Frintrop (Borbecksch Platt: Frentrop) ist der westlichste Stadtteil der Stadt Essen, wobei er an die Nachbarstädte Oberhausen und Mülheim an der Ruhr grenzt. Im Nordosten schließt sich der Essener Stadtteil Dellwig und im Süden der Stadtteil Bedingrade an.

Charakter mini|links|Frintroper Markt in Unterfrintrop Frintrop erstreckt sich über zwei Ebenen: das im Volksmund sogenannte Oberfrintrop mit der St.-Josef-Kirche in der Straße Himmelpforten, und Unterfrintrop mit dem Markt- und dem Leoplatz (bis 2008 Standort der Herz-Jesu-Kirche). Oben und unten ergibt sich aus der Randlage des Ortes am Südhang des Emschertals. Der Schildberg bietet eine Weitsicht über das Tal, wobei laut amtlichem Kataster der geographisch höchste Punkt zwischen Reck- und Frintroper Straße auf Höhe, und der niedrigste nahe der Straße Schemmannsfeld mit Höhe liegt.

Bis auf einen schmalen nordöstlichen Bereich mit der Postleitzahl 45357 gilt im ganzen Stadtteil Frintrop die Postleitzahl 45359, welche die höchste im Essener Stadtgebiet darstellt.

In Frintrop überwiegt dichte Wohnbebauung mit Grün- und landwirtschaftlichen Flächen. An der oberen Frintroper Straße, in der Straße Himmelpforten und am unteren Höhenweg befinden sich Einzelhandelsgeschäfte. Das nächste Mittelzentrum liegt im Stadtbezirk in Borbeck-Mitte. In Oberfrintrop gibt es seit 2016 einen Wochenmarkt an der St.-Josef-Kirche. Der etwas ländliche und auch kleinstädtische Charakter Frintrops ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Der von alten Bäumen wie Schwarzerlen, Eschen, Weiden, Buchen und Ahornen umsäumte Barchembach bildet einen Teil der westlichen Stadtteilgrenze. Östlich, nahe der Stadtgrenze zu Oberhausen, fließt der renaturierte Läppkes Mühlenbach, der bis Anfang der 1990er Jahre als offener Abwasserkanal genutzt wurde. Hier befindet sich der Läppkes Hof mit der ehemaligen Läppkes Mühle. In den Läppkes Mühlenbach mündet rechtsseitig der Heilgraben genannte Bach, der überwiegend südlich parallel zur Wilhelm-Segerath-Straße verläuft.

Mit 8447 Einwohnern im Dezember 2018 liegt der Anteil an der gesamten Essener Bevölkerung bei 1,43 Prozent. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 4310 Einwohnern pro Quadratkilometer, dabei sind 52,4 Prozent weiblich. Personen mit ausschließlich deutscher Staatsangehörigkeit bilden 84,5 Prozent der Frintroper Bevölkerung. Es gibt zu diesem Zeitpunkt 4521 Privathaushalte.; abgerufen am 5. März 2019

Verkehr mini|Straßenbahnlinie 105 an der Endhaltestelle Unterstraße

Die Frintroper Straße als Teil der Bundesstraße 231 verläuft von Südosten nach Nordwesten quer durch Ober- und Unterfrintrop. Durch sie ist der Stadtteil einerseits mit der Anschlussstelle Borbeck an der Aktienstraße an die A 40 sowie andererseits im angrenzenden Oberhausen an die Autobahnen A 42 und A 516 angebunden.

Im Personennahverkehr Frintrops verkehren die Straßenbahnlinie 105 sowie die Stadtbuslinien 143 und 185 und die Nachtexpresslinie NE11 der RuhrbahnRuhrbahn, sowie seit dem 7. Januar 2018 die Buslinie SB94 der STOAG. Endhaltestellen der Straßenbahnlinie 105 sind an der Unterstraße zur Stadtgrenze nach Oberhausen, welche auch Endstelle der Linie SB94 ist, und auf der Frintroper Höhe, wo sich eine Gleisschleife befindet.

Linie Verlauf Takt Betreiber

Es gibt Pläne, die Linie 105 nach Oberhausen weiterzubauen. Zwar lehnten die befragten Oberhausener Bürger diese im Ratsbürgerentscheid vom 8. März 2015 mit 57 Prozent Nein-Stimmen ab, jedoch wurde bereits Ende November 2015 die Maßnahme der Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Essen-Frintrop zum CentrO in Oberhausen von den Städten Essen und Oberhausen erneut in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen angemeldet, der von 2017 bis 2030 gilt, und in diesen aufgenommen. Die Verlängerung der Linie 105 ist im aktuellen Nahverkehrsplan (Stand 2017) fortgeschrieben worden.Neuer Nahverkehrsplan ab 2017 Damit wäre es seit 2017 möglich, im Zeitraum bis 2030 die Straßenbahnverbindung zwischen Essen und Oberhausen zu realisieren.Marcel Sroka: Linie 105: Zweiter Anlauf für den Ausbau; In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 15. Dezember 2015

Geschichte der Straßenbahn mini|Einweihung der Straßenbahn 1910, rechts der hölzerne Aussichtsturm bei der Gaststätte Voßkühler

Zunächst befuhr die Strecke Borbeck-Mitte – Dellwig – Unterfrintrop zweimal täglich ein Pferde-Omnibus der Spedition van Eupen. Am 21. Dezember 1898 eröffnete die elektrische Straßenbahnlinie 5, betrieben durch die 1895 gegründete Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft AG (SEG), diese Verbindung von Unterfrintrop über die Unterstraße und weiter über Dellwig nach Borbeck. Am 15. Januar 1900 verlängerte die Stadt Oberhausen diese Linie weiter von Unterfrintrop in ihre Stadt.

Am 14. November 1910 wurde die Straßenbahnlinie 4 von der Frintroper Höhe über Essen Hauptbahnhof zum damaligen Alfredusbad in Bredeney eröffnet. Im Jahr 1911 wurde die Gleisverbindung von der Frintroper Höhe zur Unterstraße gebaut und am 23. Dezember des Jahres eröffnet. 1915 wurde eine neue Straßenbahnlinie von Unterfrintrop nach Lirich (Oberhausen) eingerichtet.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Frintroper Höhe mit der Linie 25 am 8. Oktober 1946 wieder mit der Essener Stadtmitte verbunden. Ab 1949 funktionierte auch die Verbindung nach Oberhausen wieder. 1954 firmierte die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft zur Essener Verkehrs-AG (EVAG) um. Seit diesem Jahr gibt es die neue Linie 5 von Oberhausen über Frintrop, Bedingrade, Fliegenbusch, Altendorf und Limbecker Platz nach Essen Hauptbahnhof. Die Straßenbahnlinie 25 blieb als Ergänzung auf der Strecke zwischen Frintroper Höhe und Hauptbahnhof. Hinzu kam auf genau diesem Streckenverlauf die Linie 35, die jedoch über den Essener Hauptbahnhof hinaus weiter bis Zeche Ludwig in Rellinghausen fuhr. Ende der 1960er Jahre wurde die Linie 25 eingestellt, die Linie 35 blieb unverändert. Dafür fuhr jetzt die Linie 5 von Rellinghausen über Essen Hauptbahnhof, Altendorf und Bedingrade nach Frintrop Unterstraße, und fährt seit dem 7. Oktober 1967, als die Stadt Oberhausen in wenigen Jahren ihren gesamten Straßenbahnverkehr stilllegte, bis heute nicht mehr weiter nach Oberhausen. Die Strecke über die Unterstraße nach Dellwig und weiter über Borbeck und die Helenenstraße bis zum Hauptbahnhof befuhr bis etwa 1968 die Linie 26. Sie wurde zu dieser Zeit verkürzt, endete in Dellwig und bediente damit Frintrop nicht mehr. Die Gleise auf der Unterstraße wurden stillgelegt und ab Juni 1968 entfernt.Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft EVAG e. V.: Linienführung der Straßenbahnen (Stand 31.5.1970); abgerufen am 15. März 2019 Nachdem 1980 der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gegründet worden war, erhielt die Straßenbahnlinie 5 die dreistellige Nummer 105, um Namensgleichheit mit anderen Städten zu vermeiden.

Bevölkerung Am 31. März 2025 lebten 8.600 Einwohner in Frintrop.Bevölkerungszahlen der Stadtteile

Strukturdaten der Bevölkerung in Frintrop (Stand: 31. März 2025):

Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen: 15,7 % (Essener Durchschnitt: 16,9 %)Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen: 24,6 % (Essener Durchschnitt: 21,7 %)Anteil der Bevölkerung von 65 Jahren und älter Ausländeranteil: 14,5 % (Essener Durchschnitt: 20,6 %)Ausländeranteil in den Stadtteilen

Vereine und Zusammenschlüsse Der Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop (BVV Frintrop) übernimmt seit 1922 ehrenamtlich Tätigkeiten, die dem Stadtteil, aber auch seit vielen Jahren dem Nachbarstadtteil Bedingrade, zugutekommen. Unter Wir für Frintrop! haben sich ortsansässige Unternehmer zusammengeschlossen, die sich für eine lebendige Zukunft Frintrops engagieren.

Im Jahr 1910 wurde der Sportverein Adler Frintrop gegründet. Dieser schloss sich im Jahr 2014 mit dem 1913 gegründeten Sportverein Union Frintrop zum Verein Adler Union Frintrop zusammen, dessen Fußballmannschaft heute in der Landesliga Niederrhein 2 spielt. Im Jahr 1903 gründete sich der Turnerbund Essen-Frintrop 1903. Der Sport Club Frintrop (SC Frintrop 05/21) hat sein Domizil im 2023 eröffneten Sport- und Bürgerpark an der Straße Schemmannsfeld.

Frintrop hat zwei Bürger-Schützenvereine, die 1864 bzw. 1919 gegründet wurden. Dazu gibt es den Spielmannszug Gut Freund aus dem Gründungsjahr 1908 und die Karnevalsgesellschaft Fidele Frintroper von 1951.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Der Ort Frintrop wird erstmals in den Isenberger Vogteirollen um 1220 als Vrilincdorpe genannt. Der Name enthält das altniederdeutsche Wort friling in der Bedeutung 'freier Mann'. Es ist aus altsächsischen verfassungsrechtlichen Texten bekannt. Unklar ist nur die besondere Bedeutung dieses 'frei'. Der Kontext, in dem dieses 'frei' zu verstehen ist, ist unbekannt. Genau gleich gebildet ist Frillendorf (Essen), um 1220 ebenfalls Vrilincdorpe, Frentrup in Gladbeck, um 1220 Vrilincdorpe, und Frentrop in Marl, um 1150 Frilingthorpe. Auf eine andere Bedeutung aus keltischem Ursprung als sumpfiges Land deuten neuere Forschungen hin. Weitere Erwähnungen finden sich mit dem Gut Vrynthorp in einem Essener Lehnsprotokoll aus dem Jahr 1360 sowie im vor 1375 entstanden ältesten Memoirenbuch der Essener Kanoniker.Frintrop-Bedingrader Kultur- und Geschichtspfad

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung im Ruhrgebiet bereits in vollem Gange war, waren Frintrop und Umgebung Bauernland. Die meisten Höfe lagen verstreut in unmittelbarer Nähe des Hellwegs, des wichtigen Handelswegs, der über Frintrop führte. Dazu gehörten die Bauerngeschlechter Breukelmann (danach benannt die Straßen Breukelmannhof und Breukelmannhang), sowie Kauke und Knotte. Die Familie Knotte stellte das Grundstück zum Bau der Pfarrkirche St. Josef zur Verfügung, zumal der Landwirt Wilhelm Knotte erster Vorsitzender des damaligen Kirchbaukomitees gewesen war und über große Ländereien in Frintrop verfügte. Rund um Frintrop existierten beispielsweise die Bauernhöfe Frintrop, Ressing, Rotthäuser, Terboven, Halfmann, Hüttmann und Eschenbruch. Zu den ältesten Familien in der Bauerschaft Frintrop gehörten neben den Bauern Frintrop die Familie Stöckmann. Der Hof to Stocken, wie der Stöckmannshof damals genannt wurde, umfasste noch vor 200 Jahren 23 Morgen Acker sowie vier Morgen Busch und Wald. Heute leben noch zahlreiche Nachkommen der beiden Familien in Frintrop und Umgebung.

Hugenotten, deren Vorfahren nach der Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 aus Frankreich flüchteten, sich am Niederrhein in Wachtendonk niederließen, fanden in Tuchwebereien in Frintrop Arbeit und somit eine neue wirtschaftliche Existenz. Familien mit dem typischen Namen Quay sind sämtlich Handwerker.

In Unterfrintrop, an der Ecke Jagdstraße/Unterstraße, steht das Pestkreuz, ein Wegekreuz, das die Bewohner 1668 zum Dank aufstellten, als die europaweit ausgebrochene Pest auf ihr flehentliches Bitten hin ihren Landstrich verschont hatte.