mini|hochkant|Wappen des Bistums Speyer nach Siebmachers Wappenbuch von 1605

Die Liste der Bischöfe von Speyer stellt die Reihe der Bischöfe des Bistums Speyer vor, die von 1546 bis 1801 bzw. 1810 den Rang von Fürstbischöfen einnahmen sowie in Personalunion auch bis 1789 Fürstpröpste der Fürstpropstei Weißenburg waren.

Historischer Überblick mini|Karte des Hochstifts Speyer (Homannsche Erben 1753)

Eine geschlossene Bischofsreihe beginnt im Bistum Speyer bereits Mitte des 7. Jahrhunderts. Die ersten Bischöfe sind in der Regel Äbte der Klöster der Region. Waren es anschließend Grafenfamilien, wie das Haus Leiningen, die mehrfach Bischöfe stellten, so gelangten allmählich auch Angehörige ritteradeliger Familien in hohe geistliche Würden. Besonders einflussreich war im 15. Jahrhundert die Familie von Helmstatt. Die Herkunftsfamilien stammen aus dem Kraichgau, dem Elsass oder waren rheinische, hessische, schwäbische oder fränkische Adelsgeschlechter.

Religiöses Zentrum des Bistums ist seit der Fertigstellung 1061 der Speyerer Dom. Eine tragende Rolle spielen die Weihbischöfe von Speyer und die Domherren von Speyer. Weitere bedeutsame Aufgaben erfüllten die Hofämter der Bischöfe von Speyer. Etliche Bischöfe waren zunächst Domherren von Speyer oder angrenzender Bistümer. In der Zeit des Spätmittelalters bis zur Frühneuzeit bestand das Domkapitel aus Dompropst, Domdekan, Domscholaster, Domkantor, Domkustos und 25 Domherren.Hans Ammerich: Das Bistum Speyer und seine Geschichte, Band 2: Von der Stauferzeit (1125) bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Kehl am Rhein 1999, ISBN 3-927095-44-3. S. 22 Nach der Säkularisation waren die Positionen auch Bürgerlichen zugänglich, denen im 19. Jahrhundert zunächst oft noch – wie z. B. Johannes von Geissel – ein Personaladel zugesprochen wurde.

mini|hochkant|links|Beispiel für ein gemehrtes fürstbischöfliches Wappen bei Franz Christoph von Hutten zum Stolzenberg: Die erste Vierung zeigt im Wechsel das Familienwappen und eine zweite Vierung, die das Hochstift Speyer und die Fürstpropstei Weißenburg symbolisiert.

Im Mittelalter kam es mit zunehmendem Einfluss der Bischöfe auf Speyer und das umliegende Land immer wieder zu Spannungen mit dem Domkapitel und den Bürgern der Stadt Speyer. Im Ringen um Rechte erlangte Speyer schließlich nach Jahrhunderten den Status einer Freien Reichsstadt bzw. einer Freistadt (siehe Geschichte der Stadt Speyer). Als geistliches Fürstentum im Heiligen Römischen Reich waren auch die Bischöfe immer wieder aufgefordert, sich gegenüber Königen und zwischen König und Papst zu positionieren. Auch das Erzbistum Mainz, die Wittelsbacher Pfalzgrafen und weitere benachbarte Territorialstaaten nahmen Einfluss auf das Bistum.

Die Wappen der Bischöfe sind über Jahrhunderte gemehrt, d. h., sie enthalten in der Regel das ursprüngliche Familienwappen und daneben das Wappen des Bistums Speyer. Üblich ist eine Vierung mit den beiden Wappen im Wechsel. Für Speyer steht ein silbernes Kreuz auf blauem Grund. Von 1546 bis 1789 waren die Fürstbischöfe in Personalunion auch Fürstpröpste der Fürstpropstei Weißenburg, der Besitz des Klosters im Elsass war in das Hochstift integriert. Deshalb ist ein Wappenbestandteil das zugehörige Motiv einer silbernen Burg mit Tor und zwei Türmen, darüber eine goldene Krone auf Rot. Sofern der Bischof auch Bischof weiterer Bistümer war, bestand das Wappen aus weiteren Elementen – im Bild u. a. gelöst durch ein Herzschild oder weitere Teilungen. Heutige Bischofswappen knüpfen an diese Tradition an.

Das alte Hochstift Speyer bestand rechtsrheinisch bis 1810, die linksrheinischen Bistumsteile waren schon 1801 im Frieden von Lunéville staatsrechtlich an Frankreich gefallen und kirchenrechtlich zwischen den Diözesen Straßburg und Mainz aufgeteilt worden.

1817 hat man aus diversen linksrheinischen Gebieten der ehemaligen Bistümer Speyer, Mainz, Worms, Straßburg und Metz das heutige Bistum Speyer, mit der gleichnamigen Bischofsstadt als Zentrum, neu formiert.

Liste der Bischöfe von Speyer