mini|Breslauer Akademie am Kaiserin-Augusta-Platz (heute Plac Polski) mit Siegesdenkmal auf einer Ansichtskarte von 1916 Die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau ging im Jahr 1911 aus der am Kaiserin-Augusta-Platz bereits 1791 gegründeten Provinzialkunstschule, ab 1816 Königlichen Kunst-, Bau- und Handwerkerschule, ab 1875 Königlichen Kunst- und Kunstgewerbeschule hervor und war zu ihrer Zeit eine bedeutende Kunstakademie in Preußen. Ihr erster Direktor war Hans Poelzig, unter dem die Schule den Rang einer Akademie erhielt und nun Königliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe hieß.
Infolge der 2. Preußischen Notverordnung wurde die Akademie am 1. April 1932 geschlossen. Nach der Schließung wurde der Unterricht in Meisterateliers für rund ein Jahr weitergeführt. Im April 1933 wurde in der Presse über einen Entschluss des nationalsozialistischen preußischen Kultusministers Bernhard Rust berichtet, nach dem die „fünf Meisterateliers der Malerei und Bildhauerei“ mit der „Baufakultät der Technischen Hochschule“ sowie dem kunsthistorischen Seminar und dem Archäologischen Institut der Universität Breslau zu einer „Groß-Akademie“ zusammengefasst werden sollten. Ziel dieser ungewöhnlichen fachlichen Bündelung sollte sein, „dem jungen Künstler eine bessere und wissenschaftliche Schulung, dem jungen Kunsthistoriker eine gründlichere Kenntnis der praktischen Künste und dem Architekten wieder die Eingliederung in die gestaItende Kunst und Lösung von der normierenden Ingenieurtechnik“ zu ermöglichen.Ostdeutsche Bau-Zeitung, 31. Jahrgang 1933, Nr. 17 (vom 27. April 1933), S. 168.
Bekannte Lehrer (Auswahl) Robert Bednorz (ab 1924) Wanda Bibrowicz (1904–1911), Leiterin der Textilklasse Albrecht Bräuer (1860–1897), Lehrer für FreihandzeichnenKonrad Müller-Kaboth: Albrecht Bräuer. In: Kunst und Künstler, illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe, Jahrgang 1907, Heft 5, S. 393 ff. (Digitalisat bei der Universitätsbibliothek Heidelberg) Arnold Busch (1901–1924), Lehrer für Kopf- und figürliches Zeichnen Gertrude Daubert (ab 1911), Leiterin der Textilklasse, gemeinsam mit Else Wislicenus Paul Dobers (nach 1906) August Endell (ab 1918 Direktor)
Theodor von Gosen (1903–1932) Robert Härtel (ab 1878) Karl Hanusch (1909–1922) Georg Paul Heyduck (1930–1932), mit Lehrberechtigung für die Ausbildung von Referendaren Paul Holz (ab 1925) Eduard Kaempffer (1895–1924), Professor für Naturzeichnen und Figurenmaler Alexander Kanoldt (1925–1931) Konrad von Kardorff (1920–1927) Ludwig Peter Kowalski Hermann Kühn (1881–1902), als Leiter Carl Johann Lüdecke (1857–1865 als Lehrer, 1875–1881 als Direktor) Carlo Mense (ab 1925) Oskar Moll (1918–1932, ab 1926 Direktor) Johannes Molzahn (1928–1933) Otto Mueller (1919–1930) Georg Muche (1931–1932), Lehrer für Malerei Fryderyk Pautsch (1912–1919) Hans Poelzig (1900–1916, ab 1903 als Direktor der Kunst- und Gewerbeschule, ab 1911 als Direktor der Kunst- und Gewerbeakademie) Adolf Rading (1919–1923 als Mitarbeiter bei August Endell; 1923–1932), Lehrer für Bau- und Kunstgewerbe Hans Rossmann (1903–1912), Lehrer für dekoratives Zeichnen und Malen, Leitung der Werkstatt für Glasmalerei Hans Scharoun (1925–1932), Lehrer für Architektur Hugo Scheinert (1902–1924), Lehrer für Zeichen- und Schriftkunst Oskar Schlemmer (1929–1932) Ignatius Taschner (1903) Gebhard Utinger, Kirchliche Kunst Josef Vinecky Li Vinecky-Thorn Albert Werner-Schwarzburg (1899–1911) Else Wislicenus (ab 1911), Leiterin der Textilklasse Max Wislicenus (ab 1896) Hans Zimbal, u. a. Leiter der Vorklasse
Studenten Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Gruppenausstellungen Breslauer Akademieschüler (1922–1932) heute – Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, 1979 200 Jahre Kunsthochschule Breslau – Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 1990
Literatur Kornelia von Berswordt-Wallrabe (Hrsg.): Von Otto Müller bis Oskar Schlemmer. Künstler der Breslauer Akademie. Experiment, Erfahrung, Erinnerung. Staatliches Museum Schwerin, Schwerin 2002, ISBN 3-86106-076-0. (Ausstellungskatalog) Johanna Brade: Werkstätten der Moderne. Lehrer und Schüler der Breslauer Akademie 1903–1932. Stekovics, Halle an der Saale 2004, ISBN 3-89923-061-2. (Ausstellungskatalog) Johanna Brade: Zwischen Künstlerbohème und Wirtschaftskrise. Otto Müller als Professor der Breslauer Akademie 1919–1930. Oettel, Görlitz u. a. 2004, ISBN 3-932693-84-1. Petra Hölscher: Die Akademie für Kunst und Kunstgewerbe zu Breslau. Wege einer Kunstschule 1791–1932. (= Bau + Kunst, Schleswig-holsteinische Schriften zur Kunstgeschichte, Band 5.) Ludwig, Kiel 2003, ISBN 3-933598-50-8. (zugleich Dissertation, Universität Kiel, 1997) (Inhaltsverzeichnis online, z. B. im OPAC der Deutschen Nationalbibliothek)
Weblinks Die Schlesier auf der Werkbund-Ausstellung Cöln 1914 (gestaltetes Titelblatt, Vorwort von N. N., Namen und Kunstgebiete bzw. Kunstwerke aller Ausstellenden aus Schlesien, überwiegend von der Kunstakademie)
Einzelnachweise
Breslau Breslau Breslau Kategorie:Hochschule in Breslau Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1919 Kategorie:Aufgelöst 1932