mini|hochkant|McDonald’s-Logo auf einem Pylon mini|McDonald’s-Corporate-Design, das bis in 2010er Jahre verwendet wurde, hier an einem Restaurant in Darmstadt mini|Zeitungsinserat für eine Filiale – mit zwei "goldenen Bögen" – in Allentown, PA, USA (1963) Die McDonald’s Corporation ist ein US-amerikanischer Betreiber und Franchisegeber von weltweit vertretenen Schnellrestaurants und der umsatzstärkste Fast-Food-Konzern der Welt. Stand Dezember 2025 wurden weltweit rund 45.400 Restaurants betrieben, davon knapp 95 % über Franchisenehmer und der Rest im Eigenbetrieb.
Geschichte Gründung mini|Das McDonald’s-Restaurant in 10207 Lakewood Blvd., Downey (Kalifornien) ist seit 1953 geöffnet und das älteste noch in Betrieb befindliche McDonald’s-Restaurant.
Das erste Restaurant (intern „store(s)“ genannt) wurde am 15. Mai 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald („Dick & Mac McDonald – McDonald’s Bar-B-Q“) in San Bernardino, Kalifornien eröffnet. Es wurde nach 1948 bekannt, als die Brüder das sogenannte Speedee Service System einführten, mit dem durch Reihenfertigung, Selbstbedienung und eine reduzierte Auswahl an Speisen und Getränken Wartezeiten für die Kunden stark verkürzt werden konnten. Neil Fox wurde 1953 erster Franchisenehmer; erstmals zierten die „Golden Arches“ (deutsch „goldene Bögen“) sein Restaurant in Phoenix (Arizona). 1954 trat der Milchshake-Mixer-Verkäufer Ray Kroc an die Brüder McDonald heran, um weitere McDonald’s-Restaurants zu eröffnen, da er von der Effizienz des Restaurants beeindruckt war. Er versuchte, Walt Disney – seinen Kameraden aus Kriegstagen – dazu zu bringen, ihm die Eröffnung eines Schnellrestaurants im damals im Bau befindlichen Disneyland zu erlauben. Als der ablehnte, eröffnete Kroc sein erstes Restaurant in Des Plaines. Die ersten Franchisenehmer rekrutierte er überwiegend aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Wegen mangelnder Eignung einiger und konzeptioneller Fehler, wie z. B. Zusagen zum Gebietsschutz, drohte das stark expandierende Unternehmen fast unterzugehen. Heute versucht der Konzern in seinen Publikationen, diese kritische Periode weitestgehend auszublenden.
Der Erfolg Krocs beruht auf mehreren Faktoren: zum einen auf einem ausgeklügelten System der Mitbestimmungsrechte der Franchisenehmer bei strategisch bedeutenden Entscheidungen, vor allem bei geplanten Aktionen auf Restaurantebene, zum anderen auf der Entwicklung eines lukrativen Immobilienvermarktungskonzeptes. Ein ursprünglich für die Immobilienerschließung zuständiger Mitarbeiter Krocs, Harry Sonneborn, hatte das Konzept entwickelt, Hamburger- und Immobiliengeschäft untrennbar miteinander zu koppeln, indem McDonald’s zunächst versuchte, den Grund und Boden zu erwerben, auf dem seine Filialen entstehen sollen, und die Franchisenehmer außer der eigentlichen Gebühr auch umsatzabhängige Pachten zahlen mussten. So wurde McDonald’s – wenig beachtet – zugleich eines der weltweit größten Immobilienunternehmen.Hagen Seidel: Hinter den Kulissen von McDonald’s in Deutschland. Die Welt, 22. Februar 2011, zuletzt abgerufen am 9. Mai 2017.
Strategische Partnerschaften mit anderen Großkonzernen sicherten die für diese Entwicklung wichtigen „Hamburger-Umsätze“ ab. Beispiele sind die Kooperation mit der Coca-Cola-Company und die enge Beziehung zwischen McDonald’s und Disney. Letztere zeigt sich beispielsweise in den regelmäßigen Kooperationen, wie z. B. filmbezogenen Beigaben zu den HappyMeals und entsprechendem Werbematerial in den Filialen.
mini|Logo von 1968 bis 2006
Der Vertrag mit den McDonald-Brüdern sah vor, dass Kroc für die Expansion der Kette zuständig war, während die Brüder die Kontrolle über die Produktion behielten und an den Gewinnen beteiligt waren. 1961 wurde Kroc zunehmend unzufrieden mit dieser Konstellation. Nach einigen Verhandlungen stimmten die inzwischen wohlhabenden McDonald-Brüder zu, die Rechte an der Marke McDonald’s für 2,7 Mio. US-Dollar an Ray Kroc zu verkaufen. Das Geld hierfür hatte Kroc von mehreren Investoren geliehen, darunter auch ein Investment-Portfolio, an dem die Universität Princeton und einige andere amerikanische Elite-Universitäten beteiligt waren. Der Vertrag erlaubte den Brüdern, ihr Restaurant weiter The Big M zu nennen. Es blieb geöffnet, bis Kroc die Brüder ausbootete, indem er ein McDonald’s-Lokal direkt auf der anderen Straßenseite eröffnete. Wenn die Brüder den ursprünglichen Vertrag beibehalten hätten, der ihnen 0,5 % der jährlichen Einnahmen der Kette garantierte, würden sie heute fast 180 Mio. $ pro Jahr erhalten. Krocs Unternehmen hieß ursprünglich McDonald’s Systems Inc. und wurde 1960 in McDonald’s Corporation umbenannt. 1977 schrieb Kroc seine Autobiographie Grinding It Out. mcdonalds.de, abgerufen am 12. April 2014
Internationale Expansion mini|Restaurants weltweit mini|McDonald’s-Filiale Hemer in neuer Farbgebung in Grün mini|Koscheres McDonald’s-Restaurant in Buenos Aires am Sabbat (daher geschlossen) mini|hochkant|Inneneinrichtung eines McDonald’s in den Niederlanden
Seit 1967 eröffnete McDonald’s seine ersten Restaurants außerhalb der USA, in Kanada und Puerto Rico. Die erste Europa-Filiale wurde im August 1971 in den Niederlanden im Vermiljoenweg in Zaandam, in Kooperation mit der Supermarktkette Albert Heijn eröffnet. Im Gegensatz zu den USA und Europa, wo McDonald’s von vielen als Inbegriff für billig hergestelltes, einfaches Essen angesehen wird, gilt es woanders wie in China als Statussymbol. Allein in Shanghai besitzt McDonald’s über 100 Filialen. In den USA leben 50 % der Bewohner keine drei Autominuten von der nächsten Filiale entfernt; in Deutschland sind es im Schnitt 16 km. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben gegen Ende der 90er Jahre in rund 120 Ländern aktiv. Seitdem hat sich der Konzern wegen schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen teilweise zurückgezogen. Der Börsengang seiner japanischen Tochter blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück.
In Lateinamerika betrieb der Franchisenehmer Arcos Dorados nach eigenen Angaben im Jahr 2023 2300 Restaurants mit über 95.000 Beschäftigten in 20 Ländern. Den Umsatz konnte der 2007 gegründete Konzern bis 2008 um 26 % auf 3,5 Mrd. USD steigern und 2017 wieder 3,3 Mrd. USD erzielen.
McDonald’s ist seit 1993 auch in Israel vertreten. Die erste Filiale befand sich in der Ayalon Mall in Ramat Gan. Im Jahr 2020 gab es 183 Filialen in Israel, wovon etwa 50 die Koscher-Regeln beachten. Seit 1999 gibt es auch in der Abasto-Shopping-Mall in Buenos Aires (Argentinien) ein koscheres Restaurant. Alle Restaurants, die koscheres Essen anbieten, sind am Sabbat geschlossen.
1963 bot ein Lokal in einem katholischen Stadtviertel von Cincinnati, Ohio, zum ersten Mal den FishMac an, da dort freitags kein Fleisch gegessen wurde. Analog hierzu gibt es in islamisch geprägten Ländern halāl (d. h. den islamischen Speisevorschriften entsprechend ausgelegte) McDonald’s und im hinduistisch geprägten Indien keine Rindfleischgerichte, stattdessen Geflügel-Burger sowie den auf Lammfleisch basierenden „McMaharadscha“. 1992 öffnete das erste marokkanische McDonald’s Restaurant an der mondänen Corniche von Casablanca, unweit der neu gebauten Hassan-II.-Moschee. Im Fastenmonat Ramadan bietet McDonald’s in Marokko ein landestypisches Menü mit Harira und Datteln an. 2024 gab es in Marokko 58 Filialen, 50 % der Produkte stammen von einheimischen Lieferanten. McDonald’s ist der wichtigste Sponsor der marokkanischen SOS-Kinderdörfer.
Gegenwart Von 1991 bis zu seinem Tod am 19. April 2004 war Jim Cantalupo Chef des weltgrößten Restaurantkonzerns. Sein Nachfolger bei McDonald’s, der Vorstandsvorsitzende Charlie Bell, trat am 23. November 2004 wegen einer Darmkrebserkrankung von seinem Posten zurück. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde der 60-jährige Jim Skinner. Präsident und neuer CEO wurde der Chef des US-Geschäfts, Mike Roberts. Unter der Führung von Cantalupo und Bell konnte die Fastfood-Kette ihren Umsatz deutlich steigern. Neue Speisekarten mit Salaten und neuen Frühstücksvarianten wurden als Grund genannt.
In dieser Zeit wechselten sich in Deutschland als Vorstandsvorsitzende der Deutsche Gerd Raupeter, der Holländer Adrian Hendrix (2003) und der Serbe Bane Knezevic (Juli 2005) in rascher Folge ab. Der zuvor in Österreich tätige Bane Knezevic war seitdem als President Western Division neben Deutschland auch für Österreich sowie die mittelosteuropäischen Länder Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Kroatien verantwortlich. Hiermit setzte sich der Trend fort, innerhalb Europas supranationale Verwaltungsverbünde zu schaffen, um einerseits Synergien zu nutzen und andererseits nationale Kompetenzen zu reduzieren. Im Oktober 2013 wurde Knezevic als Deutschland-Chef durch Holger Beeck, der 1984 als Management Trainee in den Konzern kam, abgelöst, nach erstmaligem Umsatzrückgang in Deutschland.
McDonald’s Europa wird seit Mitte 2005 in drei Divisions (Süd, Nord, West) sowie die Region Osteuropa untergliedert. Der Franzose Denis Hennequin war seit dem 1. Juli 2005 als President McDonald’s Europe für die Unternehmenstätigkeit in 51 Ländern verantwortlich, nachdem er 1996–2004 als President und Managing Director von McDonald’s Frankreich tätig war. 2004 wurde Hennequin zum Executive Vice President von McDonald’s Europe ernannt und arbeitete in dieser Funktion eng mit Russ Smyth, Präsident von McDonald’s Europe, bis zu dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen zusammen. 2010 wechselte Hennequin als CEO zu Accor. Auf ihn folgte bis 2011 Steve Easterbrook, der wiederum ab 2015 Global CEO von McDonald’s wurde. Doug Goare folgte von 2011 bis 2015
Seit 2005 ist die Österreich-Tochter des Konzerns der „West-Region“ in München unterstellt, nachdem sie zuvor der „Zentraleuropa-Zentrale“ am Flughafen Wien-Schwechat unterstand. Von dieser aus hatte Zentraleuropa-Chef Andreas Hacker rund 1400 Filialen in Osteuropa eröffnet. Im vierten Quartal 2005 verließ Andreas Hacker den Konzern mit der Anmerkung, der „Spaßfaktor“ sei zunehmend verloren gegangen.
Anfang März 2006 gab der „Managing Director“ von McDonald’s Österreich Harald Sükar seinen Rückzug aus dem Chefsessel der Österreich-Tochter des Konzerns bekannt. Der 1958 geborene und seit 1986 beim Fast-Food-Konzern beschäftigt Brite David Newman wurde neuer Österreich-Chef. Zuvor war er unter anderem für die McDonald’s-Töchter in elf zentral- und osteuropäischen Ländern zuständig.
Am 23. November 2009 gab McDonald’s bekannt, dass in Europa die Farbgebung des Corporate Designs wechseln wird. Das gelbe Logo wurde beibehalten, allerdings wechselte der Hintergrund von Rot auf Grün. Als erste Filiale in Deutschland mit neuer Farbgebung eröffnete am 21. November 2009 ein Restaurant auf dem Flughafen München. Die neue Farbgebung sollte zunächst nur bei Neueröffnungen angewandt werden, jedoch später auf bestehende Betriebe ausgeweitet werden. Auch in Österreich fand ein Farbwechsel statt, der Ende 2009 abgeschlossen wurde. In der Schweiz eröffnete in Kölliken (Kanton Aargau) im Dezember 2009 das erste Restaurant der Marke mit neuer Farbgebung. In Frankreich ist die neue Farbgebung bereits weit verbreitet, auch die Website von McDonald’s Frankreich wurde inzwischen dem neuen Farbschema angepasst.