mini|Pumucklfigur am gleichnamigen Brunnen im Luitpoldpark, München mini|Wandmalerei nach der Fernsehserie von 1982. Münchner Stadtbezirk Schwanthalerhöhe mini|Pumucklpuppen

Meister Eder und sein Pumuckl ist eine ab 1962 erschienene Kinderreihe von Ellis Kaut. Sie handelt von dem kindlichen Kobold Pumuckl, der für den Münchner Schreinermeister Franz Eder sichtbar wurde, weil er an dessen Leimtopf kleben geblieben war. Nach „Koboldsgesetz“ muss Pumuckl nun bei diesem Menschen bleiben.

Die Reihe wurde ab 1962 im Bayerischen Rundfunk als Hörspielserie ausgestrahlt. Ab 1965 erschienen Bücher und ab 1982 die Fernsehserie Meister Eder und sein Pumuckl und ein gleichnamiger Kinofilm. Eine schweizerdeutsche Fassung ist De Meister Eder und sin Pumuckl, eine rheinische Hörspielvariante aus den 1960ern Immer dieser Fizzibitz.

Zusammenfassung In der Werkstatt des Schreinermeisters Eder geschehen immer mehr unheimliche Dinge: Werkzeuge verschwinden und Gegenstände fallen herunter. Schließlich meint Meister Eder, es mit einer Maus zu tun zu haben, nach der er im Hörspiel ein HolzscheitNach dem BR-Hörspiel Spuk in der Werkstatt (Alfred Pongratz und Hans Clarin) bei 4:04 wirft (in Ulrich Königs Fernsehserie dagegen ist es ein Holzhammer).Nach Ulrich Königs TV-Episode Spuk in der Werkstatt (Gustl Bayrhammer und Hans Clarin) bei 4:12 Diese vermeintliche Maus entpuppt sich jedoch als zehn Zentimeter großer rothaariger Kobold namens Pumuckl. Dieser bleibt, als er ausweichen will, an einem Leimtopf kleben und wird so sichtbar, allerdings nur für Meister Eder. Pumuckl erklärt nun, nach „Koboldsgesetz“ bei ihm bleiben zu müssen. Nachdem sich Meister Eder endgültig überzeugt hatte, nicht verrückt zu sein, freut er sich über die Anwesenheit Pumuckls und dieser sagt, dass es ihm hier sehr gefalle. Trotzdem bleibt es für beide schwierig, denn der Schreinermeister sieht ein Geistwesen, an dessen Existenz außer ihm niemand glaubt, und der Kobold ist im sichtbaren Zustand verletzlich und hat Bedürfnisse wie ein Mensch.Zusammenfassung nach Spuk in der Werkstatt (BR-Hörspiel mit Alfred Pongratz und Hans Clarin).

Pumuckl macht sich auch als Unsichtbarer deutlich bemerkbar, was zu seltsamen, peinlichen, aber auch unterhaltsamen Szenen führt. Manchmal (wie in der Episode Das verkaufte Bett) wollen Meister Eders Kunden etwas mitnehmen, was Pumuckl gehört; dieser verteidigt sein Eigentum vehement, stiehlt allerdings seinerseits den Leuten Dinge, die ihm gefallen, weshalb ihn Meister Eder in der Folge Der große Krach sogar hinauswirft. Auf seinen Streifzügen gerät Pumuckl immer wieder in Schwierigkeiten, etwa wenn er an etwas hängenbleibt und deshalb sichtbar wird. Obwohl er als kindlicher Kobold hauptsächlich Unfug im Kopf hat, ist er auch zu vernünftigen Dingen fähig, beispielsweise wenn er Meister Eder als Unsichtbarer hilft und ihm dadurch entweder Aufträge verschafft oder eine Revanche ermöglicht (Das neue Badezimmer, Der erste April, Das Segelboot). Bei einer Bergtour sieht er zuerst ein Unwetter vorher (eine Fähigkeit, die er von Klabautern geerbt hat) und bringt Meister Eders unvernünftigen Neffen dazu, noch rechtzeitig umzukehren (Pumuckl und die Bergtour).

Figuren Pumuckl Der Titelheld Pumuckl ist ein rothaariger Kobold, der beim Schreinermeister Franz Eder lebt, seit er an dessen Leimtopf kleben geblieben ist. Dadurch wurde der kleine Nachfahre der Klabautermänner für den Schreiner sichtbar und ist durch ein KoboldsgesetzKoboldsgesetze laut Pumuckl:„# Wenn ein Kobold an einem menschlichen Ding hängen bleibt oder von einem Menschen eingezwickt oder festgehalten wird, dann wird er sichtbar.# Wer mich einmal gesehen hat, der wird mich immer sehen - unsichtbar bin ich nur noch für andere Menschen.# Ich muß bei dem bleiben, der mich einmal gesehen hat.“ verpflichtet, fortan bei ihm zu bleiben. Er ist für alle Menschen mit Ausnahme von Meister Eder unsichtbar. Für Tiere dagegen ist er sichtbar.

Seine Körpergröße ist in Hörspielen und Verfilmungen unterschiedlich: In den Hörspielen mit Alfred Pongratz und Gustl Bayrhammer als Meister Eder sagt dieser beim ersten Zusammentreffen über ihn: „Zehn Zentimeter groß und hüpfen wie ein Floh!“ In der Fernsehserie von 1982/1988 ist die Figur größer, was auch der späteren Erklärung Ellis Kauts über die Körpergröße von Klabautermännern näherkommt: „Ziemlich genauso groß wie eine stehende Flasche.“Zitat aus: Ellis Kaut: Nur ich sag ich zu mir. Mein Leben mit und ohne Pumuckl. Langen Müller 2009, ISBN 978-3-7844-3194-9, S. 193. Siehe auch: Pumuckls Eigenheiten auf pumucklhomepage.de, aufgerufen am 26. November 2020

Pumuckl liebt knisterndes Papier, glitzernde Gegenstände, Schokolade, Pudding, Segelboote und Unordnung, hat eine starke Abneigung gegen Katzen, Heinzelmännchen, Gartenzwerge und Käse („faule Milch“), mag dafür aber Kleintiere wie Meerschweinchen und Mäuse recht gern. Seine Leidenschaften sind das Aushecken von Streichen und besonders das Dichten. So lautet einer seiner häufigsten Sprüche: „Oh, das reimt sich ja und was sich reimt, ist gut.“Pumuckl-Titelsong aus dem Intro der Fernsehserie von 1982/88 und den Hörspielfolgen mit Gustl Bayrhammer (Oh, das reimt sich ja und was sich reimt, ist gut) Er schläft am liebsten in einem Haufen Sägespäne in der Schreinerwerkstatt von Herrn Eder, dieser hat ihm aber sogar ein eigenes Bett getischlert.

Am meisten liebt Pumuckl Holz. Der Grund dafür wird in der Reihe nicht genannt, aber Ellis Kaut schreibt in ihrer Autobiografie: „Warum, das ist eine gruselige Geschichte, die der Pumuckl natürlich nicht kennt … Wenn Kinder vor ihrer Geburt sterben oder getötet werden, bekommen sie ein besonderes Grab. Es wird zu ihren Häuptern ein Baum gepflanzt. Dieser Baum wächst nicht gerade, sondern biegt sich genau so, wie man sie gut zum Schiffsbau verwenden kann. Sie werden dann also abgehackt und in das Schiff eingebaut. Nach Jahren vermodert das Holz, sodass die Kinderseelen entschlüpfen können. So befreit werden sie zu Kobolden.“Zitat aus: Ellis Kaut: Nur ich sag ich zu mir. Mein Leben mit und ohne Pumuckl. Langen Müller 2009, ISBN 978-3-7844-3194-9, S. 194

Der Einfall zu ihm sei der Autorin nicht plötzlich gekommen, sondern habe sich erst im Laufe der Zeit aus „[…] Gefühltem, Gedachtem, Erlebtem, Ersehntem, Bewusstem und Unbewusstem […]“ heraus entwickelt.Ellis Kaut: Nur ich sag ich zu mir. Mein Leben mit und ohne Pumuckl. Langen Müller 2009 S. 8

Meister Eder Franz Eder ist der Inhaber einer kleinen Schreinerwerkstatt in einem Münchner Hinterhof, über der Werkstatt befindet sich auch seine Wohnung. Er ist Junggeselle, Anfang sechzig, humorvoll und liebenswürdig. Meister Eder muss sich zwar oft mit dem kleinen Kobold herumärgern, ist jedoch alles in allem froh, nicht mehr allein zu sein, und übernimmt gerne die Aufgabe, Pumuckl zu „erziehen“. Seine Stammtischfreunde machen sich häufig wegen seines Kobolds über ihn lustig.

Die Figur geht auf mehrere tatsächliche Personen zurück: auf einen Schreiner namens Adolf Nadler, den die Autorin schon lange kannte und der in einem Münchner Hinterhof über seiner Werkstatt wohnte,pumucklhomepage: Alles über die Hörspiele auf pumucklhomepage.de (abgerufen am 17. Februar 2021). auf ihren Vater, den Bankprokuristen Siegfried Kaut, zu dem sie ein ausnehmend gutes Verhältnis hatte„Bücher allein können nicht erziehen“. Pumuckl-Mutter Ellis Kaut und Urmel-Vater Max Kruse über Schreiben, Erziehung, Alter und das Leben. In: Süddeutsche Zeitung vom 4./5. September 2004 (abgerufen am 17. Februar 2021). und der 1944 mit dreiundsechzig Jahren an einer Lungenkrankheit starb, und schließlich auf den Volksschauspieler Franz Fröhlich, den ersten Sprecher der Rolle des Meister Eder und Kauts Wunschbesetzung, der auch nach seinem Tod 1964 eines der Vorbilder für Eder blieb.Ellis Kaut: Nur ich sag ich zu mir, Langen Müller 2009 (Angaben über Siegfried Kaut: S. 10 [Beruf], 15 u. 21 [Vorname] und 109–110 [Tod], Fritz Fröhlich: S. 186).

Frau Rettinger (Eichinger) Frau Rettinger, in Ulrich Königs Fernsehserie Frau Eichinger, ist die Putzfrau von Herrn Eder. Ihr Aberglaube aus der Hörspielepisode Die abergläubische Putzfrau wird in Königs Serie zu einem Running Gag ausgebaut, in dem sie Erlebnisse und Missgeschicke mit abergläubischen Sprüchen oder astrologischen Erklärungen kommentiert.pumucklhomepage.de: 33. Die abergläubische Putzfrau (aufgerufen am 23. Oktober 2022). Die Existenz von Kobolden (und somit von Pumuckl) bestreitet sie jedoch. Meister Eder bezeichnet sie oft als Zugehfrau.

Bernbacher Bernbacher ist Schlossermeister und einer von Eders Stammtischbrüdern. In Ulrich Königs Fernsehserie trägt er den Vornamen SchorschSpuk in der Werkstatt (1982): bei 21:22 (bairisch für Georg). Er redet oft spöttisch über Eders Spinnerei vom Pumuckl (dessen Namen er sich jedoch oft nicht merken kann und ihn stattdessen Schmutzbuckl, Brumbuckl, Pudackl etc. nennt), glaubt aber hin und wieder an dessen Existenz. In der TV-Folge Der große Krach flüchtet Pumuckl zu ihm, im Hörspiel allerdings zu Herrn Schmitt.pumucklhomepage.de 77. Der große Krach und seine Folgen, aufgerufen am 23. Oktober 2022.

Frau Bernbacher Bernbachers Frau, die sich häufig mit ihrem Mann streitet und eine Perücke trägt. Anders als Herr Bernbacher bestreitet sie die Existenz von Pumuckl vehement.

Herr Schmitt Toni Schmitt ist ebenfalls ein Stammtischbruder Eders, der eine kleine Autowerkstatt betreibt.

Herr Wimmer Der „alte Herr Wimmer“ ist eine Person, die nie in Erscheinung tritt, von welcher jedoch immer wieder am Telefon oder in Gesprächen zu hören ist. Wimmer betreibt ein Antiquitätengeschäft, für welches er Ware vom Meister Eder reparieren und restaurieren lässt, was der Schreiner meist wenig begeistert erledigt, vgl. „Scho wieder des Glump vom oiden Wimmer!“. Die Figur kommt in der Fernsehserie von Ulrich König vor, aber nicht in den Hörspielen und Büchern.pumucklhomepage: Filmgags, Abschnitt Diverse Running Gags / Der alte Wimmer, abgerufen am 28. April 2021

Herr Schwertfeger Herr Schwertfeger kommt in der Verfilmung und in einigen Folgen vor. Er ist ein älterer Bekannter von Eder, der stets eine Brille auf der Stirn und eine zweite auf der Nase trägt. Er geht öfter mit seinem Hund spazieren und besitzt mit seiner Frau, genannt „Schnucki“, einen Schrebergarten. Sein Lieblingsspruch ist „I såg nix, denn wenn i wås såg, dann sågt’s ihr glei wieda: ‚Såg liaba nix‘, åiso såg i glei liaba nix.“TV-Folge Pumuckl und die Musik bei 3:33, geringfügig anders formuliert auch in der TV-Folge Der silberne Kegel bei 12:32. Standarddeutsch: „Ich sage nichts, denn wenn ich etwas sage, dann sagt ihr gleich wieder: ‚Sag lieber nichts‘, also sage ich gleich lieber nichts.“

Herr und Frau Stürtzlinger Sie sind das Hausmeisterehepaar des Hauses, in dem Herr Eder wohnt und arbeitet. Sie wohnen wie die meisten anderen Mieter im Vorderhaus; dieser Sachverhalt (beziehungsweise derjenige, dass Eder im Hinterhaus wohnt) ist eine Referenz an eine alte Münchner Weltanschauung, dass nämlich die „Hinterhäusler“ ein wenig verrückt sind. Herr Stürtzlinger singt meistens, wenn er arbeitet, vorzugsweise eine abgewandelte Form des König-Ludwig-Liedes („Auf den Bergen wohnt die Freiheit …“).

Obwohl die meisten Quellen im Internet die Schreibweise „Stürzlinger“ verwenden, sieht man in der Serie auf dem Türschild des Ehepaars die Schreibweise „Stürtzlinger“.Folge Die geheimnisvollen Briefe, Türschild „Stürtzlinger“ bei 10:36 und 14:56.

Frau Hartl Sie ist die launische und neugierige Nachbarin Eders, stets zur Stelle, wenn es in der Nachbarschaft Neuigkeiten gibt, aber auch stets genervt von der leisesten Musik. Ihre Aufgebrachtheit drückt sie aus, indem sie aus dem Fenster „I ziag aus aus dem Haus!“ ruft. Mit Frau Eichinger steht sie auf Kriegsfuß.

Der alte Mann in der Wirtschaft