mini|Mannschaften 2016 Die Mannschaften sind eine der Dienstgradgruppen der Bundeswehr und früherer deutscher Streitkräfte. Die Dienstgradgruppe umfasst alle Dienstgrade der Mannschaften. Die Dienstgrade der Gruppe der Mannschaften stehen in der Rangordnung der Bundeswehr auf der niedrigsten Hierarchieebene.
Bundeswehr Dienstgrade Die Dienstgrade der Bundeswehr werden durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatinnen und Soldaten auf Grundlage des Soldatengesetzes festgesetzt. Die Dienstgradgruppe der Mannschaften umfasst gemäß der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ alle Mannschaftsdienstgrade.
Folgende Tabelle fasst alle zur Dienstgradgruppe der Mannschaften zählenden Dienstgrade zusammen. Dienstgrade für Heeres-, Luftwaffen- und Marineuniformträger gleichen sich für alle Dienstgrade ab Gefreiter und werden daher in einer Tabelle vorgestellt.Anmerkung: Die Bundeswehr bezeichnet als Heeres- bzw. Luftwaffen- bzw. Marineuniformträger alle Soldaten, die die Uniform der jeweiligen Teilstreitkraft tragen. Der Begriff umfasst also auch Soldaten außerhalb der drei Teilstreitkräfte, also beispielsweise in der Streitkräftebasis, vgl. Angegeben sind in der Tabelle jeweils auch der entsprechende NATO-Rangcode, die nach ZDv 64/10 – Abkürzungen in der Bundeswehr definierten allgemeinen Abkürzungen sowie die Abkürzungen in Listen und die Besoldungsgruppe für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeiten nach Bundesbesoldungsordnung.
Dienstgradgruppe Mannschaften SchulterklappeJacke Dienstanzugfür Heeres- oderLuftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabskorporals der Sanitätstruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Korporals der Pioniertruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstabsgefreiten der Fernmeldetruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabsgefreiten der Heeresflugabwehrtruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Hauptgefreiten der Artillerietruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Obergefreiten auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Gefreiten der Jägertruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger eines Panzerschützen der Panzertruppe Ärmelabzeichenfür Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabskorporals (30er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des weißen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Korporals (10er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des dunkelblauen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Oberstabsgefreiten (50er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des weißen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabsgefreiten SanOA (Laufbahnabzeichen Zahnmedizin) auf dem Oberärmel des dunkelblauen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Hauptgefreiten (30er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des weißen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Obergefreiten (60er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des dunkelblauen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Gefreiten (10er Verwendungsreihe) auf dem Oberärmel des weißen Hemdes für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Oberärmel des dunkelblauen Hemdes für Marineuniformträger eines Matrosen (20er Verwendungsreihe) Dienstgrad Stabskorporal Korporal Oberstabsgefreiter Stabsgefreiter Hauptgefreiter Obergefreiter Gefreiter niedrigsterDienstgrad* Abkürzung StKorp/SK Korp/K OStGefr/OSG StGefr/SG HptGefr/HG OGefr/OG Gefr/G div* /S NATO-Rangcode OR-4 OR-3 OR-2 OR-1 Besoldungsgruppe A 6Z A 6 A5Z A5 A4Z A4 A3Z A3 * Im Einzelnen richtet sich die Bezeichnung des niedrigsten Dienstgrades bei Heeresuniformträgern nach der Truppengattung. Luftwaffenuniformträger führen in der Praxis (fast alle) den Dienstgrad FliegerGemäß der ZDv A-1420/24 führen Luftwaffenuniformträger im niedrigsten Dienstgrad in Laufbahnen des Sanitätsdienstes unabhängig vom Truppenteil oder Organisationsbereich stets den Dienstgrad Sanitätssoldat. In der Praxis gibt es aber zahlreiche Beispiele für Luftwaffenuniformträger in den Laufbahnen des Sanitätsdienstes, die als Flieger bezeichnet werden, wenn sie in Truppenteilen der Luftwaffe dienen. Vgl. In Truppenteilen der Flugabwehr führen Luftwaffenuniformträger im niedrigsten Dienstgrad traditionell die Bezeichnung Kanonier. Vgl. Da die dreimonatige Grundausbildung jedoch etwa zeitgleich mit der Beförderung zum Gefreiten endet und die Luftwaffe ihre Rekruten meist in zentralisierten Ausbildungstruppenteilen ausbildet, wird in der Praxis der Dienstgrad Kanonier für Luftwaffenuniformträger nicht mehr genutzt. In den Ausbildungstruppenteilen führen Rekruten im niedrigsten Dienstgrad den Dienstgrad Flieger.. Bei Marineuniformträgern wird eine Unterscheidung hinsichtlich der Zugehörigkeit zu einer Laufbahn des Sanitätsdienstes getroffen. Mögliche Bezeichnungen sind: Jäger (Jg), Panzerschütze (PzSchtz), Panzergrenadier (PzGren), Kanonier (Kan), Pionier (Pi), Panzerpionier (PzPi), Funker (Fu), Schütze (Schtz), Flieger (Flg), Sanitätssoldat (SanSdt) oder Matrose (Matr). Die Listenabkürzung ist immer „S“.
Befehlsbefugnis und Dienststellungen In der Bundeswehr können Soldaten der Dienstgradgruppe der Mannschaften auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung nie allein auf Grund ihres Dienstgrades Befehle erteilen. Mannschaftsdienstgrade können sich auch in Notlagen nicht selbst zu Vorgesetzten gemäß § 6 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund eigener Erklärung“) der Vorgesetztenverordnung erklären.
Mannschaften werden nach erfolgter Ausbildung beispielsweise als Kraftfahrer, als Infanterist, im Wachdienst oder als Bediener von Waffensystemen (z. B. als Richtschütze gepanzerter Fahrzeuge), als Mechaniker oder in Stäben eingesetzt. Erfahrene Mannschaftsdienstgrade sind häufig auch Ausbilder, Truppführer oder (dann aber meist nur übergangsweise nach § 5 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund besonderer Anordnung“) der Vorgesetztenverordnung) Gruppenführer und werden auf Stabs- und Fachposten eingesetzt, die erhebliche Kompetenz und Erfahrung erfordern. Aufgrund dieser und ähnlicher Dienststellungen können auch Mannschaften bereits im niedrigsten Dienstgrad in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen und in den dort genannten Grenzen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen.
Ernennung und Besoldung Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für die Ernennung in einen der Dienstgrade der Dienstgradgruppe der Mannschaften trifft die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. In einen entsprechenden Dienstgrad können Soldaten auf Zeit, freiwillig Wehrdienstleistende und beorderte Reservisten ernannt werden. Soldaten der Dienstgradgruppe der Mannschaften können zu jeder der drei Laufbahngruppen zählen (eine der Laufbahnen der Laufbahngruppen der Offiziere, Unteroffiziere oder Mannschaften). Einstellungsdienstgrad in die Dienstgradgruppe der Mannschaften ist stets der niedrigste Dienstgrad. Die Dienstgrade Ober-, Haupt-, Stabs- und Oberstabsgefreiter müssen nicht durchlaufen werden und können in allen Laufbahnen „übersprungen“ werden; in der Regel durchlaufen Soldaten der Mannschaftslaufbahnen die Dienstgrade aber der Reihe nach in der Reihenfolge Gefreiter, Obergefreiter, Hauptgefreiter, Stabsgefreiter, Oberstabsgefreiter.In der Praxis ist das „Überspringen“ von Dienstgraden, erst recht das Überspringen mehrerer Dienstgrade auf einmal, sehr selten. Voraussetzung ist, dass die sonstigen Bedingungen der Soldatenlaufbahnverordnung für die Ernennung in einen höheren Dienstgrad insbesondere in Hinblick auf die abgeleistete Dienstzeit erfüllt sind. In der Regel durchlaufen Soldaten der Mannschaftslaufbahnen die Dienstgrade in der üblichen Reihenfolge Gefreiter, Obergefreiter, Hauptgefreiter, Stabsgefreiter, Oberstabsgefreiter. Wenn Mannschaften der Laufbahngruppen der Offiziere und Unteroffiziere die höheren Mannschaftsdienstgrade nicht durchlaufen und stattdessen frühzeitig, so wie es in der Soldatenlaufbahnverordnung als Regelfall vorgesehen ist, in die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere ohne Portepee aufrücken, so spricht man nicht von „Überspringen“. Mannschaften der anderen Laufbahngruppen dienen nach der in der Soldatenlaufbahnverordnung als Regel angeführten Laufbahn zunächst im niedrigsten Mannschaftsdienstgrad, dann in den Dienstgraden Gefreiter und Obergefreiter, bevor sie in die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere ohne Portepee aufrücken.Beachte auch: ZDv 20/7 auf Grundlage der Soldatenlaufbahnverordnung
Soldaten auf Zeit in einem Dienstgrad der Mannschaften werden abhängig vom Dienstgrad und Dienststellung nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A3 bis A5mA besoldet. Freiwillig Wehrdienstleistende und Reservistendienstleistende erhalten stattdessen Wehrsold nach dem Wehrsoldgesetz.
Geschichte Die Mannschaftsdienstgrade Stabsgefreiter und Oberstabsgefreiter wurden erst am 20. Dezember 1989 (StGefr) bzw. 23. Februar 1996 (OStGefr) in der Bundeswehr eingeführt. Grundwehrdienstleistende wurden im zuletzt sechs Monate dauernden Wehrdienst in der Regel zum Gefreiten befördert. Im davor noch neun Monate dauernden Wehrdienst wurden Grundwehrdienstleistende in der Regel bis zum Obergefreiten befördert. Freiwillig Wehrdienstleistende (auch genannt: freiwillig Längerdienende) konnten in ihrer bis zu 23 Monate dauernden Dienstzeit bis in den Dienstgrad Hauptgefreiter befördert werden. Die ranghöheren Mannschaftsdienstgrade waren den Soldaten auf Zeit vorbehalten. Zum wurden die Dienstgrade Korporal und Stabskorporal durch den Bundespräsidenten neu eingeführt. Gleichzeitig entfielen die Dienstgradbezeichnungen Grenadier, Panzerjäger, Panzerkanonier und Panzerfunker für Soldaten im niedrigsten Dienstgrad.
Dienstgradabzeichen
Das Dienstgradabzeichen der Mannschaften zeigt einen oder mehrere Schrägstreifen als Schulterabzeichen oder als Ärmelabzeichen auf den Oberärmeln (Ärmelabzeichen nur für Marineuniformträger). Die Dienstgradabzeichen der Gefreiten weisen einen Schrägstreifen auf, das der Obergefreiten zwei usw. Soldaten im niedrigsten Dienstgrad haben keine Dienstgradabzeichen. Der Korporal zeigt einen breiten Streifen; der Stabskorporal einen breiten und einen schmalen Streifen.
Laufbahngruppe der Mannschaften
Unabhängig von der Dienstgradgruppe der Mannschaften, werden gemäß der Soldatenlaufbahnverordnung sechs Laufbahnen zur Laufbahngruppe der Mannschaften zusammengefasst. Soldaten, die keine Unteroffizier- oder Offiziersdienstgrade anstreben, werden dieser Dienstgradgruppe zugeordnet. Im Übrigen gehören nicht alle Soldaten der Dienstgradgruppe der Mannschaften der Laufbahngruppe der Mannschaften an. Sie sind stattdessen der Laufbahngruppe der Offiziere oder der Laufbahngruppe der Unteroffiziere zugeordnet.
Äquivalente Dienstgradgruppen