mini|Aufteilung der heutigen Woiwodschaft Niederschlesien in ehemalige Woiwodschaften Die Woiwodschaft Niederschlesien (polnisch województwo dolnośląskie) ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie umfasst den südwestlichen Teil Polens und grenzt innerhalb des Landes im Norden an die Woiwodschaft Lebus, im Nordosten an Großpolen und im Osten an Woiwodschaft Opole. Im Westen grenzt Niederschlesien an Deutschland (Landkreis Görlitz in Sachsen) und im Süden an Tschechien. Hauptstadt ist Wrocław (Breslau).
Im Süden der Woiwodschaft liegt mit dem zu den Sudeten gehörenden Riesengebirge eine der wichtigsten Fremdenverkehrsregionen Polens, im Westen – zwischen Queis und Lausitzer Neiße – der polnische Teil der Oberlausitz.
Die Woiwodschaft wurde nach der historischen Region Niederschlesien benannt.
Geschichte Die Woiwodschaft Niederschlesien entstand 1999 im Zuge der polnischen Verwaltungsreform aus der Vereinigung der alten Woiwodschaften Wrocław (Breslau), Jelenia Góra (Hirschberg), Legnica (Liegnitz) und Wałbrzych (Waldenburg) sowie aus Teilen der Woiwodschaften Kalisz (Kalisch) und Leszno (Lissa).
Wappen Beschreibung: In Gold ein schwarzer Adler mit in einem Kreuz auslaufenden silbernem Brustmond.
Verwaltungsgliederung Die Woiwodschaft Niederschlesien ist in 26 Landkreise und vier kreisfreie Städte unterteilt. Sie bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.
Kreisfreie Städte 24px Wrocław (Breslau) ; 293 km² 24px Wałbrzych (Waldenburg) ; 85 km² 24px Legnica (Liegnitz) ; 56 km² 24px Jelenia Góra (Hirschberg) ; 108 km²
Landkreise
(Einwohner und Fläche am )
Landkreise Größte Kleinste flächenmäßig Powiat Kłodzki Powiat Kamiennogórski bevölkerungsmäßig Powiat Wrocławski Powiat Górowski
Planungsregionen Niederschlesien ist außerdem in fünf statistische Planungsregionen unterteilt:
Planungsregion Landkreise in der Region 1 Miasto Wrocław Stadt Wrocław 2 Wrocławski Milicz, Oleśnica, Oława, Strzelin, Środa Śląska, Trzebnica, Wołów, Wrocław 3 Wałbrzyski Stadt Wałbrzych, Dzierżoniów, Kłodzko, Świdnica, Wałbrzych, Ząbkowice Śląskie 4 Legnicko-Głogowski Stadt Legnica, Głogów, Góra, Legnica, Lubin, Polkowice, Złotoryja 5 Jeleniogórski Stadt Jelenia Góra, Bolesławiec, Jawor, Jelenia Góra, Kamienna Góra, Lubań, Lwówek Śląski, Zgorzelec
Geographie mini|Topographie Niederschlesiens mini|Schneekoppe mini|Ślęża mini|Landschaft im Sudetenvorland Landschaft Die Woiwodschaft Niederschlesien weist ein sehr abwechslungsreiches Landschaftsbild auf. Über ein Drittel der Fläche nehmen die Mittelgebirge der Sudeten sowie deren Ausläufer ein. Die Sudeten erstrecken sich entlang der Grenze zu Tschechien.Woiwodschaft Niederschlesien, PWN, abgerufen am 27. Dezember 2020. Zu den Sudeten gehören in Niederschlesien unter anderem folgende Gebirgszüge:
Im Riesengebirge befindet sich mit der 1.603 Meter hohen Schneekoppe (Śnieżka) der höchste Berg Niederschlesiens, der Sudeten insgesamt und zugleich auch der angrenzenden Tschechischen Republik. Richtung Norden und Nordosten grenzt das Sudetenvorland an. Hier befindet sich mit der 718 Meter hohen Ślęża ein exponierter Gipfel, der den mit Abstand höchsten Punkt außerhalb der Sudeten darstellt.
Nördlich von Breslau befindet sich außerdem der Höhenzug des Katzengebirges (Wzgórza Trzebnickie) mit Höhen bis rund 260 Meter inmitten der ansonsten eher flachen Nizina Śląska (Schlesische Tiefebene), die weite Teile Niederschlesiens abdeckt. Die Nizina Śląska wird im Westen durch die Nizina Śląsko-Łużycka begrenzt.
Beide Regionen gelten mit ihren Lössböden und teilweise Schwarzerden als ausgesprochen fruchtbar und werden somit in weiten Teilen intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die einzige Ausnahme bildet hierbei der stark bewaldete Nordwesten Niederschlesiens, in dem Sandböden vorherrschen.
Rund 30 Prozent Niederschlesiens sind bewaldet, wobei die Bory Dolnośląskie (Niederschlesische Heide) im Grenzgebiet zur Woiwodschaft Lebus und zu Deutschland das größte zusammenhängende Waldgebiet darstellen. Dort befindet sich mit den Truppenübungsplätzen Żagań und Świętoszów eines der größten militärischen Übungsgebiete in Polen und Europa.
Rohstoffe Niederschlesien gilt innerhalb Polens als rohstoffreiche Region. Von wirtschaftlich großer Bedeutung sind die Kupferbergbauregion bei Lubin und der Braunkohletagebau Turów bei Bogatynia im Dreiländereck zu Deutschland und Tschechien. Durch langjährige Luftverschmutzung insbesondere aus dem Braunkohlerevier Turów sowie aus angrenzenden Gebieten in den Nachbarländern sind allerdings die Wälder des Iser- und Riesengebirges stark beschädigt, wodurch die Region im Südwesten Niederschlesiens zum sogenannten Schwarzen Dreieck gehört. In der Vergangenheit wurde in der Region Wałbrzych außerdem Steinkohle abgebaut, wie beispielsweise in den Bergwerken Julia oder Victoria.
Daneben existieren zahlreiche regionale Lagerstätten von Steinsalz, Erdgas, Silber, Gold, Baryt oder Basalten.Stan środowiska w województwie dolnośląskim, Główny Inspektorat Ochrony Środowiska, abgerufen am 27. Dezember 2020
mini|Der See Jezioro Modre im Verlauf des Bober mini|Die Glatzer Neiße in Bystrzyca Kłodzka Gewässer Der wichtigste Fluss Niederschlesiens ist die Odra (Oder), an der sich unter anderem die Städte Wrocław und Głogów befinden. Weitere bedeutende Flüsse sind:
mini|Marklissa-Talsperre und Burg Tzschocha (Zamek Czocha) Größere natürliche Seen gibt es in Niederschlesien kaum. In der Region um Milicz sowie bei Przemków existieren jedoch mehrere Fischteiche. Weiterhin existieren zahlreiche Stauseen, von denen folgende am bedeutendsten sind: Zalew Mietkowski – 8,1 km², Speicherraum 77 hm³ Jezioro Pilchowickie (Bobertalsperre) – 2,4 km², Speicherraum 50 hm³ Zalew Słup – 4,9 km², Speicherraum 38 hm³ Zbiornik Topola – 3,4 km², Speicherraum 22 hm³ Zapora Leśniańska (Marklissa-Talsperre) – 1,4 km², Speicherraum 17 hm³ Jezioro Złotnickie (Talsperre Goldentraum) – 1,2 km², Speicherraum 12 hm³ Jezioro Lubachowskie (Schlesiertalsperre) – 0,5 km², Speicherraum 8 hm³ Niedów-Stausee – 1,9 km², Speicherraum 5 hm³
Klima Ähnlich vielseitig wie die natürliche Beschaffenheit ist auch das Klima Niederschlesiens. Während im nördlichen Teil ein kontinental-gemäßigtes Übergangsklima mit vergleichsweise hohen Durchschnittstemperaturen von über 8,5 °C, eher milden Wintern und einer langen Vegetationsperiode bis maximal 230 Tagen im Jahr vorherrscht, sind die hügeligen und bergigen Regionen der Sudeten deutlich kühler und niederschlagsreicher.
Im Tiefland beträgt die Niederschlagsmenge im Jahr rund 550–700 mm, in den Sudeten steigt dieser Wert auf bis zu 1.200 mm.Raport o stanie środowiska województwa dolnośląskiego w 2003 r., Wojewódzki Inspektorat Ochrony Środowiska we Wrocławiu, abgerufen am 27. Dezember 2020
mini|Landschaft im Bartschtal Naturschutzgebiete Nationalpark Riesengebirge (Karkonoski Park Narodowy) Nationalpark Heuscheuergebirge (Park Narodowy Gór Stołowych) Landschaftsschutzpark Bartschtal (Park Krajobrazowy Dolina Baryczy) Landschaftsschutzpark Landeshuter Kamm (Rudawski Park Krajobrazowy) Park Krajobrazowy Chełmy Park Krajobrazowy Doliny Bobru Park Krajobrazowy Dolina Bystrzycy Park Krajobrazowy Dolina Jezierzycy Park Krajobrazowy Gór Sowich Książański Park Krajobrazowy Przemkowski Park Krajobrazowy Park Krajobrazowy Sudetów Wałbrzyskich Ślężański Park Krajobrazowy Śnieżnicki Park Krajobrazowy
Nachbarwoiwodschaften bzw. -bundesländer
Bevölkerung mini|Rathaus und Heringsbuden in Liegnitz mini|Altstadt von Hirschberg mini|Wiedererrichtete Innenstadt von Glogau mini|Rathaus und Ring in Bunzlau mini|Historische Altstadt von Glatz Am 31. Dezember 2019 waren 2.900.163 Einwohner in der Woiwodschaft Niederschlesien gemeldet, davon sind 1.394.635 Männer (48,09 %) und 1.505.528 Frauen (51,91 %). Fast 70 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten.Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31. Dezember 2019 – Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 11. Juli 2021.
Die Bevölkerungsdichte liegt mit 145 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem polnischen Landesdurchschnitt. Abgesehen von den urbanen Ballungszentren sind die Landkreise Świdnica sowie Dzierżoniów und Głogów mit jeweils über 200 Einwohnern pro Quadratkilometer besonders dicht besiedelt. Am dünnsten besiedelt sind die ländlich geprägten Landkreise Góra und Milicz.
Sprachen Bis 1945 sprach die auf dem Gebiet der heutigen Woiwodschaft ortsansässige Bevölkerung nahezu ausschließlich deutsch und insbesondere im ländlichen Gebieten mit schlesischen Dialekt. Am Ende des und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung nahezu vollständig nach Deutschland vertrieben und in dieser Region Polen angesiedelt, die größtenteils aus dem ehemals östlichen Teil Polens stammten, der durch die Westverschiebung Polens an die Sowjetunion geraten war. Der Dialekt, der sich seitdem in Niederschlesien entwickelt hat, wird zu den (Neuen) Mischdialekten (dialekty mieszane) gezählt.
Bevölkerungsentwicklung
Zwischen 1995 und 2010 erfolgte in Niederschlesien ein Bevölkerungsrückgang von rund 100.000 Einwohnern. Seitdem hat sich die Einwohnerzahl bei rund 2,9 Millionen stabilisiert.Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 27. Dezember 2020.
JahrEinwohnerzahl 1995 2.988.278 2000 2.912.195 2005 2.888.232 2010 2.877.840 2015 2.904.207 2019 2.900.163
Größte Städte Die Hauptstadt Wrocław (Breslau) ist mit über 650.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes und die mit Abstand größte in Niederschlesien. Insgesamt gibt es in der Woiwodschaft Niederschlesien 92 Städte, wovon 19 die Einwohnerzahl von 20.000 überschreiten.
StadtDeutscher NameEinwohner 24px Wrocław Breslau 24px Wałbrzych Waldenburg 24px Legnica Liegnitz 24px Jelenia Góra Hirschberg im Riesengebirge 24px Lubin Lüben 24px Głogów Glogau 24px Świdnica Schweidnitz 24px Bolesławiec Bunzlau 24px Oleśnica Oels 24px Oława Ohlau 24px Dzierżoniów Reichenbach im Eulengebirge 24px Zgorzelec Görlitz 24px Bielawa Langenbielau 24px Kłodzko Glatz 24px Świebodzice Freiburg in Schlesien 24px Jawor Jauer 24px Polkowice Polkwitz 24px Nowa Ruda Neurode 24px Lubań Lauban
Politik In der Woiwodschaft Niederschlesien gibt es einen gewählten Woiwodschaftssejmik und Woiwodschaftsmarschall sowie einen von der Regierung ernannten Woiwoden.
Woiwodschaftssejmik Bei den Selbstverwaltungswahlen in Polen 2024 wurde auch der Woiwodschaftssejmik neu gewählt. Dabei ergab sich folgendes Ergebnis:Ergebnis auf wybory.gov.pl, abgerufen am 1. Juli 2024. + Woiwodschaftssejmik Niederschlesien 2024– Wahlkomitee Stimmen in % Mandate Bürgerkoalition (KO) 33,5 Recht und Gerechtigkeit (PiS) 27,5 Trzecia Droga (TD) 11,4 Bezpartyjni Samorządowcy (BS) 10,6 Linke (Lewica) 7,0 Konfederacja und unabhängige lokale Verwaltungen 6,2 Übrige 3,8
Der Woiwodschaftssejmik wurde 2018 in folgender Zusammensetzung gewählt: +Woiwodschaftssejmik Niederschlesien (2018) Wahlkomitee Mandate Recht und Gerechtigkeit (PiS) Bürgerkoalition (KO) Bezpartyjni Samorządowcy (BS) Polnische Volkspartei (PSL) Bund der Demokratischen Linken (SLD)
mini|Das Woiwodschaftamt in Breslau Mittlerweile haben sich folgende Fraktionen gebildet: + Woiwodschaftssejmik Niederschlesien (2016) Fraktion MandateBezpartyjni Samorządowcy (BS) Obywatelski Dolny Śląsk (ODS) Parteilose Dolnośląski Klub Porozumienie Platforma Obywatelska (PO) Polnische Volkspartei (PSL) Bund der Demokratischen Linken (SLD) Recht und Gerechtigkeit (PiS) Fraktionslose
Woiwodschaftsmarschall Woiwodschaftsmarschall ist seit 2024 Paweł Gancarz (PSL). Er löste nach den Wahlen den seit 2014 amtierenden Cezary Przybylski (Bezpartyjni Samorządowcy) ab.
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