mini|Der Weiher an der Landskrone mini|Kriegerdenkmal im Hofgarten um 1900 mini|alt=Hofgarten, Aussichtspunkt|Napoleonsberg, Aussichtshügel im Hofgarten (2017) Der Hofgarten ist der zentrale Park in Düsseldorf. Er liegt in der Innenstadt in den Stadtteilen Stadtmitte und Pempelfort und hat eine Gesamtfläche von 27,73 ha, davon sind 13 ha Wiesenflächen. Die Parkfläche erstreckt sich von der Jacobistraße mit Schloss Jägerhof und dem angrenzenden Malkastenpark bis zur Heinrich-Heine-Allee an der Altstadt und von der Königsallee bis zum Ehrenhof am Rheinufer. Zahlreiche historische Denkmäler und moderne Skulpturen beleben den Park, der gestalterisch den Übergang vom barocken Gartenstil zum Englischen Landschaftsgarten markiert. Der älteste Teil des öffentlichen Hofgartens wurde bereits 1769 angelegt. Damit ist der Düsseldorfer Hofgarten Deutschlands erster und ältester Volksgarten.
Geschichte und Gestaltung Die Geschichte des Hofgartens reicht zurück bis in die Zeit Wilhelms des Reichen. Der im 16. Jahrhundert auswendige, das heißt außerhalb der Stadtmauern liegende, fürstliche Hofgarten wurde im 18. Jahrhundert zur öffentlichen Promenade, dem alten Hofgarten, umgestaltet und erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts durch Maximilian Friedrich Weyhe als neuer Hofgarten seine im Wesentlichen bis heute erhaltene Form. Im 20. Jahrhundert, vor allem nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, wurden durch städtebauliche Maßnahmen letztmals größere Veränderungen am Gartengelände vorgenommen.
Der fürstliche Hofgarten Außerhalb der Festungsmauern Düsseldorfs, im Osten der Stadt, hatte sich im Laufe des 16. Jahrhunderts eine reiche Gartenlandschaft entwickelt. In Pempelfort, das bereits mit der Stadterhebung 1288 als Außenbürgschaft der Stadt zugefallen war, lagen die Ländereien und Höfe der Herzöge, die sich dort Zier- und Nutzgärten anlegen ließen. Inmitten dieser Gärten lag der fürstliche Hofgarten, der von der Stadt aus durch das Ratinger Tor zu erreichen war. Erstmals schriftlich bezeugt wird er 1557, als Düsseldorf Hauptresidenz geworden war und Herzog Wilhelm der Reiche im Zuge von Ausbauarbeiten das Gartengelände, welches sich nördlich der Düssel bis nach Pempelfort erstreckte, erweitern ließ. 1585, anlässlich der Hochzeit des Erbprinzen Johann Wilhelm mit Jakobe von Baden-Baden, fanden einige der aufwendigen Feierlichkeiten in dem fürstlichen Garten statt. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ließ Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm den Hofgarten, der als regelmäßiger Parterregarten angelegt war, nochmals erweitern. Aber gegen Ende des 17. Jahrhunderts zeigte der Hof immer weniger Interesse an dem Gelände, und 1669, unter Kurfürst Philipp Wilhelm wurde es teilweise an einen der Hofgärtner verpachtet, der dort Gemüse und Hopfen zog. Im Jahre 1716 wurde der Hof aufgelöst, nachdem Kurfürst Johann Wilhelm (Jan Wellem) gestorben war, seine Witwe Anna Maria Luisa beschlossen hatte, nach Florenz zurückzukehren, und sich herausstellte, dass der neue Landesherr, Karl III. Philipp, nicht in Düsseldorf residieren mochte. Das Schloss war somit verlassen, der ungenutzte Teil des Hofgartens fiel brach und verwilderte immer mehr.
Der alte Hofgarten mini|Johann Caspar Nosthofen: Plan des alten Hofgartens von 1775 mini|Maximilian Friedrich Weyhe: Plan des alten Hofgartens von 1804 Nach dem Siebenjährigen Krieg, in dem große Teile der Stadt zerstört worden waren und zusätzlichen Missernten in den darauf folgenden Jahren, geriet Düsseldorf in große wirtschaftliche Not. Karl Theodor zu Pfalz-Sulzbach, seit 1742 Kurfürst und Herzog von Jülich-Berg, erließ auf Anregung seines Statthalters in Düsseldorf, Reichsgraf Johann Ludwig Franz von Goltstein, zahlreiche Anordnungen, um die Situation in der Stadt zu verbessern. Staatliche Baumaßnahmen, die auch das Hofgartengelände betrafen, sollten nicht nur die Zerstörungen beseitigen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen. 1769 ordnete der Kurfürst an, den seit vielen Jahren vernachlässigten Hofgarten zu erweitern und zu einer öffentlichen Promenade „zur Lust der Einwohnerschaft“ auszubauen. So ließ Graf Goltstein den östlichen Teil des heutigen Hofgartens anlegen und die von Düsseldorf ausgehenden Landstraßen erbauen.Düsseldorf im Wandel der Zeiten, Schwann Verlag 1910, S. 83 Ihm zur Ehre wurde die Goltsteinstraße benannt. Und da ohnehin beabsichtigt war, das 1765 fertiggestellte Schloss Jägerhof, den Sitz des Oberjägermeisters, durch eine Allee mit der Stadt zu verbinden, konnten so beide Vorhaben zusammen durchgeführt werden.
mini|links|Jägerhofallee, oft Reitallee genannt, mit Blick auf Schloss Jägerhof Das Hofgartengelände, von der Düssel durchflossen, reichte damals von Schloss Jägerhof bis zur Bastion Landskrone und endete dort in einem versumpften Teich. Mit den Entwürfen für die Promenade wurde der lothringische Baumeister Nicolas de Pigage beauftragt, der auch schon Schloss und Park Benrath erbaut hatte. 1769 begannen die Umbauarbeiten. Das Gelände wurde durch den Ankauf von umliegenden Gartenparzellen erweitert, gerodet und eingeebnet, die Düssel kanalisiert und an den südlichen Rand des Areals verlegt. Hecken wurden gepflanzt und breite, mit Linden gesäumte Alleen angelegt, in der Mitte als Hauptachse die Jägerhofallee, die von Schloss Jägerhof auf St. Andreas ausgerichtet wurde, die Hofkirche und Grablege der Wittelsbacher in Jülich-Berg. Am Endpunkt der Jägerhofallee liegt ein Teich namens Runder Weiher, der reguliert und in ein Bassin gefasst sowie im Jahr 1900 mit einer Fontäne und der Skulptur Jröne Jong (Joseph Hammerschmidt) ausgestattet wurde. Rechts und links der großen Allee führten zahlreiche kleine Schlängelwege durch Boskette mit ornamental gestalteten Hecken, die kleine Plätze umsäumten. Die Alleen, die sowohl von Schloss Jägerhof in Richtung des Bassins als auch in entgegengesetzter Richtung Sichtachsen in Form eines Dreistrahls bildeten, eine sogenannte Patte d’oie (Gänsefuß), sind die von Pigage hier umgesetzten Gestaltungselemente des französischen Barockgartens mit seinem strengen geometrischen Stil.Achim Röthig: Kö-Bogen, 2. BA. Gartendenkmalpflegerischer Fachbeitrag zur Umfeldgestaltung im Anschlussbereich des Hofgartens im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 5477/125, April 2011, S. 29 (PDF) Die verschlungenen Wege der Boskette sind ein spätbarockes Element und weisen schon voraus auf den unregelmäßigen Stil des englischen Landschaftsgartens. Ausgestattet wurde die öffentliche Promenade mit Bänken, Statuen und Vasen, die den Besuchern Abwechslung und Ruhemöglichkeiten boten. Im Hofgärtnerhaus, zusammen mit dem Garten nach Plänen Pigages entstanden und Wohnsitz des für die Pflege des Gartens zuständigen Hofgärtners, wurden Erfrischungen angeboten und fanden gesellschaftliche Vergnügungen statt. Als ein weiterer Anziehungspunkt wurde 1782 ein chinesischer Pavillon gebaut, entsprechend der damaligen Begeisterung für die chinoise Mode.
Die öffentliche Promenade, der alte Hofgarten, wurde von der Düsseldorfer Bevölkerung begeistert aufgenommen und fand darüber hinaus Erwähnung in zahlreichen Reisebeschreibungen des späten 18. Jahrhunderts. Aber die Freude der Düsseldorfer an ihrer Promenade währte nicht lange. Während des Ersten Koalitionskrieges wurde die Stadt 1795 von französischen Truppen besetzt, die im Hofgarten Schanzen anlegten und ihn dabei fast vollständig zerstörten. Die Bäume und Hecken wurden abgeholzt, das Hofgärtnerhaus und der chinesische Pavillon gesprengt. Erst 1804 wurde dieser älteste Teil des Hofgartens, im Zuge der Neugestaltung durch Maximilian Friedrich Weyhe, im landschaftlichen Stil wiederhergestellt und das Hofgärtnerhaus wieder aufgebaut. Die von Pigage entworfenen Alleen und das große Bassin sind noch erhalten und entsprechen dem Bassin mit dem wasserspeienden „Jröne Jong“, dieser aufgestellt im März 1900Im März 1900 wurde die Figurengruppe „Der ungebetene Gast“ aufgestellte., in Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt für den Zeitraum vom 1. April 1899 bis 31. März 1900. Besonderer Theil.III. Die Fürsorge für das wirtschaftliche Leben., hinter dem Schauspielhaus, der Jägerhofallee (fälschlicherweise oft auch als Reitallee bezeichnet) von dort zum Schloss Jägerhof und der „Seufzerallee“ entlang der Düssel.
Der neue Hofgarten mini|300px|Stadtplan von Düsseldorf 1809: Erweiterung des Hofgartens um das Terrain der früheren Stadtbefestigung im Stil des Englischen Landschaftsgartens unter der Leitung von Maximilian Friedrich Weyhe mini|Gärtnerische Gestaltung des Hofgartens mit Hofgärtnerhaus, Ratinger Tor, Stadttheater und Kunst-Akademie am Sicherheitshafen, 1895 Nach dem Frieden von Lunéville von 1801, in dessen Artikel VI sich das Heilige Römische Reich gegenüber Frankreich verpflichtete, die demolierte Stadtbefestigung Düsseldorfs nicht wiederherzustellen, setzte Kurfürst Maximilian Joseph von Pfalz-Bayern eine Kommission zur Schleifung der Festung und Verschönerung der Stadt unter der Direktion von Georg Arnold Jacobi ein und beauftragte sie mit der Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts, das auch die Neugestaltung und Erweiterung des Hofgartens umfasste. Die Leitung der technischen Maßnahmen hatten der Hofbaumeister Kaspar Anton Huschberger und der Wasserbaumeister Christian Wilhelm G. Bauer inne. Sie sahen für das an den Hofgarten angrenzende Gelände an der ehemaligen Bastion Landskrone gärtnerische Anlagen (später planerisch konkretisiert zum Jardin BotaníquePanorama de Dusseldorf (um 1809), Dokument des Stadtarchivs Landeshauptstadt Düsseldorf im Portal duesseldorf.de, abgerufen am 25. Dezember 2012) und die Regulierung der Gewässer vor. 1804 stieß, auf Betreiben des Kommissionsvorsitzenden Jacobi, der kurkölnische Hofgärtner und Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe zur Kommission. Weyhe schuf einen Landschaftsgarten im englischen Stil und wurde prägend für die Umgestaltung der ehemaligen Festungsstadt Düsseldorf zu einer offenen Gartenstadt. Die Halbinseln, die den von Weyhe geschaffenen Neuen Hofgarten in zwei Teile gliedern, sind durch die Goldene Brücke miteinander verbunden. Über die Brücke verläuft von Osten nach Westen eine Sichtachse zwischen Schloss Jägerhof und heutigem Grabbeplatz, die die Anlagen des Neuen Hofgartens mit den Bereichen des Alten Hofgartens gartenkünstlerisch verbindet.
Im Jahr 1811 erließ Napoleon Bonaparte für die seiner Regentschaft unterstehende bergische Landeshauptstadt ein „Verschönerungsdekret“, das den Düsseldorfern die ehemaligen Wallanlagen bis zum Rheinufer zur Anlage von Grünanlagen überließ. Zu seinen Ehren heißt die malerisch bepflanzte Anhöhe, die im Nordwestteil des Hofgartens aus dem Aushub des nahen Sicherheitshafens modelliert wurde, noch heute Napoleonsberg. Im Jahre 1836 wurde auf dem Ananasberg neben dem Weiher Landskrone ein Ausflugslokal eröffnet, das 1902 durch ein repräsentatives Restaurant ersetzt und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zudem wurde ebenfalls 1902 im westlichen Hofgarten im Rahmen der Industrie- und Gewerbeausstellung ein Jugendstil-Pavillon mit dem Namen Majolikahäuschen errichtet, das jedoch 1926 abgerissen wurde.
In 1815 wurde an der Stelle, wo sich heute der große Spielplatz an der Kaiserstraße befindet, der erste Turnplatz im Rheinland eröffnet. Auf einem großen Findling befindet sich folgende Inschrift: „Hier entstand auf Anregung von Friedrich Ludwig Jahn der erste Turnplatz im Rheinland 15. Mai 1815.“ Aus dieser Bewegung ging der älteste Turnverein der Stadt von 1847 hervor.
1910 wurden in der Achse zwischen der Goltsteinstraße und der Düssel vier große, barocke Schmuckvasen aus französischem Sandstein aufgestellt. Sie stellen Kopien von Vasen aus dem Schlosspark von Versailles dar. Angefertigt hatte sie der Bildhauer Joseph Hammerschmidt, gestiftet waren sie vom Landschaftsmaler Georg Oeder.Rolf Purpar: Kunststadt Düsseldorf. Objekte und Denkmäler im Stadtbild. Grupello Verlag, 2. Auflage, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-89978-044-4, S. 79