Oberndorf bei Salzburg ist eine Stadt in Österreich mit Einwohnern (Stand ). Sie liegt im Norden des Bundeslandes Salzburg am rechten Ufer der Salzach gegenüber der bayerischen Grenzstadt Laufen. In Oberndorf in der Nikolauskirche wurde 1818 das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht uraufgeführt. mini|Oberndorf (im linken Bildteil, rechts: Laufen)
Geografie Die Stadt Oberndorf bei Salzburg liegt am rechten Ufer der Salzach etwa 17 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg im Flachgau an der Grenze zu Bayern. Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee und war bis Februar 2023 Sitz des Gerichtsbezirks Oberndorf. Ihre Ausdehnung beträgt von Westen nach Osten etwa 2,2 und in Nord-Süd-Richtung rund 3,3 Kilometer. Das Stadtgebiet umfasst Quadratkilometer. Davon sind 7 Prozent Bauflächen, 16 Prozent Gärten, 49 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 8 Prozent Wald.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Haidenöster () Oberndorf bei Salzburg () samt Altach, Bichlhaiden, Gastag, Kreuzerleiten, Lindach, Mayrhof, Wimm und Ziegelhaiden
Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Oberndorf.
Nachbargemeinden
Die Grenze zu Nußdorf am Haunsberg bildet fast zur Gänze die Oichten (auch: Oichtenbach) und die Grenze zu Laufen ist gleichzeitig die Staatsgrenze in der Flussmitte der Salzach.
Geschichte Oberndorf gehörte als Vorort der am linken Flussufer liegenden Stadt Laufen ursprünglich zum Salzburggau des Herzogtums Baiern. Die Salzburger Erzbischöfe konnten im 13. Jahrhundert das Gebiet des späteren Rupertiwinkels erwerben. 1275 wurde Salzburgs westliche Grenze zum Chiemgau durch den Landshuter Herzog Heinrich bestätigt. Damit begann die Ablösung des Landes Salzburg vom Mutterland Bayern. Im Jahr 1328 war dann Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend unabhängigen Staat geworden. Oberndorf entwickelte sich am gegenüberliegenden Ufer der Salzach als Vorort der Stadt Laufen.
(Zur gemeinsamen Geschichte von Laufen und Oberndorf bis 1816 siehe Geschichte von Laufen.)
19. Jahrhundert Mit dem Vertrag von München (1816) wurde Laufen zusammen mit dem Rupertiwinkel von Salzburg getrennt.Zu den Angaben betreffend das 19. Jahrhundert vgl. auch Herbert Lämmermeyer: Die Gemeinde Oberndorf im 19. Jahrhundert. in: Laufen und Oberndorf. 1250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach. Herausgegeben von Heinz Dopsch und Hans Roth. Eigenverlag der Stadt Laufen und der Marktgemeinde Oberndorf 1998, ISBN 3-00-003359-9. Oberndorf wurde österreichisch und damit zum Grenzort zwischen dem Königreich Bayern und dem Kaisertum Österreich, während Laufen im (1817 aufgelösten) Salzachkreis bayerisch blieb. Die Auftrennung in zwei Gemeinden erwies sich zum Teil als langwierig, da Besitztümer beiderseits des Flusses, infrastrukturelle Einrichtungen und die Kassen verschiedener Stiftungen getrennt werden mussten. Abgeschlossen war die amtliche Trennung im Wesentlichen erst 1844. Der Verteilungsschlüssel, auf den man sich 1817 geeinigt hatte, beruhte auf der Anzahl der ratsfähigen Bürger beiderseits der Salzach und fiel damit sehr zum Nachteil Oberndorfs aus. Die neue Gemeinde hatte damit einen schwierigen wirtschaftlichen Start. Dem späteren Aufschwung setzte jedoch der zurückgehende Salzhandel auf der Salzach hart zu. Bis zur Gemeindetrennung war der Handel unter der Aufsicht der Salzburger Erzbischöfe gestanden und war ab dann quasi auf sich selbst gestellt, sodass zunehmend auch andere Güter wie Kohle, Holz, Gips und Marmor per Schiff transportiert wurden. Der Bau der Eisenbahn ließ dann die bis dahin bedeutende Schifffahrt immer mehr zurückgehen, bis 1871 der letzte Salztransport stattfand.
Sehr bald sah sich Oberndorf auch als Marktort. Ab 1828 wurden Wochenmärkte abgehalten, 1838 erhielt die Gemeinde das Recht auf die Abhaltung dreier Jahrmärkte, von denen der Peter-und-Paul-Markt Anfang Juli und der Simonimarkt im Oktober bis heute stattfinden. Zur Marktgemeinde wurde Oberndorf – zusammen mit der Zuerkennung eines Gemeindewappens – allerdings erst 1929 ernannt.
Der Ort bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus Häusern an der Biegung der Salzach, wo heute die Alte Landstraße auf die Schöffleutgasse trifft, sowie einem Wohngebiet weiter flussabwärts entlang der heutigen Uferstraße (die sog. Altach). Das gesamte Gemeindegebiet zählte 1817 genau 1203 Einwohner. Wenigstens seit 1278 gab es ungefähr dort, wo heute der Europasteg ist, eine hölzerne Jochbrücke über die Salzach. Sie verband den Stadtberg und das Untere Stadttor in Laufen mit dem Fuß des Kalvarienbergs in Oberndorf.Tafel 12: Lageplan. In: Karl Haberkalt: Die Überbrückung der Salzach zwischen Oberndorf und Laufen. In: Allgemeine Bauzeitung, 1902, S. 17 (Online bei ANNO) Über die Jahrhunderte litten Laufen und vor allem das niedrig gelegene Oberndorf immer wieder unter Überschwemmungen, die die Brücke beschädigten oder zerstörten, so in den Jahren 1314, 1508, 1567, 1598, 1786 und 1787.Seethaler: Beschreibung des Stadt- und Landgerichtes Laufen. 1802, zitiert nach Im August 1896 riss ein außergewöhnlich hohes Hochwasser wieder einen Teil der Brücke weg. Noch während der Planungen für eine höher gelegene eiserne Bogenbrücke kam es am 31. Juli und 1. August 1897 zu einem Hochwasser, das das letzte um einen Meter überstieg und nicht nur die provisorisch instandgesetzte Holzbrücke erneut wegriss, sondern auch die bisherigen Planungen für die neue Brücke hinfällig werden ließ. Man einigte sich schließlich, eine noch höher gelegene Brücke zu bauen, als das Hochwasser vom 13. und 14. September 1899 alle bisher registrierten Marken überstieg und auch die letzten Pläne für eine höhere Brücke zur Makulatur machte. Dieses Hochwasser überstieg die Zufahrtsstraßen zu der bisherigen Brücke um zwei bis drei Meter und beschädigte oder zerstörte fast alle Gebäude in Oberndorf, auch die spätbarocke Nikolauskirche. Man entschied sich daher zum Bau einer Brücke an der heutigen Stelle der sog. Länderbrücke, eine Idee, die bis dahin am Widerstand beider Gemeinden gescheitert war. Dort lag das Gelände hoch genug, sodass auch die Zufahrtsstraßen hochwasserfrei angelegt werden konnten. Im Zuge des Baus der neuen Brücke wurde das bisherige Oberndorf weitgehend aufgegeben und abgerissen und ein neuer Ort samt neuer Pfarrkirche bei der neuen Brücke gebaut.
Stadterhebung Mit Wirkung am 30. April 2001 erfolgte die Erhebung zur Stadt (Gesetz vom 7. Februar 2001, mit dem die Marktgemeinde Oberndorf bei Salzburg zur Stadt erhoben wird).
Bevölkerungsentwicklung
2024: 6097https://www.statistik.at/blickgem/G0201/g50326.pdf 2025: 6058https://www.salzburg.gv.at/stat/gemeindeportraet/gp_statistik_daten_Oberndorf.pdf
Politik mini|Das 2018 neu errichtete Rathaus von Oberndorf Gemeinderat
Die Gemeindevertretung hat insgesamt 25 Mitglieder.
Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 9 SPÖ, 8 ÖVP, 4 NOW Neue Oberndorfer Wählergemeinschaft, 3 Grüne, und 1 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 12 SPÖ, 6 ÖVP, 3 NOW, 2 Grüne, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 11 SPÖ, 8 ÖVP, 3 NOW, 2 Grüne, und 1 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 11 SPÖ, 9 ÖVP, 2 Grüne, 2 NOW, und 1 FPÖ.Gemeindevertretungswahlen am 10. März 2019 nach Mandaten Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 14 SPÖ, 6 ÖVP, 2 FPÖ, 2 Grüne und 1 NOW.
Bürgermeister
1967–1992 Raimund Traintinger (ÖVP) 1992–2004 Andreas Kinzl (ÖVP) 2004–2019 Peter Schröder (SPÖ) seit 2019 Georg Djundja (SPÖ)
Wappen Blasonierung: Im geteilten Wappen ist oben in Schwarz mit kleinen bestreuten goldenen Sternen auf einem flachen silbernen Dreiberg eine silberne Kirche mit unbelichteten Fenstern und den Turm nach rechts gestellt; unten im durch einen Wellenschnitt geteiltem Feld in Blau und Weiß ein schräg rot-weiß gestreiftes Ruderboot mit einer mittels einer Plane verdeckten Salzladung auf der Linie und von fünf Ruderern und einem Steuermann in Tracht geführt.
Symbolik: Das Ruderboot stellt ein Salzschiff dar. Die fünf Ruderer sind durch ihre Tracht und ihren hohen schwarzen Hüten als ‚Schöffleute‘ charakterisiert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten miniatur|Stille-Nacht-Museum und -Kapelle in Oberndorf miniatur|Salzachbrücke mit Blick von Oberndorf nach Laufen mini|Pfarrkirche Oberndorf bei Salzburg mini|Stille-Nacht-Kapelle mit Wasserturm
„Stille Nacht, heilige Nacht“ In Oberndorf wurde 1818 in der Christmette in der alten Pfarrkirche St. Nikolai das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht vom Hilfspfarrer Joseph Mohr (Liedtext) und vom in Arnsdorf tätigen Lehrer Franz Xaver Gruber (Melodie) zum ersten Mal öffentlich aufgeführt. An der dortigen Stelle steht seit 1937 die Stille-Nacht-Kapelle. Das Stille-Nacht-Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe. Jährlich am 24. Dezember findet bei der Kapelle eine weihnachtliche Feier statt.
Mit dem Mohr-Gruber-Denkmal steht für die Schöpfer des Liedes ein Denkmal vor der jetzigen Stadtpfarrkirche.
Der deutsch-österreichische Fernsehfilm Das ewige Lied (1997) über Pfarrer Joseph Mohr spielt in Oberndorf um das Jahr 1818.
2018 waren das Weihnachtslied und seine Botschaft Thema einer Landesausstellung, bei der Oberndorf einer von mehreren Ausstellungsstandorten war.
Bemerkenswerte Bauten Katholische Pfarrkirche zum hl. Nikolaus: örtlich versetzter Neubau von 1907 anstelle einer alten beschädigten Kirche Wallfahrtskirche Maria Bühel: zweitürmig, zwischen 1663 und 1677 erbaut; Votivtafeln, Statuen von Josef Anton Pfaffinger, Gemälde von Johann Michael Rottmayr Salzachbrücke (Laufen–Oberndorf): grenzüberschreitende Brücke von 1903, aus steinernen Pfeilern und einer Jugendstil-Eisenkonstruktion mit kunstvollen Verzierungen; anlässlich des hundertjährigen Bestehens deutsch-österreichische Gemeinschafts-Sonderbriefmarke Kalvarienberg Maria Bühel: 1. Hälfte 18. Jh., Nepomuk-Statue Schifferkapelle: 1858/1859 errichteter Neubau als Andachtsstätte der früheren Salzachschiffer
Kulturelle Gruppierungen und Vereine Musik Liedertafel Oberndorf: Sie wurde 1878 als Männerchor gegründet und bereits nach dem ersten Jahr als gemischter Chor weitergeführt. 1951 riefen die Mitglieder die bis heute bestehende Gedenkfeier bei der Stille-Nacht-Kapelle zu Ehren der Schöpfer des Weihnachtsliedes ins Leben. Das Repertoire des aus zirka 40 Mitgliedern bestehenden Chors umfasst Volkslieder, Musical, Schlager, Gospel- und geistliche Kirchenlieder sowie klassisches Liedgut. Als regelmäßige Auftritte gibt es jährlich ein Sommerkonzert, ein Advent-Konzert in der Wallfahrtskirche Maria Bühel, Auftritte am Weihnachtsmarkt sowie zu Weihnachten bei der Gedenkfeier am 24. Dezember bei der Stille-Nacht-Kapelle (mit Darbietung der Originalversion von Stille Nacht heilige Nacht) und bei der Stefani-Messe am 26. Dezember in der Pfarrkirche. Stadtkapelle Oberndorf Triangel Chor
Theater Theater- und Kulturverein Oberndorf Freiraum Oberndorf – Theater, Bühne und Veranstaltungsort Schiffertheater Laufen
Sportvereine Als Vereinssportarten gibt es in Oberndorf
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|hochkant|Der „Europasteg“ Richtung Laufen