Die Fédération Internationale de Ski (abgekürzt FIS, deutsch Internationaler Skiverband) ist der weltweite Verband für den Ski- und Snowboardsport. Der Sitz des Verbandes befindet sich in Oberhofen am Thunersee in der Schweiz. Die Abkürzung FIS wird in allen Sprachen benutzt. Die Zuständigkeit der FIS betrifft sowohl den Breiten- als auch den Spitzensport, so erlässt sie zum Beispiel die FIS-Regeln zum Verhalten auf Skipisten.
Derzeit sind 138 Mitgliedsverbände angeschlossen.
Geschichte mini|Skifahren im Jahr 1917 mini|Skispringen im Jahr 1943 mini|Skilanglauf im Jahr 2006 (Virpi Kuitunen) mini|FIS Weltcup Kristallkugel
Gründung und die ersten Jahre Die Gründung des Vorgängerverbandes CIS (Internationale Skikommission) wurde am 18. Februar 1910 in Christiania (NOR) von Delegierten aus zehn Ländern beschlossen. Ein Jahr später, im März 1911 wurde das erste international gültige Regelwerk verabschiedet.
Am 2. Februar 1924FIS Geschichte auf der Website der FIS, abgerufen am 8. Februar 2022 (englisch). wurde in Chamonix im Rahmen der „Internationalen Wintersportwoche“, die später als I. Olympische Winterspiele anerkannt werden sollte, von 36 Delegierten aus 14 Ländern die Gründung der FIS beschlossen, welche die CIS ablöste.
Anfänglich sah sich die FIS nur für den nordischen Skisport zuständig. Nachdem die skandinavischen Länder ihren Widerstand aufgegeben hatten, wurde beim 11. FIS-Kongress (24.–26. Februar 1930 in Oslo) aber beschlossen, auch den alpinen Skisport (Abfahrt, Slalom und Alpine Kombination) ins Regelwerk aufzunehmen, und zwar auf Antrag Großbritanniens, woran der britische Skipionier Arnold Lunn als Mitbegründer der Arlberg-Kandahar-Rennen wesentlichen Anteil hatte. Der einfache Satz „Abfahrts- und Slalomrennen können ausgerichtet werden“ wurde in den Regeln festgeschrieben – ein Satz, der den Skisport nachhaltig verändern sollte.
1932: Ein Vorschlag für Europäische Meisterschaften wurde uneinstimmig zurückgestellt. Die Regeln für Abfahrt und Slalom wurden adaptiert.
Australien wurde FIS-Mitglied.
1933 fanden in Innsbruck die ersten vollständigen FIS-Weltkämpfe statt, die somit als 1. Weltmeisterschaften gelten können.Beckmanns Sportlexikon. A–Z. Otto Beckmann, Wien 1933, S. 2063.
1936: Arrangierung der Weltmeisterschaften: die ersten sollen im nächsten Jahr in Chamonix stattfinden. Für das neue Abfahrt/Slalom-Komitee werden Statuten adaptiert.
1938 wurde Skifliegen, eine Variation des Skispringens, als Disziplin anerkannt, Regeln wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg ausgearbeitet.
Die Nachkriegsjahre 1946: Nebst der Annullierung der Weltmeisterschaften 1941 wurden drei neue Technik-Komitees ins Leben gerufen: Langlauf (mit dem Schweden Sigge Bergman (geb. 5. Juli 1931 in Luleå – gest. 6. Januar 2001 in Rättvik)) sowie Skispringen (mit dem Vorsitzenden Sigmund Ruud aus Norwegen) und »Damen« (Vorsitzende: Elsa Roth, SchweizNils Widmer: Eine Frau an der Spitze des Schweizer Skisports. Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 13. November 2025). Am 15. September 1946 wurde Österreich wieder in die FIS aufgenommen.
1949: Der Schweizer Marc Hodler wurde Vorsitzender des Abfahrt-Slalom-Komitees, welches bisher von Sir Arnold Lunn geführt wurde.
1951: Die nordischen Ski-Bewerbe für Damen wurden in die Olympischen Winterspiele 1952 einbezogen. Die Entwicklung des Skifliegens soll überwacht werden.Marc Hodler wurde neuer FIS-Präsident.
1953: Gleich nach der Eröffnung am Nachmittag des 27. Mai wurde die Aufnahmeanträgen von Neuseeland und Pakistan sowie des saarländischen Skiläufer- und Bergsteigerverbandes zugestimmt. Dagegen blieb die Bewerbung Kolumbiens bis zur Beibringung der notwendigen Unterlagen zurückgestellt. Es wurden neue Regeln für die Weltmeisterschaften erstellt und jährliche Konferenzen für die Erstellung des Kalenders für internationale Meisterschaften eingeführt. Demnach gab es Unterteilungen in a) Skiweltmeisterschaften und Olympische Spiele, b) internationale Wettkämpfe, die auf dem Kalender der FIS geführt werden, c) regionale Wettkämpfe, an denen Läufer aus mehreren Ländern teilnehmen (z. B. skandinavische Rennen, Flachländerrennen, Alpenländerrennen), d) Wettkämpfe mit ausländischer Beteiligung, d. h. nationale Rennen kleiner Art, bei denen einzelne Ausländer mitwirken. – Für die Punkte a) und b) war das FIS-Reglement bindend, grundsätzlich auch für c), aber die nationalen Verbände durften geringfügige Änderungen im Sinne von Vereinfachungen treffen. Beim letzten Punkt war die Durchführungserlaubnis nach den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes gegeben, dies musste in den Einladungen klar zum Ausdruck gebracht werden.Hinsichtlich Skispringen wurde beschlossen, dass es bei Weltmeisterschaften nur mehr zwei Durchgänge gibt, zudem durfte der Anlauf nicht mehr geändert werden, wenn ein Springer den kritischen Punkt erreichte.Zur nordischen Kombination wurde auf Grund eines Antrages Finnlands für die Kalkulationstabellen eine Expertenkommission ernannt, auch die alpine Kombination sollte neu studiert werden, aber die Weltmeisterschaften 1954 sollten noch nach den bisherigen Wertungen durchgeführt werden. Statt des 18-km-Langlaufs wurde neu der 15-km-Langlauf sanktioniert, in Anlehnung an die skandinavische Tradition sollten es nun an die 15, 30 und 50 km sein.Es gab auch Verbesserungen im alpinen Bereich, besonders um die Sicherheit der Rennfahrer zu erhöhen. Spezifiziert wurde im Slalom, dass künftig beim Durchfahren der Tore der Ski von der Spitze bis hinter die Bindung die Linie zwischen Stangenstandorten passieren.Weiters wurde beschlossen, dass die Anzahl der FIS-Komitees nicht höher als Zehn sein soll.Das Programm der internationalen Bewerbe wurde um den 3 × 5-km-Damen-Langlauf erweitert und die Alpine Kombination wurde wieder in das Programm aufgenommen.Es gab mehrere Neuwahlen, wobei Marc Hodler als Präsident und Arnold Kaech als Generalsekretär durch Akklamation wiedergewählt wurden.Am Rande des Kongresses war auch von Delegationen der Verbände, die im Besonderen den alpinen Rennsport pflegen, über die Reduktion der Zahl an internationalen Veranstaltungen gesprochen worden, wobei Österreich unter Berufung auf die Bedeutung seines Skisports eine größere Zahl von Rennen forderte.Bereits im Vorfeld des Kongresses hatte es wegen der Olympia-Kandidatur 1960 Befürchtungen aus Deutschland (Garmisch-Partenkirchen figurierte als Kandidat) gegeben, dass Österreich die Gelegenheit des in Innsbruck stattfindenden Kongresses nützen könnte, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Dazu teilte Präsident Marc Hodler gleich mit, dass es keine diesbezüglichen Gespräche gegeben habe, die FIS auch keinen Einfluss auf den Durchführungsort ausübe, weil dafür das IOC zuständig sei. Und letztlich habe die FIS nicht die Absicht, in diesbezügliche Verhandlungen einzuschalten. Das würde nur dann geschehen, wenn die technisch einwandfreie Durchführung der Skiwettkämpfe nicht gewährleistet sei.Der FIS-Kongress in Innsbruck. In: Sport Zürich. Nr. 53 vom 29. Mai 1953, S. 9 und vom 1. Juni 1953, S. 14.
1955: Beim 20. FIS-Kongress in Montreux wurden die Alpinen und Nordischen Skiweltmeisterschaften an Bad Gastein bzw. Lahti vergeben und es wurde das Skiprogramm bei den Olympischen Winterspielen 1956 festgelegt. Außerdem kam es zu einer Ergänzung in den Amateurbestimmungen, wonach «kein Rennläufer für Rennen qualifiziert wird, der zustimmt oder nicht protestiert, wenn sein Name, seine Titel oder seine Fotografie in Inseraten oder in jedweder Form von Publizität für Sportartikelreklame gebraucht wird. Diese Bestimmung gilt, gleichgültig ob der Läufer als Gegenwert materiellen Nutzen aus der Publizierung zieht oder nicht». Außerdem wurde Zeno Colò eingeladen, bis 1. September einen Nachweis für seine Amateureigenschaft zu erbringen. Stein Eriksen und Lucienne Schmith-Couttet wurden schriftlich von ihrer Disqualifikation informiert. Auch Christian Pravda blieb weiterhin gesperrt, da er die FIS nicht überzeugen konnte, dass seine Disqualifikation zu Unrecht erfolgt ist.
1957: Beim Kongress in Dubrovnik (30. Mai bis 14. Juni) wurde eine "Gesetztenliste" im alpinen Skilauf eingeführt, die Reihenfolge wurde nach den in den Rennen erzielten Erfolgen bestimmt. Es wurde eine Kommission vorgeschlagen, welche die Vor- und Nachteile von Langlaufbewerben in Höhenlagen (1.000 m und darüber) studieren soll.
Das »FIS-Bulletin« erschien erstmals.
Das Internationale Olympische Comité wird fortan die Reports der Internationalen Verbände bei der Inspektion der Austragungsorte beachten, bevor die Organisationsstadt der Spiele namhaft gemacht wird. 1959: beim 22. FIS-Kongress in Stockholm vom 10. bis 13. Juni wurde auf die traurigen Ereignisse vom letzten Winter (Todesstürze von John Semmellink und Toni Mark) mit strikteren Sicherheitsregeln für Abfahrtsrennen reagiert. Eine der Maßnahmen war die Ansetzung eines offiziellen Trainings, welches den Rennläufern die Möglichkeit geben sollte, die gesamte Strecke wenigstens einmal rennmäßig durchzufahren. Diese Anordnung kam am 8. Januar 1960 vor der einen Tag später stattfindenden Lauberhornabfahrt erstmals zur Anwendung.«Erstmals in der Skigeschichte: ein Probeabfahrtsrennen»; «Sport Zürich», Nr. 4 vom 11. Januar 1960, S. 2. Für den Langlauf wurde die elektrische Zeitnehmung adaptiert.
Der 5-km-Langlauf für die Damen wurde in die Weltmeisterschaften 1962 aufgenommen.
Es gab eine neue Klassifikation für die Nordische Kombination.
Streichung des »Falles Toni Sailer« von der Tagesordnung, da Sailer seinen Entschluss bekannt gegeben hatte, sich vom aktiven Skisport zurückzuziehen (damit wurden Fraglichkeiten über seine Amateureigenschaften, die vor allem im Zusammenhang mit seiner Filmkarriere standen, obsolet). Außerdem gab es, ohne konkrete Namen zu nennen, mit 45 gegen 18 Stimmen eine Grundsatzentscheidung, die Weltmeisterschaften 1962 an zwei Städte zu vergeben.Marc Hodler wurde wieder zum Präsidenten gewählt. 1961: Neue Typen der Klassifikation für die Nordische und Alpine Kombination wurden adaptiert. Es wurde beschlossen, das die Skisprung-Bewerbe bei den Nordischen Weltmeisterschaften mit 2 Sprüngen (70 und 90 m) von 1962 weg organisiert werden.Nicht-Amateure sind von den Olympischen Spielen ausgeschlossen: »Olympia-Teilnehmer müssen einen Zivilberuf haben«.Die Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Sportmedizin und -physiologie auf internationalem Level wurde verstärkt.Für jeden Bewerb am internationalen Kalender ist eine Gebühr von 150 Schweizer Franken zu entrichten.Der Schweizer Arnold Kaech löste den Schweden Sigge Bergmann als FIS-Generalsekretär ab.
1963: Die ersten Skiweltmeisterschaften an einen Ort in der südlichen Hemisphäre, Portillo de Chile, wurden vergeben. Die alpinen Weltmeisterschaften 1962 in Chamonix wurden offiziell anerkannt. Oslo wurde mit der Durchführung der Nordischen Skiweltmeisterschaften 1966 betraut, wobei der Zusatzbeschluss gefasst wurde, im nordischen Bereich Weltmeisterschaften nur mehr an Orte unter 1.500 m Meereshöhe zu vergeben.«Weltmeisterschaften 1962 anerkannt»; »Sport-Zürich« vom 22. Mai 1963, Spalte 5, zweiter Beitrag«FIS-Delegierte möchten auch im Sommer reisen»; »Sport-Zürich« vom 27. Mai 1963.Der Aufwand des FIS-Budgets 1963 bis 1965 wurde mit 155.400 Schweizer Franken veranschlagt.Marc Hodler wurde in seinem Amt genauso bestätigt wie Generalsekretär Sigge Bergmann aus Schweden; es gab drei neue Delegierte im Direktionsrat. Mamaia wurde als Kongressort 1964 (richtig war es dann 1965) vorgesehen, Zypern und die äußere Mongolei wurden als neue Mitglieder aufgenommen.