Andreas „Birnei“ Birnbacher (* 11. September 1981 in Prien am Chiemsee) ist ein ehemaliger deutscher Biathlet und Biathlontrainer, der von 2003 bis 2016 regelmäßig im Weltcup lief. In der Saison 2011/12 war er dort Dritter der Gesamtwertung und gewann die Disziplinwertung im Massenstart. Bei Weltmeisterschaften gewann er insgesamt sechs Medaillen, darunter Silber im Massenstart 2007 und Gold mit der Mixed-Staffel 2008.

Nach seiner aktiven Karriere betreute Birnbacher im Deutschen Skiverband als Trainer von 2018 bis 2024 die Juniorinnenauswahl und von 2024 bis 2026 die IBU-Cup-Mannschaft der Frauen.

Werdegang Aktive Karriere

mini|150px|links|Andreas Birnbacher beim Weltcup in Antholz 2010 Andreas Birnbacher war Sportsoldat bei der Bundeswehr und dort in der Sportfördergruppe, zuletzt bekleidete er den Rang eines Hauptfeldwebels. Zunächst wollte Birnbacher Sportschütze werden. Zum Biathlonsport kam er, als Birnbachers Vater seinen Freund Fritz Fischer bat, den Sohn unter die Fittiche zu nehmen.

Bereits 2002 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Herausragende(r) Nachwuchssportler(in)“ verliehen. Zuvor waren eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2000 in Hochfilzen, drei Goldmedaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2001 in Chanty-Mansijsk sowie die Goldmedaille mit der Staffel bei den Europameisterschaften in Kontiolahti an ihn gegangen. Im gleichen Jahr wurde er mit der Staffel Deutscher Meister. Ein Jahr später wurde er erstmals Deutscher Meister im Sprint. Auch in den folgenden Jahren gewann er mehrfach die Deutsche Meisterschaft im Sprint, der Verfolgung sowie mit der Staffel.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gehörte er erstmals auch zur deutschen Olympiamannschaft, blieb allerdings ohne Einsatz. In der Saison 2006/07 gelangen ihm erstmals Erfolge im Weltcup. Schon im ersten Rennen der Saison über 20 km in Östersund wurde er Zweiter. Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz sicherte er sich seine erste WM-Medaille. Im Massenstartrennen über 15 Kilometer gewann er die Silbermedaille hinter dem Sieger Michael Greis. 2008 wurde Birnbacher in Östersund Weltmeister mit der Mixed-Staffel und Dritter mit der Männerstaffel. Birnbacher erreichte den 15. Platz im Massenstart bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver.

Seinen ersten Weltcupsieg feierte er am 17. März 2011 im Sprintwettbewerb am Holmenkollen in Oslo. Genau neun Monate später, am 17. Dezember 2011, sicherte er sich im wegen Schneemangels ersatzweise für Le Grand-Bornand-Annecy in Hochfilzen ausgetragenen Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer seinen zweiten Einzelerfolg im Weltcup."Birnbacher triumphiert, Neuner patzt" auf Kicker-online vom 17. Dezember 2011 abgerufen am 17. Dezember 2011. Im Massenstart konnte er mit den Siegen in Oberhof und Antholz zwei Saisonerfolge feiern. Zudem sicherte er sich den Sieg im Massenstartweltcup.

In der Saison 2014/15 erreichte er im österreichischen Hochfilzen erstmals seit fast zwei Jahren einen Podestplatz mit einem dritten Rang im Sprint. Aufgrund eines Atemwegsinfekts musste er auf einen Start bei den Weltmeisterschaften 2015 verzichten.

Am 8. März 2016 gab Birnbacher bekannt, dass er seine Karriere zum Saisonende 2015/16 beenden wird.Herzlichen Dank Andreas Birnbacher auf facebook.com, abgerufen am 8. März 2016. Seinen letzten Einsatz hatte er am 10. März 2016 im Einzelrennen bei den Weltmeisterschaften und klassierte sich dabei als Neunter noch einmal in den Top 10. Auf einen Start im Massenstart am 13. März verzichtete er aus gesundheitlichen Gründen. Obwohl er qualifiziert gewesen wäre, hätte er trotzdem nicht starten dürfen, weil vier Deutsche vor ihm klassiert waren und pro Nation nicht mehr als vier Athleten bei den Weltmeisterschaften an den Start gehen dürfen. Wäre Birnbacher gesund gewesen, hätte Benedikt Doll zu Birnbachers Gunsten auf seinen Start verzichtet. auf traunsteiner-tagblatt.de, abgerufen am 13. März 2016.

Trainerlaufbahn Nach seiner aktiven Karriere absolvierte Birnbacher eine Ausbildung an der Trainerakademie Köln. Zeitgleich begann er, am Stützpunkt in Ruhpolding zu arbeiten.

Von 2018 bis 2024 war er im Deutschen Skiverband als Nachfolger von Kristian Mehringer als Disziplintrainer für die Damen der Lehrgangsgruppe 2a, das heißt für das Juniorinnenteam (19 bis 21 Jahre), zuständig. auf biathlon-nachwuchs.de, abgerufen am 12. Juli 2019. Nach dem Rücktritt von Peter Sendel rückte er zur Saison 2024/25 in die Lehrgangsgruppe 1b, das heißt das IBU-Cup-Team, auf.

Am Stützpunkt betreute er eine Trainingsgruppe, der unter anderem Julia Kink, Marlene Fichtner, Sophia Schneider, Lisa Spark und Johanna Puff angehörten.

Im April 2026 kündigte Birnbacher an, vorläufig nicht mehr als Trainer arbeiten zu wollen.

Privates Andreas Birnbacher wohnt im bayerischen Schleching. Am 13. April 2012 heiratete er in Reit im Winkl. Er ist Vater von zwei Kindern.

Bilanz im Weltcup und bei Titelkämpfen Weltcupplatzierungen

Weltcupsiege Alle Siege bei Biathlon-Weltcups, getrennt aufgelistet nach Einzel- und Staffelrennen. Durch Anklicken des Symbols im Tabellenkopf sind die Spalten sortierbar. Nr. Datum Ort Disziplin 1. Sprint 2. Verfolgung 3. Massenstart 4. Massenstart 5. Sprint 6. Massenstart Nr. Datum Ort Disziplin 1. (WM) Mixed-Staffel 2. Staffel

Olympische Winterspiele Für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin war Birnbacher nominiert, erhielt aber keinen Einsatz. Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixed-Staffel Olympische Winterspiele 2010 12. 23. 13. 15. 5. N/A Olympische Winterspiele 2014 22. – – – – –

Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixed-Staffel Weltmeisterschaften 2004 14. – – – – N/A Weltmeisterschaften 2005 – 56. DNS – – Weltmeisterschaften 2006 nicht ausgetragen 4. Weltmeisterschaften 2007 19. 17. 13. 20px|Silber 2. – – Weltmeisterschaften 2008 – 8. 21. 16. 20px|Bronze 3. 20px|Gold 1. Weltmeisterschaften 2011 8. 6. 5. 16. 7. – Weltmeisterschaften 2012 4. 16. 12. 4. 20px|Bronze 3. 20px|Bronze 3. Weltmeisterschaften 2013 8. 23. 22. 11. 20px|Bronze 3. 13. Weltmeisterschaften 2016 9. – – – – –

Literatur Klaus Blume: Der Sportschütze werden wollte. Andreas Birnbacher. In: Kicker 10, 2007, S. 80.

Weblinks

Website von Andreas Birnbacher

Einzelnachweise

Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2010 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2014 Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Weltmeister (Biathlon) Kategorie:Europameister (Biathlon) Kategorie:Deutscher Meister (Biathlon) Kategorie:Biathlet (Deutschland) Kategorie:Biathlontrainer (Deutschland) Kategorie:Sportsoldat (Bundeswehr) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann