Golzheim ist ein nördlich der Innenstadt am Rhein gelegener Stadtteil von Düsseldorf. Der Stadtteil Golzheim ist Teil des Stadtbezirks 1.

Geographie mini|links|Blick nach Nordosten über die Wiesen des Rheinparks Golzheim mini|links|Ehemaliger Standort der Hochschule Düsseldorf, jetzt zweiter Campus der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf Golzheim hat eine Fläche von 2,56 km², auf denen rund 12.700 Menschen leben. Die Einwohnerdichte entspricht somit 4.962 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Golzheim grenzt im Westen an den Rhein, im Süden straßenmittig der Klever Straße an Pempelfort, im Norden südlich der Hauptachse des Nordparks an Stockum sowie im Osten im Verlauf der Roßstraße und der Danziger Straße an Derendorf. Mit den Stadtteilen Pempelfort und Derendorf ist Golzheim durch einen engen Siedlungszusammenhang verbunden.

Die Lage am Rhein, die fußläufige Nähe zum Stadtkern sowie die urbane Mischung aus großzügigen Grünanlagen, städtebaulich unterschiedlichen, eher hochwertigen Wohnvierteln und Bürostandorten machen Golzheim zu einem der attraktivsten Stadtteile der Landeshauptstadt. Nach Süden, in Richtung der Klever Straße, nimmt die Besiedlungsdichte Golzheims zu.

Ein stadtteilbezogenes Eigenleben weist Golzheim mangels eines eigenen urbanen Zentrums kaum auf; die Nahversorgung geschieht weitgehend über den gut erreichbaren zentralen Versorgungsbereich an der Nordstraße in Pempelfort, der im Hinblick auf diese Funktion über eine exzellent breite und tiefe Ausstattung verfügt. Der 24 Hektar große Rheinpark Golzheim ist – nicht nur für die Bewohner Golzheims, Pempelforts und Derendorfs – als Volkspark am Rheinufer ein bei allen Bevölkerungsgruppen beliebter und stark besuchter Treffpunkt und somit temporär ein Mittelpunkt des sozialen Lebens, besonders im Sommer und während der Freizeit.

Die Bevölkerung des Stadtteils verfügt über ein relativ hohes Bildungs- und Einkommensniveau. Arbeitslosigkeit und soziale Probleme treten unterdurchschnittlich auf.

mini|links|Hauptgebäude des Landesbetriebs Information und Technik NRW (nach dem Erscheinungsbild seiner Fassade aus Cortenstahl auch „Rostbau“ genannt), Ansicht von der Bankstraße in Richtung Nordosten, entworfen und gebaut 1969 bis 1979 durch den Architekten Gottfried Böhm, im Vordergrund die Brunnenskulptur Fünf Bronzebögen (1981) von Elmar Hillebrand Von besonderer Bedeutung ist Golzheim als Verwaltungs-, Messe-, Hochschul-, Konsular- und Hotelstandort. Überörtliche Zentralität hat der Stadtteil auch als Sitz des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit. Golzheim ist zudem Standort der Robert Schumann Hochschule für Musik. Generalkonsulate in Golzheim haben Marokko, die Niederlande, Spanien und die Türkei, Honorarkonsulate in Golzheim haben Angola, Estland, Litauen und Mauritius. Die hohe Zahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze, vor allem bei den Gebietskörperschaften sowie den Unternehmen der Sektoren Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung und Wirtschaftsberatung, beschert Golzheim einen deutlichen Einpendlerüberschuss.

mini|Neue Düsseldorfer Synagoge Aufgrund der Vielzahl von Showrooms im Bereich der Kaiserswerther Straße, gemeint sind hier Ausstellungsräume für Artikel der Bekleidung und Bekleidungsaccessoires mit der Funktion von so genannten Orderbüros, ist Golzheim außerdem ein bedeutender Standort des Modegroßhandels, der gerade während der Modemessen von internationalen Besuchern frequentiert wird. Beidseits des Kennedydamms erstrecken sich ferner bedeutende Bürostandorte der Landeshauptstadt, die die Innenstadt in zentralörtlichen Funktionen nach dem stadtplanerischen Prinzip der Dezentralen Konzentration entlasten (→ Entlastungszentrum). Das Sky-Office, ein nach Entwürfen von Christoph Ingenhoven errichtetes 89 m hohes Bürohochhaus, macht den Bürostandort Kennedydamm in der Stadtlandschaft Düsseldorfs weithin sichtbar.

Da die Neue Düsseldorfer Synagoge und die jüdische Grundschule der Landeshauptstadt in Golzheim liegen, bildet dieser Stadtteil den Mittelpunkt der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

Klima Golzheim genießt das vergleichsweise milde, ozeanisch geprägte Düsseldorfer Klima. Daher können in sonnigen, windgeschützten Lagen exotische Pflanzen wie Bananen, Fächerpalmen und Feigen wachsen.

Geschichte mini|Golzheimer Rheinufer mit Blick auf die Altstadt auf einem Ölgemälde des 19. Jahrhunderts (Düsseldorfer Malerschule) mini|links|Kirmes in Düsseldorf, Adolf Northen, Aquarell von 1874, Darstellung der Kirmes im Bereich der Golzheimer Insel mini|Cecilienallee nördlich des Golzheimer Platzes mini|Wohnhäuser im Stil des Backsteinexpressionismus an der Kaiserswerther Straße, Blick nach Süden mini|links|Blockrandbebauung mit Etagenhäusern an der Kaiserswerther Straße im Süden Golzheims mini|hochkant|links|Sternhaus als städtebauliche Dominante am Südende des Kennedydamms In Golzheim und Stockum wurden die ältesten Siedlungsüberreste des Stadtgebietes gefunden. Trotzdem fand auf Golzheimer Grund lange kaum dichtere Besiedlung statt. Erwähnt wird Golzheim bereits in einem Schriftstück aus dem 11. Jahrhundert. Dieses ist ein Rentenverzeichnis des Stiftes Kaiserswerth, in dem die vielen Pfründe aufgelistet und deren Zuordnung angeführt sind. Für das heutige Stadtgebiet führt die in Latein erstellte Liste die Gebiete „gotholveshem“ (Golzheim), „stockum“ (Stockum) und „therenthorpe“ (Derendorf) auf.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunden 257, 1840, Band 1, 779 bis 1200, S. 126.

Am 4. April 1384 wurde die Honschaft Golzheim („Gottelsheim“) – gleichzeitig mit Derendorf und Bilk – durch Herzog Wilhelm I. von Berg der Stadt Düsseldorf, ihrer Verwaltung und Gerichtsbarkeit unterstellt,Text der Urkunde in: J. F. Wilhelmi: Panorama von Düsseldorf und seinen Umgebungen. J. H. C. Schreiner’sche Buchhandlung, Düsseldorf 1828, S. 137 wiewohl es immer vor den Mauern der Stadt lag. Mitte des 16. Jahrhunderts zählte man lediglich 58 Einwohner in Golzheim und Derendorf. 1512 wurde in Golzheim die städtische Windmühle errichtet, die dort fast hundert Jahre betrieben wurde. Seit 1604 ist die Düsseldorfer Richtstätte auf Golzheimer Gebiet nachweisbar. 1630 wurde der Galgen wegen Überschwemmungsgefahr nach Pempelfort verlegt. 1660 entstand als ältestes Gotteshaus Golzheims die St.-Joseph-Kapelle an der Ecke Kaiserswerther Straße/Uerdinger Straße. Sie hatte nicht den Rang einer Pfarrkirche, sondern stellte nur eine Filiale der Derendorfer Pfarrkirche dar. Ende des 18. Jahrhunderts war Golzheim immer noch ländlich geprägt und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nur sporadisch besiedelt. Auch ein Aufschwung der Börtschifffahrt, der infolge einer wasserzollrechtlichen Bestimmung des Jahres 1828 eingetreten war und dazu führte, dass Golzheim für den Transport bergischer Güter nach Holland ein wichtiger Umschlagplatz am Rhein wurde,C. Schmitz: Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Band 3, Düsseldorf 1888, S. 484 (Digitalisat) änderte daran wenig. Einer der bemerkenswertesten Bauten, die bis zum 20. Jahrhundert errichtet wurden, war die großbürgerliche „Villa Leiffmann“, die der Bankier Moritz Leiffmann Ende des 19. Jahrhunderts durch den Kunstakademie-Professor Adolf Schill auf einem rheinnahen Grundstück nördlich des Dorfes Golzheim errichten ließ.Falk Wiesemann: Steiler Aufstieg ins Großbürgertum. Die Villa Leiffmann in Düsseldorf. In: Kalymnos. Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte aus dem Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut, 3. Jahrgang 2000, Extrablatt, S. 23, PDF-Datei, abgerufen im Portal steinheim-institut.de am 23. Dezember 2013 im Portal schaffendesvolk.sellerie.de (Stefanie Schäfers: Vom Werkbund zum Vierjahresplan. Die Ausstellung Schaffendes Volk, Düsseldorf 1937. In: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Niederrheins. Hrsg. vom Düsseldorfer Geschichtsverein, Band 4 = Beiträge der Forschungsstelle für Architekturgeschichte und Denkmalpflege der Bergischen Universität – Gesamthochschule Wuppertal, Band XI, Droste Verlag, Düsseldorf 2001, ISBN 3-7700-3045-1), abgerufen am 23. Dezember 2013

Eine großmaßstäbliche und zusammenhängende Bebauung auf der Grundlage einer städtebaulichen Gesamtplanung setzte erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein und sah für Golzheim eine nach Norden hin zunehmend aufgelockerte Wohnbebauung nach dem Schema der Gartenstadt vor, während im Süden die bereits um 1900 entwickelte Blockrandbebauung mit Etagenhäusern und weitgehend gärtnerisch genutzten Innenhöfen vorherrschte und an die städtebaulichen Strukturen Pempelforts im rechtwinkligen Stadtgrundriss nahtlos anknüpfte. Zur verkehrlichen Erschließung der neuen Bebauung trug die seit 1899 betriebene Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn maßgeblich bei. Die Bereiche beidseits des heutigen Kennedydamms blieben allerdings bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg noch unbebaut, so dass hier eine Stadt- und Verkehrsplanung der 1950er und 1960er Jahre unter Leitung von Friedrich Tamms im Geist der Charta von Athen sowie nach der Idee der autogerechten Stadt die Entwicklung eines Verwaltungs- und Bürostandorts zur Entlastung der City durchsetzen konnte. Um den Autoverkehr im Norden der Stadt zu beschleunigen und um die Kaiserswerther Straße zu entlasten, wurde in dieser Zeit der Kennedydamm als zunächst anbaufreie Ausfallstraße in der Art einer Stadtautobahn gebaut. Durch Tunnel und Brücken wurde diese neue Hauptverkehrsader, die mit der Danziger Straße eine Verlängerung in Richtung des Flughafens und der nördlichen Stadtteile erfuhr, weitgehend kreuzungsfrei an den Lastring angebunden. Ein Wahrzeichen dieser städtebaulichen Entwicklungen ist ferner das im Stil des Brutalismus errichtete Hochhaus namens Sternhaus,Paul Ernst Wentz: Architekturführer Düsseldorf, Droste Verlag, Düsseldorf 1975, Objektnr. 34 das als städtebauliche Dominante den Kreuzungspunkt von Kennedydamm, Kaiserswerther Straße, Homberger Straße und Fischerstraße sowie die Silhouette des Stadtteils beherrscht. Golzheim ist somit ein Bereich der Stadt, in dem unterschiedliche Stadtentwicklungsphasen Düsseldorfs besonders markant sichtbar werden und zahlreiche interessante Spuren in Einzelbauten, Anlagen, Ensembles, Brüchen und Zäsuren hinterlassen haben.

mini|Ansicht vom Golzheimer Friedhof auf einem romantischen Aquarell von Caspar Scheuren, ca. 1830 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde auf der Grundlage eines Plans des Düsseldorfer Hofgärtners Maximilian Friedrich Weyhe auf der Flussdüne entlang des Rheins der Golzheimer Friedhof angelegt, der zu den bedeutendsten Friedhofsanlagen des 19. Jahrhunderts im Rheinland zählt. Auf dem Friedhof sind berühmte Bürger der Stadt Düsseldorf bestattet, so etwa auch Maximilian Friedrich Weyhe, Wilhelm von Schadow, der Begründer der Düsseldorfer Malerschule, und der Dramatiker Carl Leberecht Immermann. Der Nordteil des Friedhofs gehört zu Golzheim, während der Teil südlich der Klever Straße zu Pempelfort zählt. Ursprünglich war der Friedhof ungeteilt; erst bei der Anlage der Klever Straße am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er entzweit.

mini|Rheinpark Golzheim, Blick nach Südosten auf Victoria-Tower und Gebäude der Bezirksregierung Düsseldorf mini|links|Ehemalige Dienstvilla des Präsidenten des Oberlandesgerichts Düsseldorf, Cecilienallee 4 mini|links|Blick nach Süden in die Cecilienallee, rechts die Kastanienallee am Rheinpark Golzheim