Piedras Negras („Schwarze Steine“ – gemeint ist Kohle) ist eine Groß- und Grenzstadt mit ca. 180.000 Einwohnern; gleichzeitig ist sie Sitz der gleichnamigen Gemeinde im Nordosten des mexikanischen Bundesstaates Coahuila. Seit dem Jahr 2003 ist sie Sitz des Bistums Piedras Negras.
Lage und Klima Die Stadt liegt am Rio Grande (), der hier die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bildet; die nur etwa 30.000 Einwohner zählende Nachbarstadt in Texas ist Eagle Pass. Beide Städte sind über mehrere Brücken miteinander verbunden und bilden zusammen eine binationale Metropolregion. Das Klima ist meist trocken und warm; Regen (ca. 500–600 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Sommerhalbjahr.
Bevölkerung Jahr 1950 2000 2020Einwohner 31.665 126.404 173.959Piedras Negras – Karte + Fakten Die Bevölkerung besteht in der Hauptsache aus zugewanderten Indios und Mestizen. Umgangssprache ist zumeist Spanisch.
Wirtschaft Bis zum Jahr 1905 wurde ein nahegelegenes Kohlevorkommen abgebaut. Heute lebt die Grenzstadt in der Hauptsache vom Handel mit den USA. Der Flughafen Piedras Negras liegt knapp 10 km südlich der Stadt.
Geschichte Im Jahr 1836 trennte sich das zuvor zu Mexiko gehörende, aber von mitteleuropäischen Siedlern dominierte Texas von Coahuila ab und wurde eine unabhängige Republik; dies führte zu einem zehn Jahre dauernden Unabhängigkeitskrieg. Die Stadt Piedras Negras wurde 1849 gegründet. Im Jahr 1888 erhielt sie zu Ehren des mexikanischen Präsidenten Porfirio Díaz den Namen Ciudad Porfirio Díaz, doch wurde sie im Jahr 1911 wieder rückbenannt.
Am 4. April 2004 trat der südlich der Stadt verlaufende Río Escondido, ein Nebenfluss des Rio Grande, über die Ufer und tötete ca. 80 Menschen. Am 24. April 2007 zog ein Tornado über die beiden Städte Piedras Negras und Eagle Pass. Als Folge waren in Piedras Negras drei, in Eagle Pass sieben Todesopfer, zahlreiche Verletzte und schwere Zerstörungen zu beklagen.
Sehenswürdigkeiten Die Kathedrale von Piedras Negras (spanisch: Catedral de los Mártires del Cristo Rey) wurde in den Jahren 2002–2008 erbaut. Das Santuario de Nuestra Señora de Guadalupe beeindruckt durch seine im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts erbaute Kirche. Hauptanziehungspunkte von Piedras Negras sind das Kulturhaus und zahlreiche Museen. Umgebung Die Ruinen der vom Franziskanerorden gegründeten Misión San Bernardo befinden sich im ca. 45 km südlich gelegenen Ort Guerrero.Guerrero – Misión San Bernardo
Städtepartnerschaften Die Stadt hat eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Sandy im amerikanischen Bundesstaat Utah abgeschlossen.
Persönlichkeiten Héctor Ruiz (* 1945), Mitglied des Aufsichtsrates des US-Chipherstellers Globalfoundries, ist in Piedras Negras geboren. Consuelo González Amezcua (1903–1975), Dichterin und Malerin, wurde in Piedras Negras geboren.
Sonstiges Die Stadt Piedras Negras gilt als Ursprungsort (cuna) der Nachos.
Weblinks
Offizielle Website von Piedras Negras (spanisch)
Einzelnachweise
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