mini|Gemeindestand vor der Fusion am 25. April 2010 mini|hochkant=.7|San Nazzaro mini|hochkant=.7|Bahnhof San Nazzaro mini|hochkant=.7|Botanischer Garten Otto Eisenhut mini|hochkant=.7|Alpe Cedullo

San Nazzaro, im lombardischen Ortsdialekt San Nazzar ,Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 790. ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im gleichnamigen Kreis, Bezirk Locarno, im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine politische Gemeinde. mini|Werner Friedli: San Nazzaro, historisches Luftbild (1946)

Geographie Das Dorf liegt auf einer Höhe von am linken Ufer des Langensees, bei der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen, am Fuss des Monte Gambarogno ()Monte Gambarogno (mit Fotos) auf ETHorama.

Geschichte Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1258 als sancto Nazario. In den Weilern Vairano und Massina wurden auf die Bronze- (?) und die Römerzeit zurückgehende Bestattungen sowie römische Tongefässe und Münzen gefunden. Im Ortsteil Taverna stand ein im 19. Jahrhundert abgebrochener Turm, den Friedrich Barbarossa 1186 der Familie Orelli geschenkt haben soll und der der Kontrolle des Handelsverkehrs diente. Im 13. Jahrhundert fanden in Taverna die Versammlungen der Nachbarschaft Gambarogno statt, womit San Nazzaro Vira als deren Mittelpunkt abgelöst hatte. 1487 wurde es Sitz eines Podestà und eines Gerichts. Als selbständige Pfarrei konstituierte es sich 1558.

Die nachmalige Gemeinde entstand 1930 aus der Fusion der früheren Gemeinden Vairano und Casenzano. Heute ist San Nazzaro ein bedeutender Tourismus­ort.

Am 25. November 2007 lehnte San Nazzaro als einzige Gemeinde des Gambarogno die Fusion mit Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) ab. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde konnte die Fusion aller neun Gemeinden am 25. April 2010 in Kraft treten. San Nazzaro bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di San Nazzaro (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati

Wappen Blasonierung: Geteilt in Silber und in Rot-Silber geviert. Oben ein roter Zinnenturm mit einem unbelichteten Fenster.

Bevölkerung Die Bevölkerung von San Nazzaro entwickelte sich wie folgt (alle Angaben inkl. der zeitweise selbstständigen Gemeinden Casenzano und Vairano):

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Santi Nazzaro e CelsoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 156–157. Oratorium Sant’Antonio abate 1694 im Ortsteil Casenzano Oratorium San Rocco (17. Jahrhundert) im Ortsteil Vairano Parco Botanico del Gambarogno, der dem Gartenbauunternehmer Otto Eisenhut gehört

Persönlichkeiten (Sortierung nach Geburtsjahr.) Domenico Antognini (* 1. Februar 1770 in Vairano (heute San Nazzaro); † 10. Juni 1834 in Locarno, Bürger von Vairano), Tessiner Grossrat, Kleinrat und Richter Plinio Cioccari (* 25. Januar 1918 in Biasca; † 5. Dezember 2008 in San Nazzaro TI), aus Osco, Rechtsanwalt, Politiker, Generaldirektor des Associazione Bancaria TicineseAssociazione Bancaria Ticinese auf abti.ch und Tessiner Staatsrat von 1959 bis 1967Plinio Cioccari Tod auf ticinonews.chPlinio Cioccari (Fotos) auf vincenzovicari.chPlinio Cioccari (französisch) auf unil.ch/elitessuisses (abgerufen am 14. April 2017). Aldo Massarotti (* 1922 in Acquarossa ?; † 27. September 2016 in Tenero, Bürger von Campo (Blenio)), Chemiker, lebte in VairanoAldo Massarotti auf ti.ch/DSS/cartellastampaAldo Massarotti auf todesanzeigenportal.ch (abgerufen am 2. Oktober 2016). Ernesto Togni (1926–2022), ein Schweizer Geistlicher und römisch-katholischer Bischof von Lugano Aldo Borella (* 7. Februar 1945 in San Nazzaro), Doktor der Rechte, Schweizerisches Bundesgericht, wohnt in RanzoAldo Borella Bundesgericht auf bger.ch/

Literatur Virgilio Gilardoni: San Nazzaro. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Bellinzona 1967, S. 544; Idem: San Nazzaro. In: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, volume III: L’alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 78–88. Simona Martinoli u. a.: San Nazzaro. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.

Celestino Trezzini: San Nazzaro. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 6: Saint Gelin – Schaffer. Attinger, Neuenburg 1931, S. 28, 29 (Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Gambarogno Amt für Statistik des Kantons Tessin: Gambarogno (italienisch) Gambarogno-San Nazzaro: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

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