Der Landkreis Wertingen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Vor dem Beginn der Gebietsreform in Bayern am Anfang der 1970er Jahre umfasste der Landkreis 53 Gemeinden.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 Sein ehemaliges Gebiet liegt heute in den Landkreisen Augsburg und Dillingen an der Donau.

Geographie

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Meitingen, Wertingen, Biberbach und Buttenwiesen.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Donauwörth, Neuburg an der Donau, Aichach, Augsburg und Dillingen an der Donau.

Geschichte

Landgericht Das bayerische Landgericht Wertingen entstand bereits um 1768. Mit der Säkularisation 1802/3 wurde es erweitert und setzte sich zunächst zusammen aus dem bisherigen Landgericht Wertingen, dem ehemaligen Pflegamt Westendorf des Hochstifts Augsburg, dem ehemaligen Obervogtamt Zusamaltheim des Domkapitels Augsburg, dem ehemaligen Obervogtamt Binswangen des Fürststifts Kempten, dem ehemaligen Oberamt des Klosters Fultenbach, dem ehemaligen Amt Altenmünster des Klosters Oberschönenfeld, dem ehemaligen Amt Pfaffenhofen des Kanonissenstifts St. Stephan in Augsburg, dem ehemaligen Pflegamt Thürheim des Klosters Kaisheim, dem Dorf Wengen (ehemals dem Kloster Sankt Ulrich und Afra in Augsburg gehörend), dem Pfarrdorf Hegnenbach (ehemals dem Kloster Heilig Kreuz in Augsburg gehörend) sowie weiterer kleinerer Besitzungen.

Bezirksamt Zum 1. Juli 1862 erfolgte in Bayern die Trennung von Verwaltung und Rechtspflege. Beim Landgericht Wertingen verblieben die Aufgaben der Justiz, während für die Verwaltung das flächengleiche Bezirksamt Wertingen errichtet wurde.

Am 20. März 1871 trat das Bezirksamt Wertingen die Gemeinde Druisheim an das Bezirksamt Donauwörth ab.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Wertingen am 1. Januar 1880 die Gemeinde Riedsend des Bezirksamtes Dillingen bei gleichzeitiger Abtretung der Gemeinde Nordendorf an das Bezirksamt Donauwörth.

Am 1. Januar 1910 trat das Bezirksamt Donauwörth die Gemeinde Lauterbach an das Bezirksamt Wertingen ab.

Am 1. Oktober 1929 wurden die Gemeinden Altenmünster, Baiershofen, Eppishofen, Hennhofen, Neumünster, Unterschöneberg und Wörleschwang des aufgelösten Bezirksamtes Zusmarshausen ins Bezirksamt Wertingen eingegliedert.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Wertingen.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Wertingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. 28 Gemeinden wurden dem Landkreis Augsburg-West, ab dem 1. Mai 1973 Landkreis Augsburg, zugeschlagen. Die Stadt Wertingen und 24 weitere Gemeinden wurden zusammen mit der bis dahin kreisfreien Stadt Dillingen an der Donau dem Landkreis Dillingen an der Donau zugeordnet.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 18.099 1885 18.818 1900 18.235 1910 20.292 1925 20.447 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 22.318 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 36.322 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 31.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 34.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Politik

Liste der Bezirksamtsvorstände (bis 1939) und Landräte (ab 1939) Der Landkreis Dillingen a.d. Donau in Geschichte und Gegenwart, Dillingen 2005

Name Amtszeit Konrad Vanderome 1862–1874 Franz Xaver Edlhard 1874–1883 Ludwig Lutzenberger 1883–1905 Josef Frank 1905–1925 Hugo Peckert 1925–1927 Ernst Schmitt 1927–1932 Ludwig Pollak 1932–1945 Heinrich Buschlinger 1945–1946 Karl Kocher 1946–1948 Anton Rauch 1948–1972

Gemeinden Die 53 Gemeinden des Landkreises Wertingen vor der Gemeindereform. Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben. mini|375px|Landkreis Wertingen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Affaltern Biberbach Landkreis Augsburg Allmannshofen Allmannshofen Landkreis Augsburg Altenmünster(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Baiershofen(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Biberbach, Markt Biberbach Landkreis Augsburg Binswangen Binswangen Landkreis Dillingen an der Donau Blankenburg Nordendorf Landkreis Augsburg Bliensbach Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Bocksberg Laugna Landkreis Dillingen an der Donau Buttenwiesen Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Ehingen Ehingen Landkreis Augsburg Eisenbrechtshofen Biberbach Landkreis Augsburg Emersacker Emersacker Landkreis Augsburg Eppishofen(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Erlingen Meitingen Landkreis Augsburg Feigenhofen Biberbach Landkreis Augsburg Frauenstetten Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Gottmannshofen Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Hegnenbach Altenmünster Landkreis Augsburg Hennhofen(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Herbertshofen Meitingen Landkreis Augsburg Heretsried Heretsried Landkreis Augsburg Hettlingen Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Hirschbach Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Hohenreichen Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Kühlenthal Kühlenthal Landkreis Augsburg Langenreichen Meitingen Landkreis Augsburg Laugna Laugna Landkreis Dillingen an der Donau Lauterbach(gehörte bis 1909 zumBezirksamt Donauwörth) Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Lauterbrunn Heretsried Landkreis Augsburg Markt Biberbach Landkreis Augsburg Meitingen Meitingen Landkreis Augsburg Neumünster(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Oberthürheim Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Ortlfingen Ehingen Landkreis Augsburg Ostendorf Meitingen Landkreis Augsburg Osterbuch Laugna Landkreis Dillingen an der Donau Pfaffenhofen a.d.Zusam Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Prettelshofen Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Rieblingen Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Riedsend Villenbach Landkreis Dillingen an der Donau Roggden Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Sontheim Zusamaltheim Landkreis Dillingen an der Donau Unterschöneberg(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Altenmünster Landkreis Augsburg Unterthürheim Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Villenbach Villenbach Landkreis Dillingen an der Donau Wengen Villenbach Landkreis Dillingen an der Donau Wertingen, Stadt Wertingen Landkreis Dillingen an der Donau Westendorf Westendorf Landkreis Augsburg Wörleschwang(bis 1929 beim Bezirksamt Zusmarshausen) Zusmarshausen Landkreis Augsburg Wortelstetten Buttenwiesen Landkreis Dillingen an der Donau Zusamaltheim Zusamaltheim Landkreis Dillingen an der Donau Zusamzell Altenmünster Landkreis Augsburg

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WER zugewiesen. Es wurde bis zum 30. Juni 1972 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es im Landkreis Dillingen an der Donau und seit dem 1. März 2017 auch im Landkreis Augsburg aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder erhältlich.

Literatur Hans Jakob Wörner: Ehemaliger Landkreis Wertingen, (Kurzinventar) (= Bayerische Kunstdenkmale. Bd. 33, ). Deutscher Kunstverlag, München 1973.

Einzelnachweise

Wertingen Kategorie:Geschichte (Landkreis Augsburg) Kategorie:Geschichte (Landkreis Dillingen an der Donau) Wertingen Kategorie:Aufgelöst 1972