Friedrich Schulze, häufig auch Friedrich Schulze-Colbitz bzw. Friedrich Schulze-Kolbitz, (* 8. MärzGeburtsdatum 8. März 1843 laut Nachruf im Zentralblatt der Bauverwaltung, vgl. Literatur oder 18. MärzGeburtsdatum 18. März 1843 laut Berlin. Baumeister und Bauten, vgl. Literatur 1843 in Colbitz; † 30. Juli 1912 in Steglitz bei Berlin; vollständiger Name: Johann David Friedrich Otto Schulze) war ein deutscher Architekt und preußischer Baubeamter.
Leben mini|hochkant|Altes Rathaus Schöneberg, 1895 mini|Preußisches Abgeordnetenhaus, 1900 mini|Preußisches Herrenhaus, kurz nach der Fertigstellung, 1904
Friedrich Schulze lebte seit 1862 in Berlin, wo er nach dem Abitur von 1862 bis 1867 an der Berliner Bauakademie studierte, unterbrochen durch seine Teilnahme am Preußisch-Österreichischen Krieg 1866. Neben dem Studium arbeitete er als Assistent des Architekten Friedrich Adler. Bis zur Baumeisterprüfung 1873 war er als Bauführer im Eisenbahnbau tätig, unterbrochen durch seine Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871. Am 19. April 1874 wurde sein Sohn Otto geboren, der ebenfalls Architekt wurde. Im Jahr 1873 erhielt Friedrich Schulze eine Anstellung bei der Ministerial-Baukommission und unterrichtete nebenberuflich an der Berliner Gewerbeakademie. Als Landesbaurat holte ihn Friedrich Adler 1877 in seinen Mitarbeiterstab im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten. 1879 war er kurz bei der Bezirksregierung Kassel tätig, kehrte aber bereits 1880 als Bauinspektor zur Ministerial-Baukommission nach Berlin zurück. 1892 wurde er Mitglied des Vorstandes des Architektenvereins zu Berlin, dem er seit 1870 angehörte. 1908/09–1912 war er kommissarischer Direktorialassistent an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. Als Folge eines Autounfalls 1907 trat er am 1. Januar 1909 in den Ruhestand.
Bauten und Entwürfe ab 1873: Erweiterungsbauten der Charité in Berlin-Mitte 1874: Anbau für die Tierarzneischule, Luisenstraße in Berlin-Mitte 1875–1876: Bauleitung bei der Erweiterung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, Voßstraße 35 in Berlin-Mitte (zerstört) 1880–1882: Luisengymnasium, Turmstraße in Berlin-Moabit 1882: Victoria-regia-Haus des Botanischen Gartens in Berlin-Lichterfelde 1884–1886: Augusta-Töchterschule und Lehrerinnenseminar, Kleinbeerenstraße in Berlin-Kreuzberg 1885–1886: Umbau der Dreifaltigkeitskirche in Berlin-Mitte 1888–1890: Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Kochstraße 13 in Berlin-Kreuzberg 1891–1892: Rathaus Schöneberg (altes Rathaus), Bahnstraße (ab 1893: damaliger Kaiser-Wilhelm-Platz) in Berlin-Schöneberg (zerstört) 1891–1893: Gemeindeschule und Prinz-Heinrich-Gymnasium in Berlin-Schöneberg 1892: Bauten für den Botanischen Garten in Berlin-Lichterfelde 1892: Umgestaltung der Sophienkirche in Berlin-Mitte 1892–1894: Heilandskirche in Berlin-Moabit (weitere Planungsbeteiligte: Paul Kieschke, Max Hasak) 1892–1898: Preußisches Abgeordnetenhaus, Prinz-Albrecht-Straße (heute: Niederkirchnerstraße) in Berlin-Mitte 1898–1904: Preußisches Herrenhaus, Leipziger Straße 3/4 in Berlin-Mitte
Literatur
Uwe Kieling: Berlin. Baumeister und Bauten. VEB Tourist Verlag, Berlin / Leipzig 1987, ISBN 3-350-00280-3, S. 218 f.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1912 Kategorie:Mann