Atomminister (auch Bundes-Atominister) waren bis 1962 auf Bundesebene die Minister des Atomministeriums der Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland). Die Einrichtung eines Atomministeriums war neben der Gründung der Euratom 1957 wichtigster Baustein der Deutschen Atompolitik. Es wurde von der Deutschen Atomkommission beraten.
Atomminister Erster Atomminister war Franz Josef Strauß, sein Nachfolger wurde am 16. Oktober 1956 Siegfried Balke, beide CSU. Im Jahr 1964 war es Hans Lenz, welcher auch Vorsitzender der Deutschen Atomkommission und der Deutschen Kommission für Weltraumforschung war. Staatssekretär war Wolfgang Cartellieri.
Geschichte Zunächst wurde 1955 das ursprüngliche Bundesministerium für Atomfragen gegründet, um die Machbarkeit der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu erforschen und ein Programm zur Stromproduktion zu entwickeln. Das Kernkraftwerk Kahl war die erste deutsche Anlage, die im Sommer 1961 Strom ins deutsche Netz einspeiste.
Es folgten neue Bezeichnungen (und Aufgaben) für das Ministerium:
1957 wurde es das Bundesministerium für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft 1962 das Bundesministerium für Wissenschaftliche Forschung 1969 das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft Bis 1994 war es das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) Nach weiteren Namensänderungen gingen die Ministerien (Stand 2026) nach und nach im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) auf.
In der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) begann die Kernforschung ab 1956 und wurde vom Amt für Kernforschung und Kerntechnik (AKK) geleitet.
Siehe auch
Atomzeitalter Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Kernenergiepolitik (Deutschland) Kategorie:Historische Amtsbezeichnung