Die Sparkasse KölnBonn ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Köln. Sie ist zweitgrößte kommunale Sparkasse in Deutschland und die drittgrößte nach der Hamburger Sparkasse und der Kreissparkasse Köln. Das Geschäftsgebiet konzentriert sich grundsätzlich auf die Städte Köln und Bonn.

Geschichte Die Geschichte der ursprünglich selbständigen Kölner und Bonner Sparkassen wird getrennt dargestellt.

Sparkasse der Stadt Köln Die Stadtsparkasse Köln ist aus dem Leihhaus der Armenverwaltung des Kölner Minoritenklosters hervorgegangen. Am 1. Januar 1826 wird sie als „Sparkasse zu Köln“ aus der Armenverwaltung herausgelöst und zur selbstständigen Anstalt. Am Ende des ersten Geschäftsjahres gab es 87 Sparer mit 4.800 Mark Einlagen.Eberhard Gothein/Georg Neuhaus, Die Stadt Köln im ersten Jahrhundert unter Preußischer Herrschaft 1815-1915, 1915, S. 513 Sie war damals ein „moralisches Institut“, eine Einrichtung vorbeugender Sozial- und Armenpolitik der städtischen Armenverwaltung und sollte die „kleinen Leute“ vor Zinswucher schützen, sie zu Ersparnissen anreizen und den Willen zur Selbsthilfe und Vorsorge fördern.Arno Mersmann/Bodo Hombach, Reformführer NRW: soziale Bewegungen, Sozialreform und ihre Bauten, 1991, S. 200. Zusammen mit der Armenverwaltung zog die Sparkasse 1831 in das Gebäude An der Rechtschule 1. Der Ausbau des Kreditgeschäfts begann 1845, die Sparkasse wurde ein dem Mittelstand zugewandtes Kreditinstitut. 1846 zieht sie in den Neubau der Armenverwaltung in der Cäcilienstraße 1a. Erst am 17. Oktober 1859 beschloss der Rat der Stadt Köln die Trennung von Leihhaus und Sparkasse. Im Jahr 1888 zog das Institut in neue Arbeitsräume im Spanischen Bau des Rathauses mit modernen Tresor- und elektrischen Sicherheitsanlagen um. Im Januar 1891 erfolgte die rechtliche Trennung aus der Armenverwaltung, die Stadtsparkasse wurde selbständige Anstalt mit der Stadt Köln als alleinigem Gewährträger. Seit dem 1. April 1892 führt sie erste Zweigstellen in Deutz, Ehrenfeld und Nippes in Verbindung mit städtischen Zahl- und Steuerstellen. Seit dem 21. November 1899 ist die Stadtsparkasse zur Annahme von Mündelgeldern ermächtigt. Am 30. März 1907 wird während der Wirtschaftskrise bei der Stadtsparkasse der bargeldlose Gehaltszahlungsverkehr eingeführt, seit dem 20. April 1907 nutzt sie das Reichsbankgirokonto der Stadtkasse Köln. Bei der Stadt Köln wird ab 1. Oktober 1908 die Gehaltsüberweisung von der Sparkasse eingeführt. Am 1. April 1910 wurde die Stadt Kalk zu Köln eingemeindet. Die Sparkasse Kalk wurde deshalb übernommen und als Zweigstelle des Kölner Instituts weitergeführt.

Ab Februar 1911 übernahm die Stadtsparkasse Köln die Funktion der Girozentrale für die Rheinprovinz, die im Juni 1914 auf die Landesbank der Rheinprovinz übertragen wurde.Hans Pohl: Die rheinischen Sparkassen, 2001, S. 96. Am 3. Februar 1911 führte sie das Scheck- und Girogeschäft unter Einbeziehung des Kontokorrentkredits ein. Das entsprach in besonderer Weise den Bedürfnissen der mittelständischen Wirtschaft und der freien Berufe; zum Jahresende 1911 bestanden bereits 674 Konten mit 1,4 Millionen Mark Einlagen.Friedrich Knapp-Verlag, Beiträge zur Bankgeschichte, Bände 11-13, 1974, S. 496. Am 3. April 1913 feierte die Hauptstelle im Neubau des Stadthauses an der Großen Sandkaul Einweihung. Die Sparkasse war hier baulich von den Räumen der Stadtverwaltung getrennt und erhielt einen eigenen Eingang.Zentralblatt der Bauverwaltung, Das neue Stadthaus in Köln, Nr. 92 vom 19. November 1913, S. 621 ff. Im Jahre 1913 war die Stadtsparkasse Köln drittgrößte Sparkasse nach Berlin und Hamburg. Wegen der Eingemeindung der Stadt Mülheim am Rhein erfolgte am 18. Juni 1914 die Übernahme der Sparkasse Mülheim. Am 15. Juli 1923 erhielt die Stadtsparkasse die Zulassung zur Kölner Börse – die erste Börsenzulassung einer deutschen Sparkasse –, am 15. November 1923 wird erstmals die Rentenmark ausgegeben. Die Stadtsparkasse übernahm in den Jahren 1935 bis 1940 insgesamt 15 Wohn- oder Geschäftshäuser aus jüdischem Besitz, die sie – abgesehen von einer Ausnahme – ausschließlich in Zwangsversteigerungsverfahren erwarb.Britta Bopf, Arisierung in Köln: Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der Juden 1933-1945, 2004, S. 376. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist am 2. März 1945 die Hauptstelle der Stadtsparkasse an der Großen Sandkaul und am Malzbüchel vollständig zerstört, sie wird am 4. April 1945 im Hause des Landratsamtes auf der St. Apernstraße 21 eingerichtet. Ab dem 15. Juni 1945 erlaubte die Militärregierung Ein- und Auszahlungen bis zu 100 Reichsmark, höchstens jedoch 500 Reichsmark je Konto und Monat. Im Jahre 1947 zog die Stadtsparkasse aus den Räumen der Kreisverwaltung in das gemietete Hochpfortenhaus in der Hohe Pforte 9–11. Nach der Grundsteinlegung am 6. März 1952 für das neue eigene Hauptstellengebäude am Habsburgerring 2-12 erfolgte am 25. November 1953 die Eröffnung des von Theodor Kelter geplanten Baus. Im Jahre 1955 werden Reiseschecks eingeführt, zudem beginnt das „Schulsparen“ mit Los-Gutscheinen für kleine Gewinne. Am 30. September 1957 eröffnete die Stadtsparkasse den deutschlandweit ersten Autoschalter,Chronik-Verlag, Chronik Köln, 1997, S. 46. im Jahre 1959 stellte sie mit der „Zweigstelle 55“ die erste fahrbare Zweigstelle in Nordrhein-Westfalen in Dienst und verfügte damit über insgesamt 52 Zweigstellen.Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, Band 13, Sparkasse der Stadt Köln, 1960, S. 238 Der erste Geldautomat für Auszahlungen bis zu 500 DM wird 1969 an der Hauptstelle installiert. Seit Juni 1971 befanden sich eine Million Sparkassenbücher im Umlauf. Durch die Gebietsreform vom Januar 1975 erhielt die Stadtsparkasse von der Kreissparkasse Köln 26 Zweigstellen; das zugrunde liegende „Köln-Gesetz“ brachte die Auflösung der ehemaligen Landkreise Köln und Bergheim mit sich, die im Erftkreis aufgingen. Die Übertragung der nunmehr außerhalb des Gewährträgergebiets der Kreissparkasse liegenden Filialen wurde zum 30. Juni 1983 durch die Sparkassenaufsicht angeordnet. Beim Neubau der Hauptstelle durch die Architekten Hentrich, Petschnigg & Partner in der benachbarten Hahnenstraße 57 bildet seit 1992 eine Rotunde die zentrale und repräsentative Eingangs- und Verteilerhalle, davor erstreckt sich zur Hahnenstraße ein gegenüber dem Straßenniveau abgesenkter Vorplatz.

Sparkasse Bonn Am 14. Oktober 1844 wurde in Bonn die Städtische Sparkasse zu Bonn zusammen mit dem städtischen Leihhaus im heutigen Alten Rathaus eingerichtet. Am 25. November 1895 wurde die Kreissparkasse Bonn eröffnet. Nachdem die Geschäftsräume der Städtischen Sparkasse zu klein geworden waren, zog sie im August 1913 in einen Neubau am Friedrichsplatz, dem heutigen Friedensplatz, um. Sie eröffnete 1928 ihre ersten Zweigstellen in Kessenich, Endenich und Poppelsdorf.

Nach dem Ersten Weltkrieg entschloss sich die Stadt Bad Godesberg zur Gründung einer eigenen Sparkasse. Die Stadtsparkasse Bad Godesberg begann am 1. März 1920 mit ihrer Geschäftstätigkeit in einer ehemaligen Villa an der Rheinallee 1. Die Kreissparkasse Bonn erhielt im Jahr 1923 in einem Neubau am Bonner Hansaeck erneut größere Räumlichkeiten.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1971 schlossen sich die Städtische Sparkasse Bonn, die Kreissparkasse Bonn und die Stadtsparkasse Bad Godesberg im Zuge der Kommunalreform zur Sparkasse Bonn zusammen. 1982 wurden die ersten beiden Geldautomaten in Bonn installiert; 1985 wurden die ersten Personal Computer bei der Sparkasse Bonn eingesetzt.

Sparkasse KölnBonn mini|Neubau der Sparkasse in Bonn, Friedensplatz (2014) Die Sparkasse KölnBonn entstand am 1. Januar 2005 durch die Fusion der Stadtsparkasse Köln mit der Sparkasse Bonn. Die rechtliche Fusion wurde mit der Zusammenführung der Kunden- und Produktdaten der beiden Vorgängerinstitute am 5. Juni 2006 technisch abgeschlossen. Seither führt die Sparkasse KölnBonn einheitlich die Bankleitzahl 370 501 98 – die Bankleitzahl 380 500 00 „Sparkasse Bonn -alt-“ (BIC: COLSDE33BON) besteht nur noch für frühere Bonner Bestandskunden.

Im Februar 2009 entschied sich die Sparkasse KölnBonn für einen kompletten Neubau ihrer Verwaltung mit Geschäftsstelle in Bonn, an der Stelle der bisherigen Niederlassung Bonn. Der Altbau wurde ab März 2010 geräumt und der Abriss im August 2010 begonnen. Von Februar 2012 bis Anfang 2014 entstand ein Neubau, der nicht nur von der Sparkasse genutzt wird. Die erste Abteilung der Sparkasse, die in den neuen Friedensplatz einzog, war das ImmobilienCenter.

Rechtsgrundlagen Gesetzliche Grundlagen und Geschäftsausrichtung Als Kreditinstitut unterliegt die Sparkasse KölnBonn dem Kreditwesengesetz (KWG), außerdem hat sie als Sparkasse die Bestimmungen des Sparkassengesetzes Nordrhein-Westfalen (SpkG NRW) zu erfüllen. Maßgebend sind auch die Satzung des Zweckverbands und die Sparkassensatzung. Die Sparkasse KölnBonn besitzt eine Vollbanklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter der Nummer 100872 und darf daher sämtliche Bankgeschäfte mit allen Kundengruppen betreiben. Während die vorgenannten Vorschriften die Geschäftstätigkeit der Sparkassen allgemein regeln, wird das Rechtsverhältnis der Sparkassen zu ihren Kunden durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute geregelt, konkret bei der Sparkasse KölnBonn durch deren AGB.

Die Sparkasse KölnBonn betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. In den klassischen Sparkassensegmenten Spargeschäft, Girogeschäft und Kreditgeschäft ist die Sparkasse KölnBonn in Köln und Bonn Marktführer. Im Verbundgeschäft arbeitet die Sparkasse KölnBonn unter anderem mit der Landesbausparkasse West, der Landesbank Hessen-Thüringen und der Versicherungsgesellschaft Provinzial Rheinland zusammen.

Organe Organe der Sparkasse KölnBonn sind: Verwaltungsrat: nach § 4 der Satzung besteht der Verwaltungsrat aus dem Vorsitzenden und weiteren 17 Mitgliedern. Nach § 15 SpkG NRW bestimmt er die Richtlinien der Geschäftspolitik, bestellt und beruft Vorstandsmitglieder ab, stellt den Jahresabschluss fest und nimmt weitere Aufgaben wahr. Vorstand: Er besteht nach § 5 der Satzung aus bis zu fünf Mitgliedern sowie bis zu drei stellvertretenden Mitgliedern. Der Vorstand der Sparkasse KölnBonn leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung und vertritt die Sparkasse gerichtlich und außergerichtlich (§ 20 SpkG NRW).

Geschäftsgebiet und Regionalprinzip mini|Dienstleistungszentrum in Köln, Adolf-Grimme-Allee 4 Das Geschäftsgebiet der Sparkasse KölnBonn umfasst nach § 7 der Satzung grundsätzlich das Gebiet des Zweckverbands. Es umfasst die Stadtgebiete von Köln und Bonn sowie

im Falle der Vergabe von Realkrediten, gesicherten Personalkrediten und Beteiligungen auch die ehemalige Rheinprovinz, das sind heute die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen sowie die ehemaligen Regierungsbezirke Koblenz und Trier in Rheinland-Pfalz, im Falle von Schiffskrediten auch den Regierungsbezirk Köln und den Landkreis Ahrweiler, im Falle von ungesicherten Personalkrediten auch das Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises sowie dort angrenzende Kreise und die Gebiete der Amtsgerichtsbezirke Köln, Neuss, Leverkusen, Bergisch Gladbach und Brühl einschließlich der Gemeinden Langenfeld, Frechen und Pulheim.

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