takamori im Ueno Park mini|Fünfstöckige Pagode im Sensō-ji Taitō (jap. , oder wörtlicher Taito Ward, Taito, Tokyo) ist einer der 23 Bezirke der japanischen Hauptstadtpräfektur Tokio. Er liegt östlich des Zentrums der ehemaligen Stadt Tokio.
Geschichte Der heutige Bezirk entstand am 15. März 1947 aus dem Zusammenschluss der früheren Stadtbezirke Asakusa und Shitaya der Stadt Tokio.
Asakusa Schon in der Edo-Zeit war Asakusa, ein Teilgebiet des heutigen Stadtbezirks Taitō, ein belebtes Shitamachi-Viertel, also eine Gegend der einfachen Leute.
In der Tradition der chinesischen Stadtplanung ist der Nordosten das am wenigsten prestigeträchtige Gebiet, da mythologisch im Nordosten das Reich der Toten lag. Zum Schutz wurden daher Tempel und Schreine im Nordosten errichtet, wie der Sensō-ji (der allerdings einige Jahrhunderte älter ist als Edo) und der benachbart gelegene Asakusa-Schrein. Zusammen sind sie eines der beliebtesten Touristenziele in Tokio. Auch das Vergnügungs- und Bordellviertel Yoshiwara befand sich in Asakusa.
In der Meiji-Zeit und bis in die 1920er Jahre war Asakusa das Vergnügungsviertel Tokios und konnte sich mit westlichen Kinos, Cafés und Nachtclubs mit der Edel-Einkaufsmeile Ginza messen. Das Große Kantō-Erdbeben machte dem jedoch ein jähes Ende, und Asakusa hat sich davon nie wieder erholt.
Ueno Ueno ist das zweite Zentrum des Bezirks; hier war ebenfalls ein Vergnügungsviertel und ein großer kaiserlicher Park, der heutzutage als Ueno-Park der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Park befindet sich der Ueno-Zoo, und eine Statue des Meiji-Revolutionshelden Saigō Takamori.
Südöstlich des Parks befindet sich der Bahnhof Ueno, ein Shinkansen-Halt und der größte Bahnhof im Norden der Stadt. Nördlich und östlich des Ueno-Parks sind einige der besten Museen und Kunstgalerien der Stadt angesiedelt: Das Nationalmuseum Tokio, das National Science Museum of Japan und das Tokyo Metropolitan Art Museum.
Das Platzen der Bubble Economy („Luftblasen-Wirtschaft“) Anfang der 1990er Jahre und die folgende Wirtschaftskrise hat zu einem starken Anstieg der Obdachlosenzahlen geführt. Seitdem stehen im Ueno-Park die Zelte der Obdachlosen.
Kultur und Unterhaltung Asakura Sculpture Hall Daimyo Clock Museum Kappabashi-Straße Nakamise-Straße Nationalmuseum für westliche Kunst National Science Museum of Japan Tōkyō Bunka Kaikan Tokyo Metropolitan Art Museum Tokyo National Museum Ueno no Mori Museum Ueno-Zoo Yokoyama Taikan Memorial Hall
Feste und Veranstaltungen Sumidagawa-Hanabi Asakusa Samba Carnival Matsuri des Torigoe-Schreins Sanja-Matsuri: eines der drei großen Feste Tokios
Verkehr Straße: Stadtautobahn Tokio Nr. 1 (Ueno-Linie) Nationalstraße 4, nach Chūō oder Aomori Nationalstraße 6, nach Chūō oder Sendai Zug: JR Tōhoku-Shinkansen, von Ueno nach Tokio oder Hachinohe JR Jōetsu-Shinkansen, von Ueno nach Tokio oder Niigata JR Tōhoku-Hauptlinie, von Ueno nach Sendai, Morioka und Aomori JR Yamanote-Linie (Ringlinie), von Ueno oder Okachimachi JR Keihin-Tōhoku-Linie, von Uguisudani, Ueno oder Okachimachi nach Ōmiya oder Kamakura JR Utsunomiya-Linie, von Ueno nach Nasushiobara JR Takasaki-Linie, von Ueno nach Takasaki JR Jōban-Linie, von Ueno nach Sendai Tōkyō Metro Ginza-Linie, von Asakusa, Tawaramachi, Inarichō, Ueno, oder Ueno Hirokoji nach Shibuya Tokyo Metro Hibiya-Linie, von Okachimachi, Ueno, Iriya oder Minowa nach Meguro oder Adachi Toei Asakusa-Linie, von Asakusa-Bashi, Kura-mae oder Asakusa nach Ōta oder Sumida Toei Ōedo-Linie, von Ueno Okachimachi, Shin-Okachimachi oder Kura-mae nach Shinjuku oder Nerima Keisei Hauptlinie, von Keisei Ueno nach Flughafen Narita Tōbu Isesaki-Linie, von Asakusa nach Isesaki MIR Tsukuba-Express, von Shin-Okachimachi oder Asakusa nach Akihabara oder Tsukuba
Politik
mini|Das Rathaus in Higashi-Ueno Bürgermeister ist seit März 2015 der ehemalige Präfekturparlamentsabgeordnete Yukuo Hattori. Bei den einheitlichen Wahlen 2023 wurde er, inzwischen 80-jährig, mit Unterstützung von LDP und Kōmeitō und 54,3 % der Stimmen gegen den ehemaligen Bezirksparlamentsabgeordneten Hideo Horikoshi für eine dritte Amtszeit bestätigt. Das regulär 32-köpfige Bezirksparlament wurde gleichzeitig neu gewählt.
Bei Wahlen zum Präfekturparlament ist der Bezirk ein Zweimandatswahlkreis. Bei der letzten Wahl 2021 teilten sich LDP und Tomin First no Kai die Sitze.
Für das nationale Abgeordnetenhaus bildet Taitō seit 2024 zusammen mit Chūō den Wahlkreis Tokio 2, den bei der Wahl 2024 mit 37,1 % der Stimmen der Liberaldemokrat Kiyoto Tsuji gegen Yukio Hatoyamas Sohn Kiichirō Hatoyama (DVP, 27,3 %, gewann einen Sitz bei der präfekturweiten Verhältniswahl) und drei weitere Kandidaten verteidigte.
Söhne und Töchter der Stadt Yumi Adachi (* 1981), Schauspielerin Yūki Amami (* 1967), Schauspielerin Kiyoshi Atsumi (1928–1996), Schauspieler Chiemi Eri (1937–1982), Sängerin und Schauspielerin Ishida Goro, Astronom Goi Masahisa (1916–1980), Philosoph und Friedenskämpfer Kaori Muraji (* 1978), Gitarristin Fumiko Orikasa (* 1974), Schauspielerin, Synchronsprecherin und Sängerin Ichirō Ozawa (* 1942), Politiker Ikenami Shōtarō (1923–1990), Schriftsteller Hino Sōjō (1901–1956), Haiku-Dichter Shūji Tsurumi (* 1938), Geräteturner Yamanouchi Sugao (1902–1970), Archäologe Taichi Yamada (1934–2023), Schriftsteller und Drehbuchautor Tatsuya Itō (* 1997), Fußballspieler Yuasa Toshiko (1909–1980), Kernphysikerin
Angrenzende Städte und Gemeinden Tokio: Bezirke Chiyoda, Bunkyō, Arakawa, Sumida
Städtepartnerschaften Innere Stadt (Wien), seit 1989
Siehe auch Liste der Stadtteile des Tokioter Bezirks Taitō
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Stadtbezirk von Tokio