Ede [] () ist eine Stadt und Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland. Am hatte die Gemeinde Einwohner, die Stadt selbst nur etwa 81.000. Die Gesamtfläche beträgt 318,62 km², Ede ist somit die fünftgrößte Gemeinde der Niederlande nach Het Hogeland, Noordoostpolder, Midden-Drenthe und Apeldoorn. In der Gemeinde liegen, nebst Ede selbst, auch die Dörfer Bennekom, Deelen, Ederveen, Harskamp, De Klomp, Lunteren, Otterlo, Wekerom sowie Teile von Hoenderloo.

Lage und Wirtschaft Ede liegt im Südwesten des Waldgebietes Veluwe, an der Autobahn A12, und Eisenbahnstrecke Amsterdam – Utrecht – Arnhem, einer weiteren Autobahn (A30 mit dem Knooppunt Maanderbroek) und an der Eisenbahnnebenstrecke nach Barneveld. Gute Straßen führen nach Apeldoorn, dem südlichen Nachbarn Wageningen, und westlich nach Veenendaal. Im Nordosten von Lunteren befindet sich der geografische Mittelpunkt der Niederlande.

Die bis 2002 wichtige Kunstfaserindustrie (AKU – Akzo) hat Ede verlassen. An ihrer Stelle sollen Kleinbetriebe und mehr Tourismus neue Arbeitsplätze schaffen. Für die Wirtschaft Edes sind am wichtigsten: der Tourismus (wegen der Heide – „Ginkelse Heide“, der Wälder usw.); der Naturpark „Hoge Veluwe“ liegt größtenteils auf dem Gebiet von Ede die Landwirtschaft (im Westen der Gemeinde: „Gelderse Vallei“ mit Hühnerzucht) der Dienstleistungsbereich (Altersheime und andere Heilinstitute, Konferenzzentren) das Militär (es gibt mehrere Kasernen und Truppenübungsplätze in der Gemeinde).

In Ede und Bennekom leben auch Pendler, die in Utrecht und Arnheim arbeiten.

Geschichte Das Gebiet Edes lieferte den Archäologen viele Funde, unter anderem aus Hügelgräbern der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Ob rund 30.000 Jahre v. Chr. schon die Neandertaler hier lebten, ist noch nicht geklärt. Später aber lebten im heutigen Ede lange Zeit germanische Stämme, unter anderem um 400 n. Chr. die Chamaven. Im Frühmittelalter entstanden Ede und Bennekom als kleine Bauerndörfer. Ede wird 1216, Lunteren 1300 in Schenkungsurkunden erwähnt. Nach der Reformation wurden die Dörfer bald protestantisch, in Lunteren aber konnten sich die Katholiken noch ein Jahrhundert behaupten. Eine uralte sandige Handelsstraße, auch „Hessenweg“ genannt, verband die Messestädte Köln und Frankfurt mit Utrecht und lief von Arnheim über Ede nach Amersfoort. Diese so genannte Itinerare waren bei den Reisenden und Kaufleuten sehr beliebt. Die hessischen Fuhrleute freuten sich wiederum weit über die deutsche Grenze hinaus eines guten Rufes. Wachstum trat erst ab 1840 ein, als die Eisenbahnlinie Utrecht – Arnheim eröffnet wurde und der alte „Reichsweg Arnheim – Utrecht“, sodann kurz vor dem Zweiten Weltkrieg die Autobahn Arnheim – Utrecht (auch Hazepad genannt), und dazu mehrere Landstraßen kamen. Im Jahr 1902 kam die Eisenbahn Ede – Barneveld hinzu. Das ermöglichte den Tourismus in die nahegelegene Veluwe und die Ansiedlung von Sanatorien usw. Die Kunstfaserfabrik des Akzo-Nobel-Konzerns (ehemals AKU) war hier von etwa 1920–2002 ansässig. Ab etwa 1880 wurden Ede und Harskamp wichtige Garnisonsorte des niederländischen Heeres.

Die nationalsozialistische NSB errichtete auf dem Goudsberg nahe Lunteren eine Nationaal Tehuis genannte Versammlungsstätte (vergleichbar mit dem – wesentlich größeren – Reichsparteitagsgelände in Nürnberg), wo von 1936 bis 1940 insgesamt 6 große Parteiversammlungen (Hagespraken) stattfanden.

Während der Operation Market Garden im Zweiten Weltkrieg wurde der südliche Teil von Ede am 17. September 1944 bombardiert. Es gab zahlreiche zivile Opfer. Eine der Landezonen der alliierten Luftlandetruppen, der britischen 1. Luftlandedivision, lag in Ede im Bereich der Ginkelse Heide. Befreit wurde Ede im Frühjahr 1945 durch kanadische Truppen.

Politik Bürgermeister Seit dem 8. September 2017 ist René Verhulst (CDA) amtierender Bürgermeister der Gemeinde.

College van B&W Das College van B&W besteht für den Zeitraum von 2026 bis 2030 aus Mitgliedern der Koalitionsparteien SGP, GemeenteBelangen Ede, ChristenUnie, CDA und VVD. Folgende Personen gehören zum College van B&W und sind in folgenden Bereichen zuständig:

Name Partei Ressort Arnold Versteeg SGP Wirtschaft; Arbeitsmarkt und -region (inklusive Arbeitsmigranten), Existenzsicherung, Arbeit und Einkommen; Energietransition, Klima und Nachhaltigkeit; Verwaltung öffentlichen Raumes; Abfall; Personal und Organisation; Region „Foodvalley“ Bram van der Beek ChristenUnie Jugendhilfe; Bildung; Finanzen; kommunale Immobilien; Partizipation; Boden und Umwelt; Schlüsselgebiet „Stationskwartier“; Schlüsselgebiet „Westerparken“ Thimo Harmsen VVD Raumordnung; Umwelt- und Raumordnungsgesetz sowie Flächennutzungsplan; kulturelles Erbe und Denkmäler; Verkehr und Transport; Digitalisierung; Gesetz über eine offene Verwaltung (Woo); Gebäudemanagement und Wohnungswesen; Programm Sicherheit von Frauen; Entwicklungsaufgaben Dörfer; Schlüsselgebiet „Ede Noord West“ Gabriëlle Hazelege GemeenteBelangen Ede soziale Basis und Allgemeinwohl; Gesetz über soziale Unterstützung (Wmo); öffentliche Gesundheitsversorgung; Sport; Veranstaltungen; Erholung und Tourismus; Inklusion, Diskriminierung und Emanzipation; Dienstleistungen und Öffentliches; Koordination: Sozialhilfe Jan Pieter van der Schans CDA Landwirtschaft und Ernährung; Natur, Landschaft und Wasser; Wohnen; Wohnungslosenhilfe, betreutes Wohnen und Neuankömmlinge; Grundstückswesen; Koordination: Umgebungsvision und Entwicklungsaufgaben; Schlüsselgebiet „Zuiderparken“; Schlüsselgebiet „Ede-Stad“

Das Amt der Gemeindesekretärin wird von Maartje Schlebusch ausgeübt.

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet: Partei Sitze 1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026 SGP 5 6 6 6 6 6 6 6 7 7 7 9 GemeenteBelangen Ede 1 2 2 4 3 2 4 4 5 5 5 6 PvdA 5 7 5 4 5 4 6 4 3 1 2 4 GroenLinks – – 2 2 3 3 3 3 2 4 3 Progressief Ede 2 1 – – – ChristenUnie – – – – – 5 6 6 6 6 6 4 D66 1 1 3 3 1 1 1 2 4 3 4 4 CDA 12 11 11 8 8 10 8 7 6 6 4 4 VVD 9 7 5 6 7 5 5 6 4 4 2 3 FvD – – – – – – – – – – 1 3 Burgerbelangen – – – – – – 0 1 2 2 3 1 PvdD – – – – – – – – – – – 1 Mens en Milieu Ede – – – – – – – – – – 1 0 Democratische Partij Ede – – – – – – – – – 1 1 0 Liberaal Ede/Leefbaar Ede – – – – – 2 – – – – – – REde’98 – – – – 1 1 – – – – – – RPF 2 2 3 4 5 – – – – – – – GPV – – – – – – – Gesamt 37 37 37 37 39 39 39 39 39 39 39 39

Anmerkungen

Sehenswürdigkeiten Ede und Bennekom haben beide im Ortskern eine spätmittelalterliche Kirche, die Oude Kerk und die Alexanderkerk. In Otterlo befindet sich ein Fliesenmuseum, in Ede ein Heimatmuseum mit archäologischen Fundstücken. Ein kleiner Teil der Kasernen ist als Militärmuseum dem Publikum zugänglich, u. a. das Museum des niederländischen Fernmeldedienstes („Verbindingsdienst“). In Otterlo befindet sich auch das Kröller-Müller-Museum, in dem sich die zweitgrößte Vincent van Gogh -Sammlung der Welt befindet. Das Museum geht auf die deutschstämmige Kunstsammlerin Helene Kröller-Müller zurück.

Parkanlagen Der wichtigste Naturpark ist „Hoge Veluwe“ mit dem Kröller-Müller-Museum bei Otterlo. Weitere wichtige Naturgebiete der Veluwe auf dem Grundgebiet von Ede, die sich unter anderem für Wanderungen und Radtouren eignen, sind: Ginkelse Heide (zum Teil Militärgelände: bei Schießübungen gesperrt) Planken-Wambuis Driesprong Deelerwoud

Bilder

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Jaco de Bakker (1939–2012), Informatiker Martien Beenen (1933–2024), Jazzmusiker Mark Harbers (* 1969), Politiker Wopke Hoekstra (* 1975), Politiker Eva Hovenkamp (* 1996), Sprinterin Ruben Knab (* 1988), Ruderer, Vize-Weltmeister im Achter Jaap van Lagen (* 1976), Rennfahrer Ulrich Meyer-Berkhout (1927–2023), Physiker und Ordinarius in München Lola Moolhuijzen (* 2004), Wasserballspielerin Angela Postma (* 1971), Schwimmerin Dick Schoenaker (* 1952), Fußballspieler Jasper Somsen (* 1973), Jazzmusiker Kees Staf (1905–1973), Politiker Marianne Thieme (* 1972), Tierschützerin, Publizistin und Politikerin Hennie Top (* 1956), Radrennfahrerin und Radsporttrainerin Melvin van der Voort (* 2005), Motorradrennfahrer Mark Verkuijl (* 2006), Fußballspieler

Weblinks

Website der Gemeinde (niederländisch, englisch) Website des Nationalparks De Hoge Veluwe (niederländisch, deutsch, chinesisch, englisch)

Einzelnachweise

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