mini|hochkant=1.3|Der Palazzo di Giustizia in Rom mini|Lage am Tiber Der Palazzo di Giustizia () in Rom befindet sich im Stadtteil Prati am Tiberufer. Er steht gleich neben der Engelsburg. Der von den Römern Palazzaccio (etwa: „hässlicher Protzpalast“) genannte Bau wurde zwischen 1888 und 1910 errichtet. Dabei wurden gewaltige Blöcke von römischem Travertin (Sedimentgestein aus Kalkstein) aus Tivoli herangeschafft und verbaut. Das kolossale Gebäude hatte den Zweck, die verschiedenen Gerichtshöfe, die früher zum Teil im Palazzo Montecitorio residierten, in einem Gebäude zu vereinen. Heute ist in dem Palast der italienische Kassationsgerichtshof (Corte Suprema di Cassazione) untergebracht, der in seiner Funktion etwa dem deutschen Bundesgerichtshof entspricht.

Ziel der Regierung war es, einen monumentalen Palast zu errichten, mit dem die Gründung des italienischen Nationalstaats im Jahr 1870 gefeiert werden sollte. Die Ausschreibung wurde von dem damaligen italienischen Justizminister Giuseppe Zanardelli betrieben. Vielerorts in Europas entstanden etwa zur gleichen Zeit ähnliche, konzeptionell dem Vorbild des Pariser Palais de Justice nachempfundene monumentale Justizgebäude (z. B. Brüssel, Wien, München, Köln).Bayerisches Staatsministerium der Justiz: 100 Jahre Justizpalast München: 1897–1997. Onlinepublikation, München 2004, S. 6–7.

Gewinner des Architekturwettbewerbes wurde 1884 Guglielmo Calderini, der ein eklektizistisches Gebäude mit Stilelementen von Renaissance, Barock und Neoklassizismus entworfen hatte. Der ausgewählte Standort lag am Ende einer neu angelegten Straße gegenüber einer neuen Tiber-Brücke, der heutigen Ponte Umberto I. Die Lage am Fluss und das sumpfige Gelände trugen jedoch zu den ausufernden Baukosten und der überlangen Bauzeit von 22 Jahren bei. Bedingt durch Gründungsprobleme, Statikfehler und zwischenzeitliche archäologische Ausgrabungen kam es bei der Realisierung des Baus immer wieder zu Verzögerungen. Die Eingänge an der Vorderseite des Gebäudes bewachen zehn große Statuen, die Persönlichkeiten der römischen und italienischen Rechtsgeschichte darstellen. Von Ost nach West sind Gaius, Herennius Modestinus, Gian Domenico Romagnosi, Bartolus de Saxoferrato, Papinian, Cicero, Giovanni Battista De Luca, Giambattista Vico, Publius Salvius Julianus and Lucius Licinius Crassus zu sehen. Im großen Innenhof befinden sich weitere vier Statuen, die Julius Paulus, Quintus Hortensius Hortalus, Ulpian und Marcus Antistius Labeo zeigen.

Der Platz vor dem Palast heißt Piazza dei Tribunali („Platz der Gerichte“). Hinter dem Justizpalast befindet sich die Piazza Cavour mit einer Statue des ersten italienischen Ministerpräsidenten Camillo Benso von Cavour.

Weblinks

Beschreibung auf roma2000.it (englisch) Bild mit Beschreibung (italienisch)

Einzelnachweise

Giustizia Kategorie:Justizgebäude in Italien Rom - Giustizia, Palazzo di Kategorie:Bauwerk aus Stein Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Prati (Rione) Kategorie:Bauwerk des Historismus in Rom