Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG) ist eine Kunstsammlung von Werken deutscher Künstler aus den ehemals deutschen Ostgebieten und den deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa. Bis zur Wiedervereinigung wurden auch Werke von Künstlern aus der DDR gesammelt. Der Sitz in Regensburg ist auch im Zusammenhang mit der Schirmherrschaft der Stadt für die Belange der Sudetendeutschen zu sehen.

Das Museum wird nach § 96 BVFG gefördert, und zwar zu 50 % vom Bund, zu 20 % vom Freistaat Bayern und zu 30 % von der Stadt Regensburg getragen. Es vergibt alle zwei Jahre den Lovis-Corinth-Preis. Seit 2010 ist der Preis gelegentlich mit 10.000 Euro dotiert.

Geschichte mini|Stadtparkseite des Ausstellungsgebäudes, 50 Jahre Ostdeutsche Galerie (2020) mini|Kreisausstellung 1910 mini|Ansicht 1910, noch mit dem Portikus auf der Stadtparkseite, 1970 Verlegung zur Straßenseite Standort Bereits 1652 wurde auf dem heutigen Gelände des Museums ein Schützenhaus für die städtische Schießstätte gebaut. Dieses denkmalgeschützte Haus befindet sich gegenüber dem später errichteten Museumsgebäude. Es ist das älteste Bauwerk des Ensembles und dient jetzt dem Museum als Verwaltungsgebäude. Das Hauptgebäude des Museums im Stadtpark stammt aus dem Jahr 1871 und wurde ursprünglich als städtische Turnhalle errichtet. Ab 1906 wurde es zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut und in das Gelände der Oberpfälzischen Kreisausstellung einbezogen, die 1910 anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit der ehemaligen Reichsstadt zum Bayern veranstaltet wurde. 1942, während des Zweiten Weltkriegs, wurde in der Halle eine Luftschutzschule eingerichtet. Nach dem Krieg nutzte die Stadt Regensburg das Gebäude für Kulturzwecke, erst als Kunsthandlung, dann für die städtische „Galerie Zeitgenössische Kunst Ostbayerns“. Nachdem Regensburg die Patenschaft für die Sudetendeutschen übernommen hatte, gab es gezielt Ausstellungen sudetendeutscher Künstler., abgerufen am 19. November 2020. (PDF) Die Sammlung „Sudetendeutsche Galerie“ des Adalbert Stifter Verein fand 1957 hier eine Bleibe. „1970: „Die Bestände des Adalbert Stifter Vereins und der Künstlergilde werden hier vereint.“Presseinformation:

Um 1960 wurden kleinere Anbauten an den Seitenflügeln sowie ein Erweiterungsbau auf der Parkseite errichtet. Dazu musste der Eingang mit dem Portikus auf die Straßenseite verlegt werden. Da die Figur der Pallas Athene auf der Spitze der Kuppel nicht gedreht wurde, wendet sie seitdem dem Besucher beim Betreten ihren Rücken zu.Die Geschichte beruht auf: Agnes Tieze: Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Geschichte, Sammlung, Ausblick. In: HDO-Journal, herausgegeben vom Haus des Deutschen Ostens, München, Nr. 13 / 2014, Seiten 23–28 Nach einer Umbenennung in „Museum Ostdeutsche Galerie“ erhielt das Museum 2003 seinen heutigen Namen „Kunstforum Ostdeutsche Galerie“.

Anlässlich der Verleihung des Lovis-Corinth-Preises und ihrer Ausstellung im KOG 2006 ummantelte Magdalena Jetelová die vier Säulen des Portikus mit Holzkonstruktionen, die in unterschiedliche Richtungen kippen und mit rotem Teppich bekleidet sind. Die Installation mit dem Titel Venceremos/Sale blieb danach als Leihgabe im KOG und wurde 2011 angekauft. Sie wurde zum Markenzeichen des Museum, welches sie seit 2017 im Museumslogo führt.

Gründung / Stiftung 1966 wurde die Stiftung Bürgerlichen Rechts als allgemeine nicht-kommunale Stiftung Ostdeutsche Galerie gegründet, die bis heute Trägerin des Museums ist. Gründer war der Kulturdezernent der Stadt Regensburg Walter Boll. Die Museumseröffnung erfolgte 1970. Als heute faktisch durch die öffentliche Hand finanziertes Museum wird die Stiftung durch zwei Gremien repräsentiert, durch den Stiftungsrat unter dem Vorsitz der Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und durch den Stiftungsvorstand bestehend aus dem Stadtrat und Rechtsreferenten der Stadt Regensburg, Walter Boeckh und der Direktorin des KOG, Agnes Tieze.

Stiftungsrat Vorsitzende: Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg sowie Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration der Länder der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin des Adalbert-Stifter-Vereins e. V., München des Bundes der Vertriebenen der KünstlerGilde Esslingen e. V. des Vereins der Freunde und Förderer des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg e. V.

Förderung Seit 1966 sind die Förderer des Museums im Rahmen des § 96 BVFG die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer und die Stadt Regensburg. Ziel war es, das kulturelle Erbe der Deutschen im östlichen Europa zu erforschen, zu vermitteln und zu bewahren. Auf Basis diese Gesetzes fördert der Bund bis heute das Museum zu fünfzig Prozent, der Freistaat Bayern zu 20 Prozent und die Stadt Regensburg zu dreißig Prozent. Sammlung/Bestände

Museum Das Museum verfügt inzwischen über eine Sammlung von 2.000 Gemälden, 500 dreidimensionalen Werken und 30.000 Grafiken, Radierungen, Zeichnungen etc. Sie deckt Kunst zwischen etwa 1800 und der Gegenwart ab und setzt den Schwerpunkt auf die Klassische Moderne zwischen Impressionismus und Neuer Sachlichkeit.

Neben Werken bisher noch weniger bekannter Künstler, etwa Clara Siewert, Irma Lang-Scheer oder Willi Ulfig, sind auch solche international hochgeschätzter wie Gerhard Richter, Carl Gustav Carus, Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Otto Müller, Adolf Hölzel und Bernard Schultze, Otto Freundlich, Ludwig Meidner, Sigmar Polke, Katharina Sieverding, Dan Flavin, Peter Weibel, Gerhard Swoboda oder Oskar Kokoschka vorhanden.

Die graphische Sammlung umfasst Werke von Heinrich Wolff, August Brömse, Carl Thiemann, Hugo Steiner-Prag, Ingrid Wagner-Andersson, Irma Lang-Scheer, Emil Orlik, Willy Jaeckel, Ernst Marow, Daniel Chodowiecki, Adolph von Menzel, Wenzel Hablik, Josef Hegenbarth, Alfred Kubin, Paul Holz, Hans Fronius, Rudolf Jakubek und Markus Lüpertz.

Seit 2009 verfügt das Museum über ein Konvolut von über 160 Werken von Ben Muthofer, darunter neun Skulpturen und Reliefs, etwa 150 Grafiken sowie drei Gemälde. Diese Stiftung stellt einen repräsentativen Querschnitt des Werks des konstruktiv-konkreten Künstlers dar. – Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, 30. Juli 2009

Skulpturenpark Frei zugänglich sind die im anschließenden Stadtpark verteilten Skulpturen von Otto Herbert Hajek, Waldemar Grzimek, Ben Muthofer, Walter Grill, Herbert Peters, Ingo Glass, Herbert Volwahsen, Willy Lütcke, Skulpturen von Bernhard Heiliger sind an der Außenwand des Museums angebracht.

Museumsdirektoren Walter Boll: 1966–1978 Werner Timm: 1979–1992 (Museum teilweise geschlossen) Lutz Tittel: 1993–1996 Pavel Liška: 2001–2004Nachruf zu Pavel Liška in der Mittelbayerischen Zeitung: Der lächelnde Böhme: Grenzgänger der Kunst vom 27. Oktober 2021, Jg. 77, Nr. 249, S. 29. Ulrike Lorenz: 2004–2008Direktorin Kunsthalle Mannheim Andrea Madesta: 2009–März 2012 Agnes Tieze seit April 2012

Siehe auch Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute

Literatur Ulrike Lorenz und Gerhard Leistner: Erinnerung & Vision, 100 Meisterwerke aus der Sammlung. Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 2005, ISBN 3-89188-110-X. Peter Becher: Von der sudetendeutschen Galerie zum Kunstforum Ostdeutsche Galerie. In: Sudetenland. Europäische Kulturzeitschrift, 56. Jahrgang, Heft 3, Adalbert Stifter Verein, München 2014, S. 371–374.

Weblinks

kunstforum.net

Einzelnachweise

Kategorie:Museum in Regensburg Kategorie:Kunstmuseum in Bayern Kategorie:Bauwerk in Regensburg Kategorie:Baudenkmal in Regensburg Kategorie:Kunst (Regensburg) Kategorie:Museumsgründung 1970