mini|Autobahnkreuz in Kleeblatt-Form mini|Autobahnkreuz in Kleeblatt-Form in Mexiko-Stadt mini|Ankündigung eines Autobahnknotens in Österreich

Ein Autobahnkreuz (Symbol in Deutschland und Österreich: Datei:AB-Kreuz.svg) ist ein planfreier Knotenpunkt mit zumeist zwei sich kreuzenden Autobahnen, allgemeiner mit mindestens vier verknüpften Autobahnarmen.

Grundsätzliches Im deutschen Autobahnnetz gibt es 138 Autobahnkreuze.Zahlen und Daten. Das Autobahnnetz der Bundesrepublik Deutschland. Abgerufen am 30. Oktober 2018. Mindestens vierarmige Autobahnknotenpunkte werden dort als Autobahnkreuz, dreiarmige als Autobahndreieck oder Autobahngabelung bezeichnet. Dabei werden Arme, die sich nicht als durchgehende Straße fortsetzen, sondern mit dem Charakter einer Anschlussstelle lediglich eine untergeordnete Straße anbinden, nicht mitgezählt. Daher wird ein Gebilde, das baulich einem vierarmigen Autobahnkreuz entspricht, nur als Autobahndreieck bezeichnet, sobald es einen derartigen Arm aufweist. Ein Beispiel hierfür ist das Autobahndreieck Jackerathopenstreetmap.org, dessen nordwestlicher Arm als Anschlussstelle in einen Kreisverkehr mündet. Sind zwei derartige Arme vorhanden, spricht man nur noch von einer Anschlussstelle. Beispiel hierfür war das Autobahnkreuz Leipzig-Süd,openstreetmap.org das bis zum Umbau und Aufstufung der autobahnähnlichen Straße B 2 zur Autobahn A 72 als Anschlussstelle gewidmet wurde. Das Wilhelmshavener Kreuzopenstreetmap.org bindet nur eine autobahnähnliche Bundesstraße an und ist eines der aus Altlasten verbliebenen Gegenbeispiele. In Nordrhein-Westfalen werden hingegen wie in weiteren Bundesländern nach einem Erlass des Landesverkehrsministeriums von 2004 solche Kreuze sukzessive in Anschlussstellen umbenannt. Das Kreuz-Symbol verschwindet und die wegweisende Beschilderung wird gelb anstatt blau. Die Bezeichnung Autobahnkreuz ist heute fast vollständig von Ankündigungsschildern verschwunden und wird durch Kreuz ersetzt. Die ehemals exklusiv bei Autobahnkreuzen genutzten Bauformen werden heute zunehmend auch für die Verknüpfung mit oder unter autobahnähnlichen Straßen genutzt.

Die Begriffe Kreuz und Dreieck werden in Österreich und der Schweiz nicht verwendet. In Österreich werden die 36 existierenden Autobahnkreuze, -dreiecke und -gabelungen als Knoten bezeichnet. In der Schweiz werden sie zusammenfassend Verzweigung genannt. Autobahnkreuze in der Schweiz im Sinne der deutschen Definition sind die Verzweigungen Limmattal, Brüttisellen sowie Reichenburg.

In Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den Benelux-Staaten haben Anschlussstellen und Autobahnkreuze Namen. Für letztere gilt das in Frankreich dagegen meistens nicht. Dort wird auf den Schildern nur angezeigt, welche Autobahnen sich kreuzen.

Allgemeines Funktionsprinzip Autobahnkreuze sind so konzipiert, dass sowohl kreuzender als auch rechts- oder linksabbiegender Verkehr ohne verkehrsbedingten Halt das Kreuz passieren kann. Dadurch werden Unfälle und Staus vermieden. Gleichzeitig können alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch der abbiegende Verkehr, eine relativ hohe Fahrgeschwindigkeit beibehalten.

Bei zwei sich kreuzenden Straßen, die jeweils in beide Richtungen befahrbar sind, sind acht Verbindungsrampen notwendig, um vollständig höhenfrei aus jeder Richtung in jede weiterführende Richtung gelangen zu können.

Bauteile mini|Bauteile eines Autobahnkreuzes Ein Kreuz weist je nach Bauart folgende Teile auf:

Ein- und Ausfahrbereiche Der Einfahrbereich (Einfahrt) auf die Autobahn besteht aus dem Beschleunigungsstreifen und verbindet die Verteilerfahrbahn bzw. die Verbindungsrampe mit der Autobahn. Analog dazu besteht der Ausfahrbereich (Ausfahrt) aus dem Verzögerungsstreifen. Normalerweise besitzt jede Richtungsfahrbahn jeweils einen Ein- und Ausfahrbereich. Diese Bereiche sind so angelegt, dass der Verkehr auf der Autobahn möglichst wenig beeinträchtigt wird. Durch die Möglichkeit der Beschleunigung bzw. Abbremsung auf den Ein- und Ausfahrbereichen können die Fahrzeuge jederzeit dem Verkehrsfluss angepasst auf der Autobahn fahren.

Einfahrten, die die Anzahl der durchgehenden Fahrstreifen vermehren, bewirken eine Fahrstreifenaddition (Spuraddition). Im Gegenzug dazu wird eine Verminderung der durchgehenden Fahrstreifen bei Ausfahrten als Fahrstreifensubtraktion (Spursubtraktion) bezeichnet.

Verteilerfahrbahn Die Verteilerfahrbahnen stellen die Verbindung zwischen den Ein- bzw. Ausfahrbereichen und den Verbindungsrampen her. Sie sind notwendig, damit nur jeweils eine Ein- und Ausfahrt auf der Autobahn vorhanden ist, wodurch die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit des Autobahnknotens erhöht werden. Normalerweise zweigen von einer Verteilerfahrbahn mindestens zwei Verbindungsrampen ab. Nur in speziellen Fällen existiert keine Verteilerfahrbahn, weil der Knotenpunkt mehrere Ein- oder Ausfahrbereiche besitzt oder nur eine Verbindung in eine Richtung vorhanden ist. Das Kleeblatt hat die aufwändigste Bauweise, mit jeweils zwei abgehenden und auftreffenden Rampen sowie einer Ein- und Ausfahrt.

Verbindungsrampen

Die Aus- und Einfahrten werden mittels Verbindungsrampen miteinander verbunden. Dabei wird bei den drei Grundformen zwischen einer direkten, halbdirekten und indirekten Verbindungsrampe unterschieden, die ausschlaggebend für die Bauform des Autobahnkreuzes sind. Allerdings werden auch alternative Bezeichnungen verwendet, was insbesondere bei der Direktrampe für Verwirrung sorgen kann: (PDF; 257 kB). Bezeichnung hier und imArtikel Verbindungsrampe Alternativer Name Merkmale Direkte Rampe Tangential-, Tangentenrampe Es werden keine weiteren Fahrbahnen gekreuzt. Die Richtungsänderung wird direkt vollzogen. Beim rechtwinkligen Kreuz beträgt die Kurve nicht mehr als 90 Grad. Halbdirekte Rampe Overfly, Direktrampe Es werden weitere Fahrbahnen gekreuzt. Die Richtungsänderung wird über leichte „Umwege“ erreicht. Beim rechtwinkligen Kreuz beträgt die Kurve mehr als 90, aber weniger als 180 Grad. Indirekte Rampe Schleifenrampe, Ohr Die Richtungsänderung wird durch eine entsprechend lang anhaltende Kurve in Gegenrichtung erreicht (also Linksabbiegen durch lange Rechtskurve). Beim rechtwinkligen Kreuz beträgt die Kurve 270 Grad.

Verflechtungsstrecken mini|Verflechtungsstrecke mit überkreuzenden Verkehrsströmen Auf Verflechtungsstrecken kreuzen sich Einfahr- und Ausfahrverkehr eines Autobahnkreuzes: Von rechts kommt der Verkehr einer Verbindungsrampe (im Bild blau) und wechselt nach links auf die durchgehende Fahrbahn, auf derselben Strecke wechselt Verkehr von der durchgehenden Fahrbahn (im Bild rot) auf den rechten Fahrstreifen, um an der nächsten Rampe abzufahren.

Verflechtungsstrecken an Autobahnkreuzen sind üblicherweise um 100 bis 150 Meter lang und bilden bei hohem Verkehrsaufkommen Unfallschwerpunkte, da sich die Abstände der Einzelfahrzeuge im Durchdringungsbereich der verflochtenen Verkehrsströme stark verringern (bei gleichmäßigem Tempo auf die Hälfte des vorher eingehaltenen Abstandes minus eine Fahrzeuglänge).

Kurze Verflechtungen können nur zwischen zwei einstreifigen Fahrbahnen erfolgen, mehrstreifige Fahrbahnen benötigen eine Parallelentflechtung.

Überführungsbauwerke Die planfreie Ausführung von Knotenpunkten ist nur mit Hilfe von Überführungsbauwerken (Brückenbauwerken) zu realisieren. Sie sind der größte Kostenfaktor bei einem Autobahnkreuz und daher ein wichtiger Aspekt bei der Wahl der Bauform. Neben der Anzahl der notwendigen Bauwerke sind auch die Spannweite, Länge und Höhe relevant. Einfache Überführungen überbrücken lediglich eine Fahrbahn, während sehr aufwändige Bauwerke mehrere Fahrbahnen tragen und überbrücken können und sogar zur Überquerung mehrerer anderer Überführungsbauwerke dienen können.

Verkehrsinseln

Die Flächen zwischen den verschiedenen Fahrbahnen und Verbindungsrampen werden als Verkehrsinseln bezeichnet, die in der Regel mit Wald, Tümpeln und/oder Wiese bestückt sind, bzw. wird beim Bau von Autobahnkreuzen in jenen Bereichen der ursprüngliche Naturbestand nach Möglichkeit beibehalten. In manchen Fällen sind hier Autobahnpolizei und -Meisterei untergebracht.

Bauformen Es existieren verschiedene Grundformen von Autobahnkreuzen, die sich in folgenden Aspekten unterscheiden: Raumbedarf (in Fläche und Höhe) Leistungsfähigkeit – sie ergibt sich aus den beim Wechsel der Autobahn möglichen Fahrgeschwindigkeiten sowie stauträchtigen Hindernissen wie Verflechtungsstrecken Bau- und Unterhaltungskosten durch Aufwand oder Anzahl der erforderlichen Brückenbauwerke. Dabei ist die Situation für die Geradeausfahrt und das Rechtsabbiegen (bei Rechtsverkehr) relativ unproblematisch und einheitlich. Das Abbiegen über die Gegenrichtung erfordert immer baulichen Aufwand, die maßgeblichen Unterschiede der Standardformen liegen in der Lösung dieses Problems. Auch der Winkel, in dem sich die Autobahnen kreuzen, ist wesentlich für die gewählte Bauform. Die „reinen“ Grundformen existieren nur bei rechtwinkliger Kreuzung und freiem Gelände. Je nach Gegebenheiten sind Mischformen oder Spezialformen erforderlich, wie z. B. Sonnborner Kreuz oder Autobahnkreuz Kaiserberg.

Die verschiedenen Bauformen werden zur vereinfachten Typisierung mit Bezeichnungen versehen, die sich von der Form ableiten, die diese Verkehrsbauwerke von oben gesehen aufweisen.

Kleeblatt rahmenlos|links|Autobahnkreuz „Kleeblatt“ mini|Autobahnkreuz Weinheim – die obere Autobahn besitzt Verteilerfahrbahnen, die untere nichtDas Kleeblatt ist die älteste Form, weltweit verbreitet und in Deutschland die häufigste. Ein solches Kreuz besteht aus vier direkten Rampen zum Rechtsabbiegen (auch Raute genannt) und vier Dreiviertelkreisbögen, den sogenannten Ohren, zum indirekten Linksabbiegen. Es benötigt relativ wenig Fläche und nur ein einziges, obendrein relativ kurzes Brückenbauwerk, da die Verbindungsrampen weder einander noch die Fahrbahnen kreuzen und daher (sofern keine weiteren Verkehrswege den Knotenpunkt durchlaufen) ohne Brücken auskommen.

Ein Kleeblattkreuz ermöglicht jeden beliebigen Fahrtrichtungswechsel, einschließlich Wenden. Letzteres ist möglich, indem zwei aufeinanderfolgende Ohren durchfahren werden. Entsprechend ist zusätzlich zum direkten Rechtsabbiegen ein indirektes Rechtsabbiegen durch das Durchfahren von drei Ohren möglich. Ein indirektes Rechtsabbiegen wäre z. B. sinnvoll, wenn man die Abfahrt zum direkten Rechtsabbiegen verpasst hat.mini|Schwebendes Kleeblatt: Autobahnkreuz Kathipara in Chennai, Indien, gebaut zwischen 2006 und 2009, Nachteil von Kleeblatt-Kreuzen ist ihre geringe Leistungsfähigkeit. Die Leistungsgrenzen entstehen erstens aus den engen Radien der Ohren von typisch 40 bis 50 Meter, die relativ langsam durchfahren werden müssen, und zweitens durch die notwendigen Verflechtungsstrecken zwischen den Ohren und deren Kürze. Hier kommt es zu systematischer Unterschreitung der Sicherheitsabstände zwischen den Fahrzeugen sowie zu Bremsvorgängen zum Einordnen, was bei hoher Auslastung schnell zu Rückstau führt. Diesem Nachteil wird beispielsweise am Frankfurter Kreuz, das in dieser Bauform konzipiert wurde, dadurch begegnet, dass die Ein- und Ausfahrten der Rampen nicht ineinander übergehen, sondern durch weitere Brückenbauwerke voneinander getrennt sind.

Um die Verflechtung vom fließenden Verkehr fernzuhalten, wird abbiegender Verkehr auf separaten Verflechtungsstrecken geführt, was jedoch das Brückenbauwerk vergrößert und verteuert. Wird ein Kleeblatt nachträglich entflochten, kann die ursprüngliche Verflechtung als jeweiliger weiterer Fahrstreifen genutzt werden.

Modifikationen

Kleeblatt mit einer halbdirekten Rampe