Der Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza e. V. ist ein Handballverein aus Erfurt und Bad Langensalza. Der Verein hat seinen Sitz gemäß § 1 Nr. 3 der Vereinssatzung in Erfurt. Die größten sportlichen Erfolge des Vereins sind der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2018, des DHB-Pokals 2011, 2013 und 2019 und der EHF European League 2025 im Frauenhandball.

Vereinsgeschichte Die Wurzeln des Thüringer HC Erfurt-Bad Langensalza e. V. liegen in den 1960er Jahren in der damaligen Betriebssportgemeinschaft Motor-Nord Erfurt. Diese wurde später zur BSG Umformtechnik Erfurt (UT Erfurt) umbenannt. Größter Erfolg der Handballabteilung der BSG Umformtechnik Erfurt war der Sieg der Frauen im FDGB-Pokal, im Handballpokal der DDR, im Jahr 1975.Pokalsieger in der DDR (Frauen). Erschienen auf www.bundesligainfo.de. Eingesehen am 12. März 2016.

Als nach der Wende der Trägerbetrieb, das Kombinat Umformtechnik Erfurt, keinerlei Unterstützung einer leistungsorientierten Arbeit mehr leistete, schlossen sich die Handballerinnen in der Mehrzahl dem TSV Erfurt an und spielten bis 1994 mit ihrer Mannschaft in der ersten bzw. zweiten Bundesliga.

Der TSV Erfurt war bis 1996 der größte Erfurter Sportverein. Es gab eine Vielzahl alter (Schwimmen, Leichtathletik, Radsport, Fußball) und neu gegründeter Abteilungen wie z. B. Handball, Wandern, Boxen.

Auf Grund der Veränderungen nach der Wende war der Verein in seiner Größe wirtschaftlich kaum noch zu führen. Einzelne Abteilungen gründeten selbständige Vereine – so auch die Handballabteilung im Dezember 1996 – den Handball-Club Erfurt.

Am 9. Juni 2000 wurde der Name Thüringer Handball-Club Erfurt-Bad Langensalza auf der Mitgliederversammlung angenommen. Damit startete ein Thüringer Verein in die Saison 2000/01, der durch die Fusion des HC Erfurt mit der Handballabteilung des SV Empor Bad Langensalza entstand. Zur Saison 2006/07 wurde die 1. Frauenmannschaft aus dem Verein ausgegliedert, den Spielbetrieb organisiert seitdem die THC Sport GmbH.Handelsregister B des Amtsgerichts Jena, HRB 113360.

1. Mannschaft Historie Seit 2005 spielt die 1. Mannschaft in der 1. Handball Bundesliga Frauen (HBF). Die 2. Mannschaft des THC spielt in der 3. Liga (Frauen) des DHB und die 3. Mannschaft ist in der Landesliga aktiv. In Erfurt und Bad Langensalza befinden sich zehn Jugendteams im Spielbetrieb.

Die Heimspiele der 1. Mannschaft werden in der Salza-Halle in Bad Langensalza ausgetragen. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion von 2019 bis 2020 werden alle Anforderungen der Europäischen Handballföderation (EHF) für die Austragung internationaler Wettkämpfe erfüllt. Unter anderem wurde die Zuschauerkapazität durch einen modernen Anbau auf 2000 Plätze erweitert. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Spiele in der EHF Champions League 2011/12 in der Erfurter Riethsporthalle ausgetragen werden, später wurde die Wiedigsburghalle im nordthüringischen Nordhausen die Heimstatt für die CL-Wettbewerbe.

2004 bis 2006 Die Frauenmannschaft schaffte unter Trainer Dago Leukefeld 2005 den erstmaligen Aufstieg in die 1. Handball Bundesliga der Frauen (HBF). In den ersten beiden Spielzeiten wurden Platzierungen im Tabellenmittelfeld erreicht.

2007 bis 2010 Erstmals erreichte das Team des Thüringer HC die Teilnahme am EHF Challenge Cup. In der Saison 2008/09 knüpfte die Mannschaft nicht an die Erfolge der vergangenen Spielzeiten an und landete zum Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Da der 1. FC Nürnberg wegen Insolvenz sein Team zurückzog, verblieb der THC in der 1. Bundesliga. Auf internationaler Ebene verlief die Saison 2008/09 weitaus besser: Die Mannschaft erreichte das Finale des EHF Challenge Cups 2008/09 und traf dort auf das französische Team von HB Cercle Nîmes. Im Hinspiel in fremder Halle gab es nach hartem Kampf eine 22:26-Niederlage, im Rückspiel sahen 2700 Zuschauer in der Messehalle Erfurt eine bis zur Pause (10:10) ausgeglichene Partie, die am Ende den 30:25-Finalsieg für die Französinnen brachte. Diese Finalteilnahme brachte dem Verein nach zehn Jahren den bis dahin größten Erfolg, neben Trainer Dago Leukefeld war dies auch Dank und Anerkennung für THC-Geschäftsführer Holger Erfurth und den langjährigen Marketing-Verantwortlichen Mike Möller (Mike Möller Marketing).

Saison 2009/10 Die Thüringerinnen belegten in der Meisterschaftsrunde den 8. Tabellenplatz und qualifizierten sich für die Play-off-Spiele. Dort scheiterten sie im Viertelfinale am späteren Meister HC Leipzig.

Saison 2010/11 Der THC startete mit einem neuen Trainer und größeren Umbesetzungen im Team. Herbert Müller übernahm diese Aufgabe neben seiner Tätigkeit als Nationaltrainer der österreichischen Damennationalmannschaft. Es wurde die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte. In der Handball-Bundesliga lagen die Thüringerinnen nach Abschluss der Hauptrunde mit 39:5 Punkten auf dem 1. Platz. In den anschließenden Play-off-Spielen setzten sie sich gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 25:25 (auswärts) und 38:28 (daheim) sowie gegen den VfL Oldenburg mit 34:23 (auswärts) und 31:32 (daheim) durch. Die Finalspiele gegen den Buxtehuder SV entwickelten sich zu einem „Handball-Krimi“. Nachdem die Thüringerinnen das Auswärtsspiel in Buxtehude bereits mit 34:29 für sich entschieden, schien der Titel im Finalrückspiel bereits verspielt, als der THC in eigener Halle in Bad Langensalza fünfeinhalb Minuten vor Schluss mit 19:28 zurücklag. In der Schlussphase gelangen dem THC aber noch vier Tore, sodass der Meistertitel trotz einer 23:28-Niederlage aufgrund der Auswärtstorregel an die Thüringerinnen ging. Eine Woche später krönte der THC die Saison mit dem erstmaligen Gewinn des DHB-Pokals 2010/11. In der Finalrunde in Göppingen setzten sich die Thüringerinnen im Halbfinale zunächst mit 26:22 gegen den HC Leipzig durch und schlugen im Finale den Endspielgegner um die deutsche Meisterschaft, den Buxtehuder SV, mit 27:25. Zuvor hatte der THC den Pokalverteidiger TSV Bayer Leverkusen (3. Runde), den Zweitligisten HSG Bad Wildungen (Achtelfinale) und den VfL Oldenburg (Viertelfinale) ausgeschaltet.

Saison 2011/12 Mit dem Meistertitel 2011 qualifizierte sich der Thüringer HC erstmals für die EHF Champions League der Frauen. Eine Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb war die Erfüllung der EHF-Anforderungen an die Spielstätte. Die Salza-Halle erfüllte mehrere dieser Kriterien nicht und der Verein musste sich um eine geeignete Spielstätte bemühen. Das gelang einmalig in der neu gebauten Erfurter Riethsporthalle. Die Thüringerinnen wurden in ihrer ersten CL-Saison direkt für die Gruppenphase gesetzt und traf dort auf starke Konkurrenz. Gegen den späteren EHF-Champions-League-Sieger 2012 ŽRK Budućnost Podgorica (MNE), den FC Midtjylland (DEN) und Byåsen IL (NOR) holte man aus sechs Spielen nur einen Punkt und schied als Gruppenletzter aus. Im DHB-Pokal scheiterte man als Titelverteidiger im Achtelfinale in einer Neuauflage des Vorjahresfinales deutlich mit 28:37 am Buxtehuder SV. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft lief es deutlich besser: In der Hauptrunde belegten die Thüringerinnen wie im Vorjahr den 1. Platz mit 32:8 Punkten, punktgleich vor Vizemeister Buxtehude. In den Play-off-Spielen setzte man sich im Viertelfinale zunächst wie im Vorjahr gegen die HSG Blomberg-Lippe durch (29:26 auswärts, 27:25 daheim). Im Halbfinale machte man gegen Bayer Leverkusen eine 25:26-Auswärtsniederlage durch einen 29:25-Heimsieg wett und zog ins Meisterschaftsfinale ein. Dort stand die Mannschaft wie im Vorjahr dem Buxtehuder SV, der sich knapp gegen den HC Leipzig durchgesetzt hatte, gegenüber. Nach einer 25:26-Niederlage im Finalhinspiel setzten sich die Thüringerinnen im Rückspiel in eigener Halle mit 28:26 durch und verteidigten mit einem Tor Vorsprung den deutschen Meistertitel.

Saison 2012/13 Der Thüringer HC schlug sich auf internationalem Parkett beachtlich. Die Anforderungen der EHF an die Spielstätten der Vereine, führten zur Suche nach einer geeigneten Ausweich-Heimstatt, die man für sieben Jahre in der Nordhäuser Wiedigsburghalle fand. In der EHF Champions League erreichte das THC-Team sechs Punkte, was für den dritten Gruppenplatz reichte. Damit ging es im Cup der Cupsieger weiter. Im Achtelfinale stellte der Klub WHC Metalurg (MKD) kein Hindernis dar und im Viertelfinale wurde Balonmano Bera Bera (ESP) ebenso klar eliminiert. Im Semifinale stand das Duell gegen einen anderen CL-Gruppendritten – Hypo Niederösterreich (AUT) – auf dem Programm. Nach einem denkwürdigen 32:32 im Heimspiel kam in der Südstadt-Sporthalle in Maria-Enzersdorf nach einer knappen 22:24-Niederlage das Aus.

Saison 2013/14 Es spielten 12 Mannschaften in der Hauptrunde um den Einzug in die Meisterrunde der besten sechs. Das THC-Team besetzt mit 11 Nationalspielerinnen, davon fünf im DHB-Team, sicherte sich die Meisterschaft ohne Niederlage und mit deutlichem Vorsprung vor dem HC Leipzig und Bayer 04 Leverkusen. Im DHB-Pokalwettbewerb scheiterte man im Viertelfinale nach Verlängerung mit 32:34 (27:27, 13:13) an TSV Bayer Leverkusen. In der EHF Champions League wurde unser Team in eine „Hammergruppe“ mit Győri Audi ETO KC (HUN), Hypo Niederösterreich (AUT) und CSM Baia Mare (ROM) gelost. Der THC erkämpfte sich den zweiten Gruppenplatz und qualifizierte sich für die Hauptrunde. Punktgleich mit dem FC Midtjylland (DEN), aber mit −4 Toren im direkten Vergleich beider Spiele, verpasste man das erstmals ausgetragene Final Four.

Saison 2014/15 Im Feld der 14 Mannschaften lieferten sich der Buxtehuder SV und der Thüringer HC lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze. Erst am 24. Spieltag sicherten sich die Thüringerinnen mit einem 32:26 über die Norddeutschen den fünften Meistertitel in Folge. Im DHB-Pokal-Halbfinale setzte der VfL Oldenburg dem THC in einem wahren Pokal-Krimi (27:28) nach Siebenmeterwerfen das Stoppzeichen. Mit starken Spielen in der EHF-Champions League erreichte der THC das Viertelfinale und scheiterte dort erst am späteren Finalisten Larvik HK (NOR).

Saison 2015/16 Dem Thüringer HC gelang mit der Titelverteidigung der sechste Meistertitel in Folge. Im DHB-Pokal erreichte man das Halbfinale, unterlag dort aber dem späteren Pokalgewinner HC Leipzig mit 23:30. In der EHF Champions League erreichte das Team erneut die Hauptrunde des Wettbewerbs – in den Spielen der Sechsergruppe mit Rostov am Don (RUS), FTC Budapest (HUN), HCM Baia Mare (ROM), Larvik HK (NOR), CJF Fleury Loiret Handball (FRA) gelang dann aber kein Sieg mehr.

Saison 2016/17 Vor der Saison stellte sich die THC-Sport GmbH neu auf. Nachdem Klaus Kliem, Geschäftsführer der ADIB GmbH und Co. KG, langjährig als THC-Aufsichtsrat tätig gewesen war, übernahmen mit Helmut Peter (Geschäftsführer der Autohaus Peter GmbH) und Robert Böhm (Geschäftsführer der Universal Bau Mühlhausen GmbH) engagierte Handballfreunde die Hauptverantwortung bei der Förderung und Unterstützung des Vereins. In der Bundesliga wurde die SG BBM Bietigheim Deutscher Meister, ohne einen Punkt in 22 Spielen abzugeben. Der Thüringer HC wurde mit drei Niederlagen und zwei Unentschieden mit deutlichem Abstand vor TuS Metzingen und dem Buxtehuder SV Vizemeister. Mit sechs Punkten aus drei Siegen in der Gruppenphase erreichte das THC-Team die Hauptrunde der EHF Champions League mit den starken Teams von ŽRK Vardar Skopje (MKD), FTC Budapest (HUN), Metz Handball (FRA) und ŽRK Buducnost Podgorica (MNE) und belegte dort nur den undankbaren vierten Platz. Am Ende konnten sich die Thüringerinnen über Platz 10 der europäischen Handballelite freuen.

Saison 2017/18