mini|Gemeindestand vor der Fusion am 25. April 2010

Piazzogna, im lombardischen Ortsdialekt Piazzögna ,Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 703. ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.

Geographie Das Dorf liegt am linken Ufer des Langensees auf einer Terrasse des Gambarogno, drei Kilometer südlich der Station Magadino der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen.

Geschichte Das Dorf wird erstmals 1258 als Plazonia erwähnt. Der Ortsname ist eine verkleinernde Ableitung von lateinisch platea und bedeutet «kleine Ebene», nimmt also auf die topographischen Verhältnisse Bezug.

1542 bis 1546 erscheint der Ort in Schiedssprüchen der Landvögte, in denen es um Alprechte und Alpbesitz anderer Nachbarschaften ging. Als selbständige Gemeinde ist Piazzogna erstmals 1704 bezeugt; zuvor hatte es zur Gemeinde und Pfarrei Vira gehört.

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft. Piazzogna bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Piazzogna (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati

Wappen Blasonierung: In Grün ein silbernes Taukreuz mit zwei goldenen Lilien zu den Seiten des Kreuzfusses.

Bevölkerung

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Sant’Antonio abateSimona Martinoli u. a: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 156.Pfarrkirche Sant’Antonio abate (mit Foto) Oratorium Sankt Bernardino von SienaOratorium Sankt Bernardino von Siena (mit Foto) zwei prähistorische Schalensteine.

Persönlichkeiten Francesco Meschini (1762–1840), Architekt, Ingenieur, Tessiner Grossrat, Staatsrat und 1825 regierender Landammann

Literatur Virgilio Gilardoni: Piazzogna. In: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Band III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 62–65.

Celestino Trezzini: Piazzogna. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 433 (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Gambarogno Amt für Statistik des Kantons Tessin: Gambarogno (italienisch) Gambarogno-Piazzogna: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

Kategorie:Gambarogno TI Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Gambarogno TI Kategorie:Ersterwähnung 1258 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010