Frielingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Kirchheim im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Der Ort liegt an der Aula nordwestlich von Kirchheim. Durch Frielingen verläuft die Bundesstraße 454.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Frielingen erfolgte unter dem Namen Wrilingin im Jahr 1213. Es gehörte damals, wohl als Lehen der Abtei Hersfeld, dem Ortsadelsgeschlecht derer von Frielingen.Ein Heinrich von Frielingen war im 15. Jahrhundert Dekan der Abtei Fulda und Popst des Klosters St. Sixtus in Holzkirchen. Er wurde im Februar 1438 von Abt Johann I. wegen unerlaubter Abwesenheit der Apostasie und Herumtreiberei beschuldigt und deshalb mit Amtsenthebung bedroht. () Nachdem diese im Jahre 1365 bereits einen Teil wiederkäuflich an die Herren von Reckrodt verkauften, hatte der Ort in den folgenden Jahrhunderten vielfach wechselnde Besitzer, alle als Lehnsinhaber der Abtei Hersfeld bzw. deren Rechtsnachfolger, den Landgrafen von Hessen-Kassel.
In Frielingen befand sich ein 1685 massiv aus Stein erbautes Schloss, im Besitz einer Ganerbengemeinschaft (u. a. Meysenbug, Hanstein, Diede zum Fürstenstein), das 1785 abgebrochen wurde.Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstentums Hessen. Fischer, Kassel, 1842, S. 520
Bis 1905 gingen die Kinder von Heddersdorf nach Frielingen in die Schule.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Februar 1971 wurde die Gemeinde Frielingen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Kirchheim eingegliedert. Für Frielingen, wie für alle bei der Gebietsreform nach Kirchheim eingegliederten Gemeinden sowie für die Kerngemeinde, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Frielingen angehört(e):
1348: Heiliges Römisches Reich, Reichsabtei Hersfeld, Amt Niederaula ab 1378: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen (1402–1458 Abtei Hersfeld), Amt Niederaula ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis HersfeldVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Landgericht Hersfeld) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hersfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld, Gemeinde KirchheimAm 1. Februar 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Kirchheim. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Gemeinde Kirchheim
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Frielingen 372 Einwohner. Darunter waren 3 (0,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 69 Einwohner unter 18 Jahren, 153 zwischen 18 und 49, 63 zwischen 50 und 64 und 87 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 159 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 63 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 36 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 99 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 294 evangelische (= 99,32 %), 2 katholische (= 0,68 %) Einwohner • 1961: 333 evangelische (= 85,60 %), 47 katholische (= 12,08 %) Einwohner
Politik Für den Ortsteil Frielingen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frielingen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 gesteht der Ortsbeirat aus sechs fraktionslosen Mitgliedern. Diese wählten Helmut Hühn zum Ortsvorsteher.
Sehenswürdigkeiten Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Frielingen.
Vereinswesen In Frielingen gibt es zahlreiche Traditionsvereine wie zum Beispiel die Burschenschaft, die Freiwillige Feuerwehr, den Männergesangverein, den Posaunenchor und den Faschingsverein.
Infrastruktur Auf seinem Weg von Bad Hersfeld nach Kirchheim fährt der Bürgerbus montags bis freitags durch den Ort. Durch den Ort führte die heute stillgelegte Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Weblinks Ortsteil Frielingen. In: Webauftritt der Gemeinde Kirchheim.
Kategorie:Ort im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Kategorie:Geographie (Kirchheim, Hessen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971