Doetinchem [] () ist eine Gemeinde im Achterhoek-Liemers in der niederländischen Provinz Gelderland. Gemeinsam mit Winterswijk ist sie einer der größten Orte im Achterhoek, liegt aber zentraler und beherbergt unter anderem das Regionalarchiv.

Orte Die Gemeinde Doetinchem besteht neben der namensgebenden Stadt Doetinchem aus den Dörfern Gaanderen und Wehl sowie den Weilern IJzenvoorde, Langerak, Wijnbergen und Nieuw-Wehl. Doetinchem liegt rund 20 km von Emmerich und 40 km von Bocholt entfernt, nahe der deutschen Grenze.

Lage Doetinchem ist die wichtigste Stadt der Gelderse Achterhoek oder „Graafschap“. Doetinchem liegt 25 km östlich von Arnheim an der Oude IJssel.

Eine Autobahn und die Bahnstrecke Winterswijk–Zevenaar (Doetinchem hat zwei Stationen) verbinden es mit Arnheim.

Wirtschaft Doetinchem ist ein regionales Versorgungszentrum (viele Geschäfte, Büros, Schulen, ein Krankenhaus, Altenheime usw.) und auch eine mittelgroße Industriestadt. Im Ortsteil Gaanderen, wo schon im 18. Jahrhundert Eisen aus eisenhaltigem Sand und Lehm gewonnen und verarbeitet wurde, und in Doetinchem selbst stehen Fabriken, in denen Öfen, Herde und andere Haushaltsgeräte erzeugt werden, und auch einige Druckereien und Zeitschriftenverlage.

Geschichte mini|Erfgoedcentrum Achterhoek en Liemers, das Regionalarchiv, hat seinen Sitz in Doetinchem im alten Schulgebäude ’t Brewinc. Hier der Lesesaal dieses Informationszentrums. Die Stadt, die im 17. Jahrhundert auch wohl Dotecom oder Deutekom genannt wurde, ist 838 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Um 1100 wurde sie ummauert.

Graf Otto II. von Geldern verlieh dem Ort, der günstig an einer Brücke über die Oude IJssel liegt, 1236 das Stadtrecht. Die Stadt hatte in Kriegen immer viel zu leiden. Im Achtzigjährigen Krieg sowie 1672 wurde Doetinchem schwer getroffen und teilweise verwüstet.

Im Jahr 1580 starben zwei Drittel der Einwohner durch eine Pestepidemie. Auch im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt durch Bombardierungen solch schwere Schäden, dass die ganze Altstadt endgültig verloren ging. Nur die Sankt-Katharinen-Kirche wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Siehe auch: Synagoge (Doetinchem)

Im Zuge einer Gemeindereform wurde am 1. Januar 2005 die Gemeinde Wehl Teil der Gemeinde Doetinchem. Im April 2012 gaben die Bürgermeister von Doetinchem und Oude IJsselstreek bekannt, dass eine Fusion beider Gemeinden untersucht werden soll. Allerdings beschlossen die Gemeinderäte im Februar 2013, die Kommunalwahlen – anders als geplant – 2014 stattfinden zu lassen und die Fusion auf Eis zu legen, nachdem man in Betracht gezogen hatte, die Wahlen in das Jahr 2015 zu verschieben, um eine Fusion zum Jahresbeginn 2016 anzustreben.

Sehenswürdigkeiten In der Stadt stehen einige Windmühlen. Eine davon beherbergt den VVV (Vereniging voor Vreemdelingenverkeer: Verkehrsverein).

Sieben Kilometer östlich von Doetinchem steht, inmitten eines Waldes, das Schloss Slangenburg. Es wurde im späten Mittelalter gebaut und im 17. Jahrhundert im Barockstil renoviert. Da es 1945 einem Deutschen gehörte, wurde es nach der Befreiung durch die Alliierten von der niederländischen Regierung als Feindvermögen konfisziert. Es wurde 1945 an den Orden der Benediktiner verkauft. Mönche der Sint-Paulusabdij in Oosterhout gründeten 1945 im Schloss Slangenburg ein Kloster.Catalogus Monasteriorum O.S.B. Monachorum. Editio XIX. S. Anselmo, Rom 2000, S. 459. Als die Mönchsgemeinschaft wuchs, bauten sie Anfang der 1950er Jahre zwei Kilometer südöstlich das neue Kloster St. Willibrord. 1954 wurde es zur Abtei erhoben. Die Sint-Willibrordsabdij ist die jüngste der niederländischen Benediktinerabteien.

Seitdem dient das Schloss als Unterkunft für jene, die für eine Retraite (Besinnungsperiode), zum Studium oder aus anderen Gründen bei den Mönchen zu Gast sind. Auch Protestanten sind dort willkommen. Der umliegende Wald ist frei zugänglich.

Politik Die Lokalpartei GemeenteBelangen Doetinchem setzte sich bei der Kommunalwahl im Jahr 2026 erstmals durch und konnte rund 18 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen. Allerdings ist der Wahlsieger nicht Teil der Gemeindekoalition für die Legislaturperiode 2026–2030, die aus GroenLinks-PvdA, CDA, VVD und D66 besteht.

Gemeinderat

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet: Partei Sitze 1982 1986 1990 1994 1998 2002 2004 2010 2014 2018 2022 2026 GemeenteBelangen Doetinchem – – – – – – – – 2 2 3 6 GroenLinks – – 2 3 4 4 5 4 2 3 2 6 PvdA 8 12 9 7 9 8 9 9 5 4 4 CDA 9 9 10 8 7 9 8 7 7 7 5 5 FvD – – – – – – – – – – 1 4 VVD 6 4 3 4 7 6 6 5 4 4 4 4 D66 1 1 3 4 1 1 2 2 3 4 3 3 Partij voor Lokaal Maatwerk – – – – – – – – 2 1 3 2 Lokaal Belang Doetinchem – – – – – – – – – 1 2 1 ChristenUnie – – – – – 1 1 1 1 1 1 1 SGP 0 0 0 1 1 RPF – – – – – – – BBB – – – – – – – – – – – 1 Volt – – – – – – – – – – – 0 SP – – – – – – – 3 5 4 3 – Partij voor Mens en Milieu – – – – – – – – – 0 – – Lijst Kuipers – – – – – – – – – 0 – – PPR 1 1 – – – – – – – – – – PSP – – – – – – – – – – Gesamt 25 27 27 27 29 29 31 31 31 31 31 33

Anmerkungen

Bürgermeister Seit dem 18. Mai 2017 ist Mark Boumans (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.

College van B&W Das College van B&W besteht für den Zeitraum von 2026 bis 2030 aus Mitgliedern der Koalitionsparteien GroenLinks-PvdA, CDA, VVD und D66. Folgende Personen gehören zum College van B&W und sind in folgenden Bereichen zuständig:

Name Partei Ressort Maarten op de Weegh GroenLinks-PvdA Gesundheit, Sport und Bewegung, Nachhaltigkeit – Energie, Freiwillige und Pflegekräfte, Inklusion und Barrierefreiheit, Tierwohl Rens Steintjes CDA Mobilität, Raumordnung fürs ländliche Gebiet, Nachhaltigkeit, Verwaltung öffentlichen Raumes, Natur und Landschaft, Rohstoffe, Klimaadaption Robbert Hummelink VVD wirtschaftliche Angelegenheiten, Innenstadt Doetinchem, Veranstaltungen, Jugend(hilfe), Kulturgeschichte und Dorf-, Stadtteil- und Stadtviertelentwicklung Jorik Huizinga D66 Bildung, Arbeit und Einkommen, Einbürgerung, Existenzsicherheit, Kultur, Diversität, Volksgesundheit, Jugendkrankheitsprävention Antoon Peppelman GroenLinks-PvdA Finanzen, Dienstleistung und Geschäftsführung, Wohnen, Liegenschaftsangelegenheiten, Wohnungslosenhilfe

Das Amt der Gemeindesekretärin wird von Josien Wannink ausgeübt.

Städtepartnerschaften La Libertad, Nicaragua, seit 1990 Pardubice, Tschechien, seit 1992 Raesfeld, Deutschland, seit 2005

Sport Doetinchem hat einen Profi-Fußballverein (De Graafschap), im Volksmund „De Superboeren“ (Superbauern) genannt, dessen Stadion „De Vijverberg“ 12.600 Zuschauer fasst. In der Saison 2008/2009 stieg man nach zweijähriger Zugehörigkeit aus der Eredivisie in die zweite Liga ab. 2010 gelang aber der Wiederaufstieg.

Die Volleyball-Männer von Orion Doetinchem spielen in der ersten niederländischen Liga.

Söhne und Töchter der Stadt

Carel Hendrik Verhuell (1764–1845), niederländisch-französischer Admiral und Diplomat Laurens Straub (1944–2007), Drehbuchautor, Schauspieler, Dramaturg und Produzent Thomas Rosenboom (* 1956), Schriftsteller Desi Reijers (* 1964), Schwimmerin Wouter Jurgens (* 1971), Diplomat Michiel Lochtenbergh (* 1981), Handballspieler/-trainer Arnoud Okken (* 1982), Mittelstreckenläufer Sanne Keizer (* 1985), Beachvolleyball- und Volleyballspielerin Marloes Wesselink (* 1987), Beachvolleyballspielerin Jasper Heusinkveld (* 1988), Fußballtorhüter Laura Bloem (* 1989), Beachvolleyballspielerin Alexander Büttner (* 1989), Fußballspieler Daan van Haarlem (* 1989), Volleyballnationalspieler Jelle van Gorkom (* 1991), Radrennfahrer Ted van de Pavert (* 1992), Fußballspieler Başar Önal (* 2004), türkisch-niederländischer Fußballspieler

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde (niederländisch) Website des Schlosses Slangenburg (niederländisch)

Einzelnachweise

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