mini|hochkant=1.2|Blick auf Lichtenberg Lichtenberg/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen (Deutschland). Mit der Nachbargemeinde Weißenborn/Erzgeb. bildet Lichtenberg die Verwaltungsgemeinschaft Lichtenberg-Weißenborn. Die Abkürzung „Erzgeb.“ steht jeweils für „Erzgebirge“.
Geographie Lichtenberg liegt im Tal der Freiberger Mulde. Bei Lichtenberg und seinen beiden Ortsteilen handelt es sich um Waldhufendörfer. Der sieben Kilometer lange Ortsteil Lichtenberg liegt östlich des Flusses an der Gimmlitz, die südlich des Orts zur Talsperre Lichtenberg aufgestaut ist. Weigmannsdorf und Müdisdorf liegen in einem westlichen Nebental.
Höchster Punkt der Gemeinde ist der Burgberg mit 617 m.
Ortsgliederung Ortsteile sind Lichtenberg, Weigmannsdorf und Müdisdorf.
Geschichte Lichtenberg wird 1309 erstmals urkundlich als Lichtinberc erwähnt. Die Gründung des Ortes durch fränkische Kolonisten erfolgte aber bereits im 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert entstand die Wasserburg Lichtenberg, genannt „Ringelteich“, im Tal, und mutmaßlich auch im 14. Jh. die Höhenburg Lichtenberg auf dem Burgberg. Um 1445 ist Lichtenberg als Rittersitz genannt und zur Pflege Freiberg gehörig.HOV Sachsen: https://hov.isgv.de/Lichtenberg/Erzgeb. Lichtenberg/Erzgeb. Das Ortswappen zeigt das Osterlamm wie jenes des Bistums Meißen. Im Gegensatz zum Nachbarort Weigmannsdorf, der zum Amt Frauenstein gehörte, lag Lichtenberg wie sein heutiger Ortsteil Müdisdorf bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Freiberg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 72 f. 1506 wurde Lichtenberg durch Kauf zum Freiberger Ratsdorf. Erst 1838 erhielt der Ort die Selbstverwaltung. Ab 1856 gehörte Lichtenberg zum Gerichtsamt Freiberg und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg.
1912 erfolgte der Anschluss Lichtenbergs ans Elektrizitätsnetz. Mit der zweiten Kreisreform in der DDR kam Lichtenberg im Jahr 1952 zum Kreis Brand-Erbisdorf im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Die Talsperre Lichtenberg wurde 1967–1973 erbaut. Am 1. Oktober 1993 erfolgte die Eingemeindung von Weigmannsdorf-Müdisdorf.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Im Jahr 1994 kam die Gemeinde Lichtenberg/Erzgeb. vom sächsischen Landkreis Brand-Erbisdorf zum Landkreis Freiberg und 2008 zum Landkreis Mittelsachsen.
Einwohnerentwicklung Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007: 1982 bis 1988 1982 – 3.304 1983 – 3.256 1984 – 3.253 1985 – 3.216 1986 – 3.194 1987 – 3.189 1988 – 3.1271989 bis 1995 1989 – 3.090 1990 – 3.125 1991 – 3.078 1992 – 3.079 1993 – 3.061 1994 – 3.127 1995 – 3.1851996 bis 2002 1996 – 3.184 1997 – 3.171 1998 – 3.168 1999 – 3.137 2000 – 3.169 2001 – 3.116 2002 – 3.0872003 bis 2013 2003 – 3.074 2004 – 3.060 2005 – 3.000 2006 – 2.957 2007 – 2.897 2012 – 2.725 2013 – 2.736 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Politik Gemeinderat
Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungenhttps://www.lichtenberg-erzgebirge.de/seite/418815/wahlergebnisse.html:
+letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wähler Mittelsachsen e. V.859,6640,5535,8AWG Allgemeine Wählergemeinschaft322,8320,3216,9CDU317,7539,2743,9NPD–––––3,4Wahlbeteiligung73,3 %65,6 %58,2 %
Bürgermeister Das Amt des Bürgermeisters hat seit 2001 Steffi Schädlich inne. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Steffi SchädlichSchädlich74,42015FW Mittelsachsen90,92008AUW61,5200185,6 Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Lichtenberg/Erzgeb. Bauwerke Talsperre Lichtenberg: Die ab 1967 zur Trinkwassergewinnung erbaute Talsperre ist das bekannteste Bauwerk der Gemeinde. Kirche in Lichtenberg: Die Lichtenberger Kirche wurde 1648 im Stil des Barock erbaut. Die Inneneinrichtung entstand bei einem Umbau 1799. Sehenswert sind die Kassettendecke, ein komplettes Abendmahlgeschirr von 1679 und zwei Epitaphe aus dem 18. Jahrhundert. Besucherbergwerk „Trau auf Gott Erbstolln“ in Lichtenberg: Der Ende des 18. Jahrhunderts aufgefahrene Stollen ist insbesondere aus geologischer und markscheiderischer Sicht bemerkenswert. Die Firste wird teilweise durch Flussschotter der Gimmlitz gebildet, zudem verfügt der Stollen über zahlreiche Jahres- und Gangtafeln, Gedinge- und Vortriebszeichen. Kirche in Weigmannsdorf: Die im 15. Jahrhundert errichtete Kirche verfügt über sehenswerte Deckengemälde und einen aus Zinn gefertigten Taufstein in Form einer Muschel (1688). Wassermühle in Weigmannsdorf: Das bereits 1550 erwähnte Gebäude diente bis 1979 als Holzschleifmühle, wobei die voll funktionsfähige Holzschleiferei bis heute erhalten blieb. Die Mühle war das Elternhaus der sächsischen Hofbildhauer George Heermann und Paul Heermann.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Empfangsgebäude des Bahnhofs Lichtenberg/Erzgeb. (2016) Die Bahnstrecke Freiberg–Holzhau hat in Lichtenberg einen Haltepunkt.
Bildung Lichtenberg besitzt eine Grundschule. Die Gimmlitztalschule Lichtenberg (Mittelschule) wurde 2006 geschlossen.
In Lichtenberg, Nr. 193 c befand sich die BBS des VEB Energiebau (u. a. Ausbildung zum Elektromonteur und Hochspannungsmonteur).
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde George Heermann (um 1640–1700), Hofbildhauer Paul Heermann (1673–1732), Hofbildhauer Julius Hoeppner (1839–1893), Illustrator und Aquarellist Ludwig Zimmermann (1854–1934), Schauspieler und Theaterleiter Volker Uhlig (* 1949), Kommunalpolitiker (CDU)
Literatur
Weblinks
Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Lichtenberg
Einzelnachweise
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