Avatar – Der Herr der Elemente (Originaltitel: Avatar: The Last Airbender, international als Avatar: The Legend of Aang – )Beim chinesischen Schriftzug im Originaltitel: „Avatar: The Last Airbender – “ – nutzen die Autoren des Werks die historische grafische Variante () statt des modernen Schriftzeichens (), das heute nicht mehr zu den Standardschriftzeichen zählt, jedoch in der Bedeutung gleich geblieben ist. ist eine US-amerikanische Fantasy-Zeichentrickserie, die drei Staffeln lang auf Nickelodeon ausgestrahlt wurde. Die Serie begann im Februar 2005 und endete im Juli 2008 in den USA. Sie spielt in einer fiktiven Welt, die großteils an das historische Ostasien angelehnt ist. Die Serie ist stilistisch von japanischen Animes beeinflusst und hebt sich dadurch von anderen US-Zeichentrickserien ab, ist aber keine reine Imitation des Animestils. In dieser Serie muss der zwölfjährige Aang der Welt Frieden und Gleichgewicht bringen, indem er den Krieg der Feuernation mit dem Rest der Welt beendet. Im Laufe der Handlung trifft er auf Freunde, Gefährten und Verbündete, die ihn unterstützen, wird aber ständig von Prinz Zuko und anderen Feinden aus der Feuernation gejagt.

Nachdem Avatar – Der Herr der Elemente von der Fortsetzung Die Legende von Korra, deren Handlung 70 Jahre später spielt, im Programm abgelöst wurde, wird die Handlung in dieser Zeitspanne in Comics fortgeführt. Im Jahr 2026 folgte zudem ein Animationsfilm unter dem Titel Avatar Aang: Der Herr der Elemente in dem die Hauptfiguren erwachsen sind.

Entstehung Bryan Konietzko war erst kürzlich zum Art Director für den Nickelodeon-Cartoon Invader Zim ernannt worden, als dieser im Januar 2002 am Anfang der Produktion der zweiten Staffel abrupt abgesetzt wurde. Michael Dante „Mike“ DiMartino war 2001 an einigen Cartoons beschäftigt, manchmal sogar mit Konietzko zusammen, den er seit ihrer Zeit auf Rhode Island School of Design kennt. Privat arbeitete er noch an einer eigenen Serienidee an der, aufgrund von Ähnlichkeiten zu bereits geplanten Cartoons, kein Studio interessiert schien. Als Konietzko seinem Freund vom Ende von Invader Zim erzählte, beschloss er, keine Aufträge mehr entgegenzunehmen und sich mit seinem Erspartem über Wasser zu halten. Die Zeit, die er dadurch gewinnen würde, wollte er mit DiMartino nutzen, um ihre eigene Cartoonserie zu entwerfen, die sie schon lange planten.

Konietzko beriet sich mit Eric Coleman, dem damaligen Entwicklungsleiter bei Nickelodeon, was für eine Sendung beiden gefallen würde. Ursprünglich planten DiMartino und Konietzko, eine „Jugendserie mit menschlichen Figuren“ zu schaffen, woran Nickelodeon jedoch nicht interessiert war: Inspiriert durch den Erfolg von Fantasy-Epen wie Harry Potter und Herr der Ringe musste die Serie übernatürliche Elemente (Magie), Action und Abenteuer enthalten. Konietzko sagte Coleman zu, in einem Monat mit DiMartino einen Serienvorschlag zu präsentieren. Zunächst fanden Konietzko und DiMartino Skizzen von ersterem „mit einem vierzigjährigen griesgrämigen Glatzkopf, einem Roboter-Zyklopen mit Stab, der einen Pfeil auf dem Kopf hatte, und einer zweibeinigen Mischung aus Eisbär und Hund“, was eine Science-Fiction-Geschichte bedeutete. Sie entschieden daraufhin, dass eine Geschichte mit einem Kind als Hauptfigur interessanter sei. Der Glatzkopf wurde im zweiten Entwurf zu einem „Hirtenbengel mit Stab und Pfeil auf dem Kopf, der als Nomade mit einem fliegenden Bison die Welt bereist“. Aus dem Hirten wurde Aang, der fliegende Bison wurde Appa, und aus dem Roboter Momo-3 wurde der fliegende Lemur Momo. Dann ließen sie sich von den Polarexpeditionen von Ernest Shackleton inspirieren, so dass aus dem Hirten ein „Überlebender einer Katastrophe am Südpol“ wurde. Zwei Wochen nach dem Gespräch mit Coleman bekam Konietzko die Idee, „dass die Überlebenden alle Kinder seien … der Pfeiljunge ist ein Luftkind, die Kinder vom Südpol sind Wasserleute, die Feuerleute sind die Bösen und es gibt noch Erdleute …“ Aus den „Südpolkindern“ wurden die Figuren Sokka und Katara, und aus ihrer Liebe zu asiatischer Kultur wuchs die Mythologie der Serie.Avatar: Der Herr der Elemente – Das Versprechen, Band 2 (dt. Ausgabe), 2012, S. 77–79.

Zwei Wochen später präsentierten die beiden am 22. April 2002 ihr finales Serienkonzept, für das sie ein 65-seitiges Serienmanuskript (series bible), frühe Skizzen von Aang, Katara und Sokka sowie drei verschiedene Farbillustrationen entwickelten und zeichneten. In der Präsentation wurde von vornherein die Grundhandlung aller drei Bücher erzählt, und nach zwei Stunden wurde ein Serienpilot bestellt.Bryan Konietzko, Michael Dante DiMartino: Avatar: The Last Airbender – The Art of the Animated Series. Dark Horse Comics, 2010, S. 10 ff. Nach dessen Fertigstellung und Testaufführung wurden sechs Episoden bestellt, die bald darauf auf 13 Episoden erhöht wurde. Während der Produktion wurden weitere sieben Episoden, insgesamt 20, für die erste Staffel bestellt.Ed Liu: In: toonzone.net. 22. April 2008, abgerufen am 15. Juli 2024 (englisch).

Die Welt von Avatar mini|hochkant|links|Einer der Erfinder von Avatar: Michael Dante DiMartino … mini|hochkant|… und Bryan Konietzko

Die Fantasywelt von „Avatar“ weist Ähnlichkeiten zu verschiedenen asiatischen Kulturen, Kulturen der Amazonasregion sowie die der Eskimo (genauer: Yupik – Tschuktschen-Halbinsel, Alaska-Halbinsel, Südwestalaska und Inuit – Nord- und Zentralkanada, Grönland) auf: Alle Menschen in der gesamten Welt tragen asiatische Züge sowie, je nach Herkunft, Unterschiede im Hautteint: Die Angehörigen der „Wasserstämme“ sind eher dunkler und haben braune Haare, während die der „Feuernation“ einen eher blassen Teint und schwarze Haare haben. Auch die Bekleidung ähnelt dem historischen Asien wie die Uniformen des „Erdkönigreichs“ und der „Feuernation“, welche an die Bekleidung der Chinesen in der Antike erinnern, während auf der „Insel Kyoshi“ die Rüstungen der „Kyoshi-Kriegerinnen“ die der Samurai imitieren. Die Architektur erinnert bei militärischen Festungen an die Chinesische Mauer und bezieht ansonsten meist geschwungene Dächer und Pagoden sowie typische chinesische Laternen mit ein. Die Flora besteht häufig aus den für Asien typischen hohen Gräsern und Bambus, während jedoch die Fauna von Fabelwesen gebildet wird, zumeist Chimären oder Lebewesen, die größer sind als ihre Vorlagen in der realen Welt.

Die vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft bilden das Fundament der Geschichte. Allen Völkern der Welt ist eines dieser Elemente zugeordnet: den in den vier Lufttempeln lebenden Luftnomaden, den Wasserstämmen am Nord- und Südpol sowie einer Gruppe in einem großen Sumpfgebiet, dem großen Erdkönigreich und der Feuernation auf einem mit Vulkanen übersäten Kontinent. In jedem dieser Völker gibt es sogenannte Bändiger, die das jeweilige Element kontrollieren können. Der Avatar, der regelmäßig im Zyklus (Wasser, Erde, Feuer und Luft) wiedergeboren wird, ist der Einzige, der alle vier Elemente bändigen kann und damit die Welt im Gleichgewicht halten soll. Zudem ist der Avatar die Verbindung zwischen der sterblichen Welt und der Geisterwelt.

Kurze Beschreibung Am Südpol befindet sich ein kleines Dorf, in dem der Wasserstamm ums Überleben kämpft. Eine junge Wasserbändigerin namens Katara (14 Jahre) und ihr kriegerischer Bruder Sokka (15 Jahre) retten den 12-jährigen Jungen Aang aus einem Eisberg. Es stellt sich heraus, dass Aang der fast vergessenen Nation der Luftnomaden angehört, und bald erkennen sie, dass Aang der seit 100 Jahren verschollene Avatar ist. Sokka und Katara tun nun alles dafür, damit Aang seine Bestimmung als Avatar anerkennt und den Wasserstamm sowie die restliche Welt gegen die Feuernation verteidigt. Zusammen mit Katara und Sokka bereist Aang alle Nationen der Welt, um Lehrer für die Elemente Wasser, Erde und Feuer zu finden. Die Serie ist in drei Staffeln (Bücher) unterteilt: Wasser, Erde und Feuer.

Luftnomaden Die Luftnomaden waren ein spiritueller Mönchsorden, der hoch oben in den Bergen lebte, mittlerweile aber untergegangen ist. Junge Luftbändiger wurden in einem der vier Lufttempel ausgebildet, wo sie dann als Mönche oder Nonnen lebten. Im Gegensatz zu anderen Nationen, die meist durch Monarchien regiert wurden, galt in den Lufttempeln eine Theokratie, es regierten die Mönchsoberhäupter. Auffällig waren die blauen Pfeiltätowierungen, die jeder ausgebildete Luftbändiger trug. Im Kampf benutzten Luftbändiger eine Mischung aus den inneren Kampfkünsten Baguazhang und Xingyiquan. Luftnomaden lebten, wie der Name andeutet, ohne feste Siedlungen – lediglich ihre Bändiger schlossen sich in Tempeln zusammen, was auch in ihrer Spiritualität und starken Verbundenheit zur Natur begründet war. Aus Achtung vor allem Lebendigen waren wohl viele Luftnomaden Vegetarier. So verzichtet auch Aang auf den Verzehr von Fleisch. Die Luftbändiger selbst konnten spezielle Gleiter sowie fliegende Bisons zum Fliegen benutzen; die Lieblingshaustiere der Luftbändiger waren eine Art Lemuren. Besonders starke Luftbändiger konnten das Wetter beeinflussen oder ein Vakuum erschaffen. Im Herbst waren ihre Kräfte besonders stark. Die ersten Luftbändiger waren die Himmelsbisons.

Durch den Krieg zwischen den Elementen sind die Nomaden jedoch von Feuerlord Zosin, der vor 100 Jahren lebte, ausgelöscht worden. Dabei wurden die Kulturgüter der Luftbändiger zerstört. Er tat dies mit dem berühmten, nach ihm benannten Kometen („Zosins Komet“). Selbiger fliegt nur alle 100 Jahre an dieser Welt vorbei und verstärkt dabei die Fähigkeiten der Feuerbändiger extrem. Der nördliche Lufttempel wird mittlerweile von Flüchtlingen bewohnt und ist weitgehend umgebaut. Die neuen Siedler haben nach dem Vorbild der Luftbändiger eigene Fluggeräte entwickelt, die sie ohne Bändigungskräfte nutzen können. Die Lufttempel des Westens und Südens sind unbewohnt und verfallen, im östlichen Lufttempel lebt Guru Pathik, dessen Herkunft unbekannt ist und welcher Aang im Lauf des 2. Buches hilft, seine 7 Chakren zu öffnen. Der letzte lebende Luftbändiger ist der Avatar Aang.

Wasserstämme Es gibt je einen großen Wasserstamm am Nord- und Südpol. Während der Südstamm in einem kleinen Dorf lebt, befindet sich am Nordpol eine größere Siedlung, die zu einer Festung ausgebaut ist, um der Feuernation trotzen zu können. Kennzeichnend für ihre Kleidung sind kalte Blautöne. Sie haben eine gebräunte Haut, braunes bis dunkelbraunes oder schwarzes Haar und blaue Augen. Neben den beiden Wasserstämmen gibt es noch eine Gruppe von Wasserbändigern, die im Nebligen Sumpf im Erdkönigreich lebt. Diese haben gelernt, Pflanzen mit Hilfe des in ihnen enthaltenen Wassers zu bändigen.

Wasserbändiger benutzen beim Bändigen die Bewegungen des Tai Chi und beherrschen das Wasser in den jeweiligen Aggregatzuständen. Der Winter ist die ideale Jahreszeit, um Wasser bändigen zu können. Der Mond hat einen großen Einfluss auf das Wasserbändigen, indem er die Kräfte des Bändigers unterstützt. Umgekehrt werden die Kräfte eines Bändigers bei Tag geschwächt und verschwinden sogar bei einer Mondfinsternis. Neben dem Kampf kann Wasserbändigen auch zum Heilen eingesetzt werden, wozu aber nur wenige Frauen des Wasserstammes begabt sind. Des Weiteren existiert die schwierige Kunst des Blutbändigens, die nur bei Vollmond eingesetzt werden kann, wenn die Kräfte des Wasserbändigers am stärksten sind. Dabei kontrolliert der Bändiger das Wasser im Körper eines anderen Lebewesens und kann diesen wie eine Marionette steuern. Später verbietet Katara das Blutbändigen, da der Wille des anderen aufgezwungen wird. Der Mond war der erste Wasserbändiger.

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