thumb|Lage der Teilgebiete des Landkreises Gunzenhausen im heutigen Landkreis Ansbach
Der Landkreis Gunzenhausen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform am Anfang der 1970er Jahre umfasste der Landkreis 65 Gemeinden.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964
Geographie
Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Gunzenhausen, Merkendorf, Wolframs-Eschenbach und Markt Berolzheim.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Ansbach, Schwabach, Weißenburg in Bayern, Donauwörth, Nördlingen, Dinkelsbühl und Feuchtwangen.
Geschichte
Landgericht Das Gebiet des späteren Landkreises Gunzenhausen kam erst Anfang des 19. Jahrhunderts zu Bayern. Nach Gründung des Königreichs Bayern im Jahre 1806 wurde für den jungen Staat eine völlig neue Verwaltungsstruktur aufgebaut. Im Zuge dieser Verwaltungsgliederung Bayerns wurden 1808 die Landgerichte Gunzenhausen und Heidenheim eingerichtet, die zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis und ab 1817 zum Rezatkreis gehörten, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde.
Bezirksamt Das Bezirksamt Gunzenhausen wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Gunzenhausen und Heidenheim gebildet.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Gunzenhausen am 1. Januar 1880 vier Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Heilsbronn und die Gemeinde Fünfbronn des Bezirksamtes Schwabach.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Gunzenhausen.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Gunzenhausen im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst:Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Die Gemeinden Biederbach, Gerbersdorf, Heglau, Hirschlach, Ismannsdorf, Merkendorf, Mitteleschenbach, Reutern, Selgenstadt und Wolframs-Eschenbach kamen zum Landkreis Ansbach. Die Gemeinde Steinhart kam zum Landkreis Donau-Ries im Regierungsbezirk Schwaben. Die Gemeinden Enderndorf und Fünfbronn kamen zum Landkreis Roth. Alle übrigen Gemeinden kamen zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, der bis zum 1. Mai 1973 Landkreis Weißenburg i. Bay. hieß.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 28.152 1885 32.582 1900 31.798 1910 32.602 1925 32.260 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 31.211 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 45.854 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 38.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 40.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Kursiv gesetzte Orte sind noch heute selbständige Gemeinden. Bei heute nicht mehr selbständigen Orten ist vermerkt, zu welcher Gemeinde sie heute gehören. Die meisten Gemeinden des ehemaligen Landkreises gehören heute zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, andernfalls ist es ebenfalls vermerkt. mini|375px|Landkreis Gunzenhausen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Städte Gunzenhausen Merkendorf (Landkreis Ansbach) Wolframs-Eschenbach (Landkreis Ansbach)
Märkte Absberg Gnotzheim Heidenheim Markt BerolzheimWeitere Gemeinden Aha (Gunzenhausen) Altenmuhr (Muhr am See) Auernheim (Treuchtlingen) Biederbach (Wolframs-Eschenbach, Landkreis Ansbach) Büchelberg (Gunzenhausen) Cronheim (Gunzenhausen) Degersheim (Heidenheim) Dittenheim Döckingen (Polsingen) Dornhausen (Theilenhofen) Eichenberg (Haundorf) Enderndorf (Spalt, Landkreis Roth) Frickenfelden (Gunzenhausen) Fünfbronn (Spalt, Landkreis Roth) Gerbersdorf (Merkendorf, Landkreis Ansbach) Gräfensteinberg (Haundorf) Haundorf Hechlingen (Heidenheim) Heglau (Merkendorf, Landkreis Ansbach) Hirschlach (Merkendorf, Landkreis Ansbach) Hohentrüdingen (Heidenheim) Hüssingen (Westheim) Ismannsdorf (Windsbach, Landkreis Ansbach) Kalbensteinberg (Absberg) Kurzenaltheim (Meinheim) Laubenzedel (Gunzenhausen) Meinheim Mitteleschenbach (Landkreis Ansbach) Neuenmuhr (Muhr am See) Nordstetten (Gunzenhausen) Oberasbach (Gunzenhausen) Obererlbach (Haundorf) Ostheim (Westheim) Pflaumfeld (Gunzenhausen) Pfofeld Polsingen Reutern (Wolframs-Eschenbach, Landkreis Ansbach) Sammenheim (Dittenheim) Sausenhofen (Dittenheim) Schlungenhof (Gunzenhausen) Selgenstadt (Wolframs-Eschenbach, Landkreis Ansbach) Spielberg (Gnotzheim) Steinhart (Hainsfarth, Landkreis Donau-Ries) Stetten (Gunzenhausen) Streudorf (Gunzenhausen) Thannhausen (Pfofeld) Theilenhofen Trendel (Polsingen) Unterasbach (Gunzenhausen) Unterwurmbach (Gunzenhausen) Ursheim (Polsingen) Wachstein (Theilenhofen) Wald (Gunzenhausen) Westheim Wettelsheim (Treuchtlingen) Windischhausen (Treuchtlingen) Windsfeld (Dittenheim) Wolfsbronn (Meinheim)
Bezirksamtmänner/-oberamtmänner bis 1938, Landräte ab 1939 + Landräte Von Bis Name Partei Anmerkung 1910 1920 Robert Rauck Bezirksamtsvorstand 1920 1923 Friedrich Tenner Bezirksamtsvorstand 1925 1942 Karl Weinmayer NSDAP 1934 1935 Ludwig Schultze NSDAP Er vertrat Karl Weinmayer während dessen Abordnungen 1941 1944 Richard Heinz NSDAP Er vertrat Karl Weinmayer während dessen Abordnungen 1944 1945 Hermann Herdeg NSDAP Er wurde im Mai 1945 seines Amtes enthoben 1969 1972 Karl Friedrich Zink parteilos Er wurde erster Landrat des neuen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GUN zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wieder erhältlich.
Literatur
Christa Liebert: Unser Landkreis Gunzenhausen. Verlag Bild + Druck, Holzmühle-Falkenstein 1966.
Weblinks
Einzelnachweise
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