Astrid Gehlhoff-Claes (geboren als Astrid Claes, * 6. Januar 1928 in Wiesdorf, heute zu Leverkusen; † 1. Dezember 2011 in Düsseldorf) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben Astrid Gehlhoff-Claes wurde 1928 als Tochter des Wiesdorfer und später Leverkusener Bürgermeisters Heinrich Claes geboren. Sie wuchs bis zur Amtsenthebung ihres Vaters durch die Nationalsozialisten in Leverkusen auf. 1933 zog die Familie nach Köln. Ab 1947 studierte Gehlhoff-Claes an der Universität Köln und in London Germanistik und Geschichte; 1953 promovierte sie bei Richard Alewyn mit einer Arbeit über Gottfried Benn in Köln zum Doktor der Philosophie.Holger Hof: 11.16 Briefe an Astrid Claes, in: Christian M. Hanna, Friederike Reents (Hrsg.): Benn-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. J.B. Metzler-Verlag, Stuttgart 2016, S. 281 f., hier S. 281. Sie arbeitete als wissenschaftliche Assistentin und begann, erste literarische Werke zu veröffentlichen; dabei wurde sie von Gottfried Benn gefördert. Bis Anfang der Siebzigerjahre lebte sie in Köln-Lindenthal, anschließend an der Kaiserstraße im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort und später in Düsseldorf-Oberkassel. Sie engagierte sich ehrenamtlich in der Sozialarbeit mit Strafgefangenen und gründete 1975 den Verein „Mit Worten unterwegs – Schriftsteller arbeiten mit Inhaftierten“, dessen Vorsitzende sie bis 1988 war.

Gehlhoff-Claes war seit 1957 mit dem Wirtschaftsjournalisten Joachim Gehlhoff verheiratet, mit dem sie die Tochter Rachel hatte.Vgl. Gehlhoff-Claes, Inseln der Erinnerung, Düsseldorf 2002, S. 73–76. Einer Beziehung mit dem Germanisten Rainer Gruenter entstammt ihre erste Tochter Undine Gruenter (1952–2002), die als Schriftstellerin hervorgetreten ist.

Gehlhoff-Claes verfasste erzählende Prosa und Lyrik; daneben übersetzte sie, hauptsächlich aus dem Englischen.

Gehlhoff-Claes war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und der GEDOK. Sie erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1962 den Förderpreis zum Gerhart-Hauptmann-Preis, 1964 den Literaturförderpreis der Stadt Köln, 1965 den Förderpreis zum Immermann-Preis der Stadt Düsseldorf, 1986 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1989 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. 1992 war sie Ehrengast der Villa Massimo.Vgl. Gehlhoff-Claes, Inseln der Erinnerung, Düsseldorf 2002, besonders S. 81–88.

Werke Der lyrische Sprachstil Gottfried Benns, Köln 1953 [Maschinenschriftliche Dissertation] Der Mannequin, Wiesbaden 1956 Meine Stimme mein Schiff, Köln [u. a.] 1962 Didos Tod, Köln [u. a.] 1964 Astrid Gehlhoff-Claes, Düsseldorf 1973 Erdbeereis, Düsseldorf 1980 Gegen Abend ein Orangenbaum, Düsseldorf: Erb 1983, ISBN 3-88458-055-8 Abschied von der Macht, Krefeld 1987 Nachruf auf einen Papagei, Krefeld 1989 Einen Baum umarmen, Krefeld 1991 (zusammen mit Felix Kamphausen) Inseln der Erinnerung. Begegnungen und Wege, Düsseldorf: Grupello 2002 ISBN 3-933749-86-7 Abrahams Opfer; Didos Tod. Zwei Dramen, Düsseldorf: Grupello 2004, ISBN 3-89978-021-3

Herausgeberschaft Else Lasker-Schüler: Briefe an Karl Kraus, Köln [u. a.] 1959 Bis die Tür aufbricht, Düsseldorf 1982

Übersetzungen Wystan Hugh Auden: Gedichte, Wien 1973 Wystan Hugh Auden: Der Wanderer, Wiesbaden 1955 (übersetzt zusammen mit Edgar Lohner) Richard Church: Im Grenztunnel verirrt, Köln 1956 Daniel Defoe: Robinson Crusoe, Köln 1955 Charles Dickens: David Copperfield, Köln 1954 Prudence Hill: Abenteuer in Wind und Wasser, Köln 1955 Henry James: Tagebuch eines Schriftstellers, Köln [u. a.] 1965 James Joyce: Am Strand von Fontana, Wiesbaden 1957 (übersetzt zusammen mit Edgar Lohner) Patricia Lynch: Das Mädchen mit der Geige, Köln 1954 Goffredo Parise: Der Chef, Köln [u. a.] 1966 R. Riemersheim: Dagmars glücklichste Zeit, Köln 1954 Sindbad, der Seefahrer und zwei Abenteuer des Kalifen Harun Arraschid, Köln 1954 Alison Wright: Das Haus auf Rädern, Köln 1955

Dokumente Gotfried Benn: Briefe an Astrid Claes 1951–1956, hrsg. v. Bernd Witte. Stuttgart 2002.

Literatur Christian M. Hanna, Friederike Reents (Hrsg.): Benn-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. J.B. Metzler-Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02434-3. - Passim und insbesondere der Abschnitt 11.16 Briefe an Astrid Claes von Holger Hof, S. 281 f.

Weblinks

Literatur von und über Astrid Gehlhoff-Claes im Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach

http://www.oberkassel.de/html/portraits/archiv/2001/02.html http://www.lyrikwelt.de/gedichte/gehlhoff-claesg1.htm

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen Kategorie:Schriftsteller (Düsseldorf) Kategorie:Lyrik Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Frau