Sacropop (auch: Sakropop) bezeichnet einen Teil der Kirchenmusik der Gegenwart, die von Jazz, Folklore, Beat und Popmusik beeinflusst wurde. Sacro steht dabei für „heilig“ und Pop als Abkürzung für „Populäre Musik“.

Begriff Sacropop wird häufig als Synonym für das Neue Geistliche Lied (NGL) verwendet, deckt jedoch nur eine Teilbereich des Neuen Geistlichen Liedes ab. Dieser Teilbereich kann aber als Mainstream des NGL bezeichnet werden, da alle anderen Unterarten eigens benannt werden (z. B. Taizé-Lieder, Lobpreislieder, religiöse Kinderlieder etc.). Der Begriff Sacropop geht auf das Umfeld des deutschen Komponisten Peter Janssens zurück. Ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts verwendete das Wort Sacropop zum ersten Mal 1971 in Kolumbien anlässlich eines Gastspiels von Janssens. Sacropop ist also eine Komposition im Stil der Popmusik mit christlichem bzw. religiösem Text.

Musiktheoretisch gibt es jedoch keine geistliche Art und Weise, Popularmusik vorzutragen. Zu jedem Text kann auch jede Art von Popularmusik gespielt werden. Sacro oder Michael Schütz: Popularmusik. in: Siegfried Bauer: Probieren und Studieren. Lehrbuch zur Grundausbildung in der Evangelischen Kirchenmusik. Strube-Verlag, München 1996, ISBN 3-921946-29-8, S. 397, stellt Michael Schütz fest.

In Deutschland wurde der Begriff erstmals 1972 bei dem Musical Menschensohn von Peter Janssens und Karl Lenfers verwendet (Untertitel: Ein Sacro-Pop-Musical) und erlangte durch die Vermarktung auf Tonträgern große Bekanntheit. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 1973 wurde Sacropop in der kirchlichen Öffentlichkeit noch bekannter.Udo Grub: Evangelische Spuren im katholischen Einheitsgesangbuch „Gotteslob“ von 1975. Lit, Berlin/Münster 2012, zugleich Dissertation, Uni Bonn 2012, ISBN 978-3-643-11663-5, hier S. 275.

Viele Autoren und Bands verwenden die Bezeichnung Sacropop anstelle von NGL. Einige Beispiele sind:Beispiele nachgewiesen in:

Fritz Baltruweit: Sacropop in der Sackgasse? In: Musik und Kirche, 1982, Jahrgang 52, S. 66–75; . Gisela Esser: Sacropop – im Gottesdienst und Unterricht. In: Katechetische Blätter., 1994, Jahrgang 119, Heft 1, S. 38–42; . Andreas Marti (u. a.): Madonna trifft Joh. Seb. Bach: (Sacro)Pop und Kirchenmusik im Widerstreit (Tagungsbericht). In: Musik & Gottesdienst, 1991, Jahrgang 45, Nr. 3, S. 129–133; .Bach Bibliography, Series: MGottesd, Volume: 45, Year: 1991. homepages.bw.edu Hermann Schulze-Berndt: Sacro-Pop und Gospel-Rock: Singe, wem Gesang gegeben. In: Im Dienst der Kirche, 1984, Band 65, Heft 4, S. 184; . Vor allem im Umfeld der Künstlergruppe Monochrom wird seit mehreren Jahren über Sacro-Pop geforscht, eine große Sammlung an Liedgut wurde gesammelt. Frank Apunkt Schneider, Mitglied der Gruppe, analysiert Sacropop wie folgt:

Siehe auch Christliche Popmusik, Lobpreis und Anbetung, Christlicher Metal

Literatur

Peter Bubmann: Populäre Kirchenmusik der Gegenwart. In: Wolfgang Hochstein, Christoph Krummacher (Hrsg.): Geschichte der Kirchenmusik. Band 4: Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Herausforderungen der Gegenwart. Laaber-Verlag, Laaber 2014, ISBN 978-3-89007-691-1, S. 292–343.

Einzelnachweise

Kategorie:Neues Geistliches Lied