Bützflethermoor ist ein Ortsteil von Bützfleth, der zur Hansestadt Stade in Niedersachsen gehört. Der Ortsteil liegt etwa 39 km westnordwestlich von Hamburgs Zentrum und 4 km nordwestlich von Bützfleth und ist mit 0,3 m unter NN einer der tiefstgelegenen OrteBützfleth 900 Jahre Chronik 1110–2010, S. 127, Herausgeber: Volksbank Kehdingen eG, 2010 Deutschlands.Topographische Karte 1:25000, 2322 Stade Nord, Berichtigungsstand 1979. Bützflethermoor bildet die Stadtgrenze von Stade zur Gemeinde Drochtersen und zur Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Bützfleth bezeichnet sich als Tor ins Kehdinger Land.

Geographie Bützflethermoor liegt im Elbe-Weser-Dreieck; kleinräumiger gesehen zwischen Elbe und Oste und dort wiederum hinter den Elbmarschen direkt am ehemals großen „Kehdinger Moor“. Die Entfernung zum Elbstrand beträgt 4,5 km Luftlinie und zur Oste etwa 10 km. Nach Stade sind es etwa 6 km und nach Bützfleth 3 km.

Bützflethermoor gehört zum südlichsten Teil des Kehdinger Landes und ist ein ehemaliges Moorhufendorf. Die Häuser und Hofstellen liegen, bedingt durch die Kolonisierung des Moores in früherer Zeit, an Süderstraße und Norderstraße (K 27). Es gibt zwei Nebenstraßen: den Schulstieg und die Milchstraße.

Die Moororte liegen alle (von Süden nach Norden aufgezählt) wie Perlen an einer Kette östlich des ehemals großen „Kehdinger Moores“ an der K 27 („Moorstraße“): Stadermoor, Götzdorfermoor, Bützflethermoor, Asselermoor, Ritschermoor, Gauensiekermoor, Drochtersenermoor, Aschhornermoor und Dornbuschermoor. Die K 27 kreuzt südlich von Neulandermoor die ost-westlich verlaufende B 495.

Umwelt Entwässerung Ursprünglich entwässerte das Sietland östlich des Hochmoores über offene Gräben, Landern, Kanäle und Flethe durch Deichsiele in die Süderelbe und von dort in die Elbe. Dies funktionierte nur bei Niedrigwasser in der Elbe, da das Sietland zwischen Moor und Marsch tiefer als der mittlere Wasserspiegel in der Elbe liegt. Die Folge war, jahreszeitlich bedingt, Überflutungen des Sietlandes. Aus diesem Grunde siedelten die Moorbauern auf künstlich aufgeschütteten Wurten.

Später, in den 1920er Jahren, verbesserten Schöpfwerke mit Pumpen und Schleusen in den Deichen die Entwässerung, da sie unabhängig vom Wasserstand der Elbe betrieben werden können.

Seit Mitte der 1950er Jahre erfolgt die permanente Entwässerung (sowohl des Bützflethermoores als auch der umgebenden Orte und Flächen) durch ein System von Drainagen und Entwässerungsgräben mit Hilfe von Schöpfwerken, die Wasser in so genannte Druckgräben anheben. Der Bützflether Schleusenverband betreibt dieses System.

2025 ging das neue Stufenschöpfwerk Bützflether Kanal mit vier archimedischen Schrauben am südlichen Teil des Landernweges in Betrieb.

Regelmäßig müssen die Drainagen von den Landwirten gewartet und gereinigt werden und alljährlich, im zeitigen Frühjahr, werden Wasserpflanzen und Ablagerungen aus den Gräben, Vorflutern, Flethen und Kanälen entfernt, um ein ungehindertes Abfließen zu sichern. Die Entwässerung des Moores diente und dient vor allem der Nutzung durch die Landwirtschaft, in Bützflethermoor speziell die Milchproduktion.

Bützflethermoor und Umgebung früher Der Name des Ortes „Bützflethermoor“ ist eine topographische Lagebezeichnung, da der Ort zwischen Bützfleth und dem ehemaligen „Kehdinger Moor“ liegt.

Etymologisch kommt der Name Bützfleth von „Buttesflethe“, so 1060 in der Chronik des Klosters Harsefeld erwähnt, und heißt so viel wie „Butenfleth“, also „Außenfleth“ (niederdeutsch bedeutet „buten“ draußen, außen). 1360 wird der Ort als „Butvlete“ – „am äußeren Fleth“ (Außenfleth) – in einer Familienkunde des Landes Kehdingen erwähnt.

Bützflethermoor ist in der Kurhannoverschen Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts, die im Jahr 1769 aufgenommen wurde, noch als „Bützflether Moorstrich“ benannt. „Stadermoor“ hieß zu der Zeit noch „Schölischer Moorstrich“. Beide, Bützflether Moorstrich und Schölischer Moorstrich waren Moordörfer, die direkt nebeneinander am „Kehdinger Moor“ lagen. Zu dieser Zeit waren „Asseler-Sand“, „Kraut-Sand“ und „Bützflether-Sand“, so die damalige Schreibweise, noch wirkliche Inseln, die im „Elbe-Strom“ lagen. Das Bützflethermoor, damals „Bützflether Moorstrich“, lag zwischen Geestrandmoor und den Elbmarschen. Das Kehdinger Moor war zu dieser Zeit und in dem Areal zwischen „Bützflether Moorstrich“ (im Osten) und Burweg bzw. „Ochsenpohl“ (im Westen) nur unterbrochen von kleinen „Geestinseln“, die mitten im Moor lagen. Namentlich waren dies „Die Kleine Villa“ (das heutige „Klein Villah“) und das etwas größere „Hamma“, das heutige „Hammah“. Von Hamma führte ein Stichweg zur Moorinsel, „die große Villa“, die jedoch unbewohnt war und saisonal noch vernässt gewesen sein dürfte und deshalb vielleicht saisonal als Viehweide genutzt wurde.

In der Charte vom Lande Kehdingen Bützfleetischen Theils und der sonstigen zum Amte gehörigen privativen Districten und Ländern. Copüret im Jahr 1783 von C. L. E. Baring ist zu erkennen, dass die „Mohr-Häuser“ von der Landern her erschlossen wurden. Die heutigen Haupterschließungsstraße, die Kreisstraße 27 (Süderstraße und Norderstraße) wurde erst sehr viel später erbaut.

1878 (nach der Königlichen Preußischen Landesaufnahme von 1878 im Maßstab 1:25.000) heißt das Bützflethermoor bereits „Bützflether Moor“, es wurde jedoch in zwei Worten geschrieben. Auch Stadermoor wurde in zwei Worten geschrieben und war von Stader-Moorstrich in „Stader-Moor“ umbenannt. Der Ort Götzdorfermoor ist in dieser Karte noch nicht kartiert. Westlich der damals noch nicht existierenden Süderstraße gab es eine parallel zu ihr verlaufende Straße, den „Schulstieg“, der bis nach Stadermoor verlief und an der auch die Schule von Bützflether Moor lag. Westlich dieser Straße, die ebenso wie die Süderstraße von Norden nach Süden verlief, lag das Hochmoor, zwischen Bützflether Moor und Groß Sterneberg. Noch weiter im Westen, Richtung Groß Sterneberg, schloss an das Hochmoor „Das wilde Moor“ an. Beide Moore gehörten zum „Kehdinger Moor“.

Westlich der Süderstraße wird Rotschlamm der Aluminium Oxid Stade (AOS) bis über die Gemeindegrenze zu Groß Sterneberg deponiert.

Die Moorbauern, die entlang der heutigen Süderstraße, der Norderstraße und des Schulstiegs siedelten, hatten bis dato nur kleine, höchstens 100 m breite, schmale Streifen, die von ihren Höfen in westliche Richtung (ins Moor) und östlich zur „Landern“ verliefen, landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Die weiter im Westen anschließende Fläche dieser landwirtschaftlich genutzten Streifen bestand noch bis in die 1970er Jahre aus ursprünglichem, unwegsamem Moor.

Bei der schweren Sturmflut 1962 wurden große TeileSturmflut-Katastrophe Februar 1962, Verlag A. Pockwitz Nachf. Karl Krause, Stade-Buxtehude 1962 der Grünflächen, des Sietlandes, auch Moorfeld genannt, überschwemmt. Die Ansiedlungen auf den Wurten blieben unversehrt und auch das Hochmoor wurde nicht überflutet.

Moor früher und heute Das Sietland liegt unter dem Meeresspiegel. In früherer Zeit gab es westlich davon noch ein intaktes Hochmoor, das „Kehdinger Moor“Kehdiner Moor. In: verein-naturerlebnisse.de, abgerufen am 18. März 2025. mit etwa 80 km². Im 13. Jahrhundert war das Kehdinger Moor weitgehend unzugänglich und ließ das begehbare Land als Insel erscheinen. Die Flüsse Elbe und Oste trugen zur Bildung des Hochmoores bei, indem sich fluviale Sedimente wie eine Verwallung an den Flussufern ablagerten und das Oberflächenwasser hinter diesen Wällen nicht in die Elbe ablaufen konnte. Schilf, Rohr und torfbildende Moose siedelten sich an und wurden von Niederschlag gespeist; langsam entstand eine mächtige, mehrere Meter dicke Torfschicht.

Heute ist das „Kehdinger Moor“ ein Überbleibsel, es ist stark geschrumpft und liegt westlich des Dorfkerns. Ein Teil des früher großen „Kehdinger Moores“ liegt zwischen Bützflethermoor und „Groß Sterneberg“. Das Kehdinger Moor hat in nur zwei Jahrhunderten einen dramatischen Landschaftswandel erfahren, der noch nicht abgeschlossen ist. Es gibt allerdings Bestrebungen diesen Prozess nicht nur aufzuhalten, sondern ihn wieder umzukehren, da Torf in hohem Maße CO₂ speichern und somit dem Klimawandel entgegenwirken kann.

Von Norderstraße und Süderstraße gehen kleine Stichwege (Feldwege/Moorstiege) ab, die an beiden Seiten mit Birken und anderen Holzgewächsen umsäumt sind. Diese führen von den Hofstellen, oft Norder- und Süderstraße querend, direkt ins Moor, sie haben zum Teil noch die ursprüngliche Höhe gegenüber den abgetorften Flächen.

Im Moor gibt es noch – sehr selten – die typischen Schwingrasen. Sehr vereinzelt gibt es noch auf kleinstem Raum verborgene überschwemmte Wiesentümpel, die im Sommer austrocknen und die typische Moorvegetation (z. B. Wollgras und Torfmoose) aufweisen, und in denen es noch Moorfrösche gibt. Einer der letzten früher hier brütenden Birkhähne wurde circa 1970 von einem Jäger geschossen und ausgestopft. Die früher auf den Wiesen und Weiden allgegenwärtigen Lerchen und Kiebitze sind heute kaum noch feststellbar. Stattdessen ärgern in der kalten Jahreszeit Wildgänse die Landwirte, wenn sie in großen Schwärmen auf die Wiesen einfallen, fressen und alles vollkoten. Die Entwässerungsmaßnahmen und die moderne intensive Landwirtschaft hat die Biotope und ihre Populationen vereinzelt.

Der klassische Schichtenaufbau (im Bodenprofil gut zu erkennen) der Moorböden sieht folgendermaßen aus: die oberste und jüngste Schicht besteht aus Weißtorf (helle Torfschicht) und ist etwa 1 m mächtig, sie wurde von 1000 n. Chr. bis heute gebildet. Darunter folgt der Schwarztorf (dunkle Torfschicht), der sich etwa von 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. formte und ebenfalls etwa 1 m mächtig ist, darunter die Schilftorfschicht, die zur Zeit der Niedermoorbildung entstand; darunter befindet sich der gewachsene Sand (auch „gewachsener C-Horizont“ genannt).

Frühere Überschwemmungen der Elbe (vor dem Deichbau) lagerten auch Schichten mit Kleianteilen ab.

Durch den Torf-Abbau im Handtorfstichverfahren in früheren Zeiten und die intensive Landwirtschaft mit Tierhaltung, verbunden mit Entwässerungsmaßnahmen, ist das „intakte Moor“ in Bützflethermoor nicht mehr existent, oder nur noch an vereinzelten kleinräumigen Stellen, z. B. im Naturschutzgebiet Willes Heide, circa 1000 m westlich von Hartlef’s Gasthof zu finden.

Wegen der auch heute noch hohen Wasserspeicherung erwärmt sich der Boden im Moor im Frühjahr relativ langsam.

Wirtschaft Den Kern von Bützflethermoor bildet Hartlef’s Gasthof.

Der Ortsteil ist durch die konventionelle Landwirtschaft geprägt. Bützflethermoor ist mit drei Höfen Station der Niedersächsischen Milchstraße (Hof Jan Plath, Hof Peter Hartlef und Hof Reinhard Haak).

Im Laufe der Zeit haben sich mittlerweile eine große Anzahl von Einwohnern in Bützflethermoor angesiedelt, die Berufe außerhalb der Landwirtschaft ausüben. Da Airbus in Stade-Ottenbek und Hamburg-Finkenwerder (nur 42 km entfernt) und Dow Chemical auf Bützflether Sand (Stade) mit 1.500 eigenen Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber ist, lockt die ländliche Gegend um Stade auch dementsprechende Berufssparten zum „Wohnen im Grünen“ an.

Versorgung In Bützflethermoor gibt es keine Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Bank, Post oder andere Versorgung, das nächstgelegene Versorgungszentrum ist das 4 km entfernte Bützfleth.

Rotschlammdeponie miniatur|Rotschlammdeponie Koordinaten:

In Bützflethermoor und Stadermoor wurde durch das Unternehmen Aluminium Oxid Stade (AOS) eine Rotschlammdeponie angelegt. Diese Rotschlammdeponie mit den Ausmaßen von 1.130 m × 1.525 m wurde im Jahr 1973, westlich der Süderstraße aufgehäuft. Aus der Luft hebt sich die rote Deponiefläche deutlich von der der ansonsten grünen Landschaft ab.