mini|Zentrale der VRM in Mainz Die VRM GmbH & Co. KG (bis 2017 Verlagsgruppe Rhein Main, zuvor bis 1992 Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei) ist ein regionales Medienunternehmen für Mittel-, West-, Süd- und Rheinhessen mit Sitz in Mainz. Die VRM erreicht mit ihren regionalen Tageszeitungen nach eigenen Angaben rund 638.000 Leser und beschäftigt insgesamt etwa 1.200 Mitarbeiter an 19 Standorten.
Die VRM geht zurück auf den Verlag des Mainzer „Straßen-Anzeigers“ von 1850 und wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in den 2010er-Jahren, durch Übernahmen zu einem regionalen Medienkonzern mit etlichen Zeitungstiteln heran.
Geschichte
Anfänge als Mainzer Verlagsanstalt Die heutige VRM geht zurück bis zum Mainzer Straßen-Anzeiger, der erstmals am 29. Juni 1850 erschien. Aus dieser Tageszeitung (später umbenannt in Mainzer Anzeiger) erwuchs die Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei AG (MVA). Diese verlegte nach dem Zweiten Weltkrieg auch die bis heute bestehende Nachfolgezeitung Allgemeine Zeitung Mainz.
Übernahme regionaler Zeitungen in der Nachkriegszeit In den folgenden Jahrzehnten übernahm der Verlag einige Zeitungen aus der Region wie den Wiesbadener Kurier (1965) oder das Wiesbadener Tagblatt (1950), die Main-Spitze (1972) oder den Aar-Boten (1951) und führte sie im Markenverbund Rhein Main Presse zusammen. Auch an den neuen privaten Rundfunkunternehmen RPR (1986) und FFH (1989) beteiligte sich die Verlagsanstalt.
Im Jahr 1992 firmierte das Unternehmen von Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei Will & Rothe GmbH & Co. KG in Verlagsgruppe Rhein Main um. Vier Jahre später folgte der Umzug in den neu errichteten heutigen Hauptsitz bei Mainz-Marienborn. 2003 kaufte die Verlagsgruppe die Mehrheit an der Zeitungsgruppe Zentralhessen um den Gießener Anzeiger in Form der Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co. KG.
Expansion nach Süd- und Mittelhessen 2010 folgte die Errichtung eines neuen Druckzentrums in Rüsselsheim (siehe unten), ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Medienhaus Südhessen (Echo Medien GmbH, u. a. Darmstädter Echo). Am selben übernahm die Verlagsgruppe Rhein Main im Sommer 2015 schließlich sämtliche Anteile von der Verlegerfamilie Bach, nachdem das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen war. Damit zählte die Verlagsgruppe nun zu den reichweitenstärksten regionalen Medienunternehmen. Von den sechs Lokalausgaben der Echo Medien musste aufgrund der kartellrechtlichen Genehmigung das Rüsselsheimer Echo an die Frankfurter Neue Presse des Frankfurter Societätsverlag-Konzerns abgegeben werden.
Dem vorausgegangen war 2014 die vollständige Übernahme der Zeitungsgruppe Zentralhessen in Form der Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co. KG. Diese nun Unternehmenstochter erwarb 2018 die Wetzlardruck GmbH (Zeitungsgruppe Lahn-Dill, u. a. Wetzlarer Neue Zeitung, Hinterländer Anzeiger, Dill-Post) und wurde so zum umsatz- und auflagenstärksten Tageszeitungsverlag in Mittelhessen und wurde fortan als Mediengruppe Mittelhessen geführt, Anfang 2020 auch offiziell in VRM Mittelhessen GmbH & Co. KG umbenannt. Das Bundeskartellamt stimmte der Transaktion am 8. Mai 2018 zu.
Geschäft mit Ippen und Neuausrichtung als VRM Zum 1. Oktober 2021 veräußerte die VRM wiederum die Zeitungen der früheren Zeitungsgruppe Zentralhessen an die zur Ippen-Gruppe gehörende Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH. Außerdem gingen der Kreis-Anzeiger und der Usinger Anzeiger an die ebenfalls Ippen-eigene Zeitungsholding Hessen. Aus der bisherigen VRM Mittelhessen blieb also die ehemalige Wetzlardruck GmbH, die in VRM Wetzlar umfirmiert wurde. Im Gegenzug zu den Verkäufen erwarb die VRM von der Ippen-Gruppe die Nassauische Neue Presse und das Rüsselsheimer Echo.Henning Kornfeld: Flurbereinigung in Mittelhessen: VRM verkauft Gießener Anzeiger und weitere Titel. In: kress.de, 17. August 2021, abgerufen am 21. September 2021. Damit wurde der hessische Zeitungsmarkt großflächig bereinigt und weitgehend zwischen der VRM und Ippen aufgeteilt. Letzte Wettbewerbssituationen wie in Gießen wurden aufgelöst.
Bei einem Markenrelaunch im Mai 2017 wurde aus der Verlagsgruppe Rhein Main die VRM GmbH & Co. KG, die gleichzeitig mit einem neuen Logo und Corporate Design versehen wurde. Kurz danach wurde auch der Markenverbund Rhein Main Presse aufgelöst und direkt unter das Dach der VRM gestellt.
Zeitungstitel und Nachrichtenportale im Überblick Durch die gewachsene Struktur der VRM (siehe Geschichte) sind die einzelnen Zeitungstitel und Nachrichtenportale unterschiedlich eingeordnet, etwa je nachdem ob sie Hauptausgaben oder Kopfblätter sind oder welchem Teil der Chefredaktion sie unterstehen (siehe Chefredaktion und Geschäftsleitung). Soweit nicht anders mit etwaigen Tochterunternehmen aufgeführt gehörten die Titel und Online-Portale direkt der VRM GmbH & Co. KG.
Rheinland-Pfalz Regionalbereich Rheinhessen-Nahe Allgemeine Zeitung (Mainz) (Online-Nachrichtenportal allgemeine-zeitung.de) Allgemeine Zeitung Mainz (Stadtausgabe / Hauptausgabe) Allgemeine Zeitung Alzey Allgemeine Zeitung Rheinhessen-Nahe (seit 1. Juli 2024 Nachfolger der bis dahin getrennten Ausgaben AZ Bad Kreuznach und AZ Bingen/Ingelheim) Wormser Zeitung (Online-Nachrichtenportal wormser-zeitung.de)
Hessen Regionalbereich Südhessen / Tochterunternehmen Echo Zeitungen GmbH (Online-Nachrichtenportal echo-online.de) Darmstädter Echo (Stadtausgabe / Hauptausgabe) Groß-Gerauer Echo Main-Spitze Odenwälder Echo Rüsselsheimer Echo Starkenburger Echo (seit 1. Januar 2025 Nachfolger des Bergsträßer Echo, wiederum seit 1. Juli 2019 selbst Nachfolger der bis dahin getrennten Ausgaben Bürstädter Zeitung, Lampertheimer Zeitung und Starkenburger Echo) Dieburger Anzeiger (seit 2023, vorher eigenständig als Dieburger Anzeiger GmbH & Co. KG) Regionalbereich Westhessen Wiesbadener Kurier (Online-Nachrichtenportal wiesbadener-kurier.de) Wiesbadener Kurier (Stadtausgabe / Hauptausgabe) (seit 1. April 2019 Nachfolger der bis dahin getrennten Ausgaben Wiesbadener Kurier Stadtausgabe und Main-Taunus-Kurier) Wiesbadener Kurier (Rheingau) Wiesbadener Kurier (Untertaunus – Idstein Land) (seit 1. Januar 2023 Nachfolger der bis dahin getrennten Ausgaben Idsteiner Zeitung und Wiesbadener Kurier Untertaunus) Hochheimer Zeitung (Online-Nachrichtenportal hochheimer-zeitung.de) Regionalbereich Mittelhessen / Tochterunternehmen VRM Wetzlar (Online-Nachrichtenportal mittelhessen.de) Wetzlarer Neue Zeitung (Hauptausgabe) Dill-Zeitung Herborner Tageblatt Hinterländer Anzeiger Weilburger Tageblatt und Nassauische Neue Presse (Die VRM ist Dienstleister der NNP GmbH & Co. KG und erbringt für das WT und die NNP alle verlegerischen Leistungen.) Gelnhäuser Neue Zeitung (Die VRM ist Dienstleister der EGRO Mediengruppe und erbringt für das WT und die NNP zentrale verlegerische Leistungen.)
Ehemals Regionalbereich Zentralhessen / Tochterunternehmen Zeitungsgruppe Zentralhessen (Online-Nachrichtenportal gießener-anzeiger.de) (2014–2021, verkauft an die Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft) Gießener Anzeiger (Hauptausgabe) Kreis-Anzeiger (Wetterau und Vogelsberg) Usinger Anzeiger Gelnhäuser Tageblatt (bereits 2017 eingestellt) Lauterbacher Anzeiger und Oberhessische Zeitung (erst 2024 verkauft, von 2021 bis 2024 Mittelhessen zugeordnet)
Beilagen Bis Ende 2023 lag den Tageszeitungen jeden Dienstag (oder falls wegen eines Feiertages keine Ausgabe erfolgte, in der darauffolgenden Ausgabe) die Fernsehzeitschrift rtv bei. Ab 2024 wurde rtv durch das TV-Magazin Prisma ersetzt. In den 2010er Jahren gab es freitags das Veranstaltungsmagazin Pepper.
Kinderzeitung Kruschel Kruschel richtet sich an Kinder zwischen 7 und 11 Jahren und erscheint wöchentlich mit aktuellen Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft sowie spannenden Wissensthemen – so erklärt, dass Kinder sie verstehen und mitreden können. Seit Dezember 2015 übernimmt die Rheinische Post die Inhalte der Kinderzeitung für seine Kruschel Post und liefert dafür Informationen ihrer Berliner Parlamentsredaktion.
Anzeigenblätter In der VRM erscheinen auch Anzeigenblätter, die kostenlos allen Haushalten zugestellt werden:
Chefredaktion und Geschäftsleitung Während die Geschäftsleitung das Medienunternehmen VRM wirtschaftlich, finanziell, operativ und strategisch steuert, zeichnet die Chefredaktion für die inhaltliche und journalistische Ausrichtung der Medienprodukte, also hier insbesondere Zeitungen und Nachrichtenportale verantwortlich.
Die Verantwortung für das inhaltliche Angebot der Tageszeitungen und Online-Nachrichtenportale für die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz der VRM übernimmt jeweils ein Chefredakteur. Für Hessen derzeit Frank Kaminski. Für Rheinland-Pfalz Dennis Rink, der auch die länderübergreifende Zentralredaktion inhaltlich steuert und sich für den Sport und die Kinderzeitung Kruschel verantwortlich zeichnet. Jule Lumma verantwortet als Chefredakteurin den gesamten Bereich Content und gehört dazu der Geschäftsleitung an.
Den Regionalbereichen stehen Titelverantwortliche vor, die zugleich in der Position von stellvertretenden Chefredakteuren stehen. Sie sind für die inhaltliche Ausrichtung der Lokalredaktionen verantwortlich. Für Rheinhessen-Nahe (Allgemeine Zeitung mit Nebenausgaben und Wormser Zeitung) Katharina Petermeier, für Westhessen (Wiesbadener Kurier mit Nebenausgaben und Hochheimer Zeitung) Christian Matz, für Südhessen (Darmstädter Echo mit Nebenausgaben) Tim Maurer und für Mittelhessen (Wetzlarer Neue Zeitung mit Nebenausgaben) Christian Keller. Außerdem dient Mario Geisenhanslüke als stellvertretender Chefredakteur im Bereich Content Development und Inhaltedistribution.
Die Geschäftsleitung wiederum wird angeführt von Joachim Liebler als Chief Executive Officer, Geschäftsführer und Herausgeber. Jule Lumma bildet das Bindeglied in die Chefredaktion und ist Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Content. Carl C. Englisch ist Chief Financial Officer und verantwortet zudem die Bereiche Recht, Informationstechnik, Beteiligungsmanagement und die Infrastruktur. Oliver-Alexander Wolters ist Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Herstellung, Logistik und Druck. Mareike Woll kümmert sich als Chief Transformation Officer um Strategie, Innovation, Künstliche Intelligenz und Produktmanagement.
Standorte
Unternehmens- und Redaktionssitze Haupt- und Firmensitz der VRM ist das 1996 eingeweihte Gebäude bei Mainz-Marienborn. Darüber hinaus gehören zu den Standorten der VRM die Redaktionssitze der einzelnen Tageszeitungen und über die Jahre übernommenen Verlagshäuser. Besonders zu nennen sind hierbei die Hauptsitze der jeweiligen Regionalbereiche: das historische Pressehaus im Wiesbadener Zentrum, Sitz des Wiesbadener Kuriers (Westhessen), das angemietete Alleehaus im Darmstädter Verlegerviertel, Sitz des Darmstädter Echos (Südhessen) bzw. der Echo Zeitungen GmbH, und das Medienhaus im Wetzlarer Stadtteil Sturzkopf, Sitz der Wetzlarer Neuen Zeitung (Mittelhessen) bzw. der VRM Wetzlar GmbH. Hinzu kommen Gebäude und Büroräumlichkeiten vor Ort für die einzelnen Lokalredaktionen und Kopfblätter.
Druckzentren
Bis 2010: Druckzentrum Mombach