Scrabble, in der Urform zunächst unter dem Namen Lexiko entwickelt, ist ein Brettspiel für zwei bis vier Personen, bei dem die Spieler aus zufällig gezogenen Buchstaben Wörter legen und dabei die verschiedenen Bonusfelder auf dem Spielbrett nutzen können. Es wurden bisher über 100 Millionen Spiele in mehr als 30 Sprachen verkauft; jedes Jahr werden allein in Nordamerika mehr als eine Million Spiele verkauft.

Geschichte mini|„SCRABBLE“ Die erste Scrabble-Version wurde 1931 von dem US-amerikanischen Architekten Alfred Mosher Butts zunächst unter dem Namen Lexiko entworfen und vertrieben. Butts Ziel war es, ein Spiel zu schaffen, das je zur Hälfte durch Glück und Können der Spieler beeinflusst wird. Bei dieser Urform war die Grundidee dieselbe wie im heutigen Spiel, jedoch gab es noch kein Spielbrett und die Buchstabenverteilung war noch eine andere. Bei der Buchstabenverteilung soll sich Butts an der Buchstabenhäufigkeit einer Titelseite der New York Times orientiert haben.

Nachdem das Spiel zunächst kein Erfolg gewesen war – er konnte nur 200 selbstgefertigte Exemplare verkaufen –, versuchte Butts erfolglos, es verschiedenen größeren Spieleherstellern (Parker Brothers und Milton Bradley) anzubieten. Inspiriert durch die gerade aufgekommenen Kreuzworträtsel entschloss sich Butts 1938, Lexico um ein eigenes Spielfeld zu erweitern und in Criss-Crosswords umzubenennen. In den folgenden Jahren änderte er Details am Spielfeld ebenso wie an den Regeln, ohne jedoch das Spielprinzip im Wesentlichen zu verändern; der kommerzielle Durchbruch blieb jedoch weiterhin aus.

Der Siegeszug des Spiels begann mit James Brunot (1902 – 1984), einem Anwalt und Criss-Crosswords-Spieler der ersten Stunde, der die Herstellungs- und Vertriebsrechte an dem Spiel gegen Zahlung einer Provision pro verkauftem Spiel im Jahr 1948 von Butts übernahm und es am 1. Dezember 1948 erfolgreich patentieren ließ. Brunot gab dem Spiel auch seinen heutigen Namen, abgeleitet von englisch scrabble für „herumsuchen“, und meldete die Marke Scrabble am 16. Dezember 1948 beim Patentamt an.

In den Jahren von 1949 bis 1952 stellte Brunot das Spiel in eigener Regie her und verkaufte bis zu 90.000 Exemplare im Jahr. 1952/53 lizenzierte Brunot die Herstellung für die USA und Kanada an den amerikanischen Spielehersteller Selchow & Righter. 1972 kaufte Selchow and Righter das Warenzeichen und die Exklusivrechte an Scrabble von Butts für den nordamerikanischen Markt. 1986 wurde Selchow and Righter von Coleco übernommen. Nach der Insolvenz von Coleco 1987 übernahm Hasbro 1989 Coleco und damit die Rechte für den nordamerikanischen Markt.

Für Großbritannien lizenzierte J. W. Spear & Sons 1953 das Spiel. Schowanek lizenzierte das Spiel 1953 für Deutschland, Italien und einige andere europäische Länder. 1958 konnte J.W. Spear & Söhne eine Übernahme dieser Lizenz erreichen.Marion Faber, Helmut Schwarz: Die Spielmacher. J.W. Spear & Söhne – Geschichte einer Spielefabrik. Nürnberg 1997. 1968 wurden die Lizenzrechte (mit Ausnahme der USA und Kanada) komplett von Brunot an Spear veräußert. Spear wurde 1994 an Mattel verkauft.

Spielmaterial mini|hochkant=2|Scrabble-Spielbrett Zum Scrabblespiel gehören das Spielbrett und die Buchstabensteine, die aus einem Säckchen gezogen und auf ein Plastikbänkchen – ursprünglich ein Holzbänkchen – (Rack) gelegt werden, welches sie vor den Augen der Mitspieler verbirgt.

Spielbrett Auf dem Spielbrett finden sich 225 (15 × 15) Spielfelder, von denen 60 Bonusfelder sind: 24 × doppelter Buchstabenwert (hellblaue Felder), 16 × doppelter Wortwert (in der Originalversion rosafarbene, in späteren Versionen auch gelbe Felder), 12 × dreifacher Buchstabenwert (dunkelblaue Felder), 8 × dreifacher Wortwert (rote Felder). Hinzu kommt der Stern in der Mitte des Spielbretts, der ebenfalls den Wert eines Wortes verdoppelt. Jeder Buchstabe hat seinen eigenen festgelegten Wert. Die Spieler streben eine höhere Punktzahl durch die Nutzung der Bonusfelder und möglichst wertvoller Buchstaben an.

Buchstabensteine In der deutschen Version wird Scrabble seit 1989 mit 102 Steinen gespielt (100 mit Buchstaben bedruckt und zwei ohne Aufschrift). Die einzelnen Buchstaben kommen unterschiedlich häufig vor und werden unterschiedlich gewertet. Anzahl und Punktwert richten sich dabei wesentlich nach der Häufigkeit des Buchstabens in der Sprache. Allerdings wird auch die „Spielbarkeit“ eines Buchstabens berücksichtigt (das C ist im Deutschen zwar relativ häufig, benötigt jedoch meist ein H oder ein K; das Q benötigt praktisch immer ein U (Ausnahme: „Qi“); das W steht selten am Wortende usw.).

Aktuell ist die Buchstabenverteilung im deutschsprachigen Scrabble wie folgt (in Klammern die Anzahl der Steine). Diese wird seit 1987 verwendet, seitdem wird mit sieben Steinen gespielt.

1 Punkt: E (15), N (9), S (7), I (6), R (6), T (6), U (6), A (5), D (4) 2 Punkte: H (4), G (3), L (3), O (3) 3 Punkte: M (4), B (2), W (1), Z (1) 4 Punkte: C (2), F (2), K (2), P (1) 6 Punkte: Ä (1), J (1), Ü (1), V (1) 8 Punkte: Ö (1), X (1) 10 Punkte: Q (1), Y (1) 0 Punkte: Joker/Blanko (2)

Die Summe der Punkte aller Buchstaben im deutschsprachigen Spiel beträgt 202. Die Buchstaben- und Punkteverteilung ist sprachspezifisch. So gibt es etwa für das Y in der englischsprachigen Version nur 4 Punkte, es ist dafür aber zweimal vertreten.

Die Steine sind aus hellem Holz oder Kunststoff und quadratisch; mit 19 × 19 × 4 mm sind sie etwas kleiner als die Spielfelder am Brett. Auf einer Fläche ist der Blockbuchstabe schwarz oder grün aufgedruckt und rechts unten dazu klein sein Punktewert. Ausführungen für Reisen haben z. B. 13 mm kleine Steine, solche für schlecht Sehende viel größere.

Historische Versionen mini|Alle Steine der Ausgabe von 1955 bis 1987

In Deutschland war das Spiel sehr schnell ein Erfolg, allerdings nicht vergleichbar mit dem Erfolg in Nordamerika, was insbesondere an der unterschiedlichen Verbreitung des Turnierscrabble abzulesen ist. Für das hiesige Scrabble war insbesondere die Regel- und Ausstattungsänderung von 1987 wegweisend. Vor diesem Datum wurde mit acht Buchstaben gespielt.

In der Version des Jahres 1955 fehlte noch die Angabe, ob auch die Beugungsformen der Wörter gelegt werden dürfen, was später ausdrücklich gestattet wurde:

Das Spiel und vor allem die Regeln sind heute noch unter Hobbyspielern weit verbreitet. Kritiker der neuen Regeln führen an, dass das Spiel durch viele als unsinnig empfundene Formen und Wörter („hui“, „ravtet“ (als Form von raven), „brr“, „bst“) nicht mehr die tatsächlich gesprochene Sprache abbilde. Zudem habe man durch die Anzahl von acht Buchstaben früher leichter längere Wörter legen können. Befürworter der Änderungen führen dagegen an, dass das alte Spiel durch einige Unterbewertungen von „schwierigen“ Buchstaben (4 Punkte für V; 2 für C) deutlich schwieriger gewesen sei und gerade auch die exotischeren Formen heutzutage den Reiz des Spiels ausmachten.

Die Buchstabenverteilung der Standardausgabe zwischen Mitte der 50er Jahre und 1987 lautete:

1 Punkt: E (16), N (10), S (8), I (9), R (7), U (6), A (6), D (6) 2 Punkte: T (5), H (5), G (3), C (4), L (4), O (4), W (2) 3 Punkte: M (4), B (2), Z (2), F (3), K (2) 4 Punkte: P (1), V (1) 5 Punkte: Ü (1) 6 Punkte: Ä (1), J (1) 8 Punkte: Ö (1), X (1) 10 Punkte: Q (1), Y (1) 0 Punkte: Joker/Blanko (2)

Eine andere frühe Ausgabe aus dem Jahr 1955 hatte folgende Buchstabenverteilung: 1 Punkt: E (14), N (8), S (6), I (8), R (6), U (3), A (6), T (6), O (3) 2 Punkte: D (4), G (3), L (3), Ö (1), Ä (1), Ü (1) 3 Punkte: H (3), C (2), M (3), B (2), P (2), K (2), F (2) 4 Punkte: W (2), V (2) 8 Punkte: Z (1), Y (1), J (1) 10 Punkte: Q (1), X (1) 0 Punkte: Joker/Blanko (2)

Ergänzungsmaterial Insbesondere bei Turnieren werden – ähnlich wie beim Schach – mehr und mehr Uhren benutzt, um die Bedenkzeit individuell zu begrenzen (siehe Abschnitt „Turniere und Meisterschaften“).

Zur besseren Übersicht des Normalspielfelds kann es durch ein untergelegtes Drehkreuz für jeden Mitspieler in die optimale Leseposition gebracht werden. Hierfür gibt es eigene Drehspielbretter, die vor allem bei internationalen Turnieren nahezu ausschließlich gebraucht werden.

Spielregeln Die Scrabble-Regeln lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Spielablauf Zu Beginn des Spiels wird durch Ziehen eines Buchstabens die Reihenfolge bestimmt. Wessen Buchstabe im Alphabet an vorderster Stelle steht, beginnt zu legen. Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Die Spieler ziehen nacheinander in der Reihenfolge sieben Buchstaben aus dem Beutel und legen sie so auf ihre jeweilige Ablagebank, dass die Mitspieler sie nicht sehen können. Ziel ist es nun, mit den gezogenen Buchstaben ein Wort zu legen, das möglichst viele Punkte einbringt. Dabei muss der erste Spieler sein Wort in jedem Fall auf den Stern in der Spielfeldmitte legen. Möglich sind auch grammatische Ableitungen (beispielsweise Feldes, legte, schönes). Nachdem das erste Wort gelegt wurde, füllt der Spieler sein Bänkchen wieder bis auf sieben Buchstaben auf. Nun ist der nächste Spieler an der Reihe und versucht ebenfalls, mit seinen Buchstaben eine hohe Punktzahl zu erreichen. Im Scrabble kann generell ein neues Wort gelegt oder ein bestehendes Wort durch Anhängen von Buchstaben erweitert werden, allerdings muss immer an einen Buchstaben des bestehenden „Wortgerüsts“ angelegt werden. Es wird immer die Punktzahl des gesamten neuen Wortes und aller neu entstandenen Wörter berechnet; für bereits belegte Bonusfelder wird kein weiterer Bonus gewährt. Für das Ablegen aller sieben Buchstaben gibt es 50 Zusatzpunkte. Sind alle Spieler einmal an der Reihe gewesen, ist die erste Runde abgeschlossen und die zweite Runde beginnt in der gleichen Reihenfolge. Falls ein Spieler nicht anlegen kann oder legen möchte, kann er passen und entweder keinen oder bis zu sieben Buchstaben austauschen. Es müssen jedoch noch mindestens sieben Buchstaben im Buchstabenvorrat vorhanden sein. Er darf dann erst wieder in der folgenden Runde ein neues Wort legen. Das Spiel ist beendet, wenn keine Buchstaben mehr im Säckchen sind und ein Spieler alle Buchstaben ausgelegt hat oder nachdem alle Spieler nacheinander zweimal gepasst haben. Der Punktewert der auf dem Bänkchen verbliebenen Buchstaben wird abgezogen und demjenigen Spieler, der das Spiel durch Aufbrauchen des Buchstabenvorrates beendete, gutgeschrieben. Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten.

Was nicht erlaubt ist Kein Wort darf diagonal gelegt werden − nur waagerecht und senkrecht. Zudem muss immer an ein bereits liegendes Wort angelegt werden. Eigennamen von Personen und geografischen Objekten dürfen nicht gelegt werden: Karl, Anne, Schmidt, Kowalski, Berlin, Hamburg, Schweiz, Uruguay, Rhein usw. sind verboten. Gesetzt werden dürfen hingegen Namen, die im allgemeinen Sprachgebrauch noch eine andere Bedeutung haben, zum Beispiel Horst (Greifvogelnest), Urs (Genitiv von Ur), Müller (Beruf) oder Seine (Possessivpronomen). Markenbezeichnungen (Mercedes, Persil etc.) dürfen in der Regel auch nicht gelegt werden. Allerdings sind seit dem Erscheinen der 26. Auflage des Rechtschreibdudens verschiedene Marken gültige Wörter, wie etwa Fön, Audi, Jeep und Tesafilm, zudem der Spielname Scrabble selbst. Abkürzungen sind verboten (UKW, WC, TNT etc.). Kurzwörter, die als ein Wort gesprochen werden, dürfen aber gelegt werden (Moped, Trafo, Kilo). Ufo und Radar waren bis zur 24. Auflage des Rechtschreibdudens als unzulässige Abkürzungen vermerkt, weisen in der 25. Auflage aber kein Abkürzungsmerkmal mehr auf und gelten somit fortan als gültige Kurzwörter.

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