Die Pseudomonadaceae bilden eine Familie innerhalb der Gammaproteobakterien. Die Vertreter dieser Familie sind, wie die meisten Pseudomonadota (Proteobakterien) gramnegativ. Es handelt sich um aerobe Bakterien, sie benötigen Sauerstoff, um zu wachsen.
Innerhalb dieser Familie ist die Typusgattung Pseudomonas sehr artenreich und enthält Bakterien von ökologischer und medizinischer Bedeutung. Arten wie Pseudomonas aeruginosa können für Menschen mit geschwächten Immunsystem gefährlich sein, Unterarten von Pseudomonas syringae verursachen die Tuberkelkrankheit beim Olivenbaum.
Stoffwechsel Arten dieser auch als „Pseudomonaden“ bezeichneter Familie nutzen viele verschiedene Stoffe als Nahrung, allerdings sind sie nicht in der Lage Stoffe durch Fermentation abzubauen (sogenannte Nichtfermentierer oder Nonfermenter). Der Entner-Doudoroff-Weg ist ein typischer Stoffwechselweg dieser Gruppe.
Die Gattungen Azomonas und Azotobacter (letztere inzwischen zur Schwesterfamilie Azotobacteraceae reklassifiziert) sind außerdem in der Lage Stickstoff (N2) aufzunehmen und zur Proteinsynthese zu nutzen. Hierbei zählen sie zu den freilebenden Stickstofffixierern. Entgegen einigen anderen N2-fixierenden Bakterien (wie z. B. die Knöllchenbakterien) sind sie dazu nicht auf eine Symbiose mit Pflanzen angewiesen. In der Gruppe sind auch einige nitratreduzierende Bakterien (Denitrifikanten) vertreten, z. B. Pseudomonas denitrificans.
Systematik Folgende Gattungen werden gemäß LPSN zur Familie Pseudomonadaceae gestellt (Stand 7. September 2026):List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN): Family Pseudomonadaceae:
„Alginomonas“ 1945 „Alginovibrio“ 1945 Atopomonas 2021 Azomonas (Approved Lists 1980) Azomonotrichon 1981 Azorhizophilus „Azotomonas“ 1909 „Chlorobacter“ 1951 Denitrificimonas et al. 2021 Entomomonas et al. 2020 Halopseudomonas 2021 Mesophilobacter et al. 1989 Oblitimonas et al. 2016 Permianibacter et al. 2014 „Phytobacterium“ 1948 „Prashechia“ 1979 „Protaminobacter“ Jong 1926 Pseudomonas (Approved Lists 1980) – Typusgattung Rhizobacter „"Saccharomonas“ 1950 Serpens 1977 (Approved Lists 1980) „Sporovibrio“ 1938 Stutzerimonas et al. 2022 Thiopseudomonas et al. 2015 „Whitmorella“ 1957
Verschiebungen: Azotobacter ⇒ Azotobacteraceae 1933 (Approved Lists 1980) (Pseudomonadales) Rugamonas ⇒ Oxalobacteraceae et al. 2006 (Burkholderiales, Betaproteobacteria)
Weiterhin wird oder wurde neben Azotobacter auch Azomonas von einigen Autoren in die Familie Azotobacteraceae gestellt (auch mit i geschrieben: Azotobacteriaceae). Die Gattungen Azotobacter, Azomonas und Azorhizophilus werden gelegentlich auch in der sog. Azotobacter-Gruppe (Azotobacter group) zusammengefasstNCBI Taxonomy Browser: Azotobacter group..
Literatur Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker: Brock – Mikrobiologie. 11. Auflage. Pearson Studium, München 2006, ISBN 3-8274-0566-1
Quellen