mini|Gemeindestand vor der Fusion am 25. April 2010 mini|hochkant=.6|Pfarrkirche San Carlo Borromeo mini|hochkant=.6|Villa Ghisler mini|hochkant=.6|Giovanni Arrivabene mini|hochkant=.6|Albergo del Battello a Vapore mini|hochkant=.6|Forte Olimpio mini|hochkant=.6|Magadino und die Bolle (1943)

Magadino, im lombardischen Ortsdialekt Magadign ,Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 560. ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im Schweizer Kanton Tessin. Er war bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde. mini|hochkant=.6|Magadinoebene, historisches Luftbild von Walter Mittelholzer (1933) mini|hochkant=.6|Quartino, historisches Luftbild von Werner Friedli (29. Juli 1964)

Geographie Das Dorf Magadino liegt auf einer Höhe von 199 m ü. M. am Langensee, die Fraktion Quartino östlich davon. In der Nähe Magadinos mündet der Tessin in den See.

Geschichte Magadino findet in spätmittelalterlicher Zeit Erwähnung im Zusammenhang mit Feudalrechten, welche die Bischöfe von Como den Capitanei von Locarno übertrugen. Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1254 schon mit der heutigen Namenform de Magadino. In Quartino bestand im Hoch- und Spätmittelalter ein Benediktiner­priorat, dessen Schutzpatron der heilige Georg war; im 17. Jahrhundert kamen die Klostergüter an das Spital in Locarno. Von einem 1335 erwähnten Turm und einem im 17. Jahrhundert erwähnten Kastell finden sich heute keine Spuren mehr. Magadino löste sich 1846 kirchlich von Vira (Gambarogno).

Magadino war ein bedeutender Hafen und eine wichtige Zollstation am Transitweg von der Lombardei zu den Städten nördlich der Alpen. Mit der Einführung des regelmässigen Dampfschiffverkehrs auf dem Langensee (1826) und der Eröffnung der Fahrstrasse über den Gotthardpass (1830) wurde es Postkutschenstation. Der Niedergang des Hafens begann mit der Eröffnung der Bahnlinien nach Locarno (1874) und Luino (1882).

Die Sperrstelle Magadino-Gordola hatte mit den Befestigungen zwischen Magadino und Quartino die Aufgabe, allfällige Angriffe aus Italien abzuwehren, die vom Gambarogno, vom Lago Maggiore und der Uferstrasse auf der rechten Seeseite sowie vom Centovalli her drohten. Diese wurden während des Ersten Weltkriegs errichtet und während des Zweiten ausgebaut.Festung Oberland: Sperrstelle Magadino (mit Fotos) auf festung-oberland.ch

Am 25. November 2007 wurde die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Lago Maggiore zur Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft. Magadino bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Magadino In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati. Abgerufen am 23. Juli 2024 (italienisch; mit Mappe).Patriziato di Magadino (mit Fotos) (italienisch) auf patriziatomagadino.ch

Wappen Blasonierung: Ein goldener Anker über Silber und Blau von fünfmal mit Wellenschnitt geteilt.

Bevölkerung

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft. Pfarrkirche San Carlo BorromeoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 153–154. Kirche San Nicola di Bari (1953), Architekt: Giacomo Alberti Wohnhaus genannt Hostaria di San Carlo Villa Ghisler Festungen Gambarogno-MagadinoFestungen Gambarogno-Magadino auf forti.ch Forte Olimpo Bolle von Magadino (Bolle di Magadino) in der Magadinoebene Schalenstein im Ortsteil Strada romana (335 m ü. M.)Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 68–69.

Kultur Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino.Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino (mit Fotos) (italienisch) auf organ-festival.ch

Persönlichkeiten (Sortierung nach Geburtsjahr) Giovanni Arrivabene (1787–1881), Ökonom, Autor, untersuchte die Lage der Arbeiter in Magadino Familie Antognini von Vairano stammte aus Mailand, kam 1730 nach Vairano, wo sie das Bürgerrecht erwarb. Gegenwärtig ist sie in Magadino, Bellinzona und Lugano vertreten. Giuseppe Antognini (* 1813 in Magadino; † 1877 ebenda), Unternehmer, Kaufmann, Gemeindepräsident von Magadino, Tessiner GrossratAlberto Azzi: L’attività commerciale di Giuseppe Antognini a Magadino tra la Svizzera tedesca e l’Italie del nord, nella metà dell’Ottocento. DECS, Bellinzona 2015; derselbe: La famiglia Antognini a Magadino. Una dinastia di mercanti. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana 23, 2019, S. 47–58. Benigno Antognini (1837–1902), Anwalt und Notar, Tessiner Grossrat, Staatsrat, Richter am Appellationsgericht Giovanni Battista Antognini (* 1838 in Magadino; † 1919 im Kanton Basel-Landschaft), Bürger von Magadino, Kaufmann, Gemeindepräsident von Magadino, SchulinspektorCelestino Trezzini: Giovanni Antognini. In Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band I, 389 (abgerufen am 15. Mai 2017). Giacomo Moraglia (1791–1860), Architekt Luigi Favini (* 4. April 1908 in Magadino; † um 1980 in Zürich?), Organist, Blasorchestermeister und Komponist; 1932–1980 Organist der Liebfrauenkirche in Zürich; Mitgründer des Organfestivals von Magadino 1963Celestino Trezzini: Luigi Favini. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, S. 59 (PDF Digitalisat), abgerufen am 9. Oktober 2017Luigi Favini (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario (abgerufen am: 15. November 2017.)

Literatur Roberto Gasparoli (Hrsg.): Il Festival Internazionale di Musica Organistica di Magadino 1962–1992: la sua storia, il suo importanza, la sua presenza nell’ambito culturale. Comune di Magadino, Magadino 1992. Virgilio Gilardoni: Magadino. In: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Bd. III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 49–61. Giulia Pedrazzi: Lo spazio nel tempo. Storia del patriziato di Magadino attraverso i suoi beni. Dal 1860 ai giorni nostri. Losone 2020.

Celestino Trezzini: Magadino. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4: Güttingen – Mailand. Attinger, Neuenburg 1927, S. 789 (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Gambarogno (mit Fotos) Amt für Statistik des Kantons Tessin: Gambarogno (italienisch) Gambarogno-Magadino: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Catalogo ASTI, Magadino auf www3.ti.ch/DECS/dcsu/ac/asti/cff (abgerufen am 11. Dezember 2017) Der historische Weg des Montecenerino (mit Foto) auf www.ticino.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Gambarogno TI Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin Gambarogno TI Kategorie:Ersterwähnung 1254 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010