Stauf () ist ein Gemeindeteil des Marktes Thalmässing und eine Gemarkung im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Stauf hat eine Fläche von 5,394 km². Sie ist in 546 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9879,30 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Steindl.
Der Ort war ursprünglich bedeutender als der jetzige Hauptort und war bis ins 18. Jahrhundert hinein Sitz des ansbachischen Oberamtes Stauf. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die Gemeinde Stauf, die 1971 nach Thalmässing eingegliedert wurde.
Geographische Lage Das Dorf Stauf liegt am Nordrand des Naturparks Altmühltal im Südwestteil der Fränkischen Alb. Das Fränkische Seenland erstreckt sich westlich des Ortes, die sich ostnordöstlich des Burgbergs () bzw. südwestlich des Altenbergs () ausbreitet. Die Kreisstraße RH 40 führt nach Eysölden bzw. nach Stetten.
Geschichte Stauf wurde erstmals entweder 1138 oder 1147 urkundlich erwähnt. Die Siedlung wurde zu Füßen des Burgbergs angelegt. Die Burg und der Ort waren seit 1460 Sitz des Amts Stauf, des späteren Oberamtes Stauf-Landeck. Die Burg ging vom Geschlecht der Staufer besitztümlich an die Hohenzollern über, bis es im Jahr 1806 an Bayern ging.
Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Stauf, der auch der Ort Steindl angehörte, im Zuge der Gebietsreform in den Markt Thalmässing eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Stauf 1910: 205 Einwohner 1933: 213 Einwohner 1939: 195 Einwohner 1961: 200 Einwohner 1970: 186 Einwohner
Ort Stauf 1987: 97 Einwohner 2013: 102 Einwohner
Wirtschaft und Infrastruktur Burg Stauf Die Burgruine Stauf befindet sich auf dem hohen Burgberg auf einer Plattform mit einem Durchmesser von zirka 45 Metern. Den zentralen Palas aus dem 13. Jahrhundert umgaben ursprünglich breite Gräben. Ab 1309 wurde die Burg mehrmals zerstört, aber zweimal auf kaiserlichen Befehl wieder aufgebaut. Erst nach dem Krieg zwischen Markgraf Albrecht Achilles und Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut im Jahr 1460 verfiel die Burg zur Ruine. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Burg und der Ort nochmals schwer getroffen. Von der Burg ist nur das sogenannte Kastnerhaus, ein Bau des früheren Rokoko, erhalten geblieben. Heute bewohnt ein privater Besitzer den teilweise ausgebauten Burgbereich, der nicht besichtigt werden kann.
Michael-Kirschner-Kulturmuseum Das Haus Nr. 16, das ehemalige Bauernanwesen von Michael Kirschner, wird von dem Verein Dorfgemeinschaft Stauf e. V. zu einem bäuerlichen Museum, dem Michael-Kirschner-Kulturmuseum, umgebaut. Es besteht aus einem Wohnstallhaus, einer historischen Scheune und weiteren kleineren Wirtschaftsgebäuden. Das Museum soll die Lebens- und Arbeitsweise von drei Generationen einer alteingesessenen kleinbäuerlichen Familie zeigen.Dorfgemeinschaft Stauf e. V.: Michael-Kirschner-Kulturmuseum
Land um Stauf Die Gegend um Stauf wird vom Markt Thalmässing und vom Landkreis Roth als Land um Stauf touristisch und kulinarisch vermarktet.
Persönlichkeiten Adelsfamilie von Stauff, zuerst Reichsritter und Reichsministeriale, lebten zuerst in Stauff bei Eysölden, nachweislich ab 1335 auf der Burg Ehrenfels bei Beratzhausen in der Oberpfalz, nannten sich dann Stauffer zu Ehrenfels, 1465 Reichsfreiherren, 1598 im Mannesstamm erloschen, bis dahin Reichslehenbesitzer um Stauff und Hilpoltstein.Irmgard Prommersberger: Stauff(-Ehrenfels). In: Werner Paravicini (Hrsg.): Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren. Thorbecke, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7995-4525-9, S. 1415–1441 Joseph E. Drexel (1896–1976), Gründer der Nürnberger Nachrichten, 1966 Ehrenbürger von Stauf
Literatur
Georg Barth, Georg Bernreuther: Land um Stauf. Ein Heimatbuch. Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1972, 223 S., ISBN 3-920701-39-9.
Hilpoltstein <Landkreis>: Amtliches Mitteilungsblatt für den Landkreis Hilpoltstein. Hrsg. vom Landrat des Landkreises Hilpoltstein. Jg. 28, 1972, Nr. 25, Hilpoltstein: Landkreis Hilpoltstein.
Walter Lehnert: Die oberösterreichischen Exulanten im ehemaligen Brandenburg-Ansbachischen Oberamt Stauf-Landeck. Versuch einer volkskundlich-historischen Eingliederungsforschung (= Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken. 14) Nürnberg 1962.
Günther U. Müller: Unser Landkreis Hilpoltstein. Hrsg.: Bayerische Staatskanzlei, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Verantwortlich: Emil Kroher. Verlag Nord-Süd Werbung, München 1969, (= Schriftenreihe der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit).
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Thalmässing Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth